{"id":627,"date":"2014-05-12T19:11:38","date_gmt":"2014-05-12T17:11:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=627"},"modified":"2023-10-05T22:46:33","modified_gmt":"2023-10-05T20:46:33","slug":"der-dom-von-st-marien","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/friesen-und-freiheit\/der-dom-von-st-marien\/","title":{"rendered":"Der Dom von St. Marien"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-627-1\" autoplay preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/03-Kirchenchor.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/03-Kirchenchor.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/03-Kirchenchor.mp3<\/a><\/audio>\n<h4 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a9 &#8211; Gunda von Dehn &#8211; &#8222;Kirchenchor&#8220;\u00a0 &#8211;<strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Die Marienkirche von Marienhafe im Brookmerland<\/strong><\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_689\" style=\"width: 279px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dom-von-St.-Marien-Cover-2-komprimiert.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-689\" class=\"wp-image-689\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dom-von-St.-Marien-Cover-2-komprimiert.jpg\" alt=\"Dom von St. Marien Cover 2 komprimiert\" width=\"269\" height=\"371\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-689\" class=\"wp-caption-text\">Rekonstruktion Schomerus<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333399;\"><strong>Der \u201eDom von St. Marien\u201c im Kontext zur Entstehungszeit<\/strong><\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_687\" style=\"width: 491px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dom-von-St.-Marien-Cover-4.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-687\" class=\"wp-image-687\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dom-von-St.-Marien-Cover-4-1024x534.jpg\" alt=\"Dom von St. Marien Cover 4\" width=\"481\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dom-von-St.-Marien-Cover-4-300x156.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dom-von-St.-Marien-Cover-4-1024x534.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-687\" class=\"wp-caption-text\">Rekonstruktion Schomerus: Dom von St. Marien Marienhafe<\/p><\/div>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">Ist die Kaiserin Maria von Brabant Stifterin des Doms von St. Marien?<\/span><\/h3>\n<p>Der Dom &#8211; ein Abbild der g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfung, so hei\u00dft es. Der \u201eDom von St. Marien\u201c in Marienhafe mit all seinen Geheimnissen aus nebul\u00f6ser Vergangenheit &#8211; ein reizvolles Thema.<br \/>\nWir m\u00f6chten etwas Licht in das diffuse Dunkel tragen. Unsere These soll Denkansto\u00df sein und einen Lichtstreif werfen auf jene Vergangenheit, in welcher der \u201eDom von St. Marien\u201c, das ehemals gr\u00f6\u00dfte Bauwerk zwischen Ems und Weser, entstanden ist.<\/p>\n<address>Als Dom wurde urspr\u00fcnglich jedes Haus Gottes bezeichnet, sp\u00e4ter jedoch in der Bedeutung von Bischofskirche. Ein M\u00fcnster ist eine zu einem Kloster geh\u00f6rende Kirche. Der \u201eDom von St. Marien\u201c war nach diesem Verst\u00e4ndnis also keine Kloster-, sondern eine Bischofskirche. Die Marien-Kirche, am Rande der Di\u00f6zese M\u00fcnster, ist definitiv Sendkirche (kirchl. Gericht) der Propstei \u201eBrokmannia\u201c gewesen.<\/address>\n<p><strong>Lebensdaten<\/strong> der\u00a0<span style=\"color: #0000ff;\"><strong> Maria von Brabant<\/strong> <\/span>(*um 1191-nach 9.3.1260):<br \/>\n1. Ehe\u00a019.5.1214 mit <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Kaiser OTTO IV.<\/span><\/strong> (1182-19.5.1218)<\/p>\n<p>2. Ehe 1220 mit <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Wilhelm I. Graf von Holland<\/strong><\/span> um 1165-4.2.1223<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Wilhelm I. Graf von Holland,<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"> Sohn von Graf Floris II. von Holland (ca. 1138-01.08.1190) <\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\">und der<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"> Adelheid von Schottland (\u20201204\/1212),<\/span><\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span> war zuvor <span style=\"text-decoration: underline;\">verheiratet gewesen<\/span> mit:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Adelheid<\/strong>,<\/span><\/span> der Tochter von <span style=\"color: #993300;\"><strong><em>Otto I. <\/em><\/strong><\/span>(*ca. 1150, +nach dem 30.04.1207), <span style=\"color: #993300;\">Graf von Geldern<\/span> und der<span style=\"color: #993300;\"><em> Richardis von Scheyern-Wittelsbach<\/em> <\/span>(*1173, +21.09.1231),<span style=\"color: #993300;\"> Tochter des Herzogs Otto I. von Bayern<\/span> (1117-11.07.1183) <span style=\"color: #993300;\">und der Agnes von Looz<\/span> (ca. 1150-26.03.1191). Adelheid war die <em>Gro\u00dfmutter<\/em> <em>des<\/em><strong><em> Gegenk\u00f6nigs Wilhelm von Holland<\/em><\/strong> (1247-1256).<\/p>\n<p>Der &#8222;<strong>Groote<\/strong>&#8220; der <strong><span style=\"color: #800000;\">Maria von Brabant <\/span><\/strong>zeigt eine Kirchenabbildung sowie einen <span style=\"color: #800000;\">Adler<\/span> (kein Engel!) unter der gest\u00fcrzten Krone. Der Wappenschild zeigt anscheinend 4 kl. aufrechte L\u00f6wen rechts im Schild und linker Hand einen gro\u00dfen aufrechten L\u00f6wen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Vorgeschichte<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Man nimmt an, dass der erste Kirchenbau um ca. 800 n. Chr. errichtet wurde. Es ist m\u00f6glich, aber nicht zwingend, dass jene Kirche bei dem Dorf Upgant von der Dorfgemeinschaft gegr\u00fcndet und insofern infolge von Missionst\u00e4tigkeiten des Hl. Liudger errichtet worden ist. Der Heilige Liudger missionierte dort um diese Zeit, denn dies war das ihm zugewiesene Missionsgebiet (790 erste Kirchengr\u00fcndung in Leer).<\/p>\n<p>Die erste Holzkirche k\u00f6nnte aber auch \u00e4lter gewesen sein, denn bereits unter dem Friesenk\u00f6nig <strong>Aldgisl<\/strong> (615 &#8211; +689) gab es <strong>Christen<\/strong> und <strong>Aldgisl<\/strong> wie auch dessen Sohn, K\u00f6nig <strong>Redbad <\/strong>(= Radbod), gestatteten Missionierungst\u00e4tigkeiten und lie\u00dfen diese unbehindert. Diesen Missionierungen war jedoch kein gr\u00f6\u00dferer Erfolg beschieden. Bis 714 herrscht Frieden, dann wird Grimoald ermordet, der Sohn von Pippin II. Er ist der Gemahl von Redbads Tochter Theodesinde gewesen. &#8211; Es gibt Krieg! Dieser Krieg steht offensichtlich in engem Kontext zu Grimoalds Tod sowie auch zu Redbads Tochter Theodesinde und dem Sohn Theodald aus der 712 geschlossenen Ehe mit Grimoald.<\/p>\n<p>Theodesinde findet merkw\u00fcrdigerweise nach Grimoalds Tod keine weitere Erw\u00e4hnung. Normalerweise m\u00fcsste sie wieder verheiratet worden sein. M\u00f6glicherweise war sie ermordet worden, denn Grimoald hatte noch ein Konkubinatsverh\u00e4ltnis. Der genannte Rangarius (Ragnar), der Grimoald erschlagen hat, l\u00e4sst sich leider nicht mit Sicherheit als Sohn von Redbad bestimmen.\u00a0 Der sofortige Angriff Redbads nach dem Tod des Rangarius (714) auf die Franken l\u00e4sst auf Blutrache schlie\u00dfen. Ebenso auch die weiteren Reaktionen des Redbad. Es hat offenbar eine deutliche Kehrtwendung in der Denkweise des K\u00f6nigs gegeben, der immerhin seine Tochter einem Christen zur Frau gegeben hatte, was auch mit einer Taufe der Theodesinde verbunden gewesen sein mu\u00df.<\/p>\n<p>K\u00f6nig <strong>Redbad <\/strong>l\u00e4sst nun die christl. St\u00e4tten zerst\u00f6ren und die Missionare verfolgen. Man darf dabei nicht au\u00dfer Acht lassen, dass Redbad in seiner Eigenschaft als K\u00f6nig auch der oberste <strong>Priester<\/strong> gewesen ist und die d\u00e4nischen K\u00f6nige ihre Herkunft von den nordischen G\u00f6ttern <strong>Odin<\/strong> und <strong>Freya<\/strong> herleiteten.<\/p>\n<p>Redbad I K\u00f6nig der Friesen 679-719<br \/>\nRedbads Tochter: Th\u00e9odesinde (od. Theodesindis) heiratet Grimoald II\u00a0 * ca. 708, Herzog der Franken, Major Domus von Austrasien und Neustrien (oder Soissons) und Burgund, ermordet um 714 &#8211; Dynastie P\u00e9pinniden<br \/>\nsie haben den So. Theodald (Theobald, Th\u00e9odobald od. Thibaud)<\/p>\n<p><strong>1. Bauphase um 800 <\/strong><\/p>\n<p><strong>D<\/strong>ie erste Errichtung einer Kirche in dem heutigen Ort Marienhafe wird um 800 angenommen. Eine mit Namen bezeichnete Ortschaft gab es zu jener Zeit dort nicht. Der Ort Marienhafe bildete sich infolge der Kirche sowie des 838 ausgesp\u00fclten Tiefs als Handelsplatz.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>iese erste Kirche an der Stelle von \u201eSt. Marien\u201c war vermutlich eine Holzkirche und weiterhin darf man davon ausgehen, dass dort zuvor ein Heiliger Hain mit Thingplatz gewesen ist, denn dort wurden \u00fcblicherweise die ersten Kirchen errichtet. Der \u201eHeilige Hain\u201c war stets au\u00dferhalb in einiger Entfernung der Ansiedlung. Er bot oft einen makabren Anblick, denn die Priester pflegten die Kadaver der Opfertiere in den heiligen B\u00e4umen aufzukn\u00fcpfen. Ferner dienten die B\u00e4ume auch als Galgen.<\/p>\n<p>Das nahe Upgant geh\u00f6rte vermutlich zu jenem \u201eHeiligen Hain\u201c. Es war eine Bauernsiedlung, die an einem Gatt, der Gant, einem ins Land vorgeschobenen Meeresarm, lag. Vermutlich wurde dort auch Handel getrieben. Das Wort der Goten f\u00fcr \u201eStra\u00dfe\u201c ist \u201egatwo\u201c (schwedisch \u201agata\u2019), im Grunde ein weitl\u00e4ufiger Begriff, der eben einen Zugang markiert wie heute noch das englische Wort \u201egate\u201c. Der Begriff hat sich im Laufe der Jahrhunderte \u201everschoben\u201c in Richtung eines (verschlie\u00dfbaren) Zugangs (Tor) oder auch eine Begrenzung (Gatter). Er bedeutete urspr\u00fcnglich \u201eStra\u00dfe\u201c, womit auch Wasserstra\u00dfen bezeichnet worden sind. Stra\u00dfen wie auch Wasserstra\u00dfen wurden h\u00e4ufig durch Schranken, Ketten etc. zwecks Zollerhebung verschlossen, woraus vermutlich die Begriffsverschiebung resultiert. Von \u201egata\u201c leitet sich das Wort Gatt ab und ebenso das Wort Gant sowie auch die Bezeichnung \u201eJade\u201c, was heute nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar ist.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit der angeblichen Namensgebung von Leybucht und Coppersand. Die vertretene Aussage, diese Namensgebung r\u00fchre her von der Eindeckung der Kirche mit Kupfer auf der einen bzw. Blei auf der anderen Seite des Kirchendaches, um als Landmarke f\u00fcr Schiffe die Unterscheidung von rechts und links m\u00f6glich zu machen, muss leider ins Land der Mythen verwiesen werden. Auch hier ist eine Wortbedeutung fehlinterpretiert worden. Korrekt ist: Die Kircht\u00fcrme dienten als Landmarke; jedoch nicht die Dacheindeckung, was auch v\u00f6llig nutzlos und \u00fcberfl\u00fcssig gewesen w\u00e4re. Kupfer oxydiert rasch zu gr\u00fcn und ist als &#8222;Tarnfarbe&#8220; von Ferne kaum noch auszumachen, zumal \u00fcblicherweise auf dem Kirchhof Baumbewuchs vorhanden gewesen sein wird. Der Name &#8222;Coppersand&#8220; r\u00fchrt her von dem dortigen Handelplatz (Coper = K\u00e4ufer); Ley = Blei deutet hin auf graues Watt. Kupfer als Dacheindeckung w\u00e4re viel zu wertvoll gewesen, um es auf einem halben(!) Dach zu verschwenden. Die Kirche geh\u00f6rte zum Lehngut der H\u00e4uptlingsfamilie tom Brok, die somit finanziell f\u00fcr Unterhalt und Instandsetzung des Gotteshauses &#8222;blutete&#8220;. Die sp\u00e4teren dortigen Hafennutzer, die Piraten St\u00f6rtebeker und Co., sind gewi\u00df hervorragende Seefahrer gewesen, f\u00fcr die solch eine Orientierungshilfe \u00fcberfl\u00fcssig war, was ohnehin v\u00f6llig sinnlos gewesen w\u00e4re, da lediglich eine Fahrrinne zum Ankerplatz beim Kirchturm f\u00fchrte; um die Kirche herum konnten keine Segler\u00a0 fahren. Man hat au\u00dferdem auch keinerlei Kupferreste aus dem Kirchenbrand von 1386 gefunden, hingegen jedoch geschmolzenes Blei aus der ehemaligen Dacheindeckung.<\/p>\n<div id=\"attachment_5015\" style=\"width: 255px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Marienhafe_Hafen_MA.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5015\" class=\"wp-image-5015 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Marienhafe_Hafen_MA-245x300.jpg\" alt=\"Marienhafe_Hafen_MA\" width=\"245\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Marienhafe_Hafen_MA-245x300.jpg 245w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Marienhafe_Hafen_MA-838x1024.jpg 838w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Marienhafe_Hafen_MA.jpg 1308w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5015\" class=\"wp-caption-text\">Marienhafe Hafen um 1400<\/p><\/div>\n<p>Die Befestigung der Kirche \u201eSt. Marien\u201c liegt unter einem Streifen Moorboden auf sandigem Grund (s. Schomerus S. 32 pp.). Dies haben Grabungen ergeben. Dieser Standort deutet darauf hin, dass dort zuvor ein Heiliger Hain auf einem H\u00fcgel gewesen sein kann. Das Charakteristikum Heidnischer Heiligt\u00fcmer war ein \u201eHeiligen Hain\u201c auf einem H\u00fcgel im Verbund mit einer Quelle (Bach). Dies alles war hier zu finden, n\u00e4mlich H\u00fcgel und Bach (heute Kirchenriede) genannt.<\/p>\n<p>Allerdings kann der o. g. Streifen Moorboden auch um das 12. Jh. entstanden sein, als es 150 Jahre lang \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel geregnet hat und viele S\u00fcmpfe entstanden sind. Anwuchs und Lage des Moorstreifens st\u00fctzen diese Theorie.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>ie alte Gaugrenze des Federgaus verlief unterhalb des Fl\u00fcsschens \u201eEhe\u201c nach Freepsum unter Einbezug des Sielm\u00f6nker Busens (den es damals noch nicht gab). Der <strong>Federgau<\/strong> <strong>und<\/strong> somit <strong>Brokmerland<\/strong> geh\u00f6rten vor dem Einbruch der Leybucht (838) zur Vogtei Norden<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\"><\/a>. (1288 Fertigstellung der Andreaskirche in Norden &#8211; vom Bistum Bremen aus). Das Norderland war Teil des Federgaus. Es gab keine Scheidung und das Norderland geh\u00f6rte darum zuerst zum Bistum Utrecht und sp\u00e4ter zum Bistum M\u00fcnster.<\/p>\n<p>Das Jahr <strong>838<\/strong> ist ein markantes Datum, ein Jahr mit einer gewaltigen Sturmflut \u2013 der D\u00fcneng\u00fcrtel zerriss, es gab viele Tote und enormen Landverlust. Die Verw\u00fcstungen durch diese Sturmflut sind heute kaum vorstellbar. Vielleicht mag auch dies zum Kirchenbau gef\u00fchrt haben. Die Leybucht brach ein und das Galgentief bei dem Ort Norden entstand. <strong>N<\/strong>ach dem Einbruch der Leybucht war der Federgau unterteilt durch ein \u00dcberschwemmungsgebiet. Man rechnet, dass in Friesland mindestens 2.500 Menschen den Tod fanden. Bei einem relativ d\u00fcnn besiedelten Gebiet wirft das ein Licht auf die Verw\u00fcstungen, die die Sturmflut hinterlassen hat.<\/p>\n<p>Der Bischof von Bremen beanspruchte nun das Norderland und drang damit durch. \u00d6stringen, R\u00fcstringen, Wangerland, Harlingen, Norderland und ein Teil von Brokmerland geh\u00f6rten nun zum Bremer Sprengel.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref\"><\/a>Die Sprengel der Bisch\u00f6fe von Bremen und M\u00fcnster wurden getrennt bei dem Dorfe <strong>Schott<\/strong>, welches von dieser Scheidung vermutlich seine Benennung hat.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref\">[Wiarda Bd. 1 S. 103-104]<\/a><\/p>\n<p>Das Norderland war Teil des Federgaus und es geh\u00f6rte darum \u2013 wie der ganze Federgau &#8211; bevor es Bremen zugeschlagen wurde, zum Bistum M\u00fcnster.<\/p>\n<ul>\n<li>Zu jener Zeit herrschte der Wikinger <strong>Harald<\/strong> <strong>Klak<\/strong> (*ca. 800 +844 Schlacht von Walcheren \/ Zeeland) \u00fcber die Friesen.\u00a0 Nachfolger von Harald Klak ist dessen Sohn, der Wikinger <strong>Gottfried<\/strong> (*ca. 820). 885 wird <strong>Gottfried<\/strong> ermordet.<strong>885: Gottfrieds<\/strong> <strong>Enkel<\/strong>, G\u00f6ngu-Hrolf (Gangu-Rolf; Rolf der Ganger, Rolf, Robert), als Flottenf\u00fchrer von K\u00f6nig Siegfried von D\u00e4nemark \u00fcberf\u00e4llt Frankreich mit der Wikinger-Flotte. Nachdem Gottfried von Haithabu ermordet worden war, wurde das d\u00e4nische K\u00f6nigshaus in seiner Eigenschaft als von den Franken in Friesland eingesetzte Herrscher \u201eausgebootet\u201c, indem die Belehnung an den Grafen von Holland erfolgte (Geschlecht Widukind). Das ganze Friesland (und auch Nieder-Lothringen), mit dem Gottfried belehnt gewesen ist, ging verloren und das war nicht eben wenig, bedenkt man nur den florierenden Handel. Niemand konnte ernsthaft davon ausgehen, dass Gottfrieds Erben sich das kampflos bieten lie\u00dfen.