{"id":68,"date":"2014-04-07T09:20:43","date_gmt":"2014-04-07T07:20:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=68"},"modified":"2023-10-05T22:44:47","modified_gmt":"2023-10-05T20:44:47","slug":"kreuzzuege","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/friesen-und-freiheit\/kreuzzuege\/","title":{"rendered":"Kreuzz\u00fcge u. Frs. Freiheit"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-68-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/05-Komm-zu-mir.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/05-Komm-zu-mir.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/05-Komm-zu-mir.mp3<\/a><\/audio>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a9\u00a0&#8211; Gunda v. Dehn &#8222;Komm zu mir&#8220;<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<h2 style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong><span style=\"color: #993300;\"><em>Kreuzz\u00fcge <\/em><\/span><\/strong><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify; padding-left: 120px;\"><strong><span style=\"color: #993300;\"><em>und <\/em><\/span><\/strong><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify; padding-left: 150px;\"><strong><span style=\"color: #993300;\"><em>Friesische Freiheit<\/em><\/span><\/strong><\/h2>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Friesen beteiligten sich (mehr oder weniger aufgrund der zu leistenden Heeresfolge) kurz nacheinander an vier Kreuzz\u00fcgen: 1217, 1229, 1248 und 1269.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der \u00dcberlieferung haben die Friesen an dem Kreuzzug von 1217\/18 (24. Aug. 1218 Eroberung des Kettenturms von Damiette in \u00c4gypten durch die Friesen) mit \u00fcber 100 Schiffen teilgenommen. &#8211; Dies war das gr\u00f6\u00dfte seem\u00e4nnische Unternehmen, das die Welt bis dahin gesehen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kreuzzugsteilnehmer mussten alles selbst finanzieren: Schiffe, Mannschaft etc., einfache Leute mussten Verpflegung und Waffen mitbringen und gen\u00fcgend Geld dabei haben. Vorgeschrieben waren 50 Mark, so viel kostete damals ein ganzer Hof. F\u00fcrsten und einfache Menschen mu\u00dften oft L\u00e4ndereien und H\u00f6fe verkaufen oder verpf\u00e4nden, um teilnehmen zu k\u00f6nnen. Welcher Idealismus steckte oft dahinter, aber auch die Chance auf Macht und Wohlstand!<\/p>\n<p>Zehn Jahre sp\u00e4ter (1228\/29) nahmen erneut Friesen in gro\u00dfer Zahl an einem Kreuzzug teil. Hier traten sie als Seefahrer besonders hervor. Die Seewege waren ihnen bekannt. Kein Wunder, nicht wenige betrieben das Kaperhandwerk im Mittelmeerraum. Handel und Seeraub gingen Hand in Hand. Im Mittelmeer gab es schon friesische Piraten vor dem 1. Kreuzzug.<\/p>\n<div id=\"attachment_636\" style=\"width: 197px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kaiser-Friedrich-II-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-636\" class=\"wp-image-636\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kaiser-Friedrich-II-klein-224x300.jpg\" alt=\"Kaiser Friedrich II klein\" width=\"187\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kaiser-Friedrich-II-klein-224x300.jpg 224w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kaiser-Friedrich-II-klein-764x1024.jpg 764w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kaiser-Friedrich-II-klein.jpg 909w\" sizes=\"(max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-636\" class=\"wp-caption-text\">Kaiser Friedrich II Das &#8222;Wunder der Welt&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Diesen Kreuzzug von 1228\/29 hatte Kaiser <b>Friedrich II.