{"id":86,"date":"2014-04-07T09:32:18","date_gmt":"2014-04-07T07:32:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=86"},"modified":"2018-11-12T09:08:19","modified_gmt":"2018-11-12T07:08:19","slug":"die-kelten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/die-kelten\/","title":{"rendered":"Die Kelten"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<h1><span style=\"color: #993300;\">Kultur<\/span><\/h1>\n<p>Als bisher \u00e4lteste bekannte Kultur der Kelten in Mitteleuropa gilt die sog. Hallstattkultur, die den Zeitraum von 1200 &#8211; 475 v. Chr. umfa\u00dft.<\/p>\n<p>Diese Hallstattkultur ist in vier Entwicklungsabschnitte unterteilt:<\/p>\n<p>A + B umfa\u00dft den Zeitraum von 1200 &#8211; 800 v. Chr.<\/p>\n<p>C umfa\u00dft den Zeitraum von 800 &#8211; 600 v. Chr.<\/p>\n<p>D umfa\u00dft den Zeitraum von 600 &#8211; 475 v. Chr.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Zeitraums von 1200 bis 800 v. Chr. sind in Nordeuropa bisher keine bedeutenden St\u00e4tten bekannt. Wir wissen aber, dass schon in jener Zeit Handel betrieben wurde, der selbst \u00fcber grosse Entfernungen abgewickelt wurde. Die augenscheinlich in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe gehandelten G\u00fcter waren u. a. Salz und Ger\u00e4tschaften aus Bronze sowie auch Kupfer und Zinn, das zur Herstellung von Bronze notwendig ist. Die Hallst\u00e4tter erschlossen Salzvorkommen, die gezielt abgebaut wurden. Der Salzhandel wurde bis in den Mittelmeerraum hinein betrieben. Der darauf beruhende Reichtum spiegelt sich wieder in Schmuck und Ger\u00e4tschaften. Gegen d. 5. Jh. v. Chr. findet man schon Emaille und rotes Glas neben den \u00fcblichen Materialien wie Gold und Bronze.<\/p>\n<p>Mit dem Eisen, das seit dem 8. Jh. v. Chr. in Mitteleuropa, vorzufinden ist, beginnen sich die Siedlungsformen der Kelten zu ver\u00e4ndern. Daran kann die Verquickung von \u00f6rtlichen Gegebenheiten (Landwirtschaft, Bergbau) und Handel abgelesen werden. Schon fr\u00fch kristallisiert sich ein Adelsstand heraus, der sich u.a. an befestigten Siedlungen sowie an Grabbeigaben ablesen l\u00e4\u00dft. Die im 8. Jh. v. Chr. noch sp\u00e4rlichen Grabbeigaben nahmen kontinuierlich an Wert und Prunk zu. Aus den Grabst\u00e4tten der Hallstatt-Kultur (600 &#8211; 475 v. Chr.) sind uns besonders wertvolle Kostbarkeiten vorhanden.<\/p>\n<p>Die Kelten gr\u00fcndeten um 600 v. Chr. Massalia, das heutige Marseille, als Handelsknotenpunkt. Damit konnte nicht nur der Mittelmeerraum f\u00fcr den Handel erschlossen werden, sondern auch die wichtigen Wasserstra\u00dfen wie die Seine, die Loire, der Rhein und andere Fl\u00fcsse besser genutzt werden.<\/p>\n<p>Im 5. Jh. v. Chr. weiteten sich die keltischen Handelstra\u00dfen aus zu den etruskischen Zentren in Italien. Man nutzte nun verst\u00e4rkt alpine Handelswege. Die Ber\u00fchrung mit Griechen und Etruskern, Persern und Assyrern brachte der keltischen Kunst neue Impulse. Es entstand der sog. La T\u00e9ne-Stil. In dieser Epoche k\u00f6nnen wir das umfangreichste Einflussgebiet der Kelten feststellen.