<\/li>\n<li><strong>D<\/strong>ie Wikingereinf\u00e4lle entlang der K\u00fcste bis weit ins Landesinnere waren offensichtlich eine Reaktion darauf. Man wollte sich zur\u00fcckholen, was die Karolinger gestohlen hatten. F\u00fcr eine R\u00fcckeroberung war kein entsprechend gro\u00dfes Heer vorhanden, aber die Politik der Nadelstiche verhalf auch zu Erfolgen und Zugest\u00e4ndnissen der Frankenherrscher. Gottfrieds Enkel G\u00f6ngu-Hrolf fuhr die Seine hoch, raubte und brandschatzte, stand vor Paris und Karl der Einf\u00e4ltige musste Burgund verpf\u00e4nden, um das von den Wikingern geforderte L\u00f6segeld zahlen zu k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich f\u00fchrte Rolfs Invasion in Nordfrankreich (Normandy) dazu, dass er dort als 1. Herzog eingesetzt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Leybucht brach immer weiter ein. Es entstand eine nat\u00fcrliche Grenze durch \u00dcberflutungsgebiete, die es vorher nicht gegeben hatte. Man mu\u00df sich vorstellen, dass dort von nun an f\u00fcr lange Zeit Ebbe und Flut gingen, da es den Deichbau noch nicht gab. (Erste Deiche wurden um 1000 errichtet.) Bei Flut schauten die H\u00e4user auf den Warften aus der Wasserw\u00fcste, bei Sturmflut oft nur die D\u00e4cher.<\/p>\n<p>Diese Zust\u00e4nde postulierten geradezu einen neuen <span style=\"color: #993300;\">Sendbezirk<\/span> im <span style=\"color: #993300;\">Brokmerland<\/span>. Aber erst <span style=\"color: #993300;\">1251 kam es zur Bildung der Propstei \u201eBrokmannia&#8220;<\/span>.<\/p>\n<p><strong>\u201eAugustinus-Kirche\u201c oder \u201eMarien-Kirche\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Der Dom von <strong>\u201eSt. Marien\u201c<\/strong> in Marienhafe ist gem. einer Urkunde vom 2. November <strong>1387<\/strong> mit dem Namen \u201a<strong>Augustinuskirche\u2019<\/strong> bezeichnet worden. Daraus l\u00e4\u00dft sich der Schlu\u00df ziehen, dass die erste Kirche aufgrund des Dekrets von Karl dem Gro\u00dfen (785 war Sachsen unterworfen) gegr\u00fcndet wurde und demzufolge das seinerzeit neu erstellte Kirchengeb\u00e4ude \u201aAugustinus-Kirche\u2019 genannt worden ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese 1. Kirchengr\u00fcndung um 800 n. Chr. m\u00fc\u00dfte, sofern es eine Volkskirche gewesen ist, eine Hundertschaft in der N\u00e4he ans\u00e4ssig gewesen sein. Upgant ist aber nur eine kleine Bauernschaft gewesen. In solchen F\u00e4llen, die ja recht h\u00e4ufig vorkamen, waren die herrschenden Familien per Dekret aufgefordert, Eigenkirchen zu errichten. Vermutlich war dies deshalb eine Eigenkirche, welche auch von der Bev\u00f6lkerung genutzt wurde.<\/p>\n<p><strong>E<\/strong>s wurde arch\u00e4ologisch festgestellt, dass der Kirchturm der \u201eMarien-Kirche\u201c nicht von Anbeginn eine Einheit mit der Kirche gebildet hat, sondern sp\u00e4ter integriert worden ist (3 m starke Mauern). Es hat einen separaten Turm gegeben, der \u00fcbrigens mehrfach umgebaut worden ist, und ein kleines Kirchengeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Der Turm k\u00f6nnte also urspr\u00fcnglich auch ein Stinsen (Wohnturm) auf einer kleinen Warf gewesen sein, der dem sog. \u201eBern\u201c-Geschlecht geh\u00f6rte, wobei die Kirche dann die Hauskirche gewesen sein wird. Das \u201eBern\u201c-Geschlecht mag demnach eine gewisse Affinit\u00e4t zum Augustiner-Orden gehabt haben. (Ich komme sp\u00e4ter darauf zur\u00fcck. <span style=\"text-decoration: underline;\">Dom und Turm<\/span> (der Turm wird ausdr\u00fccklich separat genannt) von Marienhafe wurden als Eigentum des <span style=\"color: #993300;\">Ritters Ocko tom Brok<\/span> dem <span style=\"color: #993300;\">Herzog Albrecht von Bayern \u2013 Graf von Holland<\/span> \u2013 als <strong>Lehngut<\/strong> angetragen, wie aus der Urkunde von <strong>1381<\/strong> hervorgeht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Die Zeit des 2. Kirchenbaus<\/strong> deckt sich in etwa mit der Zeit des &#8222;Bern-Geschlechts&#8220;,\u00a0 jener Zeit, in der die Komitate <strong>Bernhards <\/strong>und seines Bruders <strong>Aeidads<\/strong> (Adalbero) mit der Grafschaft im <strong>Ems-<\/strong> und <strong>Federgau<\/strong> zu identifizieren sind. Somit haben wir hier den Beleg f\u00fcr das \u201eBern\u201c-Geschlecht, dem Upgant (bei Marienhafe) zinspflichtig gewesen ist. Die <strong>Fuldaer<\/strong> Schenkungsurkunde von <span style=\"color: #993300;\"><strong>945<\/strong><\/span> belegt, dass die Siedlung von <strong>Upgant<\/strong> aus Bauern bestanden hat.<\/p>\n<p>Mit \u201ecuria\u201c wurde sowohl ein Probst- oder Abt-Sitz (Kirchenherrensitz) als auch die gr\u00e4fliche Verwaltung bezeichnet. Dies steht im Zusammenhang mit dem lat. &#8222;curtis&#8220; = Hof. Der &#8222;curtis regia&#8220; ist der K\u00f6nigshof. &#8211; Es ist das <strong>\u201eBern\u201c-Geschlecht<\/strong> an der \u201e<strong>Riede<\/strong>\u201c als &#8222;curia&#8220; genannt.<\/p>\n<p>Die Kirche entstand auf der Warft neben der Holzkirche (im heutigen Mittelschiff). Sie war sehr klein und bestand wohl haupts\u00e4chlich aus Feldsteinen, die beim sp\u00e4teren Ausbau als Fundament benutzt wurden. Der Lehmfu\u00dfboden dieser Kirche liegt gut 1 m unter dem Backsteinfu\u00dfboden. Etwa gleiche Fundamente fand man in der <strong>K\u00f6nigspfalz<\/strong> <strong>Paderborn<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>er kirchliche Grundbesitz beruhte vorwiegend auf Schenkungen des Adels, der sich <strong>Vogteien<\/strong> und Nutzungsrechte vorzubehalten pflegte. Diese \u201eSchenkungen\u201c aber geschahen h\u00e4ufig nicht freiwillig, sondern unter Ber\u00fccksichtigung machtpolitischer Kriterien auf Anordnung des Kaisers (z.B. Kaiser Heinrich II.). Bisweilen wurden diese Schenkungen dann vom Nachfolger wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Zur Erinnerung:<\/span> <span style=\"color: #993300;\">Bildung der Propstei \u201eBrokmannia&#8220; &#8211; urkundl. erst <strong>1251 <\/strong>erw\u00e4hnt. <\/span>Der Federgau geh\u00f6rte zum s\u00e4chsischen Eigengut wie auch Fivelgau und Hunsegau.<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3921\" style=\"width: 137px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Ritter-Nordgiebel.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3921\" class=\"wp-image-3921 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Ritter-Nordgiebel.jpg\" alt=\"Ritter Nordgiebel\" width=\"127\" height=\"281\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3921\" class=\"wp-caption-text\">Ritter Nordgiebel<\/p><\/div>\n<p><strong>Die gro\u00dfe 3. Bauphase<\/strong> war sch\u00e4tzungsweise 1220-1250. In diesem Zusammenhang tut sich eine weitere M\u00f6glichkeit der Namensherkunft auf und zwar durch <strong>Maria<\/strong> <strong>von<\/strong> <strong>Brabant<\/strong>. Die Kirche k\u00f6nnte aufgrund der Stiftung der Maria umbenannt worden sein, d.h. der neue Weihename w\u00e4re \u201eMarien\u201c-Kirche gewesen. Dem <span style=\"text-decoration: underline;\">widerspricht<\/span> aber die Urkunde von <span style=\"color: #993300;\"><strong>1387<\/strong><\/span>, wobei auch schlicht ein Versehen der Curie vorliegen kann, was aber eher unwahrscheinlich ist.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>enkbar ist eine weitere Alternative, wie nachstehend ersichtlich, n\u00e4mlich abermals aufgrund der Stiftung der Maria von Brabant. Die Bev\u00f6lkerung hat den Namen der Kirche urspr\u00fcnglich auf die Stifterin bezogen, was gewisserma\u00dfen zu einer doppelten Bedeutung f\u00fchrte. Der Weihename \u201eAugustinus-Kirche\u201c ging dadurch unter. Im Laufe der Zeit geriet auch die Stifterin in Vergessenheit. Es vollzog sich eine Wandlung zu \u201e<span style=\"color: #993300;\"><strong>St. Marien<\/strong><\/span>\u201c.<\/p>\n<p><strong>M<\/strong>\u00f6glicherweise sind neben der Stifterfigur 2 weitere Steinbildnisse von Maria von Brabant vorhanden gewesen. Die Zahl \u201e3\u201c war im Mittelalter eine magische Zahl (Hl. Dreifaltigkeit), die \u00fcberall Eingang gefunden hat, z. B. bei der Rechtsprechung, wo stets 3 x zur Er\u00f6ffnung der Verhandlung mit dem Richterstab auf den Tisch geschlagen wurde und bei der Anrede des Richters 3 mal das Wort \u201cHerr\u201c widerholt wurde etc.<\/p>\n<p>Upgant und Marienhafe liegen rechts und links der \u201eKerkenriede\u201c = Kirchenriede, einem Zufluss zur Riede. Das Fl\u00fcsschen \u201e<strong>Riede<\/strong>\u201c aber entsprang bei dem heutigen <span style=\"color: #993300;\"><strong>Upende<\/strong><\/span>, f\u00fchrte von dort direkt an der \u201e<span style=\"color: #993300;\"><strong>Olde<\/strong> <strong>Borg<\/strong>\u201c<\/span> vorbei zur <strong><span style=\"color: #993300;\">Gant<\/span><\/strong>, dem ins Land vorgeschobenen Meeresarm. Die <span style=\"color: #993300;\">Riede<\/span> verschmolz dann mit der 838 eingebrochenen <span style=\"color: #993300;\">Leybucht<\/span>, die sich nach dem ersten Einbruch \u00fcber die Jahrhunderte hinweg stetig ausdehnte und 1372 noch einmal durch eine heftige Sturmflut gewaltig vergr\u00f6\u00dfert wurde.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Federgau-Mittelalter3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3295 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Federgau-Mittelalter3.png\" alt=\"Federgau Mittelalter3\" width=\"859\" height=\"260\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Federgau-Mittelalter3-300x90.png 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Federgau-Mittelalter3.png 859w\" sizes=\"(max-width: 859px) 100vw, 859px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>I<\/strong>n den Brookmer Willk\u00fcren (Willk\u00fcren = &#8222;freiwillige Gesetze&#8220;), 1276 niedergeschrieben, taucht der Begriff \u201eHof der Maria\u201c auf. Dieser \u201eHof der Maria\u201c wird vorwiegend in Marienhafe vermutet. An sich ist es logischer, dass dieser Hof das heutige <span style=\"color: #993300;\">Oldeborg<\/span> gewesen ist. Ein <span style=\"color: #993300;\">Hof<\/span> in damaliger Zeit ist ein \u201e<span style=\"color: #993300;\">Herrenhof<\/span>\u201c mit Hofhaltung gewesen, ein sog. &#8222;<span style=\"color: #993300;\">Nobilishof<\/span>&#8220; und kein simpler Bauernhof, der \u00fcberdies gar nicht gen\u00fcgend Platz geboten h\u00e4tte f\u00fcr die Ordensleute und die \u00fcppige Anzahl der Bediensteten. Somit ist mit der \u201eRiede\u201c, an welcher der &#8222;Hof der Maria&#8220; lag, nicht die Kirchenriede von Marienhafe gemeint, sondern jenes Fl\u00fcsschen, das an der \u201eOlde Borg\u201c vorbeif\u00fchrte. An dieser Riede also residierte das genannte \u201eBern\u201c-Geschlecht. Mit diesem\u00a0 \u201eBern\u201c-Geschlecht kann aber nur das Haus <span style=\"color: #993300;\">Sachsen<\/span> gemeint sein, was bedeutet, dass dies vermutlich ein Lehen von <strong>Kaiser Otto I.<\/strong> an das Bern-Gechlecht gewesen ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_855\" style=\"width: 109px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Kaiser-Ottos-Signum2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-855\" class=\"wp-image-855 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Kaiser-Ottos-Signum2.jpg\" alt=\"Kaiser Ottos Signum2\" width=\"99\" height=\"82\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-855\" class=\"wp-caption-text\">Signum Kaiser Otto<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesem \u201eBern\u201c-Geschlecht, das mit dem s\u00e4chsischen Pfalzgrafen \u201e<span style=\"color: #993300;\">Bern<\/span>\u201c = <span style=\"color: #993300;\">Adalbero von Sachsen, Graf in Hessen- und Liesgau<\/span> (vermutl. Immedinger) gleichzusetzen sein wird, entstammte auch der <span style=\"color: #993300;\"><strong>Heilige Bernward<\/strong>.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der Lebensbeschreibung des <span style=\"color: #993300;\">Bernward<\/span> ist bekannt, da\u00df der <span style=\"color: #993300;\">Pfalzgraf<\/span> sowohl S\u00f6hne als auch T\u00f6chter hinterlie\u00df. Au\u00dfer den beiden T\u00f6chtern kann mit Sicherheit nur noch <span style=\"color: #993300;\"><strong>Folcmar<\/strong><\/span> (Kurzform <span style=\"color: #993300;\">Poppo<\/span>) nachgewiesen werden. Die Vita nannte ihn einen avunculus religiosus diaconus Folcmar Bischofs <span style=\"color: #993300;\">Bernward<\/span>. <span style=\"color: #993300;\">Folcmar<\/span> war h\u00f6chstwahrscheinlich k\u00f6niglicher Kanzler. Mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit l\u00e4\u00dft sich das Diplom von 975, das einen <span style=\"color: #993300;\">Poppo cancellarius<\/span> auff\u00fchrt, auf ihn beziehen. 976 wurde <span style=\"color: #993300;\">Folcmar<\/span> zum <span style=\"color: #993300;\">Bischof von Utrecht<\/span> geweiht. Er \u00fcbte sein Amt bis zu seinem Tode am 11. Dezember 991 aus. Die Vita Joh. Gorc. bezeichnete ihn unmittelbar als <span style=\"color: #993300;\"><strong>Sohn<\/strong><\/span> des <span style=\"color: #993300;\"><strong>Pfalzgrafen<\/strong><\/span> <span style=\"color: #800000;\"><strong>Bern<\/strong><\/span> und charakterisierte ihn als <span style=\"color: #993300;\">pontifex clarissimus atque in grege doctorum admodum celebratus.<\/span> Thietmar von Merseburg f\u00fchrte ihn als <span style=\"color: #993300;\">Poppo venerabilis episcopus<\/span> in seiner Chronik auf.<\/p>\n<p>Im 12. Jh. ist <span style=\"color: #993300;\"><strong>Kaiser<\/strong> <strong>Lothar<\/strong><\/span> Eigent\u00fcmer von Friesland (Eigengut der Sachsenherz\u00f6ge). Seine Halbschwester <span style=\"color: #993300;\"><strong>Petronella<\/strong><\/span> (Gertrud), <span style=\"color: #993300;\"><strong>Gr\u00e4fin von Holland<\/strong><\/span>, bekommt <strong>1125<\/strong> <span style=\"color: #993300;\"><strong>Ostergo<\/strong><\/span> und <span style=\"color: #993300;\"><strong>Westergo<\/strong><\/span> von <strong>Kaiser<\/strong> <strong>Lothar<\/strong> zugeschlagen (aus der Regentschaft des Bischofs von Utrecht \/ Godebald 1112-12.\/13.11.1127).<\/p>\n<p><strong>Anfang\u00a0 13. Jh. soll der sog. \u201eHof der Maria\u201c dem Pr\u00e4monstratenser-Orden &#8222;geschenkt&#8220; worden sein. <\/strong><\/p>\n<p>J. G. Schomerus schreibt, da\u00df der <span style=\"color: #800000;\">Stifter des Doms<\/span>, einer omin\u00f6sen Nachricht von <strong>1632<\/strong> zufolge, einem <strong>Nobilisgeschlecht<\/strong> angeh\u00f6rte. (La Serre \u201eLe Tombeau des D\u00e9lices du Monde\u201c Das Grab der Freuden der Welt Br\u00fcssel 1632 &#8211; s. Schomerus \u201eDie Marienkirche von Marienhafe&#8220; S. 11)<\/p>\n<p>Diese Wendung \u201e<span style=\"color: #993300;\">Nobilis<\/span>&#8211;<span style=\"color: #993300;\">Geschlecht<\/span>\u201c kann sich <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> auf ein Geschlecht aus dem Niederadel beziehen, sondern bezeichnet ein Haus des <span style=\"color: #993300;\">Hochadels<\/span>, denn bei dem genannten \u201eBern-Geschlecht\u201c kann es sich nur um die <span style=\"color: #993300;\">Sachsenherz\u00f6ge<\/span> bzw. deren Seitenlinien handeln. (nobilis = bedeutet gelegentlich auch \u201eber\u00fchmt\u201c; <span style=\"color: #993300;\">nobilissimus<\/span> war der Titel f\u00fcr den <span style=\"color: #993300;\">kaiserlichen Kronprinzen<\/span>) Die sozialen Grenzlinien verliefen im 14. Jh. zwischen <strong><span style=\"color: #993300;\">Hoch<\/span>&#8211;<\/strong> und <span style=\"color: #993300;\"><strong>Niederadel<\/strong><\/span>, also <span style=\"color: #993300;\"><strong>nobility<\/strong><\/span> und <span style=\"color: #993300;\"><strong>gentry<\/strong><\/span>, <span style=\"color: #993300;\"><strong>baron<\/strong><\/span> und <span style=\"color: #993300;\"><strong>chevalier<\/strong><\/span>.[1] &#8222;<strong><span style=\"color: #993300;\">Nobilis<\/span>&#8222;<\/strong> deutet ganz klar auf <span style=\"color: #993300;\"><strong>Hochadel<\/strong><\/span> hin. Schomerus vermutet eine Namensverwechslung zwischen &#8222;Tzerclaes&#8220; (heute &#8222;t\u2019Serclaes&#8220; geschrieben = Sohn des Claes) und &#8222;Circsena&#8220; (= Circs Sohn). Das mag sicher korrekt sein, dennoch weisen nicht nur die Nachrichten von 1638 (s.u.) darauf hin, dass das Geschlecht der <span style=\"color: #993300;\"><strong>Herz\u00f6ge von Brabant<\/strong><\/span> einst Lehnherren der <span style=\"color: #993300;\">Grafen von Holland<\/span> (Brookmerland geh\u00f6rte dazu) gewesen sind, sondern auch Urkunden pp.