<\/b> (*26.12.1194 +13.12.1250) ins Leben gerufen &#8211; trotz Bann des Papstes. Der Bann bedeutete de facto die Absetzung des Kaisers. Dennoch, Kaiser Friedrich II. kr\u00f6nte sich selbst zum K\u00f6nig von Jerusalem. Auch den treuen Friesen hatte der Kaiser diesen Erfolg zu verdanken, denn viele Vasallen und Orden waren aufgrund des Bannes vom Kaiser abgefallen! &#8211; Eine Auszeichnung f\u00fcr ihre Treue war nur nat\u00fcrlich! Kaiser Friedrich II. gedachte, die Beteiligten zum Lohn in den Adelsstand zu erheben. Die Friesen aber wiesen den Kaiser unter dem Hinweis zur\u00fcck, dass sie auch ohne seine Hilfe adelig seien. &#8211; Dies wird den Tatsachen entsprochen haben: Die auszuzeichnenden Friesen werden tats\u00e4chlich schon adelig gewesen sein, denn f\u00fchrende Positionen besassen nur Angeh\u00f6rige der Oberschicht. Die \u00dcberlieferung berichtet, dass Kaiser Friedrich II. keineswegs erz\u00fcrnt gewesen sei. Im Gegenteil, er habe nach einer ad\u00e4quaten Belohnung gesucht und erlaubte den Friesen, den vollst\u00e4ndigen Adler im Wappen zu f\u00fchren. Soweit die Legende. Diese Auszeichnung war, wenn sie denn zutraf, \u00fcberw\u00e4ltigend, denn der Adler stand lt. Sachsenspiegel nur K\u00f6nigen zu (s. dort). Die Erlaubnis zum F\u00fchren des Reichsadlers bedeutete gleichzeitig ein lehnrechtliches Verh\u00e4ltnis, wobei dieses Lehen auf die Erben \u00fcberging. Der \u2018Reichsadler\u2019 bedingte auch gewisse Rechte und Pflichten: z.B. politische F\u00fchrung, Gerichtsbarkeit, Heeresfolge. &#8211; Nicht nur die Circsena von Greetsiel, die Allena von Osterhusen und die tom Brok f\u00fchrten den Adler im Wappen. Jenseits der Ems gab es noch verschiedene andere. Der Grund daf\u00fcr mag vielleicht in der F\u00fchrung des richterlichen Amtssiegels gelegen haben und \/ oder auch in der Vererbung des Wappens auf Kind- und Kindeskinder.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Andererseits f\u00fchrten auch die Grafen von Werl den Adler im Wappen. Auch von dort mag die Blasonierung \u00fcbergegangen sein auf versch. Erben bzw. Regenten, zumal das Grafenhaus Werl diesseits und jenseits der Ems \u00fcber gro\u00dfe Besitzungen verf\u00fcgte. Die<strong> Grafschaften <\/strong>des<strong> Grafen Bernhard von Werl in den Gauen <\/strong><strong>Egern<\/strong><strong>, Westfalen und\u00a0 <\/strong><strong>Emsgau <\/strong>waren zwar von <strong>K\u00f6nig Heinrich IV.<\/strong> am 24.10.1062 eingezogen und dem erzbisch\u00f6flichen<strong> Stuhl zu Hamburg \u00fcbertragen <\/strong>worden, aber das Wappen der Grafen blieb erhalten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.tempora-heroica.de\/midev2\/kreuz.htm#Kreuz6\"><span style=\"color: #993300;\">6. Kreuzzug (1248-1254)<\/span><\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Nachdem 1244 Jerusalem an die T\u00fcrken gefallen ist, bricht 1248 K\u00f6nig <strong>Ludwig IX<\/strong> der Heilige von Frankreich mit mehr als 10.000 S\u00f6ldnern und Lehenspflichtigen von Aigues-Mortes zu einem erneuten Kreuzzug auf<\/p>\n<ul>\n<li>1249 wird Damiette eingenommen<\/li>\n<li>1250 ger\u00e4t das frz. Korps mit K\u00f6nig Ludwig und Karl von Anjou nach mehreren Schlachten bei Mansura in Gefangenschaft.<\/li>\n<li>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unsummen an L\u00f6segeld werden gezahlt, Damiette wird ger\u00e4umt.<\/li>\n<li>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 K\u00f6nig Ludwig von Frankreich baut die Festungen Akkon, Jaffa und Caesarea aus.<\/li>\n<li>1254 zwingt Geldmangel ihn zur R\u00fcckkehr nach Frankreich<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"attachment_3911\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Eroberung-Damiette.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3911\" class=\"wp-image-3911\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Eroberung-Damiette.jpg\" alt=\"Eroberung Damiette\" width=\"390\" height=\"239\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3911\" class=\"wp-caption-text\">Eroberung von Damiette 1219 unter F\u00fchrung von Ludwig d. Heiligen \u2013 Miniatur um 1360 aus einem frz. Handschrift Nationalbibliothek Paris<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #993300;\"><strong>7. Kreuzzug<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">K\u00f6nig Ludwigs Kreuzzug nach \u00c4gypten war gescheitert und hatte Unsummen an Geld verschlungen. Trotzdem &#8211; oder gerade deswegen &#8211; war K\u00f6nig <strong>Ludwig von Frankreich IX.