<\/p>\n<p>Der rege Handel f\u00fchrte zu Reichtum. Es gab \u00fcberdies eine Art Lehnrecht, die sog. &#8222;Klienten&#8220;. Diese waren dem Adel zu Hand- und Gespanndiensten verpfichtet. Als Gegenleistung versprach der Adel seinen Schutz. Je mehr &#8222;Klienten&#8220;, desto m\u00e4chtiger der Herr. Seine Macht bestimmte \u00fcber Land und Volk. Wir sehen, das Lehnrecht von Karl dem Gro\u00dfen hat seine Vorl\u00e4ufer. Diese &#8222;Klienten&#8220; wurden nicht nur aus dem eigenen Stamm rekrutiert, sondern dar\u00fcber hinaus auch aus Nachbarst\u00e4mmen. Daneben wurde unter den Adelsfamilien Ehen geschlossen, um die Macht zu st\u00e4rken. Kriege, Hungersnot und Mi\u00dfernten liessen viele freie Bauern verarmen. Auf diese Art und Weise gerieten viele Freie in den Stand der abh\u00e4ngigen Klienten.<\/p>\n<ul>\n<li>Dass auch in Ostfriesland Kelten siedelten, ist unbestritten.<\/li>\n<li>Es gibt z. B. den Ort Theene, der auf eine keltische Siedlung hinweist (La T\u00e9ne in der Schweiz; La T\u00e9ne Stil Jh. vor Chr.).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als wir vom \u201eKulturkreis tom Brook Oldeborg e.V.\u201c vor einigen Jahren unseren traditionellen Kulturabend begingen, damals mit Prof. Dr. Marron Fort, hatte ich einige Zeit, mich mit der Pastorei in Engerhafe zu befassen. Da fiel mir folgendes auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Wo eine Kirche gebaut wird, m\u00fcssen auch gen\u00fcgend Anwohner sein! Kirchen wurden ja nicht wahllos in die Gegend gesetzt, sondern durchweg auf einen Heiligen Platz, wo zuvor eine Kultst\u00e4tte war. Die ersten Kirchen wurden aus Holz gebaut, wie Sie wissen.<\/li>\n<li>Wie alt mag das Steinhaus von Engerhafe wohl tats\u00e4chlich sein? So alt wie die Kirche? 1250 hat es die Kirche Engerhafe schon gegeben. (S\u00fchnevertrag zw. Bischof v. M\u00fcnster u. Brookmerland) Da wird die Kirche \u201aButa Ee\u2019 als Sendkirche genannt. Es handelt sich also um eine au\u00dferhalb der \u201cEe\u201c gelegene Ansiedlung. Die Ee (ein Bach) entspringt hinter M\u00fcnkeboe (an der Quelle war vermutlich ein heiliger Ort u. man baute dort nat\u00fcrlich ein Kloster) \u00c9riu war die Mutterg\u00f6ttin, auch hier wieder die namentliche Verbindung zu den Kelten. Die Ee oder Ehe verl\u00e4uft heute zwischen Victorbur und Oldeborg hindurch ins \u2019Gro\u00dfe Meer\u2019.<\/li>\n<li>Der Widder, das <span style=\"text-decoration: underline;\">uralte keltische Symbol f\u00fcr Kraft<\/span>. Die Kelten verehrten den Widdergott Teutates, er war ein Kriegsgott und wurde sp\u00e4ter Mars genannt. (Teutates (= Toutatis) mutierte im 3. Jh. n. Chr. zum Eber) Also der Widder ein \u00dcberbleibsel hiesiger Kelten? Aus dem herrschenden Kriegeradel?<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\"><\/a> Vielleicht aus einem zerst\u00f6rten Tempel? Oder ein \u00dcberbleibsel aus der R\u00f6merzeit, die hier die Kelten abgel\u00f6st haben?<\/li>\n<li>Solche Symbole sollen sch\u00fctzen. Der L\u00f6we z. B. vor b\u00f6sen Geistern. So kann man doch wohl davon ausgehen, dass der Widder gleiches tun sollte.\u00a0 &#8211; Der Widder bahnt den Weg. Nicht von ungef\u00e4hr waren auf den mittelalterlichen Rammb\u00f6cken Widderk\u00f6pfe angebracht und man nannte diese Rammb\u00f6cke \u201eWidder\u201c.<\/li>\n<li>Warum der Widder am Giebel?Wieso eine heidnische Figur auf der \u00e4ltesten Pastorei in unseren Landen?