<\/p>\n<h3>Welches Nobilisgeschlecht kommt in Frage? Geh\u00f6rte der &#8222;Dom von St. Marien&#8220; zum Besitztum der Herz\u00f6ge von Brabant?<\/h3>\n<p>Das kann best\u00e4tigt werden, denn \u201e<strong>Marienhove<\/strong>\u201c hat laut Genealogie der t\u2019Serclaes (Graf Tilly \u2013 Flandern\/Brabant) vormals zu deren Besitzungen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Nicolaus Rittershusen schreibt dazu im Jahr <strong>1638 <\/strong>im Vorwort seiner Widmung f\u00fcr den <strong>Grafen Tilly<\/strong>: \u201e<em>Welche Dienste haben nicht auch deren Nachkommen Karl d. Gr. geleistet? Die diesbez\u00fcgliche Bedeutung ist immer auch bemerkenswert gewesen, wie die gro\u00dfe Zahl von Landbesitz in Ostfriesland anzeigt, womit sie sich durch das Geschenk dieses gro\u00dfen Monarchen belohnt gewusst haben, wie von Marienhove, wo eure Ahnen begraben sind<\/em> (tats\u00e4chlich gab es im Dom eine Grabst\u00e4tte), <em>oder um es besser zu sagen, wo sie sich noch einmal Unsterbliches geleistet haben, indem sie eben diesen Landbesitz dem heiligen Norbert schenkten&#8220;.\u00a0<\/em> <strong>S<\/strong>omit waren zu jener Zeit die Vorg\u00e4nge noch halbwegs bekannt. In dieser Beziehung L\u00fcgen aufzutischen, das w\u00e4re dem Nikolaus Rittershusen \u00fcbel bekommen. Aber hinsichtlich der hist. Vorg\u00e4nge um und mit Karl d. Gr. sind m. E. einige Dinge durcheinander geraten, 814 gab <strong>Ludwig der Fromme<\/strong> den Friesen das &#8218;<em>ius (das Recht) paternae (v\u00e4terlich) hereditatis<\/em>&#8218; (Erbschaft) zur\u00fcck, welches sie unter <span style=\"color: #800000;\"><strong>Karl d. Gr.<\/strong> (+814) wegen ihrer &#8222;Treulosigkeit&#8220; verloren hatten<\/span>. Dieses frs. Gebiet geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich zum <span style=\"color: #993300;\">s\u00e4chsischen Eigengut, welches als <strong>Lehen<\/strong> an Brabant bzw. als Afterlehen an Holland vergeben war<\/span> (durch polit. Gegebenheiten traten hier zwischenzeitlich Ver\u00e4nderungen ein).<\/p>\n<p>&#8211; Ist aber wirklich ein &#8222;<em>Geschenk<\/em>&#8220; des Hauses Brabant an die Pr\u00e4monstratenser gemeint oder aber ist dieser Ausdruck lediglich ein Synomym f\u00fcr eine Widmung, die Gew\u00e4hrung einer Gnade, f\u00fcr die Erlaubnis, das Land zu nutzen und dort die Kirche ausbauen und ein Kloster errichten zu d\u00fcrfen? Diese Redewendung kennen wir ja heutzutage auch noch, z. B. als gro\u00dfz\u00fcgige Gnade Gottes. (Wenn wir &#8222;\u00fcber den gro\u00dfen Teich gehen&#8220;, dann &#8222;gehen&#8220; wir auch nicht, sondern nehmen Schiff oder Flugzeug in Anspruch.)<\/p>\n<div id=\"attachment_824\" style=\"width: 130px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Norbert_von_Xanten.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-824\" class=\"wp-image-824\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Norbert_von_Xanten.jpg\" alt=\"Norbert_von_Xanten\" width=\"120\" height=\"198\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-824\" class=\"wp-caption-text\">Norbert von Xanten<\/p><\/div>\n<p>&#8211; Ist <em>Norbert<\/em> pers\u00f6nlich gemeint oder der Pr\u00e4monstratenser-Orden? Die Aussage von Rittershusen verwischt die Begebenheiten etwas, denn die sprachliche Wendung \u201e&#8230;dem <strong>Heiligen Norbert<\/strong> schenken&#8230;\u201c war \u00fcblich und meinte tats\u00e4chlich den Orden und nicht die Person des Norbert. Insofern kann der Zeitpunkt dieses Geschehens nicht mit Hilfe von Norberts Lebensdaten eingegrenzt werden. Wenn <strong>Maria von Braban<\/strong>t die Herrin des Anwesens gewesen ist, kann der<strong> \u201eHof der Maria\u201c <\/strong>dem Pr\u00e4monstratenser-Orden <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">auf keinen Fall<\/span> zur Lebenszeit <\/strong>von<strong> Norbert<\/strong> gestiftet worden sein. Zweifelsfrei bezieht sich diese Aussage von Rittershusen auf den Pr\u00e4monstratenser-Orden, der um 1120 von Norbert von Xanten gegr\u00fcndet wurde. 1134 starb Norbert von Xanten und wurde erst <strong>1582<\/strong> heilig gesprochen.<\/p>\n<p>Eine in Betracht kommende \u201eMaria\u201c als Namensgeberin des \u201eHofes der Maria\u201c ist <em>w\u00e4hrend der Zeit des Lebensweges von Norbert<\/em> nicht zu ermitteln, es sei denn, man bezieht sich auf die \u201eJungfrau Maria\u201c und stuft das Anwesen als zur &#8222;<span style=\"color: #800000;\">Marien<\/span>&#8222;-Kirche von Marienhafe zugeh\u00f6rig ein, obwohl diese Kirche offenbar \u201e<span style=\"color: #993300;\">Augustinus<\/span>&#8222;-Kirche hie\u00df. Wendet man also diesen Winkelzug an, dann w\u00e4re der \u201eHof der Maria\u201c jedoch <span style=\"color: #800000;\">Kirchengut<\/span> gewesen, was widerum bedeuten w\u00fcrde, dass er kaum den Pr\u00e4monstratensern geschenkt worden sein wird. \u00dcblich waren <span style=\"text-decoration: underline;\">Schenkungen des Adels an die Kirche bzw. deren Orden<\/span>, die Kirche verschenkte definitiv kein Land an ihre\u00a0 Orden; dies w\u00e4re auch widersinnig und kontr\u00e4r zu den Armutsgeboten der Orden.<\/p>\n<p>\u00dcberdies schreibt Rittershusen ja, dass die <span style=\"color: #993300;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Vorfahren<\/span> des Grafen Tilly<\/strong><\/span> den Besitz geschenkt h\u00e4tten, was ohnehin die kath. Kirche als &#8222;G\u00f6nner&#8220; ausschlie\u00dfen w\u00fcrde.\u00a0 &#8211; <strong><span style=\"color: #993300;\">Graf Tilly entstammte bekannterweise dem Grafen\/Herzogshaus Flandern\/Brabant! <\/span><\/strong><span style=\"color: #993300;\"><span style=\"color: #000000;\">(s. Beitrag Stammtafel Tilly) Somit treffen wir abermals auf &#8222;<span style=\"color: #800000;\">Maria von Brabant<\/span>&#8220; als m\u00f6gliche Stifterin.<\/span><\/span><strong><span style=\"color: #993300;\"><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><span style=\"color: #008000;\">Eine &#8211; <em>vielleicht<\/em> <em>abenteuerliche<\/em> &#8211; \u00dcberlegung m\u00f6chte ich erg\u00e4nzen: Ich hege starken Zweifel an einer wirklichen &#8222;<em>Schenkung<\/em>&#8222;. Lag tats\u00e4chlich eine Schenkung vor oder nur eine zeitweise \u00dcberlassung? Es k\u00f6nnte sich bei der Aussiedlung des Convents ebensogut um eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Strafma\u00dfnahme<\/span> gehandelt haben, weswegen der Konvent auch kein neues bzw. ordentliches Kloster zugewiesen bekam. Ein eigenes Kloster h\u00e4tten die Konventsmitglieder mit ihren Hilfskr\u00e4ften in weniger als 5 Jahren aufbauen k\u00f6nnen! Das Haus Brabant hat viele Kl\u00f6ser gestiftet. Warum bekam dieser Konvent lediglich einen alten Nobilis-Hof zugewiesen? Evtl. kann man davon ausgehen, dass die Hilfsarbeiten am &#8222;Dom von St. Marien&#8220;, die vom Konvent geleistet wurden, zu\u00a0 (durchaus \u00fcblichen) &#8222;Strafma\u00dfnahmen&#8220; geh\u00f6rten. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><span style=\"color: #008000;\">Wenn <strong>Kene <\/strong>(&#8222;Keno&#8220; = vermutl. Lateinisierung = Singular von Kennen = K\u00f6nigsrichter)<strong> von Norden<\/strong> nach Abzug des Konvents diesen sog. &#8222;Hof der Maria&#8220;, die sp\u00e4tere <strong>Kennenburg<\/strong>, erhielt, dann hat er damit auch die richterliche Gewalt des Grafenhofes f\u00fcr die Provinz \u00fcbernommen, falls er diese nicht ohnehin schon besa\u00df, weil Brokmerland zur Vogtei Norden geh\u00f6rte, verbunden mit dem M\u00fcnzrecht, welches an der Belegenheit haftete. Somit scheint es mehr als zweifelhaft, dass der Konvent den Nobilis-Hof geschenkt bekommen hat. Gr\u00f6\u00dfer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Anwesen lediglich zur Nutzung (Nie\u00dfbrauch) \u00fcberlassen wurde. Wie h\u00e4tte ein Konvent das an der Belegenheit haftende Blutgericht durchf\u00fchren sollen? Wie Gerichtsbarkeit \u00fcben ohne entspr. juristisches Wissen? Auch im Mittelalter genossen Juristen eine ordentliche Ausbildung. &#8211; M\u00fcnzrecht f\u00fcr einen Konvent? Das w\u00e4re ein Novum. &#8211; Die (u.a. aufgrund von arch. Ausgrabungen an der Kirche) gesch\u00e4tzte Zeitspanne von rd. 30 Ausbau-Jahren (3. Bauphase des Doms &#8211; ca. 1220-1250) ist insofern bemerkenswert, als dies durchaus auch ein Zeitraum von mehr als 30 Jahren gewesen sein k\u00f6nnte. (40 Jahre wanderte Moses durch die W\u00fcste. &#8211; Man nahm im Mittelalter oft auf derartige Ereignisse Bezug.) Als das neue Kloster Aland endlich bezogen wurde, sind (gemessen an der geringen Lebenserwartung der Menschen jener Zeit) die meisten Mitglieder der anf\u00e4nglichen kl\u00f6sterlichen Gemeinschaft bereits verstorben gewesen. Das deutet auf einen eklatanten Fall von Strafversetzung und Neubeginn!<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die <strong>Grafen von <i>Flandern<\/i><\/strong> bekamen (im 7. Jh. das Gebiet von Br\u00fcgge und Sluis) gegen <strong>Ende des 9. Jh.<\/strong> den gesamten K\u00fcstenstrich bis nach <span style=\"color: #800000;\"><strong>Bononia<\/strong><\/span> als <span style=\"color: #800000;\"><strong>Mark<\/strong><\/span> verliehen, um das Gebiet gegen die Normannen zu sch\u00fctzen. Der erste <strong>Markgraf<\/strong> war <strong><span style=\"color: #800000;\">Balduin I. Eisenarm<\/span> <\/strong>(+879), ein westfr\u00e4nkischer Ritter aus Laon. <span style=\"color: #800000;\">Balduin<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Eisenarm<\/span> entf\u00fchrte keck die Tochter <span style=\"color: #800000;\">Kaiser Karls des Kahlen, Judith<\/span>.\u00a0 Er erhielt dennoch oder gerade deswegen 862 die<span style=\"color: #800000;\"><strong> Mark Flandern<\/strong> <\/span>als Lehen vom Kaiser.<\/p>\n<div id=\"attachment_6296\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/BononiaBologna-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6296\" class=\"wp-image-6296 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/BononiaBologna-Kopie-300x229.jpg\" alt=\"Microsoft Word - Dokument1\" width=\"300\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/BononiaBologna-Kopie-180x138.jpg 180w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/BononiaBologna-Kopie-300x229.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/BononiaBologna-Kopie-1024x782.jpg 1024w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/BononiaBologna-Kopie.jpg 1626w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6296\" class=\"wp-caption-text\">Bononia &#8211; Wikipedia, the free encyclopedia<\/p><\/div>\n<p>Das Haus Flandern\/Brabant besitzt eine tiefreichende Tradition bez\u00fcglich der Kreuzz\u00fcge:<\/p>\n<p>Der 2. Sohn des Grafen <strong>Eustach II.<\/strong> von Boulogne und der <strong>Ida<\/strong>, Tochter von Herzog Gottfried III. von <strong><span style=\"color: #800000;\">Niederlothringen<\/span><\/strong>, war <span style=\"color: #000000;\"><span class=\"st\"><span style=\"color: #800000;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Gottfried von <em>Brabant<\/em>,<\/span> <em>Herzog<\/em> von Niederlothringen,<\/strong><\/span> Eroberer und Besch\u00fctzer des Hl. Grabes im 1. Kreuzzug 1099. <\/span><\/span>&#8211; Nachdem Raimund von Toulouse die K\u00f6nigskrone von Jerusalem abgelehnt hatte, lie\u00df <span style=\"color: #800000;\"><strong>Gottfried<\/strong><\/span> sich &#8211; anstelle der K\u00f6nigsw\u00fcrde von Jerusalem &#8211; den Titel eines <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><i><a class=\"mw-redirect\" style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\" title=\"Advocatus sancti sepulchri\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Advocatus_sancti_sepulchri\">advocatus sancti sepulchri<\/a><\/i>,<\/span><\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"> eines \u201eBesch\u00fctzers des Heiligen Grabes\u201c verleihen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Diesem<strong> Gottfried<\/strong><\/span> von Bouillon (der Beiname r\u00fchrt von der Burg Bouillon, welche er erobert hat) folgte nach nur 1 Herrschaftsjahr<b> Balduin von Boulogne, Graf von Verdun<\/b> (+2. April 1118), von 1098 bis 1100 <span style=\"color: #800000;\">Graf von Edessa<\/span> und von 1100 bis 1118 <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig von Jerusalem<\/span>. (Seine Grafschaft r\u00fchrt aus Boulogne-sur-Mer am \u00c4rmelkanal her.)<\/p>\n<div id=\"attachment_3923\" style=\"width: 162px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Gottfried-von-Boullion.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3923\" class=\"wp-image-3923\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Gottfried-von-Boullion.jpg\" alt=\"Gottfried von Boullion\" width=\"152\" height=\"218\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3923\" class=\"wp-caption-text\">Gottfried von Bouillon\u00a0 von Giacomo Jaquerio, 1418-1430 Schloss Manta, Saluzzo\/Italien<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><strong>Balduin I.,\u00a0K\u00f6nig von Jerusalem, <\/strong><span style=\"color: #000000;\">war der Onkel von<\/span><strong> BALDUIN II. <\/strong><\/span>(+21.8. 1131) <span style=\"color: #800000;\">Letzterer<\/span> wurde von <span style=\"color: #800000;\">Balduin I.<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>1100<\/strong><\/span> zu dessen Nachfolger in <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Edessa<\/span><\/strong> ernannt. <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Balduin II.<\/span> <\/strong><\/span>wurde nach dem Tode seines Onkels am 14.4. 1118 zum <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">K\u00f6nig von Jerusalem<\/span><\/strong><\/span> gekr\u00f6nt.\u00a0 Sein <strong>Nachfolger<\/strong> wurde sein <span style=\"color: #800000;\"><strong>Schwiegersohn Fulko Graf von Anjou.<\/strong><span style=\"color: #0000ff;\">[<\/span><\/span>3]\n<p><em>K\u00f6nig Balduin II. von Jerusalem arrangierte 1127 eine Ehe seiner \u00e4ltesten Tochter und Erbin Melisinde mit Graf Fulko von Anjou. Fulko \u00fcberlie\u00df sein geordnetes Erbe seinem \u00e4ltesten Sohn und wurde K\u00f6nig von Jerusalem. &#8211; Fulko schlo\u00df Frieden mit den Normannen und verheiratete seine Tochter Alice (Isabelle) mit K\u00f6nig Heinrichs Erben William\u00a0Atheling. Dieser Friede \u00fcberdauerte den fr\u00fchen Tod des Atheling (1120)\u00a0 und m\u00fcndete schlie\u00dflich 1128 in dem Ehebund der Erbtochter Heinrichs, Mathilde (Maud), mit Fulkos Erbsohn Gottfried.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Die Wahl zum <span style=\"text-decoration: underline; color: #ff0000;\"><strong>1. Kaiser von Byzanz\u00a0(Konstantinopel &#8211; Lat. Kaiserreich)<\/strong> <\/span>(nach der Eroberung durch die Kreuzfahrer April <b>1204<\/b>) fiel auf Graf <\/span><span style=\"text-decoration: underline; color: #ff0000;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Balduin IX. aus dem Hause Flandern!<\/span><\/strong><\/span><strong> &#8211; <\/strong>(*1171 + 11.7.1205) <span style=\"color: #800000;\">Balduin<\/span> nahm 1199 das Kreuz; er war verh. mit <span style=\"color: #800000;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Marie von Blois-Champagne\u00a0Gr\u00e4fin von <span style=\"text-decoration: underline;\">Flandern und Hennegau<\/span><\/span> &#8211; Lat. Kaiserin<\/strong><\/span> (*ca. 1174 +29.8.1204 in Akkon) &#8211;\u00a0 Marie war die j\u00fcngere Tochter des <span style=\"color: #800000;\">Grafen Heinrich I. von Blois-Champagne und der Marie von Frankreich, Tochter von K\u00f6nig Ludwig VII.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Balduins Bruder <strong>Heinrich<\/strong><\/span> nahm ebenfalls am Kreuzzug teil, nebst vielen von Adel aus <span style=\"color: #993300;\">Flandern und Hennegau<\/span>, namentlich auch <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Dietrich,<\/strong><\/span> ein nat\u00fcrlicher <span style=\"color: #800000;\">Sohn des <span style=\"color: #000000;\">fr\u00fcher verstorbenen<\/span> Grafen <strong><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Philipp<\/span> von Flandern<\/span>. <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\">Philipp<\/span><\/strong><\/span><b>,<\/b> aus dem Hause Elsa\u00df, war der zweite Sohn aus der 1134 geschlossenen Ehe des <strong><span style=\"color: #800000;\">Grafen Dietrich (von Flandern) <\/span><\/strong><span style=\"color: #800000;\">mit<\/span><strong><span style=\"color: #800000;\"> Sibylle, <\/span><\/strong><span style=\"color: #800000;\">der<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #008000; text-decoration: underline;\">Tochter<\/span> des<\/span><strong><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #008000; text-decoration: underline;\"> Grafen Fulko V. von Anjou,<\/span>\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><span style=\"color: #008000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Nachfolger\u00a0von Balduin II im Amt des <strong>K\u00f6nigs<\/strong> von <strong>Jerusalem<\/strong><\/span> (+1144).