© – Gunda v. Dehn „Meereszauber“

ChronikenDerTomBrook_Band2Cover

Leseprobe

CHRONIKEN DER TOM BROOK – Band I

Adda tom Brook – Flucht ins Moor

Sie wandten sich dem Moor zu. Dort konnten Hunde die Spur nur schwer verfolgen und es gab viele Möglichkeiten, sich im Auwald zu verbergen. Irgendwo hier auf dem schwankenden Grund musste ein Sprickelweg durch das Moor führen, irgendwo… Ubbo wusste das, er konnte ihn nur nicht finden, nicht so schnell, nicht in der gebotenen Eile. Die zusammengebundenen Hölzer mussten in Schlamm und braunem Wasser versunken sein… Teufel, auf was hatte er sich da eingelassen?! Das war gefährlich, lebensgefährlich. – Langsam tastete sich der Esel voran. Hoffentlich konnte man sich auf den Instinkt des Tieres verlassen! Nebel stieg auf, alles schien zu dampfen. Adda bemerkte es mit Schrecken, aber sie schwieg. Sollten sie lieber umkehren? Sollten sie warten, bis man sie fände und sicher heimbrächte? Oder Flucht? Mitten in den Nebel hinein? Gewiss würde man die Suche bald einstellen. – Kein Narr wagt sich bei Nebel ins Moor und noch dazu kurz vor der Dunkelheit.
Um sie herum gluckste und wisperte es, als ob unheimliche Mächte… Nein, sie durfte nicht daran denken, nicht an die schaurigen Geschichten von Moorhexen und Nebelfrauen und noch entsetzlicheren Dingen. Sie drückte sich fester in Ubbos Arm, schloß für eine Weile die Augen. Wenigstens wollte sie nicht sehen, wenn die nassen Finger der Moortöchter nach ihr griffen.
Wie lange hatte der Esel sich so über den schwankenden Grund vorwärts getastet? Eine Stunde oder zwei? Wie auch immer, zwar hatte Ubbo mittlerweile den Knüppelpfad gefunden, aber die Dämmerung war schon hereingebrochen und Adda fürchtete sich. Ganz fest hielt Ubbo sie an sich gedrückt. ”Damit du nicht frierst, Liebste”, hatte er gesagt, aber manchmal stahlen sich seine Finger an ihre Brust. Sie mochte das nicht, absolut nicht.
Von irgendwoher hörten sie Hundegekläff, gedämpft – es schien weit fort. – Adda schalt Ubbo einen Lüstling und klopfte ihm heftig auf die Finger. Aber er konnte es nicht lassen, versuchte es immer wieder. Was mochte nur in ihn gefahren sein! Jetzt schien das Hundegebell geradewegs auf sie zuzukommen. Das beunruhigte Adda. Und dieser Buckel-Ubbo machte sie wahnsinnig! Jetzt versuchte er beharrlich, sie zwischen den Schenkeln zu befingern! Wütend fuhr sie herum und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. Ubbo lachte: ”So gefällst du mir! Du hast den Teufel im Leib! Nur weiter so.” ”Wenn du es wagst, mich noch einmal anzufassen, werfe ich dich in den Sumpf!” schrie Adda empört. ”Wir wollen sehen, wer wen in den Sumpf wirft, du Teufelin!” Grinsend zeigte Ubbo seine Nagetierzähne, unbeeindruckt seine Bemühungen – in verstärktem Maße – fortsetzend. …………….
 