<\/li>\n<li>Auf der linken Giebelseite befindet sich ein kompletterWidder aus Sandstein, etwas verwittert, aber gut zu erkennen, sogar das Fell. Auf der rechten Giebelseite ist infolge Ausbesserung nur ein Kringel. Ich gehe um das Haus herum. Auf der anderen Giebelseiten sind auch nur Kringel. Aber es gibt dort noch etwas besonderes, n\u00e4mlich Schlitze im Mauerwerk wie Schie\u00dfscharten<\/li>\n<li>Auf der H\u00f6he des oberen Stockwerkes ist offenbar ein Durchbruch gewesen, der nachtr\u00e4glich zugemauert wurde. M\u00f6glicherweise die Eingangst\u00fcr, die \u00fcber eine Leiter erreicht wurde. Es sieht so aus, als ob dort durch ein Wurfgeschoss ein gro\u00dfes Loch eingebrochen war. Man zielte mit diesen Schleudermaschinen nat\u00fcrlich auf die \u00d6ffnungen des Hauses, in diesem Fall die T\u00fcr im oberen Stockwerk. Diese Giebelwand wurde vollst\u00e4ndig zugemauert, also ohne die urspr\u00fcngliche T\u00fcr\u00f6ffnung zu lassen.<\/li>\n<li>Die unteren Fenster sind nachtr\u00e4glich durchgebrochen worden, leicht zu erkennen.<\/li>\n<li>Der Giebel stammt aus der Gotik (12. bis 15. Jahrhundert) oder wurde zumindest in der Zeit so ausgebildet, ist aber wohl im Ursprung romanisch gewesen.<\/li>\n<li>Wie aber waren\u00a0 die kelt. Kultst\u00e4tten beschaffen?<\/li>\n<li>\n<ul>\n<li>Manche waren naturbelassene Heiligt\u00fcmer an Quellen, Mooren, Seen, auf Berggipfeln, auf H\u00fcgeln, auch beim Grabh\u00fcgel der Vorfahren. Es waren Brennpunkte in der Natur.<\/li>\n<li>Manche Kultst\u00e4tten hatten Tempel. Die Art der kelt. Tempel besa\u00df eine ungeheure Vielfalt: zum Teil gewaltige Rundbauten oder Rechteckschanzen aus Holz, mit einfachem Flechtwerk, selten aus Stein, umgeben mit Wall und Graben, zu dem gew\u00f6hnlich eine Br\u00fccke f\u00fchrte.<\/li>\n<li>Wichtig ist das Vorhandensein von Erde und Wasser, die Elemente der Mutterg\u00f6ttin \u00c9riu. &#8211; Nun, Erde und Wasser haben wir \u201aButen de Ee\u2019 und auch den H\u00fcgel.<\/li>\n<li>Die kelt. Tempel waren geschm\u00fcckt mit G\u00f6tterfiguren, \u00fcberwiegend aus Holz, denn Holz war etwas Lebendiges.<\/li>\n<li>Der keltische Glaube war naturverbunden. B\u00e4ume wurden besonders verehrt und den G\u00f6ttern geweiht. Das Wort Stammbaum r\u00fchrt von der keltischen Sitte, dass der heilige Baum ganz konkret mit dem Gebiet eines kelt. Menschenverbandes verwurzelt war. Er galt im wahrsten Sinne des Wortes als Stamm-Baum. Die Zerst\u00f6rung dieses Baumes beraubte den Stamm seines Haltes. Das wurde verst\u00e4rkt von Missionaren ausgenutzt. Wenn dieser Stammbaum gef\u00e4llt und zum Kirchenbau verwendet wurde, hatte das seine Wirkung.<\/li>\n<li>Wir wissen von dem Bremer <strong>Bischof Unwan, <\/strong>dass er zwischen<strong> 1013 <\/strong>und<strong> 1029<\/strong> die heiligen Haine schlagen und aus diesem Holz Kirchen errichten lie\u00df, um das Heidentum bei uns auszumerzen, was aber bis heute nicht ganz gelungen ist, denn wir stellen immer noch den Maibaum, die Birke auf, das Zeichen der Fruchtbarkeit, des Lebensbaums.<\/li>\n<li>Von dem Baumkult der Kelten her r\u00fchren noch viele Ortsnamen wie z. B. Ihlow (Eibenwald), wo nat\u00fcrlich auch ein Kloster aufgebaut wurde. Oder Hesel (Hasel) wo auch ein Keltenheiligtum ausgegraben wurde und eben auch ein Kloster gewesen ist.<\/li>\n<li>Eiben, Eichen, Buchen, Birken, Eschen, Ulmen, der Apfelbaum \u2013 Avalon war die Apfelinsel. \u00c4pfeln kommt besondere Bedeutung zu, sind Lebensspender. Daher r\u00fchrt der verbotene Apfel von Adam und Eva. Oder auch der Apfel aus der griech. Mythologie, den Apollo auf dem Berg Ida der Sch\u00f6nsten der drei G\u00f6ttinnen gab.