{"id":52,"date":"2014-04-04T13:25:29","date_gmt":"2014-04-04T11:25:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=52"},"modified":"2022-03-05T18:13:17","modified_gmt":"2022-03-05T16:13:17","slug":"ocko-tom-brok","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/die-tom-brok\/ocko-tom-brok\/","title":{"rendered":"Ocko I. tom Brok"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<address style=\"text-align: right;\"><audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-52-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Titelnummer-5.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Titelnummer-5.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Titelnummer-5.mp3<\/a><\/audio>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-52-2\" autoplay preload=\"auto\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13-13.-Kampfgera\u0308usche.mp3?_=2\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13-13.-Kampfgera\u0308usche.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/13-13.-Kampfgera\u0308usche.mp3<\/a><\/audio>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook.jpg\"><span style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">\u00a9 &#8211; Gunda von Dehn &#8211;\u00a0 aus meinem Musical &#8222;Zorn im Blut&#8220;<\/span><\/span><\/a><\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-434 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook-289x300.jpg\" alt=\"Wappen Ocko tom Brook\" width=\"289\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook-289x300.jpg 289w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook.jpg 976w\" sizes=\"(max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/a><\/p>\n<\/address>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Italienischer Schild mit Adler<\/strong> unter veraltetem <strong>Topfhelm<\/strong> mit <strong>dreifach gekr\u00f6nter Helmdecke<\/strong> &#8211; <strong>mittl. gro\u00dfe Krone <\/strong>vermutl. mit<strong> Reichsapfel<\/strong> (siehe auch Web-Seite <span style=\"color: #800000;\"><strong>Keno<\/strong><\/span>: bei dessen M\u00fcnzen besser zu erkennen &#8211; Der Reichsapfel symbolisiert ein Erzamt wie z.B. <strong>Connetable<\/strong>, Erz\u00e4mter waren erblich; <strong>Laubkronen + Adler<\/strong> stehen f\u00fcr ein <strong>Adels-Wappen, <\/strong>die <strong>Rose<\/strong> gilt als Zeichen f\u00fcr die \u00fcber den Tod hinausgehende Liebe, Sch\u00f6nheit und Reinheit. Aufgrund ihrer Dornen steht sie auch f\u00fcr das Leiden Christi) darunter <strong>Vollwappen mit Schild, Helm, Helmdecke und Helmzier<\/strong> sowie 5-bl\u00e4ttrige Rosen in der Legende: Militis in Brokes Doni Ockonis<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #993300;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Als wichtige Information muss vorausgeschickt werden<\/span>:<\/span> <\/strong>Im 13. Jh. konnte niemand nach Lust und Laune ein Wappen aussuchen und f\u00fchren! Keineswegs konnte man, weil einem der Adler so gut gefiel, diesen als Wappentier f\u00fchren. Gleiches gilt f\u00fcr Kronen, L\u00f6wen und verschiedene andere Symbole. Immer waren die Reichsgesetze bez\u00fcglich der Wappen und ihrer Tr\u00e4ger zu beachten. Durch K\u00f6nig bzw. Kaiser wurde das F\u00fchren eines Wappens per Wappenbrief genehmigt und das Wappen als solches verliehen und in die Wappenrolle eingetragen, das betraf auch den Wappenschmuck ebenso die Attribute auf Siegeln oder M\u00fcnzen wie zum Beispiel Rosen sowie Bezeichnungen wie &#8222;Militis&#8220; oder &#8222;Doni&#8220; pp.\u00a0 Die M\u00fcnzvorschriften\u00a0 (s. Wendischer M\u00fcnzverein) waren klar und deutlich gefa\u00dft. Jede Pr\u00e4gung wurde genau gepr\u00fcft und zugelassen oder auch verworfen. Niemand konnte daherkommen und M\u00fcnzen pr\u00e4gen ohne Vorlage des Wappen- bzw. Adelsbriefes. F\u00e4lschungen wurden grauenhaft geahndet (der F\u00e4lscher wurde in kochendem \u00d6l gesotten).<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es gibt also keinen Zweifel, dass Ritter Ocko von h\u00f6chster Stelle berechtigt war, den Adler zu f\u00fchren und ebenso auch die 3 Kronen als Wappenschmuck! Und dies war nicht verliehen durch die K\u00f6nigin Johanna von Neapel. Die K\u00f6nigin hatte Ocko zum Ritter erhoben, jedoch nicht das Wappen verliehen, denn das \u00fcberstieg ihre Kompetenzen, denn Ocko war dem Reichsrecht unterworfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zu den Regeln der Heraldik geh\u00f6rte es, dass ein Wappenf\u00fchrer immer auch ein Heerf\u00fchrer gewesen ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ritter Ocko<\/strong> f\u00fchrte einen <strong><span style=\"color: #ff9900;\">goldenen<\/span> Adler auf <span style=\"color: #993300;\">rotem<\/span> Grund.<\/strong> Farben unterlagen einer bestimmten Symbolik. Gold und rot deuten auf edles Gebl\u00fct, ebenso wie der Adler! Rot steht f\u00fcr die Begierde, sich ums Vaterland verdient zu machen. Gold &#8211; Symbolik: Verstand, Ansehen, Tugend, Hoheit. Hinzu treten die 3 Blattkronen, wovon die mittlere Krone sehr viel gr\u00f6\u00dfer ist als die flankierenden beiden Kronen. Blattkronen symbolisieren normalerweise K\u00f6nigskronen, wobei die gro\u00dfe mittlere Krone auf eine Kaiserkrone hinweisen k\u00f6nnte, hinzu tritt nochmals der daraus wachsende Adler. Anm.: Vor dem 13. Jh. gab es in Wappen <span style=\"text-decoration: underline;\">keine<\/span> Kronen. Laubkronen werden nur im Vollwappen mit Schild, Helm, Helmdecke und Helmzier dargestellt.