 Adda tom Brook – Verlöbnis

Stumm schritten die Mädchen den Gang hinunter. Je näher sie dem Prunksaal kamen, desto lauter quoll ihnen der Lärm entgegen, dumpf und brodelnd, kaum ließen sich die Stimmen von Frauen und Männern unterscheiden. Die eisenbeschlagenen Flügel der Saaltür standen weit offen. Gelbes Licht von duftenden Wachskerzen ergoss sich weich auf die steinernen Flurplatten.  Mit jedem Schritt stieg Addas Unruhe. Ihr wurde plötzlich so heiß – unsagbar heiß. Am liebsten wäre sie umgekehrt und davongelaufen. Aber heute gab es kein Zurück. Unaufhaltsam führten die Ehrenjungfrauen sie ihrem Vater zu. Der stand am Kamin und führte das große Wort – wie immer. ——-
 – Adda musste niesen. Wieder im unrechten Augenblick! – Sie fühlte, wie die raue Hand ihres Vaters sich fest um die ihre schloß, während er fortfuhr: ”Ich frage dich nun, meine Tochter, willst du den Häuptling Folkmar Allena zum Manne nehmen, so antworte mit ‘Ja’.” – Aber sie musste erneut niesen, ein-, zwei-, drei Mal hintereinander. Jemand kicherte verhalten. Addas Vater räusperte sich – vorwurfsvoll.
Tastend glitt Addas Blick empor von den mit Edelsteinen bestickten Schuhen des Mannes über die olivgrünen Seidenstrümpfe; kraftvolle Unterschenkel zeichneten sich ab unter dem feinen Gewebe. Dann das Gewand, ebenfalls von der Farbe grüner Oliven. Adda verzeichnete die goldenen Knöpfe – paarweise, in dichter Reihenfolge. Dann das Gesicht – Folkmar Allenas Gesicht – voll, ernst, sympathisch. Graue Augen, der Mund etwas zu breit, die Nase dafür ein wenig zu schmal. Ein jugendliches Gesicht. Und sie kannte es. Dieser Mann sollte Folkmar Allena sein? Dieser Mann hier? Er war groß von Gestalt, sehr groß sogar, und blond wie Weizen das üppige Haar, genau wie Hima gesagt hatte. Seine ruhigen grauen Augen hielten Addas erstaunten Blick fest, sie stumm und freundlich ermutigend. Wie von selbst hauchte Adda – kaum hörbar – ihr ‘Ja’ in den Saal.
Ja, diesem Mann wollte sie sich gerne anvertrauen, denn es war derselbe, der sie gestern auf seinen Armen heimgebracht, derselbe, der sie aus dem Graben gezogen hatte.
Mit einem feinen Lächeln zog sich Folkmar Allena einen Ring von der Hand, überreichte ihn auf dem Schwertgriff seiner Braut. Ein Rubin, wie ein dicker Blutstropfen, so rund geschliffen, schmückte den goldenen Reif. Zögernd streckte Adda die Hand danach aus, schob ihn an den rechten Zeigefinger.
Leise, fast sanft, sprach Folkmar Allena die altüberlieferten Worte: ”Wie dieser Ring deinen Finger fest umschließt, so gelobe ich dir feste und stete Treue. Die gleiche sollst du mir bewahren… oder mit… deinem Leben büßen.”
,Er ist recht lose… der Ring…’ dachte Adda ……………
Oheim Haro war der nächste, der das junge Paar beglückwünschte. Unbekümmert rezitierte er seinen Spruch, extra für sie gereimt!
”Seht an ihr Leut’! Welch Augenweide, rotes Kleide, schön Geschmeide,
 sie möcht ihm dienen ganz nach Lust mit ihrem schönen roten Mund
 und nimmt er dies, so findet er das Paradies,
wenn er mit kühnem Sprung, den Graben überwund…”
 
”Nun ist es aber genug, Haro!” Das war die Tante Elbrig. – Alles lachte über Haro Ayelts schlüpfrigen Vers. Schlüpfrig – aber passend.
”Du bist ein Raubein, Haro. Mit dir nimmt es noch einmal ein schlimmes Ende”, sagte Folkmar Allena versöhnlich und klopfte ihm die Schulter, während Adda errötend vor Scham im Boden versinken wollte.