<\/li>\n<li>Die Druiden befanden sich an K\u00f6nigsh\u00f6fen und standen Kultst\u00e4tten vor. Sie sa\u00dfen also nicht nur in finsteren W\u00e4ldern, wo sie sich scheu\u00dflichen Rieten hingaben, wie man f\u00e4lschlicherweise verbreitete, um das heidnische Barbarentum zu unterstreichen. Es gab eben so\u2019ne und solche, wie man sagt, wie bei den Christen auch.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Kelten hatten aber auch Steinbildnisse und Weihesteine auf ihren Kultst\u00e4tten.<\/li>\n<li>Das wichtigste Kultbild war die Irmins\u00e4ule, die 772 von Karl d. Gro\u00dfen zerst\u00f6rt wurde. Die Irmins\u00e4ule stellte die Weltenesche Yggdrasil dar. Sie stand auf der Eresburg (Westf.), benannt vermutlich nach \u00c9riu. \u00c9riu war die Mutterg\u00f6ttin, die verbunden mit der Sonne ist durch ihren Gatten, den Sonnengott Mac Greine. Diese Zerst\u00f6rung hat damals einen m\u00e4chtigen Aufstand gegen die Franken hervorgerufen. Dieser Aufstand endete 775 mit der verheerenden Niederlage von Wittikind (Widukind), dem Herzog in Sachsen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur\u00fcck zum Thema:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<ul>\n<li>Das Alter der Pastorei in Engerhafe wurde in etwa auf das 14. Jh. festgelegt. Also zu Zeiten von Keno Kenesna tom Brook gab es das Haus auf jeden Fall schon.<\/li>\n<li>Es k\u00f6nnte durchaus \u00e4lter sein. Der Keller zumindest macht den Eindruck als w\u00e4re er sehr viel \u00e4lter. Vor einiger Zeit hatte man den Keller ge\u00f6ffnet, der zugemauert gewesen war. Man hat ihn flugs erneut zugemauert.<\/li>\n<li>Was ich soweit erkennen konnte, scheint dieser Keller eher romanisch zu sein.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>War dieses Steinhaus Verteidigungsbastion zum Schutz der Handelsstra\u00dfe? War es Gerichtssitz und Gef\u00e4ngnis? Oder ist im Keller eine Krypta gewesen? In der Seitenwand ist deutlich ein Kreuz eingearbeitet. Ist das Haus vielleicht gar aus der Zeit der Franken, dem 9. oder 10. Jahrhundert? Oder noch \u00e4lter? Aus der Zeit der R\u00f6mer in unseren Landen? Es w\u00e4re sicherlich spannend, das tats\u00e4chliche Alter zu ergr\u00fcnden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solche Sch\u00e4tze gibt es bei uns, die unerkannt sind. Ich finde das sehr schade. Wir haben eigentlich wenig Vorweisbares von den tom Brook. Aber dieses Haus wurde mit Sicherheit von den tom Brook besucht, hat ihnen wahrscheinlich geh\u00f6rt und sie haben das alte Steinhaus \u201amodernisiert\u2019 und die gotischen Giebel (13. Jh.) bauen lassen. Wir wissen, dass sie auch die Engerhafer Kirche um das Doppelte vergr\u00f6\u00dfert hatten (jetzt leider wieder abgerissen). Der Westteil der Kirche mu\u00df um 1250 errichtet worden sein. Das war nach dem erfolgreichen 5. Kreuzzug von Friedrich II 1228\/29, den er trotz des Bannes von Papst Gregor IX. unternahm<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\"><\/a>. Um 1250 ist bereits ein Konsul Keno urkundlich belegt.