\u00a0<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Die Helmdecke diente auch dazu, ein Wappen vor der Vergessenheit zu bewahren.<\/strong> Vermutlich sind die 3 Kronen bei Ritter Ocko tom Brok aus diesem Grunde als Schmuck gew\u00e4hlt worden. Diese &#8222;Erinnerungskronen&#8220; d\u00fcrften mindestens einem Zeitraum von 7 Generationen zuzuordnen sein, denn 7 Generationen mu\u00dften bei Eheschlie\u00dfung angegeben werden k\u00f6nnen, um zu enge Verwandtschaft zu vermeiden und ohne p\u00e4pstl. Dispens heiraten zu d\u00fcrfen. Auffallend ist die \u00c4hnlichkeit zu der Krone von Karl von Anjou pp., was aber evtl. auch zuf\u00e4llig sein kann.<\/p>\n<p>Es ist mit ziemlicher Sicherheit auszuschlie\u00dfen, dass dieser Wappenschmuck an die Reichsunmittelbarkeit des Lehngutes von Kaiser Friedrich II erinnert, weil die Reichsunmittelbarkeit kontr\u00e4r zu den Herrschaftsanspr\u00fcchen der M\u00e4chtigen l\u00e4uft. Doch auch diese M\u00f6glichkeit sollte vielleicht nicht au\u00dfer Acht gelassen\u00a0 werden, bedenkt man die Legende hinsichtlichtlich der Verleihung des Reichsadlers nach dem Kreuzzug anno 1219 durch Kaiser Friedrich II. an die Reiderl\u00e4nder, denn in den meisten Legenden steckt ein K\u00f6rnchen Wahrheit. &#8211; Hierbei ist allerdings zu ber\u00fccksichtigen, dass das Volk den Reichsadler mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit nicht verliehen bekommen hat, sondern der siegreiche Heerf\u00fchrer. Das Volk bekam damals niemals ein Wappen verliehen, sondern nur St\u00e4dte, Herrscher und Institution wie z.B. die christlichen Ordensgemeinschaften. M\u00f6glich ist aber, dass der geehrte &#8222;Feldherr&#8220; bereits den Adler im Wappen f\u00fchrte, wodurch der Adler nun auch f\u00fcr diesen Teil des Reiches G\u00fcltigkeit erhielt.<\/p>\n<p>&#8211; Anzumerken ist: Sofern die &#8222;tom Brok&#8220; dem Hause der Grafen von Flandern entstammen, so k\u00f6nnte der Reichsadler von dort aus der Markgrafschaft Antwerpen (Hoheitsgebiet der Grafen von Flandern) \u00fcbergekommen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><strong>Mit der Erlaubnis<\/strong> zum F\u00fchren des <strong>Reichsadlers<\/strong> bzw. des <strong>L\u00f6wen<\/strong> wurden nicht nur Privilegien erteilt, sondern auch bestimmte Pflichten auferlegt. Dieses lehnrechtliche Verh\u00e4ltnis bedeutete, dass das auf Lebenszeit \u00fcberlassene <strong>Lehen auf die Erben<\/strong> \u00fcberging!<\/span><\/span><\/p>\n<address style=\"text-align: justify;\">Anm.: Der Hochmeister des Dt. Ritterordens\u00a0Hermann von Salza erhielt von Kaiser <strong>FRIEDRICH II.<\/strong><strong>\u00a0<\/strong>f\u00fcr den Deutschen Ritterorden den Reichsadler verliehen als Belohnung f\u00fcr die Teilnahme am<strong> Kreuzzug 1229. <\/strong>M\u00f6glich, dass die Legende von der Verleihung des Reichsadlers an &#8222;die Rheiderl\u00e4nder&#8220; damit im Zusammenhang steht, dass die Mutter von Friedrich II. eine Hainault (Hennegau) gewesen ist und von <strong><span style=\"color: #800000;\">Gottfried von Friesland <\/span><\/strong><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #000000;\">abstammte: G<\/span><\/span><\/span>isela de France, Tochter von Kaiser Lothar, war verh. mit Gottfried von Friesland. Gottfried wurde\u00a0 von Karl d. Dicken (+888) mit ganz Friesland belehnt. <span style=\"color: #000000;\"><br \/>\n<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"text-align: justify;\">siehe hierzu auch die 1. Web-Seite &#8222;Die tom Brok&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<\/address>\n<address style=\"text-align: justify;\"><em>Brookmerland geh\u00f6rte zur Grafschaft Holland.<br \/>\nDie Kaiser- bzw. K\u00f6nigskronen k\u00f6nnten ebensogut <strong>Kaiser Otto IV.<\/strong> und seiner Gemahlin <strong>Maria von Brabant <\/strong><\/em><em>zuzuordnen sein<\/em>. <strong>Maria von Brabant<\/strong>, <strong>Witwe von Kaiser Otto IV<\/strong>, war in 2. Ehe verheiratet mit <strong>Willem I.<\/strong> <strong>Graf von Holland,<\/strong> der 1217-19 ebenfalls Kreuzzugsteilnehmer gewesen war. In Maria von Brabant sind die H\u00e4user <strong>Flandern<\/strong> (Bouillon), <strong>Sachsen<\/strong> und <strong>Holland<\/strong> vereint. Das Haus Flandern stammte ab von Arnulf Graf von Holland und Gent aus dem Stamm von <strong>K\u00f6nig<\/strong> <strong>Gottfried von Haithabu.<\/strong><\/address>\n<address style=\"text-align: justify;\">Marias Neffe, <strong>Wilhelm II. Graf von Holland, wird <span style=\"text-decoration: underline;\">K\u00f6nig<\/span> von Deutschland <\/strong>(von der p\u00e4pstl. Partei zum Gegenk\u00f6nig zu den Staufern Friedrich II. und Konrad IV. gew\u00e4hlt).