018Rosen in der Auffahrt

Foelkes Liebesabenteuer

Immer, wenn Ihmel tom Brook das Wort an seine schöne Tischdame richtete, bemerkte sie das merkwürdige Glitzern seiner Augen. Foelke wusste nicht genau, ob das seine Art war, oder nur geschah, wenn er mit ihr sprach. Entzückt versuchte sie, dieses seltsame Glitzern seiner Augen herauszufordern. Es wirkte angenehm erotisierend auf sie. Ein Spiel mit dem Feuer? Gewiss, aber ein unerhört mitreißendes. Wenn Ihmel seinen Arm vertraulich um Foelkes Schultern legte, sie sanft an sich zog, empfand sie wohlig die warme Ausstrahlung seines Körpers, und sie wehrte sich nicht einmal gegen seine Hand, wie sonst, wenn ein Mann sie umfassen wollte.
Während nach alter Sitte das Trinkhorn kreiste, stieg die Stimmung. Das heisere Grölen vieler Männerkehlen und helle Gelächter der Frauenstimmen wurde immer lauter und ausgelassener.
Ihmel tom Brook aber beschäftigte sich damit, Foelkes schmale Gürtellinie zu umfangen oder gar seine Hand über die weiblich weiche Linie ihrer Hüfte entlang zum Oberschenkel gleiten zu lassen. Und der zärtliche Druck seiner kräftigen Finger geriet langsam zum fordernden Pressen. Dann und wann schmiegte Foelke ihren Körper in seine Hand oder ließ bedeutungsvoll ihre Finger mit sanftem Druck über sein Knie gleiten. Das schickte sich nicht, sie wusste es. Aber, sie hatte ein Ziel vor Augen…
”Weißt du, was für eine wunderbare Frau du bist?” fragte Ihmel ganz nah an ihrem Ohr, so dass sein heißer Atem ihre Wange streifte.
”Das hat mir noch niemand gesagt, wie sollte ich es da wissen?” entgegnete sie leise und führte den Becher an die Lippen.
”Natürlich weißt du es. Du weißt es doch, gib es zu, dass du es weißt”, beharrte Ihmel.
”Wenn du es sagst, wird es wohl so sein”, antwortete Foelke mit feinem Lächeln.
Sie sah sein Gesicht vor sich, ganz nah dem ihren, hochrot vom Genever, mit kleinen Schweißperlen auf der Stirn und bebenden Nasenflügel. Beim Sprechen hüpfte sein ausgeprägter Gurgelknoten unruhig auf und ab.
”Magst du mich? Foelke, sag, magst du mich?” drängte Ihmel mit vibrierender Stimme als sie nicht sofort antwortete.
”Ich glaube schon.”
”Ehrlich? Sag ehrlich, ob du mich magst.”
”Ja doch, ich mag dich.”
”Sehr? Magst du mich sehr? Noch viel mehr?”
”Vielleicht?”
”Das heißt ‚Ja’, nicht wahr? Sag doch, dass es ,Ja’ heißt.”
”Ich weiß nicht.”
Es fiel ihr schwer, nicht ‘Ja’ zu sagen.
Von neuem begann Ihmel sein Spiel. Er umklammerte ihre Gürtellinie, rieb sein Knie an dem ihren…
,Mein Gott, wenn er nicht bald aufhört, werd’ ich noch schwach’, dachte Foelke verzweifelt. Aber ihr fehlte schon die Kraft, sich seinem Arm zu entwinden. Das zärtliche Raunen seiner sanften Stimme an ihrem Ohr raubte ihr den Verstand.
”Ich muss dich wiedersehen, Foelke. Ich muss! Nicht, wenn die andern dabei sind. Wir beide allein. – Werde ich dich wiedersehen?”
”Ich weiß nicht, das liegt nicht bei mir.”
”Du weißt nicht? Sag doch ,Ja’ Foelke! Sag ,Ja’! Du willst es doch auch oder nicht? Du willst doch, Foelke, sag ,Ja’.”
”Nein.”
”Was heißt ,nein’? Du willst mich nicht wiedersehen?”
”Nein.”
”Du willst nicht ‘Ja’ sagen? Ich verstehe, du willst nur nicht ,Ja’ sagen. Aber du wirst noch ,Ja’ sagen, eines Tages wirst du es tun. Vielleicht noch heute.”
Da kam das Trinkhorn erneut zu ihr; ein herrliches Stück, mit purem Gold reich verziert und goldenem Standfuß. Aber es entglitt Foelkes feuchten Fingern und der rote Wein ergoss sich über ihr Kleid.
 Oh Gott, wie peinlich! Und während Ihmel tom Brook sich bückte, das Trinkhorn aufzuheben, sprang sie auf und eilte aus dem Saal.
Das kühle Dämmerlicht des Flures nahm sie auf. Nur noch eine Fackel am Ende des Ganges spendete dürftiges Licht. Foelke lief den Gang hinunter, fort, nur fort… Vor sich selbst lief sie fort – oder hoffte sie, dass Ihmel tom Brook ihr folgte? Sie wusste es nicht, wusste nur eines: nie zuvor hatte ein Mann solch Feuer in ihr entfacht, nie zuvor… Selbst Folkmar Allena, den sie liebte, oder doch zu lieben glaubte, war das nicht gelungen.
Sie eilte den Gang hinunter, hin zur rot züngelnden Flamme der Fackel. Dort blieb sie stehen, presste die zitternden Hände auf ihr flatterndes Herz, um sich zu beruhigen. Sie horchte. Hörte sie nicht eben rasche Schritte hinter sich? Sie wandte sich um. Nein, eine Sinnestäuschung, niemand, keine Menschenseele – überreizte Nerven.
Prüfend betrachtete sie ihr Kleid, putzte sinnlos daran herum. Nein, so ließ sich der hässliche Rotweinfleck auf ihrem Schoß nicht entfernen.
”Ich werde ihn in der Küche auswaschen müssen”, murmelte sie halblaut vor sich hin und ging zurück in die andere Richtung des Flures, wo sie die Wirtschaftsräume wusste.
Gedämpft durch die schwere Eichentür drang dumpf wie Meeresbrausen der Lärm aus dem Prunksaal.
Wie dunkel es hier war! Sie hätte doch die Fackel mitnehmen sollen. Vorsichtig tastete sie sich an dem rohen Gemäuer entlang, die feuchte Kühle der Steine, die raue Härte des hervorquellenden Muschelkalks in ihrer Handfläche fühlend. Da! Was war das? Etwas Weiches… Foelke wollte aufschreien, aber harte Finger verschlossen ihren Mund. Wie eine Wildkatze wehrte Foelke sich gegen die kräftigen Arme, die sie eisern umschlossen.
”Warum so widerspenstig, meine Schöne. Fürchtest du dich etwa vor mir?”
”Wie sollte ich mich nicht fürchten – ich wusste ja nicht, wer so unverschämt über mich herfällt!” fauchte Foelke zurück.
”Aber jetzt weißt du es, nicht wahr? Und du hast nichts mehr dagegen?”
Warme Lippen senkten sich auf ihren Mund, gaben sie nicht eher frei, als bis sie in heftiger Gefühlsaufwallung den Kuss erwiderte.
”So ist es schon viel besser.”
Der Mann drängte sie in eine der Bettbutzen, die auf dem Flur in die Wände eingelassen waren – zur Aufnahme von Übernachtungsgästen. …………..
 