<\/strong> (K\u00f6nig 1226-1270) entschlossen, einen weiteren Zug gegen die Heiden zu unternehmen. Nachdem er das heilige Land 1254 verlassen hatte, schickte er regelm\u00e4\u00dfig Geld und Waffen nach Akkon zum Unterhalt eines dortigen Regiments, welches die Grundlage f\u00fcr einen neuen Kreuzzug bilden sollte. Die Besitzungen der Christen im heiligen Land waren um diese Zeit schon fast alle verloren. Der Mamelukensultan Baibars I. eroberte nacheinander C\u00e4sarea, Arsuf, Safed, Jaffa und vernichtete 1268 Antiochia, nur Akkon konnte sich noch halten.<\/p>\n<div id=\"attachment_2761\" style=\"width: 172px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ludwig-der-Heilige.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2761\" class=\"wp-image-2761\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ludwig-der-Heilige-203x300.png\" alt=\"Ludwig der Heilige\" width=\"162\" height=\"239\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ludwig-der-Heilige-203x300.png 203w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ludwig-der-Heilige-693x1024.png 693w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ludwig-der-Heilige.png 757w\" sizes=\"(max-width: 162px) 100vw, 162px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2761\" class=\"wp-caption-text\">Ludwig der Heilige<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Man schrieb das <span style=\"text-decoration: underline;\">Jahr 1264.<\/span> Zehn Jahre waren seither vergangen, nachdem K\u00f6nig Ludwig IX. das heilige Land verlassen hatte. Jetzt sandte <strong>Ludwig IX. <\/strong>die ersten Dominikaner nach Norden\/Ostfriesland, um f\u00fcr seinen neuen geplante Kreuzzug zu werben. Im selben Jahr, also <strong>1264<\/strong>, schenkten<strong> Hicko Itzinga, Harko Uding, Reiner Egeram<\/strong> dem Dominikaner-Orden den Platz zur Anlage des Klosters in Norden! (mehr dazu siehe Rubrik &#8222;Suchpfade&#8220;) Zu jener Zeit liefen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren, aber erst<strong> 1267 legte Ludwig IX.<\/strong> ein neues <span style=\"color: #993300;\">Kreuzzugsgel\u00fcbde<\/span> ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine verbindliche Zusage zur Teilnahme am Kreuzzug erhielt Ludwig IX. von seinem Bruder <strong>Karl von Anjou <\/strong>und von dem englischen Prinzen <strong>Edward Plantagenet.<\/strong> Der <strong>Sultan von Tunis, al-Mustansir,<\/strong> war ein Feind <span style=\"color: #800000;\">Karls von Anjou, K\u00f6nig von Sizilien,<\/span> denn er weigerte sich u.a., Tribute an Karl zu entrichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Begeisterung der <strong>Friesen<\/strong> war 1264 vermutlich nicht sehr gro\u00df f\u00fcr einen neuen Kreuzzug, denn <strong>1262<\/strong> hatte ein <strong>Erdbeben<\/strong> das Kloster Wittewirum (jenseits der Ems) zerst\u00f6rt, <strong>1263<\/strong> folgte ein <strong>gewaltige Flut<\/strong> (vermutlich ein Nachbeben); die Deiche wurden zerst\u00f6rt, Menschen und Tiere ertranken in Massen, die Ernte war verdorben, das Land versalzen. Es herrschte gro\u00dfe Armut. Die Menschen lebten mehr schlecht als recht. Aber jeder Kreuzfahrer hatte neben der Kriegsausr\u00fcstung sechs Eimer Butter, eine Speckseite, eine Rinderseite und 7 Mark Sterling mitzubringen. Das war eine enorme Summe und setzte Wohlstand voraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>1268 <\/strong>nahm K\u00f6nig <span style=\"color: #800000;\">Ludwig IX. der Heilige von Frankreich\u00a0<\/span> <strong>Friesland<\/strong>\u00a0 unter seinen Schutz. Dies stand im Zusammenhang mit &#8222;Werbema\u00dfnahmen&#8220; f\u00fcr seinen neuen Kreuzzug gegen die Sarazenen. Ebenso ist auch die oben genannte Klostergr\u00fcndung 1264 in Norden\/Ostfriesland einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>An dem Kreuzzug von<strong> Ludwig IX. 1269 <\/strong>war vermutlich auch<strong> Keno der Alte (ten Broek) beteiligt\u00a0<\/strong> (Web-Rubrik &#8222;Die tom Brok&#8220; &#8211; siehe dort),\u00a0mit Gewi\u00dfheit aber \u00d6stringen und Wangerland. <strong>\u00d6stringer <\/strong>und<strong> Wangerl\u00e4nder<\/strong> k\u00e4mpften 14 Tage lang bei <strong>Tunis<\/strong> gegen die Sarazenen. Dies geht aus einem Beschwerdebrief