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><strong>Kaiser Balduins Tochter Margarete II<\/strong><\/span><\/span><strong> (+1280), <span style=\"color: #800000;\">Gr\u00e4fin von Flandern und Hennegau<\/span> heiratet Guillaume II., <span style=\"color: #0000ff;\">Herr von Dampierre <\/span><\/strong><span style=\"color: #808080;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">deren Sohn <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Guillaume III.<\/strong>, Herr von Kortrijk, <span style=\"color: #000000;\">wird als<\/span> <strong><span style=\"color: #800000;\">Wilhelm II.<\/span> <\/strong><span style=\"color: #800000;\">Mitregent <\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\">in<strong> Flandern<\/strong><\/span><\/span><\/span> und heiratet <strong><span style=\"color: #800000;\">Beatrix von Brabant <\/span><\/strong>(+1288) <span style=\"color: #800000;\">Tochter<\/span> von <span style=\"color: #800000;\"><a style=\"color: #800000;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_II._%28Brabant%29\">Heinrich II.<\/a><\/span>, <span style=\"color: #800000;\"><a style=\"color: #800000;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herzog_von_Brabant\">Herzog von Brabant;<\/a><\/span> sie ist die <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Witwe von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_Raspe_IV.\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Heinrich Raspe<\/span><\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landgraf_von_Th%C3%BCringen\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Landgraf von Th\u00fcringen<\/span><\/a> <\/strong>und<strong> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">R\u00f6misch-deutscher K\u00f6nig<\/span><\/a><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">der 2. Sohn von <span style=\"color: #800000;\">Balduins<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Tochter Margarete II.<\/span> ist <span style=\"color: #800000;\"><strong>Guido<\/strong> (Guy)<strong>,<\/strong><\/span> Markgraf von Namur, <span style=\"color: #800000;\">Graf von Flandern (<\/span>+1305) heiratet in 1. Ehe <strong><span style=\"color: #800000;\">Mathilde de B\u00e9thune,<\/span><\/strong> Tochter von <span style=\"color: #800000;\">Robert VII., <\/span>Erbin von B\u00e9thune, Dendermonde etc.; und in 2.Ehe <span style=\"color: #993300;\"><strong>Isabella von Luxemburg, <\/strong>Tochter von<strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">Heinrich V. Graf von Luxemburg<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 120px;\">2. deren Sohn (I) <strong><span style=\"color: #800000;\">Robert de B\u00e9thune<\/span><\/strong> (+1322), <span style=\"color: #800000;\"><strong>Graf von Nevers und Flandern, <\/strong><\/span>heiratet <span style=\"text-decoration: underline; color: #008000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Blanche d\u2019Anjou<\/strong> <\/span><\/span>(+1269), <strong>Tochter <\/strong>von<span style=\"color: #008000;\"><strong> <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #008000; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_I._%28Neapel%29\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Karl von Anjou<\/span><\/a><\/span><\/span><\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\">, <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><a style=\"color: #008000; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nig_von_Neapel\"><span style=\"text-decoration: underline;\">K\u00f6nig von Neapel<\/span><\/a> <\/strong>und<strong> <a style=\"color: #008000; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nig_von_Sizilien\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Sizilien<\/span><\/a><\/strong><\/span>;<\/span><\/span> und in 2. Ehe <span style=\"color: #993300;\">Jolanthe (Yolande)<\/span><span style=\"color: #000000;\">, +1280, Gr\u00e4fin von Nevers, Auxerre und Tonnerre, Tochter von Odo, Erbherzog von Burgund (\u00e4lteres Haus Burgund)[2]<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Anm: <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">D<a style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_II._von_Dampierre\">ie dt. \u00dcbersetzung f\u00fcr <\/a><a style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_II._von_Dampierre\">Guillaume<\/a><\/span><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"> ist Wilhelm<\/span>\u00a0 \/ <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Markgrafen<\/strong><\/span> f\u00fchrten den <span style=\"text-decoration: underline;\">A<\/span><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>dler<\/strong><\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">als Siegel.<\/span><\/span><strong> D<\/strong>er Adler als Symbol des ehem. r\u00f6m. Reiches blieb nach seiner Wiederbelebung durch Karl d. Gr. das Symbol weltlicher Herrschaft, an deren Spitze der Kaiser stand. Das galt auch, nachdem der Doppeladler das kaiserl. Emblem wurde. Ein Kranz von Adlerwappen deutet darauf hin, dass sich das Reich gegen Osten erweiterte und durch <span style=\"text-decoration: underline;\">Markgrafen<\/span> gesichert wurde. Der <strong>L\u00f6we<\/strong> bringt die partikularen Interessen der Landesf\u00fcrsten zum Ausdruck<strong>.<\/strong> Es liegt aufgrund des Adler-Wappens die Vermutung nahe, dass die &#8222;tom Brok&#8220; Abk\u00f6mmlinge der Markgrafen von Antwerpen sind.<span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/span><br \/>\n<\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Dass dieser Aufstieg Auswirkungen auf die ganze Familie hatte &#8211; noch \u00fcber Jahrhunderte hinweg sogar &#8211; wird niemand leugnen: <\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Und so finden wir im Hause <strong><span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\">Brabant<\/span><\/strong> auch das Haus <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\"><strong>Anjou<\/strong><\/span> vertreten<\/span> und nat\u00fcrlich die <span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Kaiserin Maria,\u00a0Witwe von Kaiser Otto IV.<\/strong><\/span><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #800000;\"><strong>Graf Willem I von Holland<\/strong>,<\/span> heiratet <strong>1220<\/strong> die <span style=\"color: #800000;\"><strong>Witwe von Kaiser Otto IV<\/strong>. <\/span><strong><span style=\"color: #800000;\">Maria von Brabant.<\/span> <\/strong>Sie ist die <span style=\"color: #800000;\"><strong>Tochter<\/strong><\/span> von <span style=\"color: #800000;\"><strong>Herzog<\/strong> <strong>Heinrich I. von Brabant.<\/strong><\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><em><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><strong>Heinrich<\/strong> <strong>I<\/strong>. <strong>von<\/strong> <strong>Brabant<\/strong><\/span><\/em><\/span> spielte 1197 auf dem 3. Kreuzzug eine gewichtige Rolle als <strong>Oberbefehlshaber <\/strong>und war 1214 bei Bouvines Verb\u00fcndeter von <span style=\"color: #800000;\"><strong>Kaiser Otto IV, seinem Schwiegersohn<\/strong>.<\/span> Er zog 1217\/18 mit gegen \u00c4gypten und nahm an der Schlacht um <span style=\"color: #993300;\">Damiette<\/span> (Web-Rubrik &#8222;Dom von St. Marien&#8220; &#8211; siehe dort) teil. Er unterst\u00fctzte in Holland <span style=\"color: #800000;\"><strong>Graf Wilhelm I.<\/strong> <\/span>und wurde 1222 nach dessen Tod<span style=\"color: #800000;\"><strong> Mitregent <\/strong>in<strong> Holland.<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Just in diese Zeit f\u00e4llt die Erweiterung der Kirche durch die Pr\u00e4monstratenser zum Dom.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><strong>M<\/strong>an mag auf den Gedanken kommen, dass \u2013 schaut man auf die Kirchen- und Klostergr\u00fcndungen \u2013 hier jemand vorgehabt hat, ein neues Zentrum, zu erschaffen. Kaiser Otto IV? Nachdem Friedrich II. Kaiser Otto IV den Thron streitig gemacht hatte, mochte solch ehrgeizigem Vorhaben Ottos IV (+19.5.1218) ein vorzeitges Ende gesetzt worden sein. Fakt ist aber, dass Klostergr\u00fcndungen und Kirchenbauten fortgesetzt worden sind.<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn1\">[5]<\/a><\/p>\n<p><strong>E<\/strong>s sind nachweislich Bauh\u00fctten aus dem <strong>s\u00e4chsischen<\/strong> Raum bei dem sog. &#8222;Dom von St. Marien&#8220; t\u00e4tig gewesen. Der Baustil lehnte sich durch das Kloster <strong>Fulda<\/strong> an den burgundischen (<strong>Brabant<\/strong>), clunyziensischen Baustil an. Dies deutet auf Einflu\u00dfnahme der H\u00e4user <span style=\"color: #800000;\">Brabant<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Sachsen<\/span> (Kaiser Otto IV.). Auch sind Verbindungen anhand der Friesmotive (Tiermotive \/ Tympanon) nach <strong>Groningen <\/strong>und <strong>Maastricht <\/strong>nachweisbar.<\/p>\n<p>Kann der Pr\u00e4monstratenser Konvent die enormen Kosten getragen haben? Hat er lediglich eine Anzahl der Arbeitskr\u00e4fte gestellt? &#8211; Vermutlich hat es reiche Stifter gegeben. Wenn aber der \u201eNobilis-Hof der Maria\u201c ein gro\u00dfes Anwesen &#8211; eine Residenz &#8211;\u00a0 gewesen ist, das mit s\u00e4mtlichen Einnahmen (Zehnten etc.) \u00fcbereignet worden ist, so k\u00f6nnte es m\u00f6glich sein, dass ein Teil der Kosten tats\u00e4chlich vom Konvent und seinen Mitgliedern erbracht worden ist.<\/p>\n<p>Der &#8222;Hof der Maria&#8220; wurde von den Pr\u00e4monstratensen um <span style=\"color: #800000;\"><strong>1247<\/strong><\/span> ver\u00e4u\u00dfert, um das Kloster Aland zu errichten, <span style=\"color: #993300;\">hei\u00dft es.<\/span> Es ist nicht \u00fcberliefert, in wessen Besitz der Hof mit seinen L\u00e4nderein \u00fcbergegangen ist, jedoch wird in den Annalen erw\u00e4hnt, dass der Konsul Kene (Keno) von Norden Inhaber eines <span style=\"text-decoration: underline;\">Gerichtshofes <strong>bei<\/strong> Utengrahove<\/span> war. Somit ist denkbar, dass der &#8222;Erwerber&#8220; des &#8222;Nobilis-Hofes der Maria&#8220; ein Richter aus dem Geschlecht der &#8222;tom Brok&#8220; gewesen ist; denn ein Richter muss es gewesen sein, der einen Gerichtshof erwarb, da stets an der Immobilie die Erlaubnis zur Aus\u00fcbung des Amtes festgemacht war. (Die Erlaubnis zum Brauen von Bier oder zur selbst\u00e4ndigen Aus\u00fcbung eines anderen Handwerkes hing stets am jeweiligen Geb\u00e4ude, ebenso auch die Gerichtsbarkeit.) Engerhafe wurde fr\u00fcher <span style=\"text-decoration: underline;\">Ut&#8217;ngrahove<\/span> = au\u00dferhalb des Grafenhofes genannt; es geh\u00f6rte also nicht zum Grafenhof, sondern zur Di\u00f6zese M\u00fcnster. Darum ist die Annahme, dass Kenes Richterhof zuvor ein Grafenhof gewesen ist, sehr wahrscheinlich, zumal Grafen in der Hierarchie die obere Gerichtsgewalt besa\u00dfen. Da Kene kein Graf war, wurde der Richterhof umbenannt zur Kennenburg. M\u00f6glich, dass Kene der nachgeborene Sohn eines Grafen gewesen ist, aber eben nicht Inhaber des Grafentitels. &#8211; Das Anwesen wird relativ preiswert gewesen sein, denn Brokmerland war \u00fcberwiegend &#8222;W\u00fcstenei&#8220; und noch kein Sendbezirk, der erst 4 Jahre danach, <span style=\"color: #800000;\"><strong>1251,<\/strong><\/span> gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>Ob diese Residenz tats\u00e4chlich gekauft wurde? Es\u00a0 kann sich stattdessen auch um ein im Mittelalter durchaus <span style=\"color: #800000;\">\u00fcbliches Tauschgesch\u00e4ft<\/span> gehandelt haben &#8211; z. B. die Insel Aland gegen die Residenz, denn Aland liegt praktisch &#8222;vor der T\u00fcr&#8220; von Norden und geh\u00f6rte noch zu der von Kene von Norden verwalteten Vogtei. Der Vogt von Norden unterstand dem Grafen von Holland, zu dessen <strong>Lehngut<\/strong> die Region z\u00e4hlte. &#8211; <strong>Kann man sich \u00fcberhaupt vorstellen, dass jemand anders als ein Familienangeh\u00f6riger des zust\u00e4ndigen F\u00fcrstenhauses den Gerichtshof erwerben konnte, geschweige denn die ausgebaute Kirche??? In einem &#8222;Familienunternehmen&#8220; kann nur aufsteigen, wer zur Familie geh\u00f6rt!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nnte eine (verwandtschaftliche) Linie des Geschlechtes <span style=\"color: #993300;\">Brabant<\/span> zu den &#8222;<span style=\"color: #993300;\">tom Brok<\/span>&#8220; bestanden haben, die in den Besitz des Gerichtshofes gelangten? Das bleibt unter Beweis zu stellen. Damit lie\u00dfe sich zumindest die &#8222;eigenartige&#8220; Beziehung der &#8222;<span style=\"color: #993300;\">tom Brok<\/span>&#8220; zum Hause <span style=\"color: #800000;\">Anjou von Neapel<\/span> erkl\u00e4ren und die gro\u00dfen Ehren, die Ritter <span style=\"color: #993300;\">Ocko<\/span> dort zuteil geworden sind.<\/p>\n<ul>\n<li>Die sp\u00e4tere \u201eOlde Borg\u201c wird zum Stammsitz der <span style=\"color: #993300;\">tom Brok<\/span>. Ferner geh\u00f6rte auch der &#8222;<span style=\"color: #993300;\">Dom&#8220;<\/span> den &#8222;tom Brok&#8220;. <span style=\"color: #993300;\">Kirche und Turm von Marienhafe<\/span> wurden als <span style=\"color: #993300;\">Eigentum<\/span> von <span style=\"color: #800000;\"><strong>Ritter Ocko tom Brok I.<\/strong><\/span> dem <strong><span style=\"color: #993300;\">Herzog Albrecht von Bayern \u2013 Graf von Holland<\/span> <\/strong>\u2013 als <strong><span style=\"color: #993300;\">Lehngut<\/span><\/strong> aufgetragen, wie aus der Urkunde von <span style=\"color: #993300;\"><strong>1381<\/strong><\/span> hervorgeht.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Um <span style=\"color: #993300;\">1250<\/span> wird <span style=\"color: #993300;\">Kene (Keno) in Norden<\/span> genannt. Die Familie war sehr wohlhabend und besa\u00df u. a. Kirche und Burg in Norden (Burg 1285 errichtet).\u00a0 Kene\u00a0 (+ 1309\/10), vererbt seinem Sohn Hilmer einen <span style=\"color: #993300;\">Gerichtshof <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>bei<\/strong><\/span> Utengrahove<\/span> (heute: Engerhafe). Dieser \u201eRedgerhof\u201c ist vermutlich identisch mit jenem von den Pr\u00e4monstratensern abgegebenen \u201eHof der Maria\u201c, denn es gab nur wenige Gerichtsst\u00e4tten &#8211; gut verteilt &#8211; in dem d\u00fcnn besiedelten Land. Gerichtsst\u00e4tten, wozu auch das &#8222;Blutgericht&#8220; geh\u00f6rte, gab es au\u00dferdem in Norden und Greetsiel, hinzu kamen kirchliche Sendgerichte, deren Gerichtsbarkeit ebenfalls den K\u00f6nigsrichtern \u00fcbertragen war. &#8211; H\u00e4uptlinge wurden gew\u00e4hlt, aber diese \u00c4mter waren <strong>erblich<\/strong>.<\/li>\n<li>Landesherren planten Besiedlungen ihrer &#8222;W\u00fcsteneien&#8220; zumeist mit Steuererlass f\u00fcr die Siedler f\u00fcr einen Zeitraum von ca. 5 Jahren oder l\u00e4nger. Dies wird auch f\u00fcr die Besiedlung von &#8222;Brokmannia&#8220; (Brokmerland) der Fall gewesen sein. Diese Vorgehensweise war auch f\u00fcr die Institution der Kirche usus.