 Das Deichgespenst

Dionysiustag Anno 1373

Seit Tagen wehte ein warmer Südwestwind – ungewöhnlich für Oktober. Sonst toben um diese Jahreszeit schon Herbststürme über das Meer und peitschen es, bis das Wasser brüllend gegen die Deiche schlägt. – In diesem Jahr verhielt sich der Wettergott gnädiger. In Westeel blühten noch die Rosen und schufen mit ihren rot leuchtenden Blüten einen reizvollen Kontrast zu den grün bemoosten, niedrigen Strohdächern. Schläfrig lag das Kirchspiel in der goldenen Herbstsonne. Auf der Dorfstraße balgten sich kläffend ein paar struppige Köter um einen Knochen, im aufwirbelnden Staub kaum noch auszumachen.Eine Gruppe Frauen ging zum Strand hinunter; blau und weiß gestreifte Schürzen über dunklen Wollkleidern; große Strohhüte zum Schutz gegen die immer noch kräftige Sonne. Jede trug einen Korb voller Vesperbrote bei sich und einen Krug Bier. Schon von weitem sahen die Frauen auf der Deichkrone den Häuptling entlangreiten. Deutlich hoben sich Pferd und Reiter gegen den wasserblauen Himmel ab. Vom Pferderücken aus überwachte Lütet Manninga die Deicharbeiten. – Silbermöwen segelten schwerelos über dem graugrünen Meer, stritten sich kreischend um Beutefische. – Am Deich arbeiteten Männer daran, die von Wühlmäusen und Ratten untergrabenen und ausgehöhlten Deichstrecken auszubessern und – wo nötig – den Deich zu erhöhen.Als der Häuptling die sich nähernden Frauen erblickte, hob er grüßend die Hand. Aber die waren zu sehr damit beschäftigt, aufeinander einzureden, als dass sie seinen Gruß bemerkt hätten. Schmunzelnd verzog Manninga die Mundwinkel. Worüber sie wohl so eifrig schwatzten? Gewiss über das ‘Deichgespenst’. Von nichts anderem war seit Tagen im Kirchspiel die Rede. – Es muss wohl recht eindrucksvoll gewesen sein, dieses ‘Gespenst’. Das ganze Seeland sprach davon. Manche erzählten, dass es ausgesehen habe wie der Höllenfürst persönlich, mit glühenden Augen und wehendem Schweif und einem Dreizack. Andere wussten es besser. Sie waren schließlich hautnah dabei gewesen, als es das arme Mädchen bis zum Dorfkrug verfolgt hatte. Ganz in Weiß sei das Gespenst gekleidet gewesen – wie es sich eben für ein richtiges Gespenst gehört – ganz in Weiß also und es hatte den Kopf eines Säuglings. Aber wenn man ganz genau hinsah, dann löste es sich in Nebel auf. Zumindest hatte es mit Grabesstimme gerufen „Deiche! Deiche!” Ob es dabei mit der Sense gedroht hatte, war nicht mehr eindeutig herauszufinden. – Auch gab es Leute, die das Sielgespenst zwar nicht gesehen, aber umso deutlicher gehört hatten. Und nicht nur das, sie wollten sogar das fürchterliche Schreien der Verdammten gehört haben, die – man schüttelte erstaunt den Kopf – in der kommenden Flut ertrinken mussten. Eindeutig fest standen aber das schreckliche Schreien und das überwältigende Gelächter des Höllenfürsten. Der Untergang drohte! Die bösen Vorzeichen mehrten sich, waren deutlich, überdeutlich. Wer wollte da noch zweifeln? Das musste wahrlich ein Narr sein!