<\/p>\n<p>Wurde das Steinhaus vielleicht bereits im 9. Jh. als Verteidigungsbau gegen die Normannen errichtet, nachdem Gerlof den Gottfried, den Herrscher von Friesland, ermordet hat? Gerolf wurde danach \u00fcber ganz Friesland als Graf eingesetzt. Das war das Gebiet, das zuvor dem ermordeten Gottfried, einem Nachfahren von K\u00f6nig Radbod, geh\u00f6rt hatte. Karl der Dicke (III.) hatte Gottfried damit belehnt. Und \u2013 das sollte ich vielleicht noch erw\u00e4hnen, <span style=\"text-decoration: underline;\">Gottfried war mit Gisela, der Tochter von Kaiser Lothar verheiratet<\/span>. Aus dieser Ehe stammte Reginhilde von Friesland, die mit Herzog Dietrich von Sachsen verheiratet wurde<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn2\"><\/a> (Vater von Diedrich: Walpert von Ringelheim Gf. (800 \u2013 856), Walpert war der So. von Sindacilla von Friesland Pcs. (ca.756-) u. Wigbart Herzog von Sachsen (ca.752-825)<\/p>\n<p>Da ist beispielsweise der <span style=\"text-decoration: underline;\">Steinkopf<\/span> aus Marienhafe, den man als m\u00f6glichen Ankerstein der Wikinger identifiziert. M\u00f6glich, dass er daf\u00fcr missbraucht worden ist. Wahrscheinlicher aber, dass es urspr\u00fcnglich ein Kultkopf der Kelten war, wie die gefundenen steinernen Janusk\u00f6pfe von Leichningen (Rhein. Landesmuseum Bonn). Die \u00c4hnlichkeit ist unverkennbar. Es ist ja bekannt, dass die Kelten das Zweifache in dem Einen verehrten. Ich nenne ein Beispiel: Die Keule des Dagda, des G\u00f6ttervaters, sie t\u00f6tete an einem Ende und schenkte Leben am anderen Ende. Die Janusk\u00f6pfe lie\u00dfen die Missionare an der R\u00fcckseite verst\u00fcmmeln, so da\u00df nur noch eine Seite erkennbar war. Das k\u00f6nnte auch dort der Fall gewesen sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Also Brookmerland, was sage ich, ganz Ostfriesland h\u00e4tte schon viel Interessantes zu bieten, wenn man alles auswerten und verfolgen k\u00f6nnte. Ich hoffe, mit meiner historisch fu\u00dfenden Tetralogie &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;\u00a0 mehr Interesse zu wecken.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span style=\"color: #993300;\">Stamm + Gesellschaft<\/span><\/h2>\n<p>Durch den Zulauf fremder V\u00f6lkerschaften zu den Kelten w\u00e4hrend ihrer Wanderungsbewegungen entstand kein Staat im heutigen Sinne, keine politsche Einheit unter einem m\u00e4chtigen F\u00fcrsten. Vorrangige Zuwendung erfuhren stets der Stamm und die dazugeh\u00f6rigen Familienangeh\u00f6rigen. Der Zusammenschlu\u00df der Sippenverb\u00e4nde erfolgte mehr oder weniger auf freiwilliger bzw. nutzbringender Basis und unterlag deshalb auch der jeweiligen politischen Lage. Die einzelnen Stammesf\u00fcrsten regierten nicht uneingeschr\u00e4nkt. \u00dcbergeordnet war immer die Volksversammlung aller freien m\u00e4nnlichen Stammesangeh\u00f6rigen. Seit ca. dem 8. Jh. v. Chr. verbanden sich Clans mitsamt aller Stammeszugeh\u00f6rigen und Stammesabh\u00e4ngigen zu sog. &#8222;pagi&#8220;, wie sie von den R\u00f6mern bezeichnet wurden. Diese &#8222;pagi&#8220; wiederum schufen einen Verbund von Volksst\u00e4mmen. Aus Uneinigkeit, Stolz und mangelnder \u00fcbergeordneter Befehlsgewalt konnten die Zusammenschl\u00fcsse gr\u00f6\u00dferer Volksst\u00e4mme keinen l\u00e4ngeren Bestand haben. Heute w\u00fcrden wir dies vielleicht als &#8218;Neidgesellschaft&#8216; bezeichnen.<\/p>\n<p>Privilegierte sind &#8211; wie in jeder Gesellschaft &#8211; auch bei den Kelten nachweisbar, diese geh\u00f6rten in erster Linie dem Adel mit der dazugeh\u00f6rigen Kaste der Krieger an.