<\/address>\n<address style=\"text-align: justify;\">\u00dcbrigens f\u00e4llt in jene Zeit auch die 3. Bauphase zum Ausbau der Kirche in Marienhafe zum Dom. Bezeichnend hierf\u00fcr ist, dass genau in dieser Zeit die Grafen von Holland wie auch die Oldenburger Grafen und Kleriker eine sehr bedeutende Rolle spielten. Mit seinen damals 42 Sandsteinfiguren ist der &#8222;Dom&#8220; von St. Marien zweifellos auf das Kreuzfahrertum ausgerichtet gewesen und sollte gewi\u00df Macht verk\u00f6rpern, die Macht der herrschenden Welfen und ihrer zust\u00e4ndigen Grafen.<\/address>\n<address style=\"text-align: justify;\">(Anmerkungen zum Dom siehe auf dieser Webseite unter der Rubrik &#8222;Brookmerland&#8220; &#8211; Beitrag &#8222;Geschichte&#8220; &#8211; Unterpunkt &#8222;Dom von St. Marien&#8220;)<\/address>\n<p>Da h\u00e4tten wir also schon die <strong>3 Kronen<\/strong> des Siegels erkl\u00e4rt oder doch nicht?<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"text-decoration: underline;\">Anmerkung:<\/span> Da Ritter Ockos Bruder den Namen Widzelt (Widselt od. Witzelt) f\u00fchrte, entstammte die Familie vermutlich einem alten Wikinger-K\u00f6nigsgeschlecht:\u00a0<i> s. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tribes_of_Widsith\">Tribes of Widsith &#8211; Wikipedia<\/a> <\/i><\/p>\n<p><i>Der Name Widselt (=Widzelt) scheint zu beruhen auf <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tribes_of_Widsith\">Widsith.<\/a><\/i> &#8211; Wenn das zutrifft, entstammen die tom Brok urspr\u00fcnglich dem Geschlecht der &#8222;Myrging&#8220; von Schleswig-Holstein. Diese Annahme w\u00fcrde \u00fcbrigens korrelieren mit der Gegebenheit, dass nicht nur der d\u00e4nische Friesenk\u00f6nig Redbad bzw. Radbod ebenfalls von dort\u00a0stammte (K\u00f6nig von Haithabu), sondern noch weitere K\u00f6nige von Haithabu Friesland regierten. Der letzte, den man ermordete, war Gottfried &#8211; ein arger Bedr\u00fccker.<\/p>\n<p>Die verschiedenen H\u00e4uptlingsfamilien waren untereinander sehr eng verwandt und es l\u00e4\u00dft sich vermuten, dass sie im Grunde denselben Ursprung hatten, n\u00e4mlich regierenden Wikingergeschlechtern!<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Man muss in Betracht ziehen, dass man im Mittelalter in Adelskreisen die eigenen Vorfahren mindestens bis ins 7. Glied benennen konnte. Das war wichtig f\u00fcr Eheschlie\u00dfungen und Allianzen.<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_5959\" style=\"width: 167px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Schwedisches-Wappen-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5959\" class=\"wp-image-5959 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Schwedisches-Wappen-Kopie.jpg\" alt=\"Schwedisches Wappen Kopie\" width=\"157\" height=\"236\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5959\" class=\"wp-caption-text\">Schwedisches Wappen mit Reichsapfel<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">M\u00f6glich w\u00e4re also eine Herkunft des Geschlechtes der &#8222;ten Broek&#8220; aus dem skandinavischen Raum, denn Friesland wurde lange von Skandinaviern (z. B. K\u00f6nig Radbod von Haithabu, Harald Klak, Gottfried) beherrscht. Diese Machthaber hatten ja nicht nur legitime Kinder, sondern meistens auch eine Anzahl illegitimer Kinder, die alle gut verheiratet und versorgt wurden. \u00dcberdies waren die Pippiniden\/Karolinger verwandt und verschw\u00e4gert mit dem Hause der K\u00f6nige von D\u00e4nemark etc.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Soll Ritter Ockos Wappen also an die schwedischen K\u00f6nige aus dem Hause der Folkunger erinnern? Die<strong> &#8218;Folkunger&#8216;<\/strong> regierten in <strong>Schweden<\/strong> <strong>1250<\/strong>&#8211;<strong>1363. <\/strong>(Mit dem Gesetz vom 15.05.1908 verf\u00fcgt Schweden \u00fcber zwei Staatswappen: das kleine und das gro\u00dfe Wappen. Das<strong> Kleine Wappen stammt von 1360<\/strong> und zeigt<strong> 3 goldene Kronen<\/strong> in einem blauen Schild. Es erinnert an das K\u00f6nigshaus der Folkunger.) <em>Siehe dazu die Genealogie auf meiner Web-Seite <strong>Friesen<\/strong> &#8222;Frieslands Herrscher&#8220;.<\/em> Es gibt interessante &#8218;Verkn\u00fcpfungen&#8216; zwischen skandinavischen und fr\u00e4nkischen Herrschern.<\/p>\n<hr \/>\n<p>D.1 Godefrid (Gottfried) K\u00f6nig von Haithabu * ca. 820 (+885) getauft 882<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Ehe 882 Gisela, <strong>Prinzessin von Lothringen <\/strong>(+ vor 907) To. v. Kaiser Lothar<\/li>\n<li>Ehe mit <strong>Mathilda<\/strong> von Friesland *ca. 820<\/li>\n<\/ol>\n<p>E.1 aus 1. Ehe <em>Ludmilla<\/em> Ragnhildis (Reginhilde) von Friesland (*ca.858 -)<\/p>\n<ul>\n<li>1.Ehe von Ludmilla mit Rognvald I &#8222;Der Weise&#8220; Eysteinsson, Graf von More(Mora) u. Romsdal (<strong>Schweden<\/strong>); Jarl von Orkney ca.830-890<\/li>\n<li>2. Ehe on Ludmilla mit Dirc (Dietrich, Theodoric, Theudebert) [So. von Walpert +856]\u00a0 Herzog v. Sachsen (853 &#8211; 920) Graf v. <strong>Ringelheim<\/strong> (b.Hannover) (alternativ <strong>*<\/strong>ca. 848 &#8211; 8.Feb 916-917) &#8211; Graf im Kennemerland (Holland)<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"attachment_4954\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Rollo-vonFalaise-komprimiert.