Ein Narr war Lütet Manninga freilich nicht, wenn ihn die ‘Vorzeichen’ auch ziemlich belustigten, besonders das ‘Sielgespenst’. Als er das ‘Gespenst’ nämlich dort unten am Strand – er konnte von hier aus die Stelle gut sehen – mit der Nase im Sand gefunden hatte, war es alles andere als eindrucksvoll gewesen. Da war es nur ein verängstigtes, schmutziges Mädchen, durchgefroren, mit blutverschmiertem Gesicht. …..


 Ritter Ocko daheim

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Blütenträume

Ritter Ocko erlebte in diesen Tagen die Heimat wie ein Geschenk aus Gottes Hand. Der Klang der vielen Brookmerländer Glocken erinnerte ihn an die unzähligen Sagen über gestohlene Glocken, um derentwillen Krieg geführt worden war; Glocken, die durch ihr Geläut die Diebe verrieten. In der Fremde hatte er nie daran gedacht, und nun erschütterte ihn der Glockenklang und erinnerte ihn an die italienischen Kampanile, an des Himmels strahlende Bläue, der Blumen schillernde Pracht des Südens. Weicher, gedämpfter durchwehte das Geläut die Heimat. Weniger intensiv leuchteten Ringelblumen und wilde Rosen, Klee und Butterblumen, Wollgras und Heidekraut, und doch schien ihm alles ungleich lieblicher als die verschwenderische Blütenpracht Italiens.

Jetzt zog es Ocko oft in die Heide, ins Hochmoor. Gedankenverloren träumte er unter friesischem Himmel inmitten von duftendem Heidekraut und Insektensummen. Die Gegenwart mit all ihren Unwägbarkeiten verlor sich für Augenblicke zwischen Vergangenheit und Zukunft in einem Meer von weichem, zartem Wollgrasflaum. Unter seinen nervigen Händen beugten sich willig die Blütenköpfchen wie weiße weiche Schaflämmer.

Ein glückliches, stilles Heimatgefühl durchströmte Ockos Seele. Gut, wieder daheim zu sein, daheim im Moor, das die Marschbewohner ‘trostlos’ nannten. Warum trostlos? Warum? Sind die silbrig schimmernden Pappeln, die zitternd-bräutlichen Birken trostlos? Oder etwa die Weiden, Wacholder, Ginsterbüsche? All die tausend und abertausend heilkräftigen Kräuter und Pflanzen? Es erstaunte Ocko zuzeiten, dass er selbst einmal so vernichtende Worte gefunden hatte für die Heimat.

Schilf-3Gedankenvoll zerpflückte er eine Handvoll Torf zwischen den langgliedrigen Fingern. Wann mochten die darin vergangenen Pflanzen gelebt, geblüht, Samen getragen haben? Ein großer schwarzer Käfer fiel ihm in die Hände, auch er gelebt und abgestorben wie so vieles Kleingetier.

Das Moor besitzt unergründliche Kräfte und gewiss ist nicht alles nur Sang und Sage, was seit urdenklichen Zeiten berichtet wird von Wunder- und Zauberkräften, von merkwürdigen, das Moor bevölkernden Gnomen, Feen und Zwergenvölkchen.

Sein und Vergehen – wo sind sie näher beisammen als im Moor?

Nicht selten ritt Ocko auf seinem schönen Schimmel ‘Sarazene’, begleitet von kläffender, springender Hundemeute, zur Leybucht. Tag für Tag, Flut für Flut vergrößerte das Meer die Bucht. Von Westeel stand nur noch die Kirchenruine und einige wenige kümmerliche Häuserreste. Hier hatte das Meer arg gewildert; auf der Seite vor Wirdum aber stark aufgeschlickt. Die Leybucht war in absehbarer Zeit nicht wieder einzudeichen, das verlorene Acker- und Weideland nicht zurückzugewinnen. Man musste ein wachsames Auge auf die Zeichen der See werfen, den Verlauf der Priele beobachten, um zur rechten Zeit den neuen Deich zu setzen. —