<\/p>\n<p>Priester und Seher besassen eine eigene Bedeutung. Die Priester gaben in m\u00fcdlicher \u00dcberlieferung die Stammesgeschichte und Stammestradition weiter. Da die Kelten keine Schrift besassen, war man angewiesen auf m\u00fcndliche Weitergabe von Stammesgeschichte und &#8218;Heldentaten&#8216;, die auch von den Barden besungen wurde. Da diese \u00dcberlieferungen stets in Reimen erfa\u00dft waren, gab es substantiell kaum wesentliche Ver\u00e4nderungen, sondern lediglich Ausschm\u00fcckungen. &#8211; W\u00e4hrend der sp\u00e4ten Eisenzeit entwickelte sich im keltischen Gallien eine Schrift, die jedoch nur in bestimmten Bereichen eingesetzt wurde, denn die keltischen Gesetzte verboten Niederschriften der \u00dcberlieferungen. &#8211; Die Priester flochten das Band zur G\u00f6tter- und Totenwelt. Sie hielten die F\u00e4den zu anderen Stammensf\u00fcrsten in H\u00e4nden, w\u00e4hrend die Seher \u00fcber die Zukunft &#8218;Aufschluss&#8216; gaben.<\/p>\n<p>Aber auch Stammesmitglieder wie Barden und Handwerker geh\u00f6rten besonderen Kasten an, ganz abgesehen von den Frauen, auf die ich sp\u00e4ter zur sprechen kommen werde.<\/p>\n<p>Die Barden genossen hohes Ansehen, denn sie priesen die &#8218;Heldentaten&#8216; von Adel und Kriegern. Auch Handwerker standen mit ihren K\u00fcnsten in gro\u00dfem Ansehen.<\/p>\n<p>Die integrierten fremden V\u00f6lkerschaften wirkten auch ein auf die Sprachentwicklung. Es gab keine einheitliche keltische Sprache. Dies w\u00e4re auch schwerlich m\u00f6glich gewesen bei einem Verbreitungsgebiet der Kelten (um 100 v. Chr.) von Schottland bis Kleinasien.<\/p>\n<p>Die keltischen Ursprachen in Britannien (Irland, Wales, Cornwall, Schottland) schienen erst in der Neuzeit durch die Anglisierung dem Untergang geweiht. Dieser Tendenz versucht man gegenw\u00e4rtig entgegenzutreten.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #993300;\">Religion<\/span><\/h2>\n<p>Bestimmte Pflanzen und Tiere waren heilig. Um mit den G\u00f6ttern in Kontakt zu treten, wurden Tier- und auch Menschenopfer dargebracht. Bereits um 100 n. Chr. berichtet der R\u00f6mer Plinius von Heiligen Hainen mit wogenden Eichen und einem heiligen Quell.<\/p>\n<p>Neben der Quelle gab es eine Weide. Die dort weidenden Tiere standen unter dem Schutz der Gottheit. Heilige Rinder grasten dort und milchwei\u00dfe Rosse, die zu keiner irdischen Arbeit herangezogen wurden.<\/p>\n<p>Ist das nicht paradiesisch? &#8211; Ganz so war es nicht.<br \/>\nDer Heilige Hain war gleichzeitig Thingst\u00e4tte, wo die Volksvertreter sich versammelten.<br \/>\n\u00b7 Daneben wurde die Wik auch als Gerichtsst\u00e4tte genutzt.<br \/>\n\u00b7 Die geweihten H\u00e4nde der Priester vollstreckten das Urteil.<br \/>\n\u00b7 Die ehrw\u00fcrdigen Eichen wurden zu Galgen.<\/p>\n<p>In den B\u00e4umen der heiligen Haine wurden ebenfalls die Kadaver der geopferten Tiere aufgeh\u00e4ngt. &#8211; Dazu mu\u00df man sich die umherstreichenden, heulenden W\u00f6lfe denken und die kr\u00e4chzenden Raben.<\/p>\n<p>Im Bach wurden auch Menschen geopfert. Sie wurden dort hineingeworfen und wenn sie ertranken, galt dies als Zeichen, da\u00df die Gottheit das Opfer angenommen hatte.