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wie es den Anschein hat, wurde die Kirche <strong>1247<\/strong> ebenfalls &#8222;\u00fcbertragen\u201c, wobei es schwer vorstellbar ist, dass der Konvent die Kirche wirklich geschenkt bekommen hatte. Somit kann es sich tats\u00e4chlich um einen damals \u00fcblichen Landtausch gehandelt haben \u2013 Aland gegen den \u201eHof der Maria\u201c &#8211; vielleicht sogar zzgl. eines Ausgleiches f\u00fcr die von den <strong>M\u00e4nnern<\/strong> und <strong>Frauen<\/strong> am Dom geleistete Arbeit, wodurch dann auch die Geb\u00e4ude der neuen Klosteranlage auf Aland finanziert werden konnten. Folglich eine f\u00fcr beide Seiten\u00a0geschickte Transaktion, bei welcher &#8211; das ist relevant &#8211; der Kaiser drau\u00dfen vor war. Dennoch scheint die Relation zwischen der ausgebauten Kirche (eine Zeit lang gr\u00f6\u00dftes Bauwerk zwischen Weser und Ems) und der relativ kleinen Insel Aland, selbst wenn dort einige H\u00e4user gestanden haben m\u00f6gen, zu ungleich, um annehmen zu k\u00f6nnen, dass die Legende von dem faktischen <strong>Verkauf<\/strong> des Domes <strong>zwecks<\/strong> <strong>Erwerb<\/strong> der <strong>Insel Aland<\/strong> zutrifft. Es ist wohl eher anzunehmen, dass ein Tausch mit entsprechenden Zuzahlungen sowie Steuererlass von Seiten des \u201eKirchen-Erwerbers\u201c stattgefunden hat, wie dies h\u00e4ufig praktiziert wurde. Andererseits kennen wir weder den Zustand der Kirche bei \u00dcbernahme durch die &#8222;tom Brok&#8220; noch wissen wir, welche Bauma\u00dfnahmen die &#8222;tom Brok&#8220; auf eigene Kosten durchf\u00fchren lie\u00dfen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Insel <strong>Aland<\/strong> ist eigentlich Festland gewesen, entstanden beim Einbruch der Leybucht, durch Sturmfluten abgetrennt. <strong>Aland<\/strong> lag im Grunde genommen im Landesinneren. Es handelte sich also nicht um eine W\u00fcstenei, sondern um kultiviertes Ackerland, das wohl seinen Preis hatte, obschon es dort Sturmflutsch\u00e4den und auch versumpftes Land gegeben haben mag. Immerhin hat der Ausbau der Kirche von Marienhafe ca. 30 Jahre in Anspruch genommen, in der sich gewisse Sturmflutsch\u00e4den (z. B. Versalzung) auf nat\u00fcrliche Art abbauen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fazit: <\/strong>Es kann begr\u00fcndet angenommen werden, dass das Haus <strong>Brabant<\/strong> bzw. das holl\u00e4ndische Grafenhaus um <strong>1220<\/strong> den sog. &#8222;<strong>Hof der Maria<\/strong>&#8220; sowie die Kirche von Marienhafe dem Konvent der Pr\u00e4monstratenser zum Nie\u00dfbrauch\u00a0 \u00fcberlassen hat. <span style=\"text-decoration: underline;\">Dar\u00fcber hinaus vertrete ich den Standpunkt, dass es sich bei dem &#8222;Hof der Maria&#8220; und der &#8222;Olde Borg&#8220; um ein- und dasselbe Anwesen handelt.<\/span><\/p>\n<p>Ich wei\u00df, das ist nicht nur umw\u00e4lzend, sondern stellt auch viele hist. Abhandlungen in Frage. Das ist nicht unbeabsichtigt, denn bei diesen Beitr\u00e4gen wird h\u00e4ufig zitiert, ohne auf eigene Untersuchungen zur\u00fcckzugreifen. Das aber ist notwendig, weil sich im Laufe der Jahrhunderte Fehlinterpretationen eingeschlichen haben k\u00f6nnen. Das beginnt schon vor Eggerik Beninga und setzt sich fort durch die ganze Geschichtsschreibung.<\/p>\n<p>Als Beispiel m\u00f6chte ich nur den &#8222;Welthafen&#8220; <strong>Heraklion<\/strong> ins Ged\u00e4chtnis rufen, jenen \u00e4gyptischen Hafen, der im Meer versunken ist. K\u00fcrzlich ist man durch Tauchg\u00e4nge f\u00fcndig geworden und hat anhand einer aufgefundenen Stele festgestellt, dass dieser ber\u00fchmte Hafen zuvor das ebenso ber\u00fchmte <strong>Kanopus<\/strong> gewesen ist. Zwei ber\u00fchmte Namen = ein- und derselbe Ort! Es gibt etliche \u00e4hnliche Beispiele. Was also spricht dagegen, dass es mit dem sogenannten &#8222;Hof der Maria&#8220; bzw. der &#8222;Olde Borg&#8220; die gleiche Bewandtnis hat?<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Haben wir es bei der \u201eOlde Borg\u201c mit einer Landpfalz zu tun?<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff \u201ePfalz\u201c, abgeleitet aus dem lateinischen <em>palatium<\/em>, bezeichnet eine Anlage, die im Mittelalter den K\u00f6nigen als zeitweilige Hofst\u00e4tte diente. Pfalzen sind als<em> commoditas itineris et apparatus regiae mansionis<\/em>, als ,,Erleichterung der Reise und Zur\u00fcstung f\u00fcr den Aufenthalt&#8220; schon seit den merowingischen Herrschern fester Bestandteil des mittelalterlichen Regierungsapparats. Erst nach dem Interregnum wurden feste Regierungssitze gebr\u00e4uchlich. Pfalzbauten wurden von 760\/70 (Pippin der J\u00fcngere) bis etwa 1240 (Friedrich II.) errichtet.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Pfalzen geh\u00f6rten zum Krongut und wurden im Abstand einer Wegstrecke von ca. 30 km errichtet. <strong>Coevorden<\/strong> w\u00e4re die n\u00e4chstgelegene Burg mit einem Burggrafen.<\/p>\n<p>Im 11. \/ 12. Jahrhundert entstand das <strong><span style=\"color: #993300;\">Gastungsrecht<\/span><\/strong>, welches die <span style=\"text-decoration: underline;\">Reichskirche<\/span> verpflichtete, den K\u00f6nig und seinen Tro\u00df in der Zeit seiner Anwesenheit zu beherbergen. Um dieser Verpflichtung nachkommen zu k\u00f6nnen, mussten entsprechende Unterk\u00fcnfte vorgehalten werden sowie auch die M\u00f6glichkeit zur Tagung in einer gro\u00dfen Halle.<\/p>\n<p>Die \u201eOlde Borg\u201c wird keine derartige Halle gehabt haben und auf dem Burggel\u00e4nde auch keinen Platz zum Bau einer solchen, weswegen die Kirche ausgebaut wurde. Der Federgau liegt am Ende des Reiches \u2013 weit ab. Deswegen wird es dort keine Eile gehabt haben, dem Gastungsrecht Gen\u00fcge zu tun. Als aber <strong><span style=\"color: #993300;\">Kaiser Otto IV.<\/span> <\/strong>(1218+) eng mit dem Hause <span style=\"color: #993300;\"><strong>Brabant<\/strong><\/span> (Gemahlin Maria v. Brabant) verbunden war, mag sich das ge\u00e4ndert haben, da der Federgau zu Holland geh\u00f6rte und der Graf von Holland dem Herzog von Brabant unterstand, dem Vater der Kaiserin.<\/p>\n<p>Es werden also mehrere Gr\u00fcnde zum Ausbau der Kirche von \u201eSt. Marien\u201c gef\u00fchrt haben (damals noch <strong>Augustinus<\/strong>-Kirche genannt). Nachfolgende Kriterien k\u00f6nnen als schl\u00fcssige Beweggr\u00fcnde angesehen werden:<\/p>\n<p>1) Ausbau wegen des gesetzlichen <strong><span style=\"color: #993300;\">Gastungsrechts<\/span><\/strong><\/p>\n<p>2) Das \u201erunde\u201c Jahr <strong>1200<\/strong> bietet Anla\u00df.<\/p>\n<p>3) Der <strong>Ruhm<\/strong> der Friesen anl\u00e4sslich des Kreuzzuges von 1217,<\/p>\n<p>4) Vorbereitungen zum Kreuzzug (Kaiser Otto IV plante einen eigenen Kreuzzug),<\/p>\n<p>5) die gl\u00fcckliche <strong>Heimkehr<\/strong> von Graf Wilhelm I von Holland aus dem <strong>Kreuzzug <\/strong>von 1217<strong>,<\/strong><\/p>\n<p>6) die <strong>Eheschlie\u00dfung <\/strong>(1220) zwischen Maria von Brabant und Graf Wilhelm I. von Holland.<\/p>\n<p>7) Die sp\u00e4teren Kreuzz\u00fcge unter Teilnahme der Friesen m\u00f6gen dann nachfolgend ebenfalls ihren Niederschlag im Ausbau der Kirche gefunden haben.<\/p>\n<p>Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob nach dem Ausbau der Kirche jemals ein K\u00f6nig den Weg hierher genommen hat, dennoch mussten entsprechende Anlagen vorgehalten werden, um nicht nur Herrscher und Gefolge unterbringen und versorgen zu k\u00f6nnen, sondern auch all jene hochgestellten Pers\u00f6nlichkeiten, die zus\u00e4tzlich anreisten. Hierf\u00fcr wurden ebenfalls die in der Umgebung liegenden Kl\u00f6ster als Herbergen genutzt.<\/p>\n<p><strong>Landpfalzen<\/strong> kamen am h\u00e4ufigsten vor. Sie bestanden in der Regel aus einem in Eigenwirtschaft stehenden <strong>Hof<\/strong>, welcher der Versorgung des Herrschers und seines Gefolges diente, weiterhin aus einer Halle (<em>aula regia<\/em>) f\u00fcr Versammlungen, die Rechtsprechung und Synoden erm\u00f6glichte, sowie einem Wohngeb\u00e4ude und der Kirche. Seit dem 9. Jh. wurden Wehrmauern errichtet.<\/p>\n<p>Bei K\u00f6nigspfalzen schlossen sich den k\u00f6niglichen Geb\u00e4uden weitere Bauten an, z. B. Kl\u00f6ster, H\u00e4user des h\u00f6heren Adels oder auch Vertretungen ausl\u00e4ndischer Herrscher.<\/p>\n<p>Die Eigenproduktion des Wirtschaftshofes sowie dar\u00fcberhinaus die Abgaben der umliegenden Landschaften<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref\">[2]<\/a> dienten zur Versorgung.<br \/>\nDie Pfalz wurde von einem Palzgrafen (auch Burggrafen) regiert. Es mu\u00df zwischen Pfalz und K\u00f6nigshof getrennt werden. W\u00e4hrend die Pfalz f\u00fcr Reichsversammlungen und Synoden Verwendung fand, war der K\u00f6nigshof ein Gut im Besitz des Herrschers, das gelegentlich als \u00dcbernachtungsst\u00e4tte auf der Durchreise diente.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref\">[3]<\/a><\/p>\n<p><strong>B<\/strong>eim \u201c<span style=\"color: #993300;\">Hof der Maria<\/span>\u201c wird es sich um eine Burganlage mit den dazugeh\u00f6rigen L\u00e4ndereien gehandelt haben.<\/p>\n<p>(Anm.: Im \u00fcbrigen wurden von Oldeborger Anwohnern in der n\u00e4heren Umgebung der geschleiften &#8222;Olde Burg&#8220; sehr viele Ziegelsteine im Klosterformat gefunden. Die ortsbeschr\u00e4nkte Anh\u00e4ufung\u00a0 dieser Steine auf bestimmte Gebiete l\u00e4\u00dft auf eine vormalige Burgmauer schlie\u00dfen.)<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Das s\u00e4chsische Gebiet des Federgaus (und somit Brokmerland) z\u00e4hlte um 1200 zur Grafschaft Holland. Dem<strong> Herzog von Brabant unterstanden <\/strong>die<strong> Grafschaften <\/strong>von<strong> Flandern, Geldern <\/strong>und<strong> Holland!<\/strong><\/p>\n<p>Lit.: <a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> G. Binding: Deutsche Kaiserpfalzen, S. 7; <a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> 4 ebenda sowie O. Piper: Burgenkunde, S. 123 ff; <a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> vgl. allg. M. Gockel, Karolingische K\u00f6nigsh\u00f6fe am Mittelrhein<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>3. Bauphase um 1220 \u2013 Dom von St. Marien<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hierzu<\/strong> geh\u00f6rt die angebliche Schenkung des \u201e<strong>Hofes der Maria<\/strong>\u201c an den Pr\u00e4monstratenser-Orden. <strong>Das Kloster Aland, welches die Pr\u00e4monstratenser sp\u00e4ter bezogen haben, soll durch das Kloster Steinfeld (Nordeifel \/ Grafschaft J\u00fclich) gegr\u00fcndet und belegt worden sein. <\/strong>Das hei\u00dft zwar, dass jene Pr\u00e4monstratenser, die nach Brokmerland eingewandert sind, von der <strong>Abtei Steinfeld<\/strong> dorthin geschickt worden sind. Aus welchem Kloster sie jedoch tats\u00e4chlich kamen, m\u00fcsste noch ermittelt werden, denn <span style=\"color: #993300;\">Steinfeld hatte zahlreiche Tochterkl\u00f6ster. Steinfeld<\/span> z\u00e4hlte zu den bedeutendsten Kl\u00f6stern im deutschen Reich. <strong>1130 <\/strong>\u00fcbernahm es die Regeln des <span style=\"color: #008000;\"><strong>Pr\u00e4monstratenserordens<\/strong><\/span>.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist <b>Gottfried von Cuyk<\/b> (\u2020 nach 1168)\u00a0 <a title=\"Graf\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graf#Burggraf\">Burggraf<\/a> von <a title=\"Utrecht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Utrecht\">Utrecht<\/a> und seit <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>1132<\/strong> <\/span><a title=\"Grafschaft Arnsberg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grafschaft_Arnsberg\">Graf von Werl-Arnsberg <\/a>interessant. &#8211; Arnsberg war im Besitz der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grafschaft_Werl\">Grafen von Werl<\/a>. <strong>Die <\/strong>Grafschaft Arnsberg<strong> entstand im 11. Jahrhundert durch \u00dcbersiedlung der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grafen_von_Werl\">Grafen von Werl<\/a> nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arnsberg\">Arnsberg<\/a>.\u00a0 <\/strong>&#8211;<b><strong>\u00a0 <\/strong>Gottfried von Cuyk <\/b> war der <b>Sohn <\/b>von<b><span style=\"color: #0000ff;\"> Hermann von Malsen,<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Graf von Cuyk<\/span><\/b><b> <\/b>und dessen<b> Frau <span style=\"color: #0000ff;\">Ida<\/span>, <\/b>(m\u00f6glicherweise ist diese Frau <span style=\"color: #800000;\">Ida de <span style=\"text-decoration: underline;\">Boulogne<\/span><\/span> gewesen), er ist unter anderem Kanoniker im <span style=\"color: #0000ff;\">Pr\u00e4monstratenserkloster Steinfeld<\/span> gewesen. Es besteht also der Strang zum Grafengeschlecht von Werl.\u00a0 Das Wappen des Geschlechts Werl-Arnsberg ist im \u00fcbrigen ein gleicher <strong><span style=\"color: #800000;\">Adler<\/span><\/strong> wie jener der &#8222;tom Brok&#8220;, was eine entsprechende Abstammung implizieren k\u00f6nnte. Hierzu fehlt bislang noch ein stichhaltiger Nachweis. Unklar ist, welcher Zweig derer von Werl in Frage kommt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Anm.:<\/span> Ich bin der \u00dcberzeugung, dass<span style=\"text-decoration: underline;\"> der Norder Vogt und Richter Keno das Anwesen, den &#8222;Hof der Maria&#8220; von Brabant \u00fcbernommen hat (ca. 1247), denn das erkl\u00e4rt nicht nur die starke Bindung der &#8222;tom Brok&#8220; zum <span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\">Pr\u00e4monstratenser-Orden<\/span>!<\/span> Diese Bindung zu den Pr\u00e4monstratensern trat besonders stark hervor in den Kriegen der Groninger Schieringer (Zisterzienser) gegen die Vetkoper (Pr\u00e4monstratenser) um 1400. Es erkl\u00e4rt u.U. auch das Adler-Wappen der &#8222;tom Brok&#8220; als Nachkommen derer von Werl sowie auch die Ernennung des Keno zum Vogt des Reiderlandes durch Karl von Anjou, denn Besitzungen der Grafen von Werl hatte es\u00a0 jenseits der Ems ohnehin gegeben. &#8211; Andererseits gab es 1246, also ca. 100 Jahre nach dem Grafen Gottfried von Cuyk, bei den Arnsberger Grafen auch eine relevante Verquickung zum Zisterzienserorden, denn<span style=\"color: #000000;\"> \u00a0<strong><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_III._%28Arnsberg%29\">Gottfried\u00a0III.<\/a> <\/strong><\/span>von Arnsberg\u00a0 gr\u00fcndete <span style=\"color: #0000ff;\">1246<\/span> das <span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zisterzienserinnen\">Zisterzienserinnenkloster<\/a><\/span> <span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kloster_Himmelpforten_%28Ense%29\">Himmelpforten<\/a> im M\u00f6hnetal.<\/span><\/p>\n<p>Tochtergr\u00fcndungen von <span style=\"color: #800000;\">Steinfeld<\/span> erfolgten in Irland, Holland, Deutschland und vor allem im Osten des Reiches. <span style=\"color: #993300;\"> <span style=\"color: #000000;\">Auch in<\/span> <\/span><span style=\"color: #000000;\">Tschechien gab es von <span style=\"color: #993300;\">Steinfeld<\/span> besiedelte Kl\u00f6ster, z. B.: Kloster Strahov in <span style=\"color: #993300;\">Prag<\/span><\/span> wurde von <span style=\"color: #993300;\">Steinfeld<\/span> aus besiedelt. Mit Zustimmung des Prager Bischofs Daniel I wurde das <span style=\"color: #993300;\">Kloster \u017deliv<\/span> 1148\u20131149 mit Pr\u00e4monstratenser-Chorherren aus dem Kloster <span style=\"color: #993300;\">Steinfeld<\/span> besiedelt, aus deren Reihen auch der erste Abt <span style=\"color: #993300;\">Gottschalk<\/span> kam. Schon bald wurden <span style=\"color: #993300;\">von \u017deliv aus<\/span> weitere Klosterniederlassungen gegr\u00fcndet. Es waren die M\u00e4nnerkl\u00f6ster <span style=\"color: #993300;\">Geras<\/span> (1153) und <span style=\"color: #993300;\">M\u00fchlhausen<\/span> (1187) sowie die Frauenkl\u00f6ster <span style=\"color: #993300;\">Launiowitz<\/span> (1149\/1150), <span style=\"color: #993300;\">Pernegg<\/span> (1153) und <span style=\"color: #993300;\">Kloster Rosa Coeli in Kanitz<\/span> (1181), deren erste Chorfrauen ebenfalls aus <span style=\"color: #993300;\">Steinfeld<\/span> kamen.<\/p>\n<p>1184 wurde Steinfeld zur <strong>Abtei<\/strong> erhoben, in der 44 \u00c4bte in ununterbrochener Reihenfolge regierten. <span style=\"color: #993300;\">Dem Frieden und Wohlstand im Kloster Steinfeld folgen im 13. Jahrhundert Unruhe, Krieg.<\/span> <span style=\"color: #993300;\">Mi\u00dfernten, Hungersnot <span style=\"color: #000000;\">und<\/span> Pest<\/span> kamen \u00fcber das Land. <span style=\"color: #993300;\">Steinfeld<\/span> war gezwungen, manche seiner Liegenschaften zu opfern, um der Not zu wehren. Die finanzielle und wirtschaftliche Not und eine damit verbundene innere Zerr\u00fcttung stiegen so hoch, da\u00df in 47 Jahren sechs \u00c4bte residieren und wieder resignieren.<\/p>\n<p>Im 12. Jh. bis hinein ins 13. Jh. gab es eine <strong>150 Jahre w\u00e4hrende \u201eRegenzeit\u201c <\/strong>mit den verheerenden Folgen von Hungersn\u00f6ten und versumpfendem Ackerland. Insofern l\u00e4sst sich annehmen, dass dieses \u00dcbel der Versumpfung auch die L\u00e4ndereien des \u201e<span style=\"color: #993300;\">Hofes der Maria<\/span>\u201c betraf. Immer wieder wird auch von <span style=\"color: #993300;\">gro\u00dfen Sturmfluten<\/span> berichtet, so z. B. <strong>1155<\/strong>, <strong>1164<\/strong> und <strong>1170<\/strong> mit immensem Schaden im Norden; die Zuiderzee entstand. Diese Katastrophen d\u00fcrften gleichfalls gro\u00dfe Auswirkungen auf Kirchenbau und Kl\u00f6ster gehabt haben.