Ritter Ocko bei Gericht

Pferdekopf KopieDer Wind treibt üblen Verwesungsgeruch vom Richtplatz herüber, und er trägt die heiser-grellen Schreie von Raubmöwen und Krähen mit sich. Schon längst wäre Adda Folkmarsna geflohen, fort von diesem schrecklichen Ort, weit fort, wenn sie nicht hätte warten müssen wegen ihres rücksichtslosen und wenig ritterlichen Onkels. Sie friert – Füße und Hände sind schon fast abgestorben vor Kälte. Der Geruch von Verwesung und Blut erzeugt Übelkeit in ihr. Wann kommt der Oheim endlich? Will er sie hier erfrieren lassen? Das Warten zerrt an den Nerven. Schöffen und Richter werden ihm nicht freundlicher gesinnt, wenn er sie unnötig aufhält.
Da – jemand ruft: “Ritter Ocko kommt!” – Eine Kavalkade von zwanzig oder mehr Reitern prescht heran, rast mit unverminderter Geschwindigkeit ein Mal um die Freistatt. Dann zügeln die Reiter abrupt ihre Pferde, springen aus den Sätteln. Allen voran des Ritters Herold in goldbesticktem, rotseidenem Tappert.
Wie eine Flut drängen die Neugierigen näher, den Ritter zu erleben. Und in der Tat, es ist ein Erlebnis wie er einherschreitet – Herr vom Scheitel bis zur Stiefelspitze; den Kopf hochgereckt, das Pelzbarett in der linken, seinen weißen Richterstab in der rechten Hand. Unverkennbar, er genießt jeden Augenblick, den er so durch das Spalier seiner Getreuen geht, langsam – betont langsam. Was immer man ihm entgegenbringt, Bewunderung oder auch Empörung – er genießt es! – Und welch unerhörte Vermessenheit! Ocko tom Brook erscheint in der Amtsrobe eines Richters! Nicht in seiner eigenen Robe, oh nein, in derjenigen seines Vaters; in der abgetragenen, uralten Robe seines Vaters!
Rasch überfliegt Adda – wie wohl die meisten Schaulustigen auch – die Anzahl von Ockos Getreuen. Ja, es sind nicht mehr als dreißig Mann, soweit feststellbar, aber auch nicht weniger – eben die höchstzulässige Anzahl. Zwar tragen alle das kriegerische, im Schoß ausgezackte Kettenhemd, den eisernen Helm und den wappenverzierten Schild, aber sonst sind sie offenbar unbewaffnet, genauso wie es das Gesetz erlaubt. – Lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass der Oheim sich dem Gesetz zu beugen gedenkt? Adda wagt nicht, daran zu glauben.
Gelderen, Ockos Herold, schreitet dem Ritter voran. Sein mit dem brook’schen Adler bestickter Mantel glänzt prachtvoll wie eine Königsrobe in der Mittagsglast. Wie eine brennende Kerze trägt er den weißen Heroldsstab vor sich her, kündigt mit blumigen Worten seinen Herrn an, entschuldigt sein Zuspätkommen mit Krankheit einer nahe stehenden Person.
Der Ritter rafft lässig seinen langen, pelzgefütterten Mantel hoch, damit das alte, abgeschabte Stück nicht beschmutzt werde, ehe er die Stufen in den Ring hinauf geht.
Wer erwartet hat, Ocko tom Brook in prächtiger Ritterkleidung auftreten zu sehen, wird enttäuscht. Nun gut, jeder weiß es: der Hauding soll im Zeichen der Demut allen Schmuck und jede Wehr ablegen, so verlangt es das Gesetz. – Allgemein hat man allerdings angenommen, der Ritter werde dagegen verstoßen; mit diesem Habitus aber konnte niemand rechnen.
Er befolgt die Vorschriften und spottet ihren gleichzeitig. Beides in einer einzigartigen, seiner durchaus würdigen Weise. Ockos Gehabe nämlich ist alles andere als demütig, so wie es Sitte und Gesetz verlangen. Im Gegenteil! Es hat den unbestreitbaren Anschein, als wolle Ritter Ocko die Herren Landesfriedensrichter auf ihre Plätze verweisen; auf Plätze, die seiner Ansicht nach weit unter seinem Rang liegen.
Alles hält den Atem an: Ritter Ocko betritt den Ring – unaufgefordert und ohne Erlaubnis, auf Schritt und Tritt gefolgt von seinem schneeweißen Hund, diesem riesigen Tier von der Größe eines Kalbes!
Besitzt der Vorsitzende den Mut, Ocko hinauszuweisen, ihm gar eine Buße aufzuerlegen? Hylo Attena tut es nicht! Freundschaftlich schüttelt er Ockos dargebotene Hand: “Ich will Euch zugute halten, Ritter, dass Ihr lange in fremden Landen gelebt habt und mit den Gepflogenheiten unserer Gerichtsbarkeit nicht mehr so eng vertraut seid.” Des Richters Stimme klingt freundlich aber bestimmt. “Ich darf Euch bitten, den Ring unverzüglich zu verlassen, Ritter. Die Zeit ist bereits weit fortgeschritten, und es liegt in unser aller Belang, die Sache, während der Ihr Euch hier befindet, in Angriff zu nehmen.” Strahlend entblößt Ocko seine makellosen Zähne, nickt Richtern und Schöffen freundlich zu, legt herausfordernd sein Pelzbarett auf eine der Schöffenbänke, schaut sich suchend nach einem geeigneten Ort für seinen Richterstab um, will ihn schließlich an denselben eisernen Haken hängen, wo schon des Vorsitzenden Stab Platz gefunden hat. Aber da hebt Hylo Attena kopfschüttelnd die Hand. “Nein? Nicht?” fragt Ocko unschuldig. Hylo Attena lächelt, schüttelt abermals den Kopf. – “So soll ich ihn in der Hand halten, bis die Sitzung zu Ende geführt ist?” – Ocko stellt sich dumm, denkt Folkmar Allena, er will Hylo Attena verunsichern, aber das wird ihm nicht gelingen. – Des Vorsitzenden Miene erstarrt: “Ich fordere Euch letztmalig auf, den Ring zu verlassen, Ritter.” “So zwingt Ihr mich, meinen Richterstab niederzulegen”, stellt Ocko tom Brook fest, indem er das umstrittene Utensil auf seinem Barett platziert. Nochmals Richtern wie Schöffen freundlich zulächelnd, zieht Ocko sich erhabenen Schrittes vor die Dingschranke zurück.
Das Volk staunt, kann sich nicht beherrschen vor Überraschung. Wen wundert es, dass Volksgemurmel ausbricht? Es hagelt Gerichtsbußen wegen ungebührlichen Verhaltens. ………………..