<\/p>\n<p>Solch einen Platz stellt auch der Marktplatz in Norden (Ostfriesland) bei der St. Ludgeri-Kirche vor. Auch die Quelle hat dort nicht gefehlt. Ein Strassenname lautet \u2018an der Welle\u2019, das bedeutet \u2018Quelle\u2019. Dort wurde u. a. ein Schwert gefunden, was auf Menschenopfer, die dort vollzogen wurden, hinweisen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Kelten wanderte der geopferte Mensch nur von einer Welt in eine andere, die dazu noch besser war. Felsen, B\u00e4ume, Quellen, Fl\u00fcsse &#8230;. verk\u00f6rperten f\u00fcr die Kelten das G\u00f6ttliche. Die gesamte Natur war nach ihrem Glauben von Geistern und deren Taten erf\u00fcllt. Ihre G\u00f6tter hatten vielerlei Aufgaben, die \u00fcberwiegend gar nicht exakt festgelegt waren. Viele G\u00f6tter werden in den Quellen nur ein einziges Mal erw\u00e4hnt. Es ist m\u00f6glich, das einige nur Stammes- oder Regionalgottheiten waren, die nicht von der gesamten keltischen Welt verehrt wurden, oder auch, da\u00df es dieselben G\u00f6tter waren, sie nur andernorts anders genannt wurden.<\/p>\n<p>Der Menschenkopfkult ist gar nicht so ungew\u00f6hnlich, wenn man einmal andere Naturv\u00f6lker in die Betrachtungen einbezieht. Viele von ihnen verst\u00fcmmelten die K\u00f6rper der gefallenen Gegner, um diese zu ehren oder auch zu entehren. Nichts anderes taten die Kelten, wenn sie den Kopf des Gefallenen abtrennten, denn ihrer Meinung nach war dies der Sitz der Seele und des Bewu\u00dftseins. Der Kopf des Feindes war voll mit magischer Macht, in deren Besitz man dadurch kam und mit der man Unheil abwehren konnte. Die Sch\u00e4del wurden an die Festungstore und H\u00e4user genagelt oder in Tempeln als Weihgaben niedergelegt. Die Autoren berichteten, da\u00df die Kelten K\u00f6pfe von Vornehmen sogar einbalsamierten und innerhalb der Familie als wertvolle Erbst\u00fccke weitergaben. Woher dieser Kult genau kam, wie und wann er entstanden ist, bleibt bislang ungekl\u00e4rt. In der Bronze- und Hallstattzeit fanden sich keinerlei Hinweise. Vielleicht spielte auch der Kontakt mit den Nachbarn, den Skythen, die Kopfj\u00e4ger waren, eine Rolle.<\/p>\n<p>Die Errichtung von Tempeln war nicht \u00fcblich. Es gab kleinere Kultbauten innerhalb eines heiligen Bereiches, der dann mit einer Palisade oder einem Graben umgeben war. Religi\u00f6se St\u00e4tten konnten B\u00e4ume, Quellen, Felsen und Haine sein. Jeder Ort, an dem sich die Kelten dem G\u00f6ttlichen nahe glaubten.<\/p>\n<p>Anm.: Zur keltischen Mythologie gibt es gute Fachb\u00fccher.<\/p>\n<p>Gunda v. Dehn<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<p><strong><em><span style=\"color: #993300;\">Hinweis: Roman Chroniken der tom Brook<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Band I &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;<\/span><span style=\"color: #0000ff;\"> download<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\"> <a style=\"color: #0000ff;\" title=\"https:\/\/www.amazon.de\/Chroniken-tom-Brook-Das-Erbe-ebook\/dp\/B071HXYF8H\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Chroniken-tom-Brook-Das-Erbe-ebook\/dp\/B071HXYF8H\" target=\"_blank\">https:\/\/www.amazon.de\/Chroniken-tom-Brook-Das-Erbe-ebook\/dp\/B071HXYF8H<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Band II &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>Letzte \u00c4nderung 02.11.2018<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kultur Als bisher \u00e4lteste bekannte Kultur der Kelten in Mitteleuropa gilt die sog. Hallstattkultur, die den Zeitraum von 1200 &#8211; 475 v. Chr. umfa\u00dft. Diese Hallstattkultur ist in vier Entwicklungsabschnitte unterteilt: A + B umfa\u00dft den Zeitraum von 1200 &#8211; 800 v. Chr. C umfa\u00dft den Zeitraum von 800 &#8211; 600 v. Chr. 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