<\/p>\n<p>Dies mag u. U. ein Grund f\u00fcr die<strong> Aussiedlung <\/strong>von<strong> Ordensmitgliedern <\/strong>ins<strong> Brokmerland <\/strong>gewesen sein. Diese werden aus <span style=\"color: #993300;\">Tochterkl\u00f6stern<\/span> von <span style=\"color: #993300;\">Steinfeld<\/span> gekommen sein, evtl. sogar aus <strong>Westfriesland<\/strong>, wo ein heftiger Ordensstreit herrschte, weil die dort \u00fcblichen Doppelkl\u00f6ster in einen heiklen Ruch geraten waren und eine Trennung von Nonnen und M\u00f6nchen verlangt wurde. \u2013 Die <strong><span style=\"color: #993300;\">Klosterstifter<\/span><\/strong>, die gewiss auch das <span style=\"color: #993300;\">Patronat<\/span> inne hatten, w\u00e4ren somit in der Pflicht gewesen, t\u00e4tige Unterst\u00fctzung zu leisten.<\/p>\n<p>Die \u201eausgewanderten\u201c<strong> Pr\u00e4monstratenser<\/strong> m\u00fcssen ebenfalls <span style=\"color: #993300;\">wohlwollende Unterst\u00fctzung durch den Landesherrn<\/span> <em>(Wer das gewesen ist? Vermutlich der m\u00e4chtige Kriegsheld <strong><span style=\"color: #800000;\">Graf Wilhelm IV. von J\u00fclich<\/span>, <\/strong>weil <strong><span style=\"color: #800000;\">Steinfeld<\/span><\/strong> in der <span style=\"color: #800000;\"><strong>Grafschaft J\u00fclich<\/strong> <span style=\"color: #000000;\">l<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\">iegt<\/span><\/em>) und auch durch den <span style=\"color: #993300;\"><em><strong>Erzbischof von Bremen<\/strong><\/em><\/span> genossen haben, zu dessen Di\u00f6zese Marienhafe sowie auch Aland geh\u00f6rte (Mutterkloster Fulda &#8211; Bistum Bremen), denn ohne diese lief nichts. Und siehe da, wir sto\u00dfen schon wieder auf die <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Herzogsfamilie von Brabant,<\/span><\/strong><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\"> wie nachstehend zu entnehmen ist:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Graf Wilhelms IV. erste Gemahlin Margarete war die Tochter von Gerhard IV.<\/em> <\/strong>(*um 1185, \u202022.10.1229), <em>Graf von Geldern<\/em> 1207-22.10.1229 aus dessen Ehe mit <span style=\"color: #993300;\"><strong><em>Margareta von Brabant<\/em><\/strong><\/span> (\u202005.05. oder 21.09.1231), <span style=\"color: #993300;\">Tochter des Herzogs Heinrich I. von Brabant (\u2020<\/span>1225) und der <span style=\"color: #993300;\">Maria von Flandern-Boulogne<\/span> (*1198, \u20201223\/24). Diese war eine <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Schwester der Maria von Brabant<\/strong><\/span><\/span> (1191-1260), die 1214<span style=\"color: #993300;\"><strong><em> Kaiser Otto IV<\/em><\/strong>.<\/span> (1198-1218) heiratete.<\/li>\n<li><span style=\"color: #993300;\"><strong>Graf Wilhelm lV. von J\u00fclich<\/strong><\/span> erbte 1219 den Machtbereich der Grafschaft <strong>J\u00fclich<\/strong> zusammen mit der <strong>Grafschaft Heimbach<\/strong>. <em>Graf Wilhelm IV. von J\u00fclich<\/em> oo <em>Margareta<\/em> (\u2020vor 1251) und in zweiter Ehe Ricarda von Geldern (\u2020 1293\/98).<\/li>\n<li><span style=\"color: #808080;\">1242 r\u00fcstete der <strong>K\u00f6lner Erzbischof Konrad von Hochstaden<\/strong> zum Krieg gegen den Kaiser, der dabei aber offenbar <strong>Wilhelm lV. von J\u00fclich<\/strong> stark untersch\u00e4tzt hatte. Dieser erkl\u00e4rte sich kaisertreu und zog gegen die K\u00f6lner ins Feld. Es kam 1242 zur Schlacht zwischen K\u00f6ln und J\u00fclich. Die K\u00f6lner wurden vernichtend geschlagen und der sie anf\u00fchrende Erzbischof geriet in die Gefangenschaft Wilhelms. Dieser kerkerte Erzbischof Konrad von Hochstaden im \u201eJenseitsturm\u201c ein, wo er 9 Monate gefangen bleibt. Gegen ein hohes L\u00f6segeld wird der Erzbischof schlie\u00dflich freigekauft.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #808080;\">Zahlreiche K\u00e4mpfe zwischen K\u00f6ln und J\u00fclich folgten. 1261 stirbt Erzbbischof Konrad von Hochstaden. Der Krieg nahm unter Konrad&#8217;s Nachfolger, <strong>Engelbert ll. von Falkenstein<\/strong>, an H\u00e4rte zu. Um 1267 fiel Engelbert ll. von Falkenburg mit seinen Truppen sengend und mordend in die Grafschaft J\u00fclich ein. Am 18. Oktober kommt es bei Z\u00fclpich zur Schlacht und der J\u00fclicher schl\u00e4gt die K\u00f6lner vernichtend. Der Bischof ger\u00e4t &#8211; wie sein Vorg\u00e4nger &#8211; in die Gefangenschaft Wilhelms lV. und wird eingekerkert. Alle Verhandlungen der Kirche mit Wilhelm schlagen fehl und selbst der Bannfluch des Papstes schreckt den Grafen nicht: der Bischof bleibt weiterhin im Kerker. Am 16. April 1271, also nach rund 3 \u00bd Jahren, wird der Erzbischof gegen gewaltige L\u00f6segeldzahlungen und die Abtretung wichtiger Rechte an J\u00fclich aus der Gefangenschaft entlassen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><span style=\"color: #800000;\">Kloster Steinfeld geh\u00f6rte zum Bistum M\u00fcnster<\/span>, M\u00fcnster wiederum zum <span style=\"color: #993300;\">Erzbistum K\u00f6ln<\/span>. <span style=\"color: #800000;\">Dadurch war auch der Erzbischof von K\u00f6ln involviert <\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\">(Konrad von Hochstaden, s.o.).<\/span><\/p>\n<h3><strong>Erzbisch\u00f6fe von K\u00f6ln<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><strong><span style=\"color: #000000;\">1216-1225 <span style=\"color: #993300;\">Engelbert I von Berg<\/span><\/span><\/strong><\/li>\n<li><strong><span style=\"color: #000000;\">1225-1237 Heinrich I von Mulnarken<\/span><\/strong><\/li>\n<li><strong><span style=\"color: #000000;\">1238-1261 <span style=\"color: #993300;\">Konrad von Hochstaden<\/span><\/span><\/strong><\/li>\n<li><strong><span style=\"color: #000000;\">1261-1274 <span style=\"color: #993300;\">Engelbert II von Falkenstein<\/span><\/span><\/strong><\/li>\n<li><strong><span style=\"color: #993300;\">1297-1304 Wikbold I von Holte<\/span><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h3><strong>Erzbisch\u00f6fe von Bremen<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1210\">1210<\/a>&#8211;<a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1219\">1219<\/a><span style=\"color: #993300;\"> <a style=\"color: #993300;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Gerhard_I._von_Wildeshausen&amp;action=edit\">Gerhard I. Graf von Wildeshausen<\/a><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1219\">1219<\/a>&#8211;<a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1258\">1258<\/a> <span style=\"color: #993300;\"><a style=\"color: #993300;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gebhard_II._zur_Lippe\">Gebhard II. zur Lippe<\/a><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Bisch\u00f6fe Bistum M\u00fcnster <\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>\/6. 1204 \u2013 6.3. 1218 Otto I Graf von <span style=\"color: #993300;\">Wildeshausen<\/span><\/li>\n<li>22\/7 1218 \u2013 18\/7 1226 Dietrich III. Graf von <span style=\"color: #993300;\">Isenberg<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #993300;\">1226 Wilbrand von Oldenburg <span style=\"color: #000000;\">Verwalter des Bistums M\u00fcnster<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #993300;\">1226-10.06.1247\u00a0\u00a0 Ludolf von Holte<\/span><\/li>\n<li>1247-21.06.1259\u00a0 <span style=\"color: #993300;\">Otto II. zur Lippe<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><strong>3. Bauphase um 1220 \u2013 Dom von St. Marien<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_835\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stifterfigur-Maria-von-Brabant.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-835\" class=\"wp-image-835\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stifterfigur-Maria-von-Brabant-150x150.png\" alt=\"Stifterfigur Maria von Brabant\" width=\"212\" height=\"212\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stifterfigur-Maria-von-Brabant-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stifterfigur-Maria-von-Brabant-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-835\" class=\"wp-caption-text\">Stifterfigur weibl. &#8211; der Kopf ist leider abgeschlagen ebenso der Dom in ihren H\u00e4nden, den Schomerus erg\u00e4nzt hat<\/p><\/div>\n<p><strong>W<\/strong>ill man die Turmeingangshalle der Marienkirche in Marienhafe \/ Brookmerland betreten, so mu\u00df man einige Stufen abw\u00e4rts gehen (normalerweise geht man zum Portal hinauf). Der Eingang liegt also in der Warft, die demnach fr\u00fcher noch nicht so hoch aufgesch\u00fcttet gewesen ist wie heute bzw. es hat ein Erdanwuchs stattgefunden. (H\u00e4ufig geschah das, weil direkt an der Kirche Pesttote begraben wurden, wenn der Friedhof \u00fcberf\u00fcllt war.) Daf\u00fcr sprechen auch die H\u00f6henunterschiede des Fu\u00dfbodens in den drei Bauabschnitten, denn unter dem jetzigen Fu\u00dfboden liegt um 1 \u00bd Fu\u00df tiefer ein Fliesenfu\u00dfboden (im Mittelschiff), der auf ca. 1210 datiert wird. Erheblich tiefer darunter liegt ein gestampfter Lehmboden. Damit m\u00fcsste eine Erweiterung der Kirche schon um <strong>1210<\/strong> stattgefunden bzw. begonnen haben. Das l\u00e4\u00dft vermuten, dass die Kirche bereits eine Baustelle gewesen ist, als die umzusiedelnden Pr\u00e4monstratenser eingetroffen sind. Manche Gottesh\u00e4user waren damals wie heute \u201eewige\u201c Baustellen.<\/p>\n<p>Nimmt man diesen Zeitpunkt an, so ist davon auszugehen, dass kaum noch viele Jahre geblieben sein d\u00fcrften, um Kultivierungsarbeit zu leisten, denn 1230 ist der Dom schon genannt und die Arbeiten m\u00fcssen zumindest so weit fortgeschritten gewesen sein, dass nicht von einem Bauvorhaben die Rede ist. Die generelle Aufgabe der Pr\u00e4monstratenser wird somit darin bestanden haben, den Dom zu vollenden.<\/p>\n<p><strong>Es<\/strong> mu\u00df in Betracht gezogen werden, dass sich die Ziele des Ausbaus innerhalb von 40 Jahren an die politischen Gegebenheiten, die ja enorm brisant gewesen sind, angepa\u00dft haben. Vermutlich war zuerst ein kleinerer Umbau vorgenommen worden. Erst der bevorstehende Kreuzzug f\u00fchrte zu einem gr\u00f6\u00dferen Bauvorhaben, welches nochmals nach dem ruhmreichen Zug gegen <span style=\"color: #993300;\"><strong>\u00c4gypten (1217 Damiette)<\/strong><\/span> und wiederum nach dem\u00a0 Kreuzzug gegen die Stedinger erweitert wurde. In den Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern waren ganz besonders stark <span style=\"color: #993300;\">Brabant<\/span> und <span style=\"color: #993300;\">Oldenburg<\/span> involviert. Somit k\u00f6nnte nicht nur von drei, sondern von ca. f\u00fcnf Bauabschnitten bzw. Erg\u00e4nzungen des Kirchengeb\u00e4udes ausgegangen werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_630\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/image002.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-630\" class=\"wp-image-630 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/image002.gif\" alt=\"image002\" width=\"226\" height=\"164\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-630\" class=\"wp-caption-text\">Kampf um den Kettenturm von Damiette \/ \u00c4gypten<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<span style=\"color: #993300;\">gleiches Schiff<\/span> ist abgebildet auf einem Friesstein vom <span style=\"color: #800000;\">Dom v. St.<\/span><span style=\"color: #993300;\"><span style=\"color: #800000;\"> Mar<\/span>ien<\/span><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0D<\/strong>ie \u201e<span style=\"color: #993300;\">Marien-Kirche<\/span>\u201c ist vor allen Dingen auf die Kreuzfahrer ausgerichtet gewesen, wie Figuren und Sandsteinfries aufzeigen.<\/p>\n<p><strong>E<\/strong>in anschaulicher Beweis des Engagements f\u00fcr das \u201eHeilige Land\u201c wurde im Mittelalter \u00fcber Aufzeichnungen hinaus durch Klostergr\u00fcndungen und Kirchenbauten erreicht. Die betr\u00e4chtliche Mitwirkung und den daraus resultierenden Ruhm &#8211; soweit m\u00f6glich &#8211; zu dokumentieren, machte man sich beim \u201eDom von St. Marien\u201c zur Aufgabe. Das bedeutete \u00fcberdies, Macht, Ansehen und Reichtum zu bekunden.<\/p>\n<p><strong>M<\/strong>it dem Dom sollte ein Kraftzentrum entstehen gegen heidnische Untertanen, denn die gab es ja immer noch; Dank f\u00fcr vorangegangenen (mind. 3) Kreuzz\u00fcge, zumindest \u201eKredit im Himmel\u201c. Der Dom sollte nicht nur zur Glorifizierung der Jungfrau Maria dienen und ewige Erinnerung an die Kreuzfahrer sein, sondern dar\u00fcber hinaus &#8211; nach alterprobtem Rezept &#8211; zum Aufbl\u00fchen der Region beitragen und die Macht der Herren demonstrieren bei den aufm\u00fcpfigen Friesen, die sich oft gegen die Obrigkeit auflehnten.<\/p>\n<ul>\n<li>Angesichts der au\u00dferordentlichen Kreuzfahrertradition des Hauses \u201eBouillon\u201c und der Legende der \u201eMaria\u201c als Stifterin des Doms dr\u00e4ngt sich die <strong>Kaiserin<\/strong> <strong>Maria<\/strong> <strong>von<\/strong> <strong>Brabant<\/strong> als vornehmste Erbin des Hauses <strong>Brabant (Bouillon)<\/strong> geradezu auf.<\/li>\n<li>\u00dcblicherweise lie\u00dfen Landesherren Sakralbauten errichten. Es liegt aus diesem Grunde nahe, dass als Bauherr das Herzogtum Brabant\u00a0 bzw. Grafenhaus von Holland <span style=\"color: #808080;\">[Dietrich III der Jerusalemer (993-+27.5.1039) &#8211; nennt sich selbst zum ersten Mal \u201eGraf von Holland\u201c]<\/span> in Frage kommt.<\/li>\n<li>Der Bischof von M\u00fcnster scheidet insofern aus, als sich die Di\u00f6zese st\u00e4ndig in Geldnot befand und die Propstei Brokmannia weder exisierte, noch M\u00fcnster zugeschlagen war. Dies erfolgte erst 1251.<\/li>\n<li>Erzbischof von Bremen war seinerzeit <span style=\"color: #993300;\">Gerhard II. zur Lippe<\/span> (1219-1258).<em> 1223<\/em> ging der hamburgische Erzbischofstitel wieder auf Bremen \u00fcber. Der Bremer Dom wurde nun zur Kathedrale ausgebaut und es gab massive und sehr teure Umbauten. Also wird auch der Erzbischof Gerhard II. zur Lippe keine Mittel f\u00fcr einen weiteren Dom \u00fcbrig gehabt haben, zumal der gro\u00dfe Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern (<span style=\"color: #993300;\">1234<\/span>) hohe Kosten verursacht hatte und die Unterwerfung der \u00fcberlebenden Bauern keine der erhofften Reicht\u00fcmer einbrachte und nichts als Verw\u00fcstung hinterlie\u00df. Zudem war kaum noch jemand \u00fcbrig, um das Land zu bestellen, so massiv war die Ausrottung der Stedinger ausgetragen worden.<\/li>\n<li>Geht man davon aus, das die Curie den korrekten Namen in der Urkunde von <strong><span style=\"color: #993300;\">1387<\/span><\/strong> angegeben hat, dann hat der Dom tats\u00e4chlich den Namen \u201a<span style=\"color: #993300;\"><strong>Augustinus<\/strong><\/span>-Kirche\u2019 getragen. Demnach hat die Bev\u00f6lkerung den Namen \u201eDom der Maria\u201c entwickelt &#8211; in Erinnerung an die Stifterin, die Kaiserin <strong>Maria von Brabant<\/strong>, was gewisserma\u00dfen zu einer zwiefachen Begriffsbildung f\u00fchrte.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span style=\"color: #993300;\">Die Stedinger zwischen Hunte und Weser<\/span><\/h3>\n<p>Im 12. Jh. hatten die Erzbisch\u00f6fe als Herren Weststedingens Ansiedler aus Sachsen, Holland, Westfalen und Ostfriesland herangezogen. Diese deichten das bisher schutzlose Land ein und schufen damit neues Acker- und Weideland. Das urbar gemachte Bruchland wurde ihnen zugeteilt. Daf\u00fcr mussten sie den Holler-zins und den Zehnten abf\u00fchren.<br \/>\nDa es im Stedinger Land keine Regierungsform gab, entstand eine freie Bauernrepublik. Die Stedinger f\u00fchlten sich unabh\u00e4ngig.<br \/>\nNachdem die Armut \u00fcberwunden und Reichtum ins Stedinger Land eingezogen war, trachteten die Oldenburger Grafen und Bremer Erzbisch\u00f6fe danach, das Stedinger Land zu beherrschen und wei-tere Abgaben einzutreiben. Zu diesem Zweck legten sie Zwingburgen an. Trotz ihrer \u00dcbergriffe mit Waffengewalt konnten sich die Stedinger wacker verteidigen und ihre Freiheit erhalten.<br \/>\nSchlie\u00dflich erwirkte der Erzbischof von Bremen beim Papst den Kirchenbann und Kaiser Friedrich sprach die Reichsacht \u00fcber sie aus. 1234 nun wurde das Kreuz gegen die Stedinger gepredigt. Es sammelte sich ein Kreuzzugsheer von 40.000 Mann. (Der Deutsche Ritterorden beteiligte sich nicht an dieser Menschenjagd auf die Stedinger, die angeblich Ketzer sein sollten.) Zehntausend Stedinger zogen ihnen entgegen, M\u00e4nner, Frauen und Kinder. Bei Altenesch kam es zum Kampf. Das erbitterte Ringen, in dem viele tausend Kreuzfahrer fielen, schien den Stedingern den Sieg zu bescheren. Gegen Abend aber fiel Graf Dietrich von Cleve den ermatteten Bauern in die Flanke. Das bedeutete den Todessto\u00df gegen ein ganzes Volk.