 

Adda tom Brook nach der Schlacht von Loppersum auf der Burg Osterhusen

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Sturm peitsche Schneeregen übers Land. Über Nacht war es empfindlich kalt geworden.
Jemand berührte Adda Folkmarsnas Schulter. Sie reagierte nicht. Wieder berührte jemand ihre Schulter, jetzt drängender. Murrend drehte Adda sich weg. Nach einer Weile rief jemand verhalten: “Frau, Frau! So hört doch! Frau!”
Man rüttelte sie energisch, bis sie erbost ausrief: “Was soll das? Was fällt dir ein? Mich anzufassen!”
Ein Knecht trat hastig zurück, zog sich die speckige Mütze vom Kopf, starrte verschämt vor sich auf den mit gehackten Binsen bestreuten Fußboden.
“Was willst du? Sprich!”
“Ich will…, der Drost schickt mich… Habbo von der Westerburg… fragen soll ich was”, stotterte eingeschüchtert der junge Kerl.
“Was sollst du fragen? Was?” – “Wa…wa…was wir tun sollen, Herrin. Der Ritter hat Kampos Leiche aufgebahrt.”
“Kampos Leiche? Wo?” – “Draußen, Herrin!” – “Wo draußen?” – “Vorm Tor, unten vorm Tor.” – “Vorm Tor? Kampos Leiche?” – “Ja, Herrin.”
“Und warum kommst du mir damit? Geh zum Häuptling! Lass mich in Ruh’ damit!”
“Der ist nicht da, Herrin.” – “Nicht da? Wo ist er denn? Was soll das heißen?” – “Dass er nicht da ist.”
“Was ist das für eine unverschämte Antwort!” herrschte Adda den Knecht ungehalten an. “Kannst du nicht ordentlich Auskunft geben wie jeder normale Mensch?”
“Ja, ja doch”, der Knecht wich ängstlich noch weiter zurück. “Nur, der Häuptling ist wirklich nicht hier, nicht auf der Burg.”
“Aber mir wurde doch gestern berichtet, er sei hier!” – “Das kann nicht sein.”
“Natürlich kann das sein. Mir wurde gesagt, der Häuptling habe befohlen, ‘befohlen’ wurde mir gesagt, uns hier herauf in den Wehrturm zu bringen.”
“Davon weiß ich nichts, Herrin. Ich weiß nur, er ist nicht da und gestern war er auch nicht da.”
… Nicht da… Folkmar nicht da… das konnte doch nicht wahr sein… Folkmar nicht da… So mochte er es befohlen haben, bevor er fortgegangen war…, so hatte Folkmar also damit gerechnet? Er hatte wohl mit allem gerechnet… Der neue Stand der Dinge verwirrte Adda Folkmarsna einigermaßen. Was sollte, was musste sie tun? Was war richtig, was falsch? Was erwartete man von ihr? Musste sie den Erwartungen gerecht werden oder nicht?
“Scher dich weg”, brummte sie, ihren Missmut an dem Knecht auslassend. “Sieh zu, dass du fortkommst! Und sag’ Habbo, ich käme gleich.”
Der Knecht machte sich eiligst davon, seinen Auftrag auszuführen.
‘Ohne Folkmar bin ich arm wie eine Laus’, dachte Adda traurig.
Um Abstand von all dem zu gewinnen, betrachtete erst einmal eingehend ihre Umgebung.
Das Turmzimmer war düster und klein wie eine Mönchszelle. Die Wände sauber verputzt, geweißt und mit Rehfellen behängt. Ein präparierter Eberkopf blickte feindselig auf Adda herab. Die armselige Holzpritsche knarrte und ächzte als wollte sie zusammenbrechen, als Adda sich auf ihren Rand setzte. Gegenüber die Schießscharte, verstopft mit Stroh und Lumpen, ließ so gut wie gar kein Licht herein. Das herunterbaumelnde Stroh bewegte sich lautlos im Luftzug. Darunter eine Holztonne, bis zum Rande mit Wasser gefüllt. Eine Schöpfkelle und ein hölzerner Napf hingen mit einer Lederschnur daran. Daneben eine niedrige Tür, wahrscheinlich zum ‘heimlich Gemach’ führend. Das erinnerte Adda an ihre teuflische Verstopfung. Gleich heute musste sie Backpflaumen in Wasser einweichen…