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4954\" class=\"wp-image-4954 \" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Rollo-vonFalaise-komprimiert-225x300.jpg\" alt=\"Rollo vonFalaise komprimiert\" width=\"200\" height=\"267\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Rollo-vonFalaise-komprimiert-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Rollo-vonFalaise-komprimiert.jpg 271w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4954\" class=\"wp-caption-text\">Rollo von Falaise<\/p><\/div>\n<p>Sohn aus 1. Ehe: <strong>Rollo Rognvaldsson<\/strong> (G\u00f6ngu-Hr\u00f3lfr), <strong>1. Herzog d. Normandy<\/strong> *ca. 875 Maer-Nord, Trondelag, Norwegen +927 Rouen<\/p>\n<ul>\n<li>1. Ehe von Rollo Rognvaldsson mit <strong>Poppa von Valois<\/strong> als \u2018D\u00e4nische Frau\u2019, (To. von Berengar, Gf. v. Bayeux) *ca. 872 &#8211; ) geh.: 891 Frankr. [mit Poppa hatte Rollo bei seinem Tod (+931) 2 S\u00f6hne und 2 T\u00f6chter<\/li>\n<li>F.1 William I (illegitim) (Langschwert, der Eroberer) Herzog der Normandy (*893 &#8211; +17 Dez. 942) aus der Verbindung mit Herleva<\/li>\n<li>F.2 <strong>Adele Prinzessin der Normandie<\/strong> (ca. 897 &#8211; nach 14. Okt. 962)<\/li>\n<li>F.3 Robert (Gf. v. Corbell = Hautville)<\/li>\n<li>F.4 Crespina<\/li>\n<li>F.5 Gerletta<\/li>\n<li>F.6. (aus 2. Ehe) Tochter: Heilige Mathilda von Ringelheim (Hamalant) Dt. K\u00f6nigin (892 &#8211; 14 Mar 968) verh. 909 mit Heinrich I. dem Vogler <strong>Kaiser<\/strong> Hl. R\u00f6m.Reich; Herzog v. Sachsen (875 &#8211; +2. Juli 936), 1. Liudolfinger (Ottonen) eroberte 934 das Land zw. Eider u. Schlei [<span style=\"text-decoration: underline;\">Heinrich<\/span> war der So. von Hedwig von Bayern (Edith; Hathui) (ca. 895 \u2013 13.11.912) und Otto Herzog von Sachsen *840 od. 835 Sachsen +12 od. 30.11.912]\u00a0 [<span style=\"text-decoration: underline;\">Ottos<\/span> Eltern: Vater: Ludolph der Gro\u00dfe, Herzog von Sachsen (ca.792-864) Mutter: Oda Billung (806-912]<\/li>\n<li>G.1 Hedwig von Germany (910 &#8211; 10 Mrz. 964-965)<\/li>\n<li>G.2 Otto I d. Gr. <strong>Kaiser<\/strong> Hl.R\u00f6m.Reich (23.11.912 \u2013 7.5.973)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<p><strong>Karl I. der Gute, Graf von Flandern<\/strong> entstammt sowohl dem Hs. Flandern als auch dem K\u00f6nigshaus von D\u00e4nemark (* um 1085 D\u00e4nemark; \u2020 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/2._M%C3%A4rz\">2. M\u00e4rz<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1127\">1127<\/a> in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Br%C3%BCgge\">Br\u00fcgge<\/a>) Er war der Sohn des K\u00f6nigs <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Knut_IV._%28D%C3%A4nemark%29\">Knut IV.<\/a> (der Heilige) von D\u00e4nemark und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adela_von_Flandern\">Adela von Flandern<\/a>, Tochter von Graf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_I._%28Flandern%29\">Robert I.<\/a><\/p>\n<p>In einem Urkundenbuch (digitalisiert M\u00fcnchner Staatsbibliothek) fand ich folgendes Bild von Karl dem Guten, Graf von Flandern:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Rechts: altes Wappen von Flandern, von dem manche Hist. glauben, es sei nur Fiktion<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Flandern-Ko\u0308nig-Knut-Hl1.png\"><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6033 alignleft\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Flandern-Ko\u0308nig-Knut-Hl1.png\" alt=\"wappen-flandern-ko%cc%88nig-knut-hl\" width=\"126\" height=\"122\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Flandern-Ko\u0308nig-Knut-Hl1-52x50.png 52w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Flandern-Ko\u0308nig-Knut-Hl1.png 126w\" sizes=\"(max-width: 126px) 100vw, 126px\" \/><\/a>Der Text geht ein auf Karl d. Guten von Flandern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/image001.png\"><img decoding=\"async\" class=\"  wp-image-6031 alignright\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/image001-189x300.png\" alt=\"image001\" width=\"297\" height=\"472\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/image001-189x300.png 189w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/image001.png 574w\" sizes=\"(max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/><\/a>Man beachte besonders das linke Wappen mit den 3 Kronen. Es zeigt die fam. Verbindungen auf. Wir finden li. oben die 3 Leoparden von Anjou-Plantagen\u00eat, daneben die 3 skandinavischen Kronen und darunter li. Seite den flandrischen L\u00f6wen sowie re. daneben einen Drache, vermutl. von Wessex:<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Graf <strong>Balduin<\/strong> der Kahle von Flandern und Artois<\/span> heiratete 884 die Prinzessin <strong>Aelfrid<\/strong> (*ca 877 +7.6.929), To. von K\u00f6nig <span style=\"color: #800000;\"><strong>Alfred von Wessex<\/strong> <\/span>(Wappen ist der Drache).