<br \/>\nAn der Spitze der tapferen Stedinger standen die Anf\u00fchrer Bolko von Bardenfleth, Thammo von Huntorp und Detmar tom Dyk. Ihnen begegnen wir auch in meinem Musical &#8222;Die Stedinger&#8220;.<\/p>\n<h4>An diesen Kreuzzug (<strong>1234<\/strong>) beteiligten sich u.a.:<\/h4>\n<p>Der Herzog Heinrich II. der J\u00fcngere von <span style=\"color: #993300;\">Brabant<\/span>, Graf Otto III. von Geldern, Graf Dietrich von Cleve, der Graf Florens IV. von <span style=\"color: #993300;\">Holland<\/span>, Erzbischof Wilbrand von <span style=\"color: #993300;\">Utrecht<\/span>, Wilhelm IV. von <span style=\"color: #993300;\">J\u00fclich<\/span>, Edelherr Gerhard von <span style=\"color: #993300;\">Diest<\/span>, Wilhelm von <span style=\"color: #993300;\">Grimberg<\/span>, Arnold II. von <span style=\"color: #993300;\">Wesemale<\/span>, Walter von <span style=\"color: #993300;\">Bouchot<\/span>, Walter V. <span style=\"color: #993300;\">Berthout<\/span>, Robert VII. von <span style=\"color: #993300;\">Bethune<\/span>, Wilhelm III. von <span style=\"color: #993300;\">Bethune<\/span>, Arnold IV von <span style=\"color: #993300;\">Oude-naarde<\/span>, Rasso VI. von <span style=\"color: #993300;\">Gavere<\/span>, Dietrich III. von <span style=\"color: #993300;\">Bevere<\/span> (Kastellan von Dirmuide), Gilbert I. von <span style=\"color: #993300;\">Zottegem<\/span>, Giselbert von <span style=\"color: #993300;\">Gottinghien<\/span>, Otto I. <span style=\"color: #993300;\">Graf von Oldenburg<\/span> und sein Sohn Graf Heinrich III. von <span style=\"color: #993300;\">Oldenburg-Wildeshausen<\/span> (wurde in dieser Schlacht get\u00f6tet), Graf Ludwig I von <span style=\"color: #993300;\">Ravensberg<\/span>, Adolf VII. von <span style=\"color: #993300;\">Berg<\/span> und viele andere F\u00fcrsten und Edelherrn.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Auffallend ist die Oldenburger Verwandtschaft:<\/span> van Berg, Ravensberg, Cleve, Wilbrand von Utrecht, Wesemale, Diest, Holland, Geldern, Brabant, J\u00fclich&#8230; Das Heer bestand im Grunde ausschlie\u00dflich aus Oldenburgern und deren Verwandtschaft bzw. deren Vasallen, die zur Heeresfolge verpflichtet waren.<\/p>\n<p>&#8211; Dass dort auch ein Vogt aus dem Hause der &#8222;tom Brok&#8220; beteiligt gewesen sein kann, d\u00fcrfte wohl aufgrund der Pflicht zur Heeresfolge angenommen werden. Dies m\u00fc\u00dfte dann jed. vermutlich der Vorg\u00e4nger des Konsuls Kene von Norden gewesen sein, weil &#8222;unser&#8220; urkundlich genannte Vogt von Norden 1309 od. 1310 gestorben ist. (Davor sind m. E. keine V\u00f6gte namentlich \u00fcberliefert. Dies m\u00fc\u00dfte jed. noch genau \u00fcberpr\u00fcft werden.) &#8211;<\/p>\n<p>Eine \u00fcberw\u00e4ltigend brutale Demonstration seiner Macht hatte das Haus Oldenburg mit all seinen Verwandten, die ihm Gefolgschaft leisteten, den Stedingern in der Di\u00f6zese Bremen geboten. Ein Kreuzzug, um Steuern einzutreiben, an dessen Ende viele hundert Scheiterhaufen loderten. Der Dom sollte das ewige Gedenken daran wach halten. Somit kann man &#8211; obwohl alle Belege vernichtet sind &#8211; davon ausgehen, dass zu den Stiftern das m\u00e4chtige Haus <span style=\"color: #993300;\">Brabant<\/span> und die beteiligte <span style=\"color: #993300;\">Verwandtschaft<\/span> geh\u00f6rte.<\/p>\n<p><strong>E<\/strong>s wurde also ein Kirchenbauwerk gestaltet, welches die aufm\u00fcpfigen Friesen einsch\u00fcchtern sollte. Auffallend sind die sp\u00e4ter zerst\u00f6rten Figuren (Stifterfigur, Ritter, L\u00f6wen pp.). Es ist anzunehmen, dass dies bei S\u00e4kularisierung &#8211; nicht ohne Grund &#8211; geschehen ist. Die L\u00f6wen, welche rechts und links des Portals &#8222;lagen&#8220;, unterstreichen, dass die Kirche auch als Versammlungsort gedacht war. Die L\u00f6wen standen im Zusammenhang mit dem Gastungsrecht und nat\u00fcrlich den Herrschern (z. B. Brabant pp.).<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Unbenannt4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-725\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Unbenannt4.jpg\" alt=\"Unbenannt4\" width=\"312\" height=\"171\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Unbenannt4-300x164.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Unbenannt4.jpg 312w\" sizes=\"(max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<\/blockquote>\n<p><strong>N<\/strong>achdem <strong>Kaiser Otto IV.<\/strong> am 19. Mai <span style=\"color: #993300;\">1218<\/span> verstorben war, <strong>heiratete <span style=\"color: #993300;\">1220<\/span> der hoch betagte <span style=\"color: #993300;\">Graf Wilhelm I. von Holland<\/span> (+1222) die Kaiserin-Witwe <span style=\"color: #993300;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Maria von Brabant<\/span>.<\/span><\/strong> Diese Eheschlie\u00dfung steht wahrscheinlich in engem Kontext zu den Streitigkeiten zwischen Brabant und Holland (Dirk VII &#8211; s. o.) und somit auch im Zusammenhang mit dem Federgau.\u00a0Das Land geh\u00f6rte zum Eigengut des Welfenhauses.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #666699;\">Der \u201eHof der Maria\u201c deutet darauf hin, dass dieses Anwesen zum Wittum der Maria von Brabant geh\u00f6rte. Es ist anscheinend so, dass Maria nicht &#8222;im Moor&#8220; residierte, sondern zu ihrem Vater zur\u00fcckgekehrt ist. Das Eigentum verlieh ihr im Wesentlichen drei Rechte: Nutzung (<i>usus<\/i>), Fruchtziehung (<i>fructus<\/i>) und Verf\u00fcgung (<i>abusus<\/i>). Durch die Begr\u00fcndung des Nie\u00dfbrauchs \u00fcbertrug Maria die Rechte der Nutzung und Fruchtziehung an die Pr\u00e4monstratenser. Auf diese Weise behielt Maria das \u201eEigentum\u201c (<i>nuda proprietas<\/i>, eine Form des <i><a style=\"color: #666699;\" title=\"Nudum ius\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nudum_ius\">nudum ius<\/a><\/i>) f\u00fcr sich. Die umfassende Nutzung hingegen lag bei den Pr\u00e4monstratensern.<\/span> &#8211; <span style=\"color: #666699;\">Der Adel stattete hinterbliebene Frauen mit &#8222;Widumsh\u00f6fen&#8220; aus. Oft gingen die Witwen ins Kloster. Um diese adeligen Nonnen von der Arbeit freizustellen, erhielten die Kl\u00f6ster H\u00f6fe mitsamt Leibeigenen zur Versorgung der Damen. &#8211; Maria von Brabant hat jedoch 1222 erneut geheiratet und konnte auf den Hof verzichten. &#8211; Marias 1. Gemahl Kaiser Otto IV. war 1218 verstorben. &#8211; Nach dem Tod ihres 2. Gemahls, <\/span><span style=\"color: #993300;\">Graf Wilhelm von Holland,\u00a0<\/span> <span style=\"color: #666699;\">ging<\/span> <span style=\"color: #993300;\">Maria von Brabant<\/span> ins <span style=\"color: #993300;\">Kloster Binderen<\/span>, <span style=\"color: #666699;\">welches sie zum kulturellen Mittelpunkt machte. Daf\u00fcr ben\u00f6tigte sie etliche finanzielle Mittel. M\u00f6glich ist daher der Verkauf ihres Nobilis-Hofes an einen K\u00f6nigsrichter. Weges des &#8222;Blutgerichts&#8220;, welches an dem Gerichtshof hing,\u00a0 konnten die Pr\u00e4monstratenser den Hof gar nicht bekommen. Logisch ist daher, dass der Inhaber des &#8222;Blutgerichtes&#8220; der Vogtei Norden, zu dessen Bezirk das Brokmerland ohnehin geh\u00f6rte, den Nobilishof erwarb. Das Brokmerland hingegen blieb bis auf die zugeh\u00f6rigen L\u00e4nderein zu Lehen. &#8211; Etwas anderes w\u00e4re wahrscheinlich wegen des bestehenden\u00a0<strong>Kondominiums <\/strong>(s. u. &#8222;Kaiser Barbarossa&#8220;) nicht m\u00f6glich gewesen.\u00a0 &#8211; \u00c4hnlich verhielt es sich bei der &#8222;Augustinus&#8220;-Kirche (heute St. Marien genannt). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #666699;\">Ich erinnere daran, dass den &#8222;tom Brok&#8220; offenbar ein Stuhl als Domprobst zustand. Wie kann es dazu gekommen sein? &#8211; Die Stiftung von Kirchen und Kl\u00f6stern erforderte immer eine Gegenleistung von Seiten der Kirche. Es war \u00fcblich, dass diese Gegenleistung durch bestimmte Anspr\u00fcche auf \u00c4mter erbracht wurde. Der &#8222;Dom&#8220; von St. Marien ist aber nicht &#8211; wie urspr\u00fcnglich vermutlich geplant &#8211; zum &#8222;Dom&#8220; geweiht geworden und also gab es dort auch nicht den erwarteten Stuhl. Anzunehmen ist daher, dass der Amtsanspruch deswegen auf den Dom von Bremen bzw. M\u00fcnster \u00fcbertragen wurde. Die &#8222;tom Brok&#8220; haben w\u00e4hrend ihrer Herrschaft die Kosten getragen f\u00fcr die Kirchen von Marienhafe und Utengrahove (Engerhafe) (Erweiterung und Ausbau). Hinzu kommt auf alle F\u00e4lle noch die Kirche von Norden. Es ist nicht genau bekannt, f\u00fcr welche Anzahl kirchlicher Einrichtungen der &#8222;Clan&#8220; noch aufgekommen ist. Da kann man nur spekulieren, es werden etliche gewesen sein, kamen doch noch einige Kl\u00f6ster hinzu, die finanzeille Leistungen sowie Grundbesitz erhalten haben.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>Da nun aber der<span style=\"color: #993300;\"><strong> Staufer Friedrich II.<\/strong><\/span> sein Ziel erreicht hatte (Absetzung von Kaiser Otto IV.) und K\u00f6nig bzw. Kaiser (Am 22.11.1220 Kaiserkr\u00f6nung Friedrichs II. in Rom durch Papst Gregor IX.) geworden war, mochte es wohl sinnvoll gewesen sein, die noch nicht ganz fertig gestellte Kirche \u2013 mit bestimmten Auflagen \u2013 wegzugeben, um sie aus dem Fokus zu nehmen. Die zugeh\u00f6rige Burg war Sitz des Vogtes. Da der Vogt gleichzeitig K\u00f6nigsrichter war (die K\u00f6nigsrichter wurden \u201eKennen\u201c genannt, daher vermutlich der Name \u201eKene\u201c), siegelte er mit dem Reichsadler. Vielleicht tragen die tom Brok deswegen den <span style=\"color: #993300;\">Adler<\/span> im Wappen wie auch die Allena und Circsena als Verwandte der tom Brok. Das erkl\u00e4rt aber noch nicht die 3 <span style=\"color: #993300;\">Kronen<\/span> in Ritter Ockos Siegel, die ja auch von dessen Nachfolgern \u00fcbernommen wurden.<\/p>\n<p>Anscheinend war die Entscheidung, die kirchliche Baustelle in die Hand eines Ordens zu geben und von diesen fertigstellen zu lassen, h\u00f6chst politisch und weniger ein \u201emildt\u00e4tiger Akt\u201c, zumal abermals die <span style=\"text-decoration: underline;\">Brabanter Herzogsfamilie<\/span> involviert war, wie wir unten sehen werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\">Kaiser Ottos<\/span> eigener Plan eines <span style=\"color: #993300;\">Kreuzzuges<\/span> war durch seine schreckliche <strong><span style=\"color: #993300;\">Niederlage<\/span><\/strong> bei <strong><span style=\"color: #993300;\">Bouvines<\/span><\/strong> zerschlagen worden. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Kaiser Ottos<\/strong><\/span> Nachfolger wurde nun also der Staufer <span style=\"color: #993300;\"><strong>Friedrich II.<\/strong><\/span> Im Norden und Nordwesten Deutschlands aber hatte <strong>Otto IV.<\/strong> trotzdem immer noch einen bedeutenden Anhang, auch wenn er jetzt auf seine <span style=\"color: #993300;\">Erblande<\/span> beschr\u00e4nkt blieb. Seinen Anspr\u00fcchen hat Otto bis an seinen Tod (<strong>19. Mai 1218<\/strong>) nie f\u00f6rmlich entsagt. Kurz vor seinem Tod schickte <strong>Otto<\/strong> mit honoriger Geste <strong>Friedrich II.<\/strong> die Reichsinsignien unter dem Hinweis, dass ein K\u00f6nig trotz Salbung kein rechter K\u00f6nig sei ohne die Reichsinsignien. Nach seiner Absetzung war <strong>Otto IV.<\/strong> schwer erkrankt. Eine Beteiligung des Hauses Sachsen und damit der Friesen an dem Kreuzzug 1217 hat aber dennoch stattgefunden.<\/p>\n<p>Es steht zu vermuten an, dass eine Glorifizierung der Welfen bzw. des Hauses Holland\/Brabant bei dem<strong> Staufer Friedrich II.<\/strong> unliebsame Reaktionen hervorgerufen h\u00e4tte. <strong>Kaiser Friedrich II. <\/strong>hat permanent in Gegensatz zum Welfenhaus gestanden, war aber dennoch den Friesen (die Holl\u00e4nder werden immer noch Friesen genannt) gewogen und ihnen gegen\u00fcber sogar zur Dankbarkeit verpflichtet, da sie &#8211; trotz des \u00fcber ihn verh\u00e4ngten p\u00e4pstlichen Bannes &#8211; bei Gefahr der eigenen Verketzerung w\u00e4hrend des Kreuzzuges 1228\/29 loyal geblieben waren und zu Friedrich II. gestanden hatten, w\u00e4hrend die meisten Reichsf\u00fcrsten von ihm abgefallen waren.<\/p>\n<p>Und doch bewegte man sich im Hause <span style=\"color: #800000;\">Brabant<\/span> auf \u201ed\u00fcnnem Eis\u201c. Es war Diplomatie gefragt und allergr\u00f6\u00dfte Vorsicht geboten, zumal der Staufer den Welfen bitter bek\u00e4mpft hatte. Die Dankbarkeit der K\u00f6nige reichte gew\u00f6hnlich nicht weit. Sie konnten sehr vergesslich sein und <strong>Kaiser Friedrich II.<\/strong> konnte \u00fcberdies \u00e4u\u00dferst rachs\u00fcchtig und \u00fcberaus grausam sein. Eine Glorifizierung seines Gegners Otto IV h\u00e4tte er sicher nicht hingenommen. Andererseits wollte man das begonnene Werk des Domes aber auch wie geplant vollendet wissen. Es bot sich als Ausweg der &#8222;Winkelzug&#8220; einer &#8222;<span style=\"color: #993300;\">\u00dcbertragung<\/span>&#8220; an eine <span style=\"color: #993300;\">Ordensgemeinschaft<\/span> an.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Die 7 Sandsteinfiguren, die sich farblich von den \u00fcbrigen absetzen, n\u00e4mlich von gelblicher Farbgebung sind, bildeten wahrscheinlich eine erste Gruppe von Figuren, die angefertigt worden war: 2 Ritter, 1 Engel, Maria mit Kind sowie \u201eZacharias\u201c und &#8222;Philippus\u201c und der Heilige mit der Dose. &#8211; Der Fliesenboden im Mittelschiff stammt aus dem Jahre 1210. &#8211; Papst Innozenz III. rief 1213 zum Kreuzzug auf.<\/p>\n<p>Burgen und Kirchen wurden \u00fcblicherweise fortlaufend erweitert. Arch\u00e4ologische Untersuchungen k\u00f6nnten in Oldeborg sensationelle Funde und vielleicht sogar Reste einer Feste aus der Normannenzeit zutage f\u00f6rdern, denn befestigte Behausungen (Burgen) lagen eine Tagesreise voneinander entfernt, wobei die Strecken wegen der katastrophalen Wegeverh\u00e4ltnisse sehr unterschiedlich waren. (Die n\u00e4chste Burg w\u00e4re wahrscheinlich der Rabbelsberg (=Radbodsberg) bei Dunum (benannt nach K\u00f6nig Redbad) oder Jellinghusen (benannt nach dem d\u00e4nischen K\u00f6nigsgeschlecht der Jellinge = Gottfried \u2013 Gorm &#8211; Harald Blauzahn pp.) bei Wittmund bzw. Haroldesheim (heute Woltersberg genannt; ehemals Kleiburg = Klaksburg = Harald Klaks Burg) bei Jever bzw. jenseits der Ems die Radboud-Burg).<\/p>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong><\/p>\n<p>Au\u00dfer <strong>Utengrahove<\/strong> (heute Engerhafe) sollen zwei weitere Kirchen zur gleichen Zeit (um 1220) durch Schwestern der Maria von Brabant errichtet worden sein. Dies k\u00f6nnten sein: die (heutige) Johannes-Kirche von Utengrahove sowie auch die Gangulf-Kirche von Westeel. Diese Kirche wurde ein Raub der See (Leybucht). Es gab gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr, denn Ausbau bzw. Gr\u00fcndung einer Kirche sollten lt. mittelalterlichem Glauben die Zeit im &#8222;Fegefeuer&#8220; verk\u00fcrzen.<\/p>\n<p>In Frage kommt evtl. <span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Marias Schwester<\/span><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"> bzw. deren Ehemann<\/span>, der im Turnier seinen Schwager get\u00f6tet hatte &#8211; eine schreckliche Katastrophe!<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"padding-left: 30px;\">Am <strong>19. Juli 1234<\/strong>\u00a0 wurde Graf Willems Sohn u. Nachfolger <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Graf<\/strong> <strong>Florenz<\/strong> <strong>IV.<\/strong> von <strong>Holland<\/strong> <\/span>auf <span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Rhijnsburg<\/strong><\/span> durch einen Turnierunfall von seinem<span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong> Schwager<\/strong> <strong>Wilhelm XI., Graf von Clermont und<\/strong><strong><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"> Auvergne,<\/span> <\/strong>versehentlich<strong> get\u00f6tet.<\/strong><\/span><\/span> Das Turnier war veranstaltet worden, um den siegreichen Triumph des Kreuzzuges gegen die Stedinger Bauern (b. Bremen) feierlich zu begehen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"padding-left: 30px;\">Zweifellos hat auch <span style=\"color: #993300;\"><strong>Wilhelm XI. Graf von Clermont\/Auvergne<\/strong><\/span> am Kreuzzug gegen die Stedinger teilgenommen, da dieser mit <span style=\"color: #993300;\">Adelheid von Brabant<\/span> verheiratet war und dieses Turnier kurz nach dem Kreuzzug stattgefunden hat und zur Siegesfeier z\u00e4hlte. F\u00fcr Adelheid bzw. ihren Gemahl Wilhelm XI. hat es also besonderen Anla\u00df zu einer Stiftung gegeben. &#8211;\u00a0 War es wirklich ein Versehen von Wilhelm XI? Oder hat er Floris absichtlich get\u00f6tet? <strong><span style=\"color: #993300;\">Floris IV.