hervor, der sich an <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Philipp von Frankreich,<\/span> Sohn von Ludwig IX., richtet, wegen Beraubung von Kaufleuten durch die Flamen. &#8211; Dort steht u. a. zu lesen:\u00a0 &#8222;&#8230;die L\u00e4nder \u00d6stringen und Wangerland in Friesland,<span style=\"color: #800080;\"> die keiner weltlichen Herrschaft, auch nicht dem deutschen K\u00f6nig untertan sind, sondern nur dem Erzbischof von Bremen gehorchen und sich selbst durch j\u00e4hrlich gew\u00e4hlte Richter regieren<\/span>, beschweren sich&#8230;&#8220;\u00a0 Im weiteren Verlauf des Schreibens bitten sie um <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Schutz<\/strong><\/span> und sicheren Handelsverkehr. (Ostfrs. UB III No.56) Flandern geh\u00f6rte damals zu Frankreich! Insofern ist das Schreiben korrekt.\u00a0&#8211; K\u00f6nig Philipps Vater, <strong>Ludwig IX., <\/strong> starb 1270 vor den Mauern von <strong>Tunis<\/strong> an einer Seuche. Ludwigs Nachfolger, sein Sohn <strong>Philipp,<\/strong> wurde am 15. Aug. 1271 offiziell in Reims zu K\u00f6nig von Frankreich gekr\u00f6nt. 1270 stand Frankreich noch unter der Regentschaft von Philipps Mutter und der seines Onkels Karl von Anjou. Auch die Heimkehr der Kreuzfahrer hat mehr als ein Jahr in Anspruch genommen. &#8211; Das Datum des Schreibens ist nicht genau zu bestimmen, m\u00fc\u00dfte aber wegen des <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Interregnums<\/span><\/span> in etwa zwischen 1271 und 1273 einzugrenzen sein. Danach wurde K\u00f6nig <span style=\"color: #800000;\"><strong>Rudolf I. von Habsburg etabliert<\/strong><\/span>, der im <span style=\"color: #0000ff;\">Hl. R\u00f6m. Reich Dt. Nation<\/span> allgemeine Anerkennung fand, auch bei den Friesen, denn auch die sog. &#8222;Privilegien Karls d. Gr.&#8220; erkennen K\u00f6nig\/Kaiser als Souver\u00e4n an. Diesem sind sie auch bei Reichsunmittelbarkeit immer untertan! Die Einlassung bzgl. der &#8222;nicht vorhandenen Obrigkeit&#8220; in diesem Schreiben war also kein kluger Winkelzug, weil man sich mit unvorsichtigen Aussagen leicht &#8222;in die Nesseln setzen kann&#8220;. (<span style=\"text-decoration: underline;\">Der Kaiser befand sich in Acht und Bann, war also abgesetzt vom Papst, einen Grafen gab es nicht wegen der Erbfolgekriege.<\/span>) Es ist eher so gewesen, dass die Friesen sich aus Verzweiflung an den frz. K\u00f6nig gewandt haben, weil sie sich ohne Schutzherrn f\u00fcrchteten, denn in jener Zeit drohten gef\u00e4hrliche \u00dcbernahmekriege, wenn es keinen Schutzherrn gab! Es sollte mit dem Schreiben an den franz\u00f6sischen K\u00f6nig also nicht die sog. &#8222;Friesische Freiheit&#8220; betont werden, sondern <span style=\"text-decoration: underline;\">es ging einzig und allein darum, eine Schutzmacht zu finden<\/span>. Der K\u00f6nig hat entsprechend reagiert und die Friesen unter seinen Schutz genommen.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\">K\u00f6nig<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Richard von Cornwal<\/span>l starb schon <strong><span style=\"color: #0000ff;\">1272<\/span><\/strong>. Er war der Sohn des englischen K\u00f6nigs Johann Ohneland und j\u00fcngerer Bruder des engl. K\u00f6nigs Heinrich III., ein Neffe von Richard L\u00f6wenherz. Richard war 3 x verheiratet: zuletzt 1269 mit <span style=\"color: #800000;\">Beatrix von Falkenburg<\/span> (+1277). Richard von Cornwall war durch die Hochzeit des Stauffers Friedrichs II. mit seiner Schwester Isabella (Juli 1235) der Schwager von Kaiser Friedrich II.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #0000ff;\">K\u00f6nig Alfons X. <\/span>(*1221 +1284) K\u00f6nig von Kastilien und Le\u00f3n.