<\/p>\n<p>Es sind mittig noch einige schwer definierbare Embleme vorhanden, darunter der Ritterschild mit entspr. rt. Streifen sowie K\u00fcken, also das Wappen derer von <span style=\"color: #800000;\"><strong>Cuyk<\/strong><\/span>. Die sehr belangreichen Herren von Cuyk hatten umfangreichen Allodialbesitz im Gebiet zwischen Lek und Waal, konzentriert am Fluss Linge. &#8211; Somit handelt es sich selbstverst\u00e4ndlich um Embleme, welche die entspr. Verwandtschaftsstr\u00e4nge aufzeigen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Karl I. der Gute von Flandern<\/strong><\/span> starb ohne Erben; auf Vermittlung von <span style=\"color: #800000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">K\u00f6nig <\/span><a style=\"color: #800000;\" title=\"Ludwig VI. (Frankreich)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ludwig_VI._%28Frankreich%29\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Ludwig<\/span>\u00a0VI. von Frankreich<\/a> <\/span>beerbte ihn sein Vetter zweiten Grades, Wilhelm Clito. <\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><strong>Wilhelm Clito<\/strong><\/span><\/span> heiratete 1123 Sibylle, die Tochter seines Verb\u00fcndeten <span style=\"color: #800000;\"><strong><a class=\"mw-redirect\" style=\"color: #800000;\" title=\"Fulko V. (Anjou)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fulko_V._%28Anjou%29\">Fulko V. von Anjou<\/a><\/strong>.<\/span><\/p>\n<p><strong>Inegred<\/strong>, die <strong>Schwester von Karl d. Guten<\/strong>, heiratete <strong>Folke den Dicken<\/strong> [ Stammeltern des Hauses der <span style=\"color: #800000;\"><strong>FOLKUNGER<\/strong><\/span> ] Die Dynastie der <span style=\"color: #800000;\">Folkunger<\/span> regierte von 1250 bis 1363.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ist Ritter Ockos Wappen nun ein Zeichen \u00fcbersteigerten Selbstbewu\u00dftseins? &#8211; Wohl kaum, denn damals gab es strenge Wappenregeln.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Das Siegel Ritter Ockos er\u00f6ffnet mehr R\u00e4tselfragen als es beantwortet. <span style=\"text-decoration: underline;\">Es ist einfach zu gro\u00dfartig f\u00fcr einen &#8222;kleinen&#8220; Ritter aus dem friesischen Brookmerland! Es muss sehr bedeutende Vorfahren gegeben haben.<\/span> Ich nehme an dieser Stelle einmal Bezug auf die Prinzen von Frankreich: Dort gab es z. B. <span style=\"color: #993300;\">Philipp Hurepel<\/span>. Er war der <span style=\"text-decoration: underline;\">erste<\/span> Prinz, der kein <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstgeborener<\/span> war, der die k\u00f6niglichen Lilien in sein Wappen aufnahm. Ihm folgten alle anderen j\u00fcngere Prinzen nach, die damit ihre Zugeh\u00f6rigkeit zur k\u00f6niglichen Familie bekundeten und ihrem Wappen den Turnierkragen hinzugef\u00fcgt haben. Daraus entwickelte sich das Selbstbewu\u00dftsein &#8218;<span style=\"color: #993300;\">Prinz von Gebl\u00fct&#8216;<\/span> zu sein. Das zeigt deutlich die &#8222;Gewichtung&#8220; von Wappen und Wappenschmuck. Weil die Zeit der Adelserhebung und Schwertleite vorbei ist, hei\u00dft das noch lange nicht, dass man die Vergangenheit f\u00fcr heutige Forschungsarbeiten ignorieren darf. Heraldik ist ein <span style=\"text-decoration: underline;\">sehr<\/span> wichtiger Bestandteil der Forschung und f\u00fchrt weiter und weiter und weiter&#8230;<\/p>\n<p>Der <strong>Helm<\/strong> dr\u00fcckt auf jeden Fall den k\u00e4mpfenden Status des Inhabers aus!\u00a0Da der Topfhelm in der abgebildeten Form anno 1388 schon lange \u00fcberholt war, ist er m\u00f6glicherweise von dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Konsul<\/span> und B\u00fcrgermeister von Norden (Olde Keno) in das Wappen \u00fcbernommen worden, um die uralte Kreuzfahrer-Tradition zu bekunden (Kreuzzug anno 1219 pp. 1269). Kronen kamen in der Heraldik fr\u00fcher in Gebrauch als Gitterhelme. Demnach k\u00f6nnen die Kronen schon vor Ritter Ocko I aufgenommen worden sein. Es ist ebenfalls noch nicht schl\u00fcssig, worauf Kronen und Adler beruhen. <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Drei K\u00f6nigs-Kronen<\/strong><\/span>, das kann nur auf Tatsachen fu\u00dfen, denn niemand durfte sich willk\u00fcrlich mit Kronen und Adler schm\u00fccken!\u00a0 Diese Ansicht wird zwar landl\u00e4ufig vertreten, ist aber unzutreffend, zumindest ab dem 13. Jh.! <span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">Auch hat <strong>Ritter Ockos Adler<\/strong> ganz und gar nichts mit der sog. &#8222;Friesischen Feiheit&#8220; zu tun.<\/span><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Der sogenannte \u201eFreiheitsbrief von Karl dem Gro\u00dfen\u201c, welcher K\u00f6nig Sigismund als Urkunde eingereicht worden war, war eine F\u00e4lschung, was der K\u00f6nig wu\u00dfte, weil sein Vorg\u00e4nger Ruprecht (1401 gekr\u00f6nt) die Urkunde verworfen hatte und ferner bekannt war, das Karl der Gro\u00dfe keine Privilegien an die Friesen erteilt hatte. Im Gegenteil Karl d. Gr. hatte ihnen sogar das Erbrecht entzogen!<em>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Im <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><strong>September anno <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">14<\/span>17<\/strong><\/span>, wenige Wochen <strong><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">nach Kenos (II.) Tod<\/span><\/strong>,<\/span> best\u00e4tigte K\u00f6nig Sigismund zu Konstanz die\u00a0 &#8222;Freiheitsprivilegien&#8220; der Friesen trotzdem, wodurch ihnen Reichsunmittelbarkeit garantiert wurde. Die Vorm\u00fcnder von <strong>Ocko II.