Beide Unschlittkerzen auf den rechts und links neben der Feuerstelle herausragenden Kragsteinen flackerten unruhig, als wollten sie jeden Augenblick ver-löschen, genauso wie die spärliche Glut, auf welche Adda vorsichtig ein wenig gehackte Binsen streute. Die Binsen flammten auf, und Adda nahm noch ein paar Hände voll vom Fußboden, warf sie in die Flammen, um das Feuer wieder in Gang zu bringen. – Teufel! Eisig der Fußboden. Adda suchte ihre Stiefel unter der Pritsche. –
Nichts zu finden. Weder Fußlappen noch Stiefel noch irgendwelche Latschen oder Holzpantoffeln.
Wütend rief Adda nach Bedienung. – Die schüchterne kleine Person von Magd hatte offenbar schon vor der Tür gewartet, so schnell war sie zur Stelle.
“Meine Stiefel sind weg! Ich will meine Stiefel haben!” giftete Adda, den freundlichen Gruß der Magd überhörend.
“Eure Stiefel, Herrin, Eure Stiefel…”
“Was ist damit? Ich will sie haben! Sofort! Bring sie gefälligst her und zwar schnell!”
“Eure Stiefel, Herrin, Eure Stiefel…”
“Du dumme Person! Weißt du nicht wo meine Stiefel sind?” schalt Adda ungerecht. – Verdammt – ihre Füße schmerzten, waren geschwollen wie nie. Die Anstrengungen der Flucht… ihre Schwangerschaft…
“Eure Stiefel, Herrin, sind kaputt, zerschnitten…”
“Zerschnitten? Was soll das? Wer hat das getan? Ich lasse ihn auspeitschen, im Kerker verhungern!”
Mutig nahm das Mädchen ihr Herz in beide Hände: “Ich habe das getan, Herrin. Eure Füße, sie sind so geschwollen gewesen. Wir konnten die Stiefel nicht von Euren Füßen ziehen, und das mussten wir doch, weil… das Blut staut sich doch… und…”
“Geschwollen? Meine Füße? Ach ja, so bring mir anderes Schuhwerk und hole Feuertorf. Ich erfriere fast.” Das klang entschuldigend, und sie drückte der Magd den leeren Weidenkorb in die Arme. “Halt, wart noch. Sag, ist mein lieber Schwager, Haro Allena, nicht hier?”
“Nein, Herrin. Man sagt, er ist tot, gefallen heißt es.”
“Tot? Mein Gott, er auch? Ich kann’s nicht glauben… und die Häuptlinge Gerold Beninga von Grimersum, Haitet von Groothusen, Affo Beninga von Pilsum?”
“Das weiß ich nicht, Herrin. Hisko Abdena sah ich und den Drosten von der Westerburg – den Habbo – Foelke Kampanas Bruder”, beschied die Magd schüchtern und knickste in einem fort.
“Gut, du kannst gehen. – Ach nein, warte. Bring für meine kleinen Langschläfer und für mich frische Wäsche und Kleidung und richte uns einen Badezuber.” Versöhnlich lächelte Adda: “Ich habe dir Unrecht getan.”
“Ja, nein, bitte…” verwirrt zog die Magd sich zurück. ………
 

Lesen macht Spaß!

Der US-amerikanische Künstler Jan ten Broeke schrieb mir dazu (Übersetzung):

„Mein Bruder Dirk ten Broeke schickte mir einen Artikel aus der Februar-Ausgabe des Ostfriesland Magazins über den historischen Roman, den Sie über ‚… die tom Brook …‘ geschrieben haben. Die Auszüge, besonders die Poesie wurden so lebendig und flüssig geschrieben, dass ich gern das Buch „verschlingen“ würde. Wir waren schon lange an der Geschichte des berühmten Keno ten Broeke (= Keno tom Brok) und seiner Nachkommen interessiert…“


 

Gisela Bohemann Kopie


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Gunda von Dehn

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Bilder: Gunda v. Dehn

Letzte Änderung 13.Nov. 2018