\u00a0 Er war der erste Sohn von Ferdinand II. d. Hl. und dessen 1. Gemahlin Beatrix von Schwaben, einer Tochter des r\u00f6misch-deutschen K\u00f6nigs Philipp von Schwaben. Seine Abkunft von den Hohenstaufen durch seine Mutter, gab ihm das Recht, sich zur Wahl zu stellen. Er strebte die Kaiserkrone an. Ihm fehlten aber die Mittel f\u00fcr den n\u00f6tigen Romzug. Um sich Geld zu beschaffen, verschlechterte er die M\u00fcnzen, wodurch Preissteigerungen erfolgten. Durch ein besonderes System der Besteuerung, versuchte er, Geld in die Staatskasse zu leiten. Der Kleinhandel wurde dadurch ruiniert, B\u00fcrger und Bauern schwer gesch\u00e4digt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\">Der Papst zwang <span style=\"color: #0000ff;\">K\u00f6nig Alfons <\/span> zum R\u00fccktritt, nachdem <strong><span style=\"color: #0000ff;\">1273<\/span><\/strong> <a title=\"Rudolf I. (HRR)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rudolf_I._%28HRR%29\">Rudolf I. von Habsburg<\/a> zum r\u00f6misch-deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt worden war.<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Ausf\u00fchrungen z. Interregnum s. unten)<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Kreuzz\u00fcge<\/strong> waren zweifellos Ausl\u00f6ser f\u00fcr sakrale Baut\u00e4tigkeit. Unternehmungen dieses Ausma\u00dfes lie\u00dfen die Begeisterung f\u00fcr Kirche und Glauben meistens sprunghaft ansteigen und f\u00f6rderten die Opferbereitschaft. Wie wir wissen, hing die Errichtung von Sakralbauten betr\u00e4chtlich von der Bev\u00f6lkerung ab, die in Form von Stiftungen und freiwilligen Arbeiten nicht unerheblich beteiligt war.<\/p>\n<p>Mit Kaiser <strong><span style=\"color: #993300;\">Friedrich II.<\/span><\/strong> nahm der Orienthandel gro\u00dfen Aufschwung. Friedrich war ein Sarazenenfreund &#8211; zum Entsetzen des Papstes. &#8211; Die Friesen sind am Orienthandel ma\u00dfgeblich beteiligt gewesen, waren die Handelswege doch schon von Alters her bekannt. Ferner waren die Friesen hervorragende Schiffsbauer. Der Typ der <span style=\"color: #800000;\">Kogge<\/span> ist eine friesische Erfindung.<\/p>\n<p>Die Nordsee hei\u00dft bei Bischof Adam von Bremen \u2018Friesisches Meer\u2019. Der Handel war vorwiegend in friesischen H\u00e4nden. In Russland und allen Ostseel\u00e4ndern sind friesische M\u00fcnzen gefunden worden, von denen nicht wenige in Jever und Emden gepr\u00e4gt wurden.<\/p>\n<p>Auch in England sind die Friesen als H\u00e4ndler nachzuweisen. Sie lieferten Pferde, Schafe, Rind- und Fettvieh, Wolle, Leder und Felle pp. nach Flandern und Frankreich, beschickten die M\u00e4rkte von Hamburg, Bremen und vielen anderen Nord- und Ostseest\u00e4dten.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Friesische Freiheit <\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es klingt sehr \u00fcberzeugend, wie die \u00d6stringer und Wangerl\u00e4nder behaupten, keiner weltlichen Herrschaft untertan zu sein, auch nicht dem regi Allimannie (deutschen K\u00f6nig), sondern nur dem Erzbischof von Bremen in spiritualibus gehorchen und sich selbst regieren. Das sah der dt. K\u00f6nig sicher anders. Allerdings kommt es auf das Datum des Schreibens an <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Philipp von Frankreich<\/span> an, denn es gab in diesem Zeitraum das Interregnum, die &#8222;kaiserlose Zeit&#8220;, in welcher es <span style=\"color: #0000ff;\">2 K\u00f6nige<\/span> im Kaiserreich gab, jedoch keiner von beiden die notwendige Anerkennung bei den F\u00fcrsten fand. Vermutlich ist der obige Beschwerdebrief w\u00e4hrend dieser Zeit geschrieben worden (1270-1273) und bezieht sich nicht auf das imagin\u00e4re Freiheitsprivileg von Karl d. Gr.!<\/p>\n<hr \/>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Interregnum<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>Zur sogenannten Doppelwahl kam es 1257, als <span style=\"color: #0000ff;\">Alfons von Kastilien<\/span> und <span style=\"color: #0000ff;\">Richard von Cornwall<\/span> gleichzeitig von den sieben wahlberechtigten F\u00fcrsten zu K\u00f6nigen gew\u00e4hlt wurden. Beide waren verwandtschaftlich mit dem Staufergeschlecht verbunden. Alfons von Kastilien war ein Enkel des Philipp von Schwaben und Richard von Cornwall der Schwager von <span style=\"color: #800000;\">Kaiser Friedrich II.<\/span> Bei der Wahl konnten beide Kandidaten je drei Stimmen f\u00fcr sich verbuchen, Ottokar II. von B\u00f6hmen jedoch gab beiden Kandidaten seine Stimme, wof\u00fcr er sich jeweils bezahlen lie\u00df. Dieses Patt sorgte daf\u00fcr, dass es zu einer Doppelwahl kam.