<\/strong> unterzeichneten die Urkunde nicht. Sp\u00e4ter war das Ganze sowieso erledigt, weil Ocko II. anstrebte, in den Grafenstand erhoben zu werden.\u00a0 Jenseits der Ems konnte der &#8222;Brief&#8220; aus den unten genannten Gr\u00fcnden ebenfalls nicht vollst\u00e4ndig in Kraft getreten, weil es Nachfolgeprobleme mit dem Lehen gab.<\/p>\n<p>3. Fazit: Das Freiheitsprivileg,\u00a0sprich \u201eReichsunmittelbarkeit\u201c, wurde lediglich aus politischen Gr\u00fcnden durch Kaiser Sigismund erteilt, und zwar, um selbst direkten Zugriff auf die von England bedrohten frs. Lande zu haben (s. 100-j\u00e4hr. Krieg zw. England u. Frankreich bzw. Humphrey von England &amp; Jakob\u00e4a). K\u00f6nig Sigismund wollte Friesland f\u00fcr sich! Die Reichsunmittelbarkeit brachte ihm dar\u00fcber hinaus etliches an Machtzuwachs und Zins ein. Der Kaiser verlangte selbstverst\u00e4ndlich Steuern!<\/p>\n<p class=\"bodytext\">4. Zur Information: Nach dem Tod von <span style=\"color: #800000;\">Herzog Wilhelm von Bayern,<\/span> Graf von Holland, Hennegau, Seeland, sollte dessen <span style=\"color: #800000;\">Tochter Jakob\u00e4a<\/span> nach dem Willen des Vaters das Erbe antreten, aber der K\u00f6nig verweigerte das. <span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\"><em>K\u00f6nig<\/em> <\/span><em><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Sigismund<\/span> <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">gab<\/span> dem <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Bruder<\/span>\u00a0<\/span><\/em><em><span style=\"text-decoration: underline;\">des verstorbenen Herzogs Wilhelm von Bayern,<\/span><\/em><em><span style=\"text-decoration: underline;\"> Johann III. von Bayern, das <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Lehen<\/span> der Gr\u00e4fin Jakob\u00e4a von Hennegau und plante <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">gleichzeitig<\/span> die Reichsunmittelbarkeit f\u00fcr Friesland.<\/span> <span style=\"color: #800000;\"><strong>1419 <\/strong><\/span><\/em>verzichtete der Bayernherzog Johann III. (Bruder des verstorbenen Wilhelm) auf die Belehnung, weil sinnigerweise ihm der Rang des Mitregenten in den Provinzen Hennegau, Holland und Seeland einger\u00e4umt wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><em>Achtung! Im <span style=\"color: #800000;\"><strong>Sept. 1417<\/strong><\/span> hatte Sigismund das &#8222;<span style=\"color: #800000;\">Freiheitsprivileg<\/span>&#8220; erteilt, aber trotz dieses erteilten &#8222;Freiheitsprivileges&#8220; <\/em><em>gab<\/em> <em>es <\/em><em>eine Belehnung des Bayernherzogs Johann III! War also <\/em><em>f\u00fcr die Vertreter der Provinzen <\/em><em>\u00fcberhaupt etwas gewonnen? Wenn ja, dann war das Ergebnis recht bescheiden und wie weit dort die eigene Rechtsprechung denn letztendlich erhalten blieb oder doch das r\u00f6mische Recht griff, muss noch gepr\u00fcft werden. Friesland <\/em><em>wurde stets <\/em><em>von Beauftragten des K\u00f6nigs verwaltet. Der K\u00f6nig konnte den Vogt oder Konsul selbstverst\u00e4ndlich einsetzen; meistens war der &#8222;Regent&#8220; ein Graf oder Herzog, dem das Amt \u00fcbertragen wurde. &#8211; Ein Graf ist in dem Sinne kaum etwas anderes als ein Konsul, nur kann ein Konsul keinen Erbanspruch auf das von ihm verwaltete Gebiet stellen. Das kann ein Graf auch nur dann, wenn er sein Lehen als Erblehen erhalten hat.<\/em><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Drama nahm seinen Lauf: Am <strong>21.4.1420<\/strong> entband die junge Gr\u00e4fin Jakob\u00e4a vom Hennegau (Tochter des verstorbenen Grafen Wilhelm) notgedrungen s\u00e4mtliche holl\u00e4ndischen, seel\u00e4ndischen und friesl\u00e4ndischen Untertanen von ihrem Treueeid, den sie ihr gegen\u00fcber geleistet hatten! Ihr \u201efeiner\u201c Gemahl hatte nicht nur seinen Anteil an der Regierung f\u00fcr 12 Jahre an <span style=\"color: #800000;\">Johann III. von Bayern<\/span> <span style=\"color: #800000;\">verpf\u00e4ndet<\/span>, nein, obendrein <span style=\"color: #800000;\">setzte er den Bayernherzog Johann III. auch noch als seinen Erben<\/span> ein. Damit hatte Jakob\u00e4as Gemahl ihr das ganze Erbe entzogen, bis auf den Hennegau, auf den er Dank der St\u00e4ndevertretung keinen Zugriff hatte. &#8211; Und der<span style=\"color: #800000;\"><em> Erbarmungslose<\/em> Johann III. von Bayern<\/span> triumphierte mit List und T\u00fccke \u00fcber seine &#8222;tumbe&#8220;, kleine Nichte! &#8211; Indes, Gr\u00e4fin Jakob\u00e4a wollte nicht kampflos aufgeben. Es gab milit\u00e4rische Auseinandersetzungen wegen des Lehens, auf das Jakob\u00e4a nicht verzichten wollte und ihr 2. Gemahl <span style=\"color: #800000;\">Humphrey von Gloucester<\/span> aus dem Hause <span style=\"color: #800000;\">Lancaster<\/span> gleich gar nicht. Nachdem <span style=\"color: #800000;\">Humphrey von Gloucester<\/span> den Hennegau f\u00fcr Jakob\u00e4a zur\u00fcckerobert hatte, siegelte und unterzeichnete er am 3. Januar <strong>1425<\/strong> mit \u201e<strong>Humphrey, durch die Gnade Gottes Sohn, Bruder und Onkel von K\u00f6nigen,<\/strong> <strong>Herzog von Gloucester, Graf von Hennegau, Holland, Seeland und Pembroke, Herr von Friesland und Gro\u00dfk\u00e4mmerer von England<\/strong>\u201c. Humphrey, der Herzog von Gloucester, hatte damit Herzog Johann III. von Bayern in Jakob\u00e4as Grafschaft abgesetzt!