<\/span> <\/strong>hat wom\u00f6glich <span style=\"color: #993300;\">\u201eOtto dem Kind&#8220;\u00a0<\/span> (ab 1235 Herzog von Braunschweig-L\u00fcneburg, Sohn von Wilhelm, dem <span style=\"color: #993300;\">Bruder von Kaiser Otto IV.<\/span>) w\u00e4hrend des Kreuzzuges gegen die Stedinger zur Seite gestanden und wie dieser <strong><span style=\"color: #993300;\">Entlastungsangriffe<\/span><\/strong> gef\u00fchrt. <span style=\"color: #993300;\">Maria von Brabant (Ww. von Kaiser Otto IV. <span style=\"color: #000000;\">und<\/span> Tochter von Herzog Heinrich von Brabant)<\/span> war seine <span style=\"color: #993300;\">Stiefmutter<\/span>! \u00dcberdies war <span style=\"color: #993300;\">Floris IV. verheiratet mit Mathilde von Brabant (der Schwester seiner Stiefmutter).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: small; color: #993300;\"><b>ADELHEID<\/b>, <b>Gr\u00e4fin von Boulogne<\/b><\/span> +1261\/78 (<span style=\"color: #993300;\">Schwester der Maria von Brabant<\/span>) war verheiratet gewesen mit<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0 1. oo ARNOLD III., Graf von Looz<\/span> <span style=\"font-size: small;\">+ vor dem 6.10.1221<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0 2. Ehe (oo <span style=\"font-size: small;\">3.2.1225<\/span>) <span style=\"color: #993300;\">WILHELM IX., Graf von Auvergne-Boulogne<\/span><\/span> +<span style=\"font-size: small;\">1246<\/span><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0 3. Ehe (oo\u00a0<span style=\"font-size: small;\">12.4.1251)<\/span> <span style=\"color: #993300;\">ARNOLD II. VON WESEMAELE, Marschall von Brabant<\/span><\/span><span style=\"color: #993300;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\"> +1260 oder nach 1288<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Zwischen dem Grafenhaus Holland und Looz gab es eine weitere Verbindung: <strong>Dirk VII<\/strong> (Bruder von Graf Willem I) <strong>Graf von Holland <\/strong>ux <strong>Adelaide von Cleve<\/strong> haben die Tochter <strong>Ada<\/strong> (Athela = Adela) (1187-1227), sie heiratet (1203) <strong>Ludwig von Looz, zeitweise Graf von Holland<\/strong> (+ 1218)<\/p>\n<p>Hinzu kommt eine Tochter aus der 2. Ehe von Heinrich I. von Brabant mit 1213 Marie (1198-1223\/4) To. von K\u00f6nig Philippe II Auguste von Frankreich:\u00a0 <strong>Elisabeth<\/strong> <strong>von<\/strong> <strong>Brabant + 1273<\/strong>, Halbschwester der Maria von Brabant<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Ehe mit Dietrich VI. Graf von Cleve (<\/strong>+ 1244) &#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Dietrich von Cleve nimmt am Kreuzzug gegen die Stedinger 1234 teil und bringt dem Kreuzheer den Sieg!<\/span><\/span><\/li>\n<li><strong>Ehe<\/strong> 1246 <strong>Graf Gerhard II von Limburg<\/strong> (+1254)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Folgendes f\u00fcgt sich zusammen, denkt man an jene als Stifterin \u00fcberlieferte <span style=\"color: #993300;\">Maria<\/span>, die mit ihren <span style=\"color: #993300;\">Schwestern<\/span> zur gleichen Zeit zwei weitere Kirchen errichten bzw. ausbauen lie\u00df. M\u00f6glich ist freilich, dass die Stiftungen der beiden Schwestern ins Land der Fama geh\u00f6ren. Immerhin sind Schwestern vorhanden und es ist auch m\u00f6glich, dass sie sich am Ausbau der Kirchen beteiligt haben.<\/p>\n<p>Zumindest scheint die Kirche von <span style=\"color: #993300;\">Westeel<\/span> eine Kirche des \u201eGangu-Rolf\u201c gewesen zu sein, des Stammvaters der Bouillon, jenen Geschlechtes, dem Maria von Brabant und ihre Schwestern entstammten.<\/p>\n<p>Bezugnehmend auf den Kreuzzug von <strong>1234<\/strong> gegen die Stedinger scheidet <strong>Margarete<\/strong> als Stifterin aus, da sie schon 1231 verstarb. Es bleiben <span style=\"color: #993300;\"><strong>Mathilde<\/strong><\/span> und <span style=\"color: #993300;\"><strong>Adelheid<\/strong><\/span> \u00fcbrig als potentielle Stifterinnen oder auch die Halbschwester <span style=\"color: #993300;\"><strong>Elisabeth<\/strong><\/span>.<\/p>\n<p>Merkw\u00fcrdigerweise scheint die <span style=\"color: #993300;\"><strong>Gangulf-Kirche<\/strong><\/span> von <strong>Westeel<\/strong> dem <strong>Heiligen Liudger<\/strong> geweiht gewesen zu sein, denn er war der Schutzpatron und die Statue des Heiligen ist kurz vor der Sturmflut von 1373 in feierlicher Prozession zur Ludgeri-Kirche nach Norden gebracht worden (Annalen des Klosters Marienthal bei Norden). Dieses wie auch die anderen Kl\u00f6ster waren nicht nur geistliche Zentren, sondern dienten auch dem Landesausbau. Westeel z\u00e4hlte zum Missionsgebiet des Liudger. Liudger gr\u00fcndete 790 n. Chr. die Kirche in Leer, hat also um diese Zeit im heutigen Ostfriesland missioniert und k\u00f6nnte daher auch diese Kirche gegr\u00fcndet haben. Da der Heilige Gangulf 760 gestorben ist, kann es kaum m\u00f6glich sein, dass Gangulf schon bis zum Tode Liudgers (+809) kanonisiert gewesen ist. Warum also ist die Kirche nach einem Heiligen aus <span style=\"color: #993300;\">Brabant<\/span> \u201cGangulf-Kirche\u201c genannt worden?<\/p>\n<p><strong>Die Kirche von Utengrahove <\/strong>(heute Engerhafe) war dem <strong>Johannes<\/strong> <strong>Baptista<\/strong> geweiht und hei\u00dft heute \u201eJohannes der T\u00e4ufer Kirche\u201c. Auch hier soll eine Schwester der Maria t\u00e4tig gewesen sein. \u2013 Das ist gut m\u00f6glich, denn Brookmerland gliederte sich in 3 Bezirke mit jeweils 2 Hauptkirchen: Marienhafe und Engerhafe; Victorbur und Wiegboldsbur, Bedekaspel und Blaukirchen. &#8211; Bekannt ist, dass die tom Brok die Johannes-Kirche im 14. Jh. vergr\u00f6\u00dfert haben. Auch sie wurde sp\u00e4ter wieder verkleinert. (zugeh\u00f6rig zum Bistum M\u00fcnster)<\/p>\n<p>Bei allen 3 Kirchen handelt es sich vermutlich um einen Ausbau bzw. eine Erweiterung, jedoch nicht um eine Neugr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Man kann annehmen, dass <span style=\"color: #993300;\">Maria von Brabant<\/span> als Kaiserin im Ruhestand ihre Schwestern wohl zu diesen Stiftungen bewegen konnte.<\/p>\n<p>Vielleicht war der Federgau das Wittum<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\"><\/a> der Maria von Brabant? Unterlagen dar\u00fcber sind verlorengegangen. Manche Historiker vertreten die Meinung, die Kaiserin Maria von Brabant habe kein Wittum erhalten, was aber nicht zutreffen kann, weil das Wittum <span style=\"color: #800000;\">stets<\/span> vor der Eheschlie\u00dfung vereinbart wurde. Marienhafe bzw. Oldeborg liegen sehr zentral im Federgau. Es ist zu vermuten, dass die \u201eKennenburg\u201c, sp\u00e4ter \u201eOlde Borg\u201c genannt, bereits zur Zeit der Grafen bestanden hat und die \u201eMarien-Kirche\u201c sozusagen Hofkirche gewesen ist (&#8222;Gastungsrecht&#8220; &#8211; siehe dort).<\/p>\n<p>M\u00f6glich, aber unwahrscheinlich ist es, dass der Name der &#8222;Kennenburg\u201c mit dem Landstrich \u201eKennemaren\u201c bzw. \u201eKennemerland\u201c in Holland in Verbindung steht, welcher zu den Alloden der Grafen von Holland z\u00e4hlte. Bisher wurde angenommen, dass dieser Name zur\u00fcckzuf\u00fchren ist auf den Konsul Kene (Keno), <span style=\"text-decoration: underline;\">1250 Vogt im Norderland<\/span>. Zur Kl\u00e4rung k\u00f6nnten evtl. arch\u00e4ologische Untersuchungen beitragen. 1285 wurde durch Kene die Burg in <span style=\"color: #800000;\">Norden<\/span> errichtet<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref\">[1]<\/a>. Von der Errichtung der Burg im Brokmerland ist nichts \u00fcberliefert, vermutlich weil sie schon bestanden hat, bevor Kene dort Burgherr geworden ist, dies auch, weil die Brokmerbriefe den Burgenbu verboten. Logisch ist eine \u00dcbernahme der bereits existierenden Burg mit dem dort eingebundenen Gerichtshof durch ein Mitglied der Grafenfamilie. Es tun sich u.a. etliche Nebenlinien auf, die hierf\u00fcr in Frage kommen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>er Name des Ortes \u201eMarienhafe\u201c leitet sich ab von \u201eMarienhove\u201c, womit wohl die Freistatt der Kirche gemeint war. Der Name \u201eMarienhafe\u201c hat mit dem dortigen Hafen, der erst sp\u00e4ter durch einen weiteren, gewaltigen Einbruch der Leybucht (1373 &#8211;\u00a0 rd. 20.000 ha versunken) entstanden ist, nichts zu tun. (Heute noch sprechen Einheimische von Marien\u00e5f wie im Schwedischen zwischen a und o) Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung stammt aus dem Jahre 1251, als es zur Bildung der Propstei \u201eBrokmannia\u201c kommt.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref\">[2]<\/a><\/p>\n<p><strong>Zusammenfassend: Gr\u00fcnde f\u00fcr den Kirchenausbau<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Denkbar ist, dass sowohl Kaiser Otto IV. als auch Graf Wilhelm I. von Holland den Ausbau schon vor Beginn des Kreuzzuges<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref\">[3]<\/a> (1217) in Angriff genommen haben, um m\u00f6glichst <strong>gro\u00dfe Teilnehmerzahlen<\/strong> zu erzielen. Ein Gemeinschaftsprojekt also.<\/li>\n<li>Noch vor Beginn des Kreuzzuges wurde Kaiser Otto IV. abgesetzt (1215) und erkrankte danach schwer.<\/li>\n<li>1218 ist Kaiser Otto IV. verstorben.<\/li>\n<li><strong>1219 <\/strong>kehrt<strong> Wilhelm<\/strong> <strong>I<\/strong>. Graf von Holland aus dem <strong>Kreuzzug<\/strong> (Damiette) zur\u00fcck. Sicherlich kam er nicht zur\u00fcck, ohne erhebliche Sch\u00e4tze mitzubringen.<\/li>\n<li>Die Arbeiten am Dom waren noch nicht abgeschlossen oder wurden erneut aufgenommen, jetzt mit dem Ziel, den heiligen <strong>Sieg<\/strong> zu glorifizieren.<\/li>\n<li>Die immensen Materialkosten kann der Pr\u00e4monstratenser-Konvent nicht getragen haben. Er hat lediglich die Vielzahl der Arbeitskr\u00e4fte gestellt. &#8211; Es gab reiche Stifter.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Wilhelm<\/strong> <strong>I<\/strong>. <strong>heiratet<\/strong> 1220 Maria von Brabant, die Ww. von Kaiser Otto IV.<\/li>\n<li><strong>Maria<\/strong> <strong>von<\/strong> <strong>Brabant<\/strong> entstammte einer der ber\u00fchmtesten Kreuzfahrerfamilien (<strong>Bouillon<\/strong>).<\/li>\n<li>Als zentrale Person tritt <strong>Heinrich<\/strong> <strong>I<\/strong>. <strong>von<\/strong> <strong>Brabant<\/strong> * ca. 1158, + 1235 5. IX. (Marias Vater) als Verb\u00fcndeter von Kaiser <strong>Otto<\/strong> <strong>IV<\/strong>. und als <span style=\"color: #800000;\">Oberbefehlshaber <\/span>des <span style=\"color: #800000;\">Kreuzfahrerheeres<\/span> 1197 in Erscheinung.<\/li>\n<li><strong>Florenz<\/strong> <strong>IV<\/strong> (So. von Wilhelm I \u2013 s. o.) war ebenfalls Kreuzfahrer<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>War der Dom Eigentum der Bev\u00f6lkerung? <\/strong>Dem widerspricht die Patronatsloge im Turm der Kirche. Aufgrund dessen kann angenommen werden, dass es einen Patron \u2013 Aristokraten \u2013 als Bauherrn gegeben hat. In vielen D\u00f6rfern der Marsch blieb das Patronatsrecht bis ins 16. Jh. erhalten, d.h. es blieb in H\u00e4nden der H\u00e4uptlingsfamilien, die ihre Abstammung und somit ihre Rechte direkt oder indirekt von den Stiftern ableiteten (dies taten offenbar auch die tom Brok, als sie die Patronatsloge St\u00f6rtebeker und seinen Likedeelern \u00fcberlie\u00dfen).<\/p>\n<h3>Warum aber im Brookmerland, am Rande des Sumpfes?<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>F<\/strong>riesen waren ein aufm\u00fcpfiges Volk. Die Ems stellte keine Grenze dar. Das heutige Groninger Land und der Federgau bildeten eine Einheit. Besonders die Drenther Friesen (Groningen liegt darauf) sind recht angriffslustig gewesen. Inwieweit die Friesen diesseits der Ems involviert waren, bedarf noch eingehender Untersuchungen. Federgau und Groninger Land waren seit Urzeiten eng miteinander verbunden. Zum Landfriedensbund \u201eUpstalsboom\u201c, dessen K\u00fcren (Gesetze) zu gegenseitigem Beistand verpflichteten, geh\u00f6rte auch das Land diesseits der Ems. Man mu\u00df also davon ausgehen, dass in die K\u00e4mpfe der Drenther Friesen auch die Friesen diesseits der Ems verwickelt waren.<\/li>\n<li><strong>E<\/strong>ine Burg hatte die gleichzeitige St\u00e4rke einer \u201eZwingburg\u201c. (Daher auch das Verbot in den Brokmer Willk\u00fcren zum Bau weiterer Burgen.)<\/li>\n<li><strong>S<\/strong>umpfiges Gebiet bot gleichzeitig Schutz gegen \u00dcberf\u00e4lle. Man nutzte Sumpfland als Schutzg\u00fcrtel. Die Landschaft ist gepr\u00e4gt von Hoch- und Niederungsmoor. Ein Teil der Moore ist jedoch vermutlich erst w\u00e4hrend der langen \u201eRegenzeit\u201c entstanden.<\/li>\n<li>Die S\u00fcmpfe brachten wenig Nutzen. Das Land musste kultiviert werden, um Kolonisten anzulocken und um entspr. Zins zu erzielen.<\/li>\n<li><strong>P<\/strong>r\u00e4monstratenser und Zisterzienser kultivierten Sumpfland, Dominikaner wollten Seelen retten. Damit sind die vielen Ansiedlungen der Pr\u00e4monstratenser und Zisterzienser wohl erkl\u00e4rt.<\/li>\n<li><strong>D<\/strong>ieser &#8222;Dom&#8220; stand relativ zentral im <strong>Federgau<\/strong>, er besa\u00df einladende Strahlkraft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unbekannt ist, welchen Zeitraum die gesamte Fertigstellung bzw. der Umbau- und Anbau, von \u201eSt. Marien\u201c eingenommen hat. Genutzt wurde das Bauwerk sicher durchgehend, auch als Baustelle. Der Dom besa\u00df ohne Zweifel f\u00f6rderliche Auswirkungen, denn es entstanden im gleichen Zeitraum mehrere gro\u00dfe Steinkirchen bzw. Ausbau von Kirchen in Ostfriesland (Eilsum, Engerhafe, Westeel, Groothusen, Hage, Hinte, Midlum, Uttum, Norden, Osteel pp.)<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Norder Annalen, Ostfrs. UB 44 Seite 30<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn2\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn3\">[2]<\/a>Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung eines m\u00fcnsterschen Probstes von Friesland (sp\u00e4ter Archidiakon) stammt aus dem Jahre 1152. \u2013 1219-1224 wird <span style=\"color: #993300;\">Ludolf von Holte<\/span> als m\u00fcnsterscher \u201eprepositus Frisie\u201c (Archidiakon) in 6 Bischofsurkunden erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn4\">[3]<\/a> Papst Honorius III. tr\u00e4gt am 21. Mai 1218 den Pr\u00f6psten der Domkirche, der Peterskirche und dem Dekan der Salvatorkirche in Utrecht auf, den Boten des Grafen Wilhelm von Holland den zwanzigsten Teil der kirchlichen Eink\u00fcnfte in Holland, Seeland und Ostfriesland und in seinen anderen Besitzungen zur Unterst\u00fctzung des Heiligen Grabes anzuweisen. (Ostfrs. Urk.Buch III Seite 4) (Kreuzzug von 1217 &#8211; 1221 &#8211; Damiette wurde aufgegeben) &#8211; (Ostfriesland nannte man das Gebiet von der heutigen Zuidersee bis zur Weser)<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_5125\" style=\"width: 136px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Gunda-Kopie2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5125\" class=\"wp-image-5125 \" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Gunda-Kopie2.jpg\" alt=\"Gunda Kopie2\" width=\"126\" height=\"137\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5125\" class=\"wp-caption-text\">Gunda v. Dehn 2006<\/p><\/div>\n<h2><strong><em><span style=\"color: #993300;\">Hinweis: Roman &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;<\/span><\/em><\/strong><\/h2>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Band I-IV &#8222;Chroniken der tom Brook<span style=\"color: #ff0000;\">&#8222;<\/span><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"> Download bei versch. Anbietern<\/span><\/h4>\n<p>http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Band II &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/h4>\n<hr width=\"100%\" \/>\n<h5>Letzte \u00c4nderung 05.10.2023<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9 &#8211; Gunda von Dehn &#8211; &#8222;Kirchenchor&#8220;\u00a0 &#8211; \u00a0 Die Marienkirche von Marienhafe im Brookmerland \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der \u201eDom von St. Marien\u201c im Kontext zur Entstehungszeit Ist die Kaiserin Maria von Brabant Stifterin des Doms von St. Marien? Der Dom &#8211; ein Abbild der g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfung, so hei\u00dft es. 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