<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\">Beide K\u00f6nige<\/span> konnten keine allgemeine Anerkennung im Reich erlangen.<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Richard von Cornwall<\/strong> starb im <strong>April 1272<\/strong>,<\/span> woraufhin <span style=\"color: #0000ff;\">Alfons von Kastilien<\/span> von Papst Gregor X. die Best\u00e4tigung seiner K\u00f6nigswahl forderte. Doch der Papst verweigerte ihm die Approbation. Es gab somit\u00a0 eine Neuwahl.<\/li>\n<li><strong><span style=\"color: #0000ff;\">1273<\/span><\/strong> einigten sich die drei geistlichen Kurf\u00fcrsten und der Pfalzgraf bei Rhein auf <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Graf Rudolf IV. von Habsburg<\/span> <\/strong>als Kandidaten. Dessen Wahl erfolgte am 1. Oktober 1273 in Frankfurt. &#8211; Das <span style=\"color: #800000;\">Interregnum<\/span> fand damit ein Ende. (Kr\u00f6nung des K\u00f6nigs als <strong><span style=\"color: #800000;\">Rudolf I.<\/span> <\/strong>am 24. Oktober <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>1273<\/strong><\/span> im Aachener M\u00fcnster).<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0<strong>Kaiser Karl der Gro\u00dfe<\/strong> hat solche Privilegien nicht erteilt, schon gar nicht den aufm\u00fcpfigen Friesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; Folgendes ist \u00fcberliefert: 814 gab <strong>Ludwig der Fromme<\/strong> den Friesen das &#8218;<em>ius (das Recht) paternae (v\u00e4terlich) hereditatis<\/em>&#8218; (<span style=\"color: #993300;\">Erbschaft<\/span>) zur\u00fcck, welches sie unter <strong>Karl d. Gr.<\/strong> (+814) <span style=\"text-decoration: underline;\">wegen ihrer &#8222;<span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Treulosigkeit<\/span>&#8220; verloren hatten.<\/span>\u00a0 Nur Freie waren erbberechtigt, das hei\u00dft aber nicht, dass alle Friesen frei waren! Es gab durchaus unfreie Menschen in Friesland, genauso wie anderswo auch. Diese &#8222;Untersassen&#8220; stellten u.a. auch das Kampfpotential der H\u00e4uptlinge.<\/p>\n<p>Im Asega-Buch (R\u00fcstringer Gesetzbuch &#8211; s. hierzu Wiarda) sind die damaligen Friesischen Grenzen genau angegeben. Aus den \u00f6fter vorkommenden Stellen ist erkennbar, da\u00df Friesland in 3 Hauptprovinzen geteilt war. Die 1. erstreckte sich von Sincfall bis zu dem Fly und begriff Holland und Westfriesland, die 2. lag zwischen dem Fly (heutigen Zuidersee) und der Lauer oder dem Laubach; die dritte war zwischen der Lauer und der Weser eingeschlossen, enthielt also die Provinz Groningen, das F\u00fcrstentum Ostfriesland und das Herzogtum Oldenburg. Friesland erstreckte sich also von Flandern bis zum Herzogtum Bremen. Dann gab es noch Nordfriesland, was hier aber nicht relevant ist. Friesland besass eigene Gesetze. Grob zusammengefa\u00dft: Nach der 17. K\u00fcre konnte sich jeder von dem vorgeworfenen Verbrechen, sofern er nicht bei der Tat ertappt war, durch einen Eid auf die Reliquien der Heiligen reinigen. Das wurde sp\u00e4ter durch die sog. &#8222;Wenden&#8220;, also \u00c4nderungen eingeschr\u00e4nkt. Man trifft &#8222;Wenden&#8220; in allen Sammlungen der Friesischen Gesetze an und findet sie auch im 4. Abschnitt des Asegabuches. Anders als im \u00fcbrigen Deutschen Reich konnte sich sogar der Todschl\u00e4ger durch Geld, Vieh und Waren freikaufen. Es gab Bu\u00dfverordnungen der R\u00fcstringer, Emsiger, Brookmer, Hunsingoer, Fivelingoer und der Westerlauerschen Friesen. Jede einzelne Landschaft oder Gau hatte f\u00fcr sich gesetzgebende Macht. Daher wurde bald hier, bald dort, eine Revision der Kriminalgesetze vorgenommen, wodurch jeweils besondere Bu\u00dftaxen in den einzelnen Gauen entstanden.<\/p>\n<p>Im Schulzenrecht wird aufgef\u00fchrt: &#8222;Der Graf der in Friesland Graf sein soll, der soll v<span style=\"text-decoration: underline;\">on voller Geburt<\/span> sein.