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Doch welche Vorfahren rechtfertigen diesen pr\u00e4chtigen Wappenschmuck von Ritter Ocko?<\/strong><\/p>\n<p>Ist eine nahe Verwandtschaft zu dem Hause <strong>Anjou<\/strong> m\u00f6glich? Karl von Anjou ist der Stammvater des \u00e4lteren Hauses von <span style=\"text-decoration: underline;\">Anjou<\/span><span style=\"color: #000000;\">,<\/span> eines Seitenzweiges der franz\u00f6sischen Herrscherdynastie der <span style=\"text-decoration: underline;\">Kapetinger<\/span>;\u00a0er war <strong><span style=\"color: #ff0000;\">K\u00f6nig von Neapel\/Sicilien, von Jerusalem und Regent von Frankreich.<\/span><\/strong> Interessant ist die Reihenfolge der Herrscher im K\u00f6nigreich Jerusalem: <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\">Mit <strong>Balduin II<\/strong> <strong>endet die Linie der <span style=\"color: #ff0000; text-decoration: underline;\">Bouillon<\/span> und das Haus <span style=\"color: #ff0000; text-decoration: underline;\">Anjou<\/span> tritt die Nachfolge im K\u00f6nigreich Jerusalem an.<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #993300;\"><strong>Gottfried von Bouillon<\/strong> <\/span>war der Sohn des <strong>Grafen Eustach II. von Boulogne<\/strong> (ca. 1057\u00a0 Graf von Boulogne +ca. 1080). Gottfrieds Mutter war <strong>Ida von Lothringen\u00a0<\/strong> (ca. 1040, + 13. 4.1113). Sie war die Tochter von Herzog <strong>Gottfried d. B\u00e4rtigen<\/strong> von <strong>Lothringen<\/strong> aus seiner 1. Ehe mit der <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Doda<\/strong><\/span><\/span>.\u00a0 <strong>Ida<\/strong> war die Erbin von Bouillon; Sohn <span style=\"color: #993300;\"><strong>Gottfried<\/strong><\/span> wurde <span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #993300;\"><strong>Graf von Bouillon<\/strong><\/span> <span style=\"color: #000000;\">und<\/span><\/span><span style=\"color: #993300;\"><strong> Verdun <\/strong><\/span>sowie <span style=\"color: #993300;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Markgraf von Antwerpen<\/strong><\/span>.<\/span> Er zog 1080-1084 mit <strong>Kaiser Heinrich IV<\/strong> nach Rom und <strong>erhielt<\/strong> das<span style=\"color: #000000;\"><strong> Herzogtum Nieder-Lothringen <\/strong>von ihm f\u00fcr seine treuen Dienste 1089, denn Gottfrieds Gro\u00dfvater (Gottfried d. B\u00e4rtige), war ja vordem Herzog von Lothringen gewesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Balduin IX. Graf von Flandern<\/strong><\/span> (*1171\u00a0 +in Gefangenschaft 11.7.1205) <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>1. Kaiser des lat. Kaiserreiches von <\/strong><strong>Byzanz (<\/strong><strong>Konstantinopel)<\/strong> <\/span><\/span>(am 16.05.1204 gekr\u00f6nt). Balduin nahm 1199 das Kreuz und nahm teil am 4. Kreuzzug.\u00a0 <span style=\"color: #993300;\"><strong>Balduin <\/strong><\/span>war verh. mit <span style=\"color: #993300;\"><strong>Marie von Blois-Champagne<\/strong><\/span>\u00a0\u00a0<span style=\"color: #993300;\">Gr\u00e4fin von <strong>Flandern und Hennegau<\/strong> <\/span>&#8211; Lateinische Kaiserin *um 1174-+29.8.1204 Akkon &#8211;\u00a0 <strong>Marie<\/strong> war die j\u00fcngere Tochter des Grafen Heinrich I. von Blois-Champagne und der Marie von Frankreich, Tochter von K\u00f6nig Ludwig VII. &#8211; Balduins Bruder <strong>Heinrich <\/strong>nahm ebenfalls am Kreuzzug teil, nebst vielen von Adel aus Flandern und Hennegau, namentlich auch <span style=\"color: #993300;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Dietrich<\/strong><\/span>, ein nat\u00fcrlicher Sohn des fr\u00fcher verstorbenen Grafen Philipp von Flandern<\/span>. [1261 endet die lat. Herrschaft in Konstantinopel.]<\/blockquote>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Gab es m\u00f6glicherweise eine Verwandtschaft der &#8222;ten Broek&#8220; zum Hause Bouillon<strong> \/<\/strong> Hennegau \/ Flandern oder dem Hause Lancaster?<\/span> Auch dort k\u00f6nnte man hinreichend Kronen von Vorfahren ermitteln, sogar die kaiserliche Krone der <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #993300; text-decoration: underline;\"><strong>Mathilde<\/strong><\/span><\/span>, zeitweise auch K\u00f6nigin von England.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens kommt der Frauenname &#8222;Tetta&#8220; auch in der Fam. tom Brok vor. Der Kosename f\u00fcr <span style=\"color: #993300;\">Mathilde<\/span> ist u. a. auch <span style=\"color: #993300;\">Tetta<\/span>.