&#8220; Der Graf hatte sich mit g\u00fcltiger Vollmacht und mit des K\u00f6nigs Best\u00e4tigung mit Brief und Siegel j\u00e4hrlich im Mai einzufinden, um das \u00f6ffentliche Gericht, das Bothing, abzuhalten. &#8222;Da m\u00fcssen ihn die Friesen empfangen und zu Recht stehen.&#8220; Wiarda schreibt dazu: &#8230; und dann weiter von den Verrichtungen und Amtspflichten des Grafen und des <span style=\"text-decoration: underline;\">unter ihm stehenden Schulzen,<\/span> sodann von den <span style=\"text-decoration: underline;\">Verbindlichkeiten<\/span> und den <span style=\"text-decoration: underline;\">besonderen Vorrechten der Friesen,<\/span> die dem Bischof und dem Grafen <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> die Souver\u00e4nit\u00e4t zustanden, sondern sich noch immer die &#8222;freyen&#8220; Friesen nannten. Das ist eine deutliche Einschr\u00e4nkung der Freiheit und best\u00e4tigt trotz besonderer Rechte, dass die Friesen nicht total &#8222;frei&#8220; waren, wenn auch viel freier als andere Teile des Dt. Reiches.<\/p>\n<p>Am Upstallsboom gab es Versammlungen der frs. Gaue und Landesteile, wo u.a. auch die Gesetze miteinander abgestimmt wurden. Es scheint so zu sein, vergleicht man die \u00fcberlieferten Zusammenk\u00fcnfte am Upstalsboom mit den Daten der Kreuzz\u00fcge, dass diese Abstimmung u. a. notwendig wurde durch die Kreuzz\u00fcge. Es ist un\u00fcberschaubar und kaum m\u00f6glich, bei Straftaten von Menschen unterschiedlicher Herkunft, jeweils die Gesetze des Herkunftslandes anzuwenden. Das beginnt bereits bei der Anreise bzw. in den Sammelstellen der Kriegsteilnehmer. Ob die Friesen tats\u00e4chlich ihren eigenen Gesetzen unterworfen waren, ist noch zu eruieren. Zumindest gab es Heeresverb\u00e4nde, wo es keine Vermischung unterschiedlicher Herkunftsl\u00e4ndern gab. Im Endeffekt herrschte jedoch das Kriegsgesetz der entspr. Heeresverb\u00e4nde und bei Streitigkeiten entschied die oberste Heeresleitung. Wenn dann gar nichts mehr half, wurde der K\u00f6nig eingeschaltet.<\/p>\n<p>Friesland ist <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nigsgut<\/span> gewesen, aber es ist auch als Lehen an Grafen oder Herz\u00f6ge vergeben worden, so sehr die Friesen sich auch dagegen gewehrt haben m\u00f6gen. Die Grafen hatten es oft schwer, sich durchzusetzen gegen die Verteidigungsbereitschaft und Entschlossenheit der Friesen. Auch wurden V\u00f6gte vom K\u00f6nig eingesetzt wie z. B. Keno der Alte, um den unmittelbaren Zugriff der Grafen auszuschalten, aber vermittelndes Glied waren im Endeffekt doch wieder die Grafen. Das wird auch deutlich durch das &#8222;Schulzenrecht&#8220; in den alten particul\u00e4ren Rechtsb\u00fcchern des Westerlauerschen Frieslands. Es enth\u00e4lt das Recht und die Obliegenheiten des <strong>Grafen<\/strong> und der Beamten, des Schulzen und des Asega (Richter) und besonders deren Rechtspflege.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch in <span style=\"text-decoration: underline;\">Ostfriesland<\/span> (zur Zeit der H\u00e4uptlinge noch nicht so genannt) gab es Grafen. Meines Erachtens macht man es sich zu einfach, wenn man sagt, die Grafen h\u00e4tten sich in Ostfriesland nicht durchsetzen k\u00f6nnen, das Land w\u00e4re quasi Diaspora gewesen. Nein, wenn keine Aufst\u00e4nde o. \u00e4. in den Quellen verzeichnet sind, so hei\u00dft das noch lange nicht, dass es keinen Grafen gab. Das kann auch bedeuten, dass die Abgaben ordentlich gezahlt wurden und somit keine Veranlassung zum Einschreiten mit Heeresmacht gegeben war. In Ostfriesland und Ems \u00fcbergreifend herrschten z. B. die Grafen von Werl und deren Erben, die Grafen von Geldern und von Holland, von Oldenburg etc. Es ist anscheinend \u00fcberwiegend so gewesen, dass die Einwohner diesseits der Ems dem jeweiligen Grafen gegen\u00fcber loyal eingestellt waren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der angebliche \u201eFreiheitsbrief von Kaiser Karl\u201c, welcher <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Ruprecht <\/span>als Urkunde pr\u00e4sentiert wurde, war eine F\u00e4lschung. Das wird der k\u00f6niglichen Kanzlei nicht entgangen sein, weswegen das Ansinnen der Friesen auch abgelehnt wurde, zumal <span style=\"color: #800000;\">Graf Wilhelm II von Holland<\/span> pp. sich als unmittelbar Betroffener vehement dagegen verwahrte. Zur Zeit des nachfolgenden<span style=\"color: #800000;\"> K\u00f6nigs Sigismund<\/span> hatten sich die Priorit\u00e4ten jedoch ge\u00e4ndert. Es lag nun im <span style=\"text-decoration: underline;\">Interesse<\/span> von <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Sigismund<\/span>, das Privileg zu best\u00e4tigen. Das hatte etliche Gr\u00fcnde, wovon hier nur ein Teil erw\u00e4hnt werden kann, weil das Thema zu komplex ist:<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Sigismund von B\u00f6hmen<\/span> hatte seinen Bruder, <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Wenzel<\/span>, arretiert, weil dieser dem Anschein nach dem Irrsinn verfallen war. Dieser Staatsstreich war jedoch nicht von purer Selbstlosigkeit gepr\u00e4gt gewesen. Nach seiner beherzten Tat verstand es sich von selbst, dass <span style=\"color: #800000;\">Sigismund<\/span> (seinerzeit K\u00f6nig von Ungarn) seines Bruders Nachfolge antreten und <span style=\"text-decoration: underline;\">K\u00f6nig des Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation<\/span> werden wollte. Diese Sachlage wu\u00dften zweifellos auch die Kurf\u00fcrsten des Reiches, die jetzt den neuen K\u00f6nig w\u00e4hlten. F\u00fcr K\u00f6nig Sigismund von Ungarn war es darum mehr als ein Tiefschlag, als die Mehrheit der Kurf\u00fcrsten Jobst von M\u00e4hren die Krone zuerkannten. Ist es da verwunderlich, dass die k\u00f6nigliche Herrschaft des Jobst von M\u00e4hren ein so auffallend schnelles und mysteri\u00f6ses Ende nahm? Zum Nachfolger des verstorbenen K\u00f6nigs des Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation wurde danach <span style=\"color: #800000;\">am 21. Juli 1411 K\u00f6nig Sigismund von B\u00f6hmen<\/span> gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Sigismund<\/span> wollte Friesland f\u00fcr sich beanspruchen! Die Reichsunmittelbarkeit brachte ihm etliches an Machtzuwachs und Zins ein. Und es konnte der <span style=\"color: #800000;\">Gefahr der Vereinnahmung durch Frankreich<\/span> (und sp\u00e4ter England) besser entgegengetreten werden (Es tobte der 100-j\u00e4hr. Krieg und Jakob\u00e4a von Hennegau, Erbtochter des Grafen Wilhelm II von Holland pp., hatte ins frz. K\u00f6nigshaus eingeheiratet). Jakob\u00e4a musste ausgeschaltet werden, also best\u00e4tigte K\u00f6nig Sigismund im September 1417 zu Konstanz die Privilegien der Friesen, wodurch ihnen die Freiheit und Reichsunmittelbarkeit garantiert wurde und die Gr\u00e4fin Jakob\u00e4a drau\u00dfen vor stand!<\/p>\n<p class=\"bodytext\">M\u00f6glicherweise sind im 10. Jh. tats\u00e4chlich Privilegien von <strong>Kaiser<\/strong> <strong>Karl III<\/strong> (der Dicke bzw. der Einf\u00e4ltige), K\u00f6nig der Westfranken (893-923) und Kaiser von 898-929, erteilt worden und zwar anl\u00e4\u00dflich der Beseitigung des Herrschers <span style=\"color: #800000;\">Gottfried<\/span> <span style=\"color: #800000;\">von Friesland<\/span>, einem Nachkommen von K\u00f6nig <span style=\"color: #800000;\">Redbad<\/span>.<\/p>\n<p>Gunda v. Dehn in Zusammenarbeit mit Annette v. Dehn M.A.<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<p><strong><em><span style=\"color: #993300;\">Hinweis: Roman Chroniken der tom Brook<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Band I-IV &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:\u00a0 Download erh\u00e4ltlich bei versch. Anbietern<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Band II &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/h4>\n<hr \/>\n<p>letzte \u00c4nderung 05. 10. 2023<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9\u00a0&#8211; Gunda v. Dehn &#8222;Komm zu mir&#8220; Kreuzz\u00fcge und Friesische Freiheit Die Friesen beteiligten sich (mehr oder weniger aufgrund der zu leistenden Heeresfolge) kurz nacheinander an vier Kreuzz\u00fcgen: 1217, 1229, 1248 und 1269. Nach der \u00dcberlieferung haben die Friesen an dem Kreuzzug von 1217\/18 (24. 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