<\/p>\n<p>Diese Str\u00e4nge sind jedoch nicht die einzigen, die es zu verfolgen gilt. Nicht zu vergessen sind die Gerolfinger aus dem Hause von K\u00f6nig Radbod, ebenso die skandinavischen K\u00f6nige und jene der Normandy wie z. B. <strong>Wilhelm der Eroberer<\/strong> (verwandt mit Gottfried von Boullion), auch Sachsenherrscher haben ihre &#8222;Spuren&#8220; hinterlassen. Es gab viele eheliche und uneheliche Kinder, auch etliche, die man nur per Zufall (oder auch gar nicht) aufsp\u00fcrt, so dass die Forschungsarbeit daran noch Jahre in Anspruch nehmen wird und am Ende vermutlich trotz aller Bem\u00fchungen zu keinem handfesten Ergebnis f\u00fchrt. M\u00f6glicherweise kann man sich jedoch darauf verlassen, dass das Wappen keinen Bastardbalken beinhaltet und somit uneheliche Kinder ausschlie\u00dft (also nur legitime Erben zu erforschen sind). <em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<address>Anm.: <strong>1281\/84<\/strong> enth\u00e4lt das &#8222;<strong>Oorkondenboek van Holland en Zeeland<\/strong>&#8220; (&#8222;bewerkt door James de Fremery&#8220; 1901) auf Seite 176 bzgl. einer Grundst\u00fccksteilung den Vermerk &#8222;ghedeilt mit haren <strong><em>Arst van den Broke&#8220; <\/em><\/strong>(geteilt mit Herrn Arst van den Broke).<\/address>\n<address>Auf Seite 181 wird genannt &#8222;<strong>Nanne Alout<\/strong>, haren <strong>Willems sone uten Broke<\/strong> in Thedingh (Kloster Thedingen) ambacht&#8220; (Herrn Willems Sohn aus Broke in Thedingen).\u00a0 Seite 177 u. 187 unter No. 119 finden wir <strong>Otte uten Broke<\/strong> und auf Seite 184 unter No. 158 <strong>Alebrecht van Ockenberghe<\/strong>, Seite 189 <strong>Theodericus, filius domini Theoderici ex Broeke <\/strong>(Koseformen f\u00fcr Theodericus sind u.a.: Dirk od. die lat. Form &#8222;Tirlingus&#8220; od. Thierry &#8211;\u00a0 ein Sohn von Ocko I. wurde Priester und hatte den Namen Tirlingus), Seite 208 No.218 &#8222;<strong>Willem uten Broke&#8220;<\/strong>.\u00a0 Auch Ritter Ockos Gro\u00dfvater hie\u00df Wilhelm, denn der Name &#8222;Hilmer&#8220; ist lediglich eine Koseform von Wilhelm, ebenso wie &#8222;Ihmel'&#8220;. M\u00f6glicherweise ist jener <strong>&#8222;Willem uten Broke&#8220;<\/strong> sogar der Gro\u00dfvater von Ritter Ocko gewesen.<\/address>\n<address>&#8211; Die Beurkundungen dieser Landtausche bzw. -verk\u00e4ufe erfolgten durch Graf Floris V. &#8222;comes\u00a0 Hollandie et Zelandie et dominus Frisie&#8220;.<\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address>Kinder wurden u. a. nach den jeweiligen Paten benannt. Zuerst fanden die Namen der Eltern des Vaters Verwendung, dann jene von den Eltern der Mutter und schlie\u00dflich diejenigen der Paten und der \u00fcbrigen Familienmitglieder wie auch der Gro\u00dfeltern, Urgro\u00dfeltern pp. Der Name<strong> Ocko <\/strong>ist eine Form von <strong>Otte <\/strong>oder<strong> Otto\u00a0<\/strong> (Dr. van Lengen, Ostfrs. Landschaft). Auch hier also f\u00fchrt eine Linie nach Holland und Zeeland. Auch Frauennamen Ada (=Adela), Aelborg (=Elbrig) und Doda (= Mutter von Gottfried IV. d. Buckligen)\u00a0 sind in \u00e4hnlicher Form im Hause Flandern nachweisbar.<\/address>\n<address><strong>Herzog Gottfried IV.<\/strong> (+ 26. 02. 1076) war eine der wichtigsten und zuverl\u00e4ssigsten St\u00fctze <strong>Kaiser HEINRICHS IV.<\/strong> Er gewann Holland und schlug mit den s\u00e4chsischen Aufstand nieder. Seine Gemahlin wurde eine der wichtigsten St\u00fctzen der p\u00e4pstlichen Seite. Aus diesem Grunde lebten die Ehegatten getrennt. Da die Ehe kinderlos war, setzte <strong>Gottfried<\/strong> seinen Neffen <a href=\"http:\/\/www.genealogie-mittelalter.de\/ardennergrafen\/gottfried_5_herzog_von_niederlothringen_+_1100.html\"><strong>Gottfried von Bouillon <\/strong><\/a>zum Erben ein.<\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-434 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook-289x300.jpg\" alt=\"Wappen Ocko tom Brook\" width=\"289\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook-289x300.jpg 289w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Ocko-tom-Brook.jpg 976w\" sizes=\"(max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/a><\/address>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Umschrift des Siegels von Ritter Ocko: <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Militis in Brokes Doni Ockonis <\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>\u00a0<\/em><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><strong>&#8222;<em>Militis&#8220; hei\u00dft &#8222;Ritter&#8220;. &#8222;<\/em><\/strong><\/span><\/span><em><span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\"><strong>Doni&#8220; zeigt die Zugeh\u00f6rigkeit zu einem Orden,<\/strong><\/span> dem Ocko (m\u00f6glicherweise)<\/em> <em>sich selbst und einige seiner G\u00fcter \u00fcbereignet hatte. Vermutlich ist das der Orden \u201e<strong>Cavalieri del Nodo<\/strong>\u201c gewesen, jener Orden der Ritter des Knotens vom Heiligen Geist &#8211;\u00a0<\/em><em>Sch\u00fctzer des Heiligen Landes, Sch\u00fctzer Jerusalems.<\/em> Dieser Orden war 1352 gegr\u00fcndet worden von <span style=\"color: #800000;\">Ludwig von Anjou-Tarent<\/span>, dem 2. Gemahl der K\u00f6nigin Johanna von Neapel, die Ocko lt. \u00dcberlieferung zum Ritter erhoben hat. Die Zahl der Ordensmitglieder war anfangs begrenzt auf 66 Ritter. Eine Erhebung zum Ritter dieses Ordens stellte also eine gewaltige Ehre dar!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein wichtiger <strong>Hinweis<\/strong>: die damalige Reichsgesetzgebung erlaubte es nur einem Ritter oder einem ritterb\u00fcrtigen Mann, Lehnnehmer zu werden, denn Geburtsadel z\u00e4hlte nicht. Somit kann man davon ausgehen, dass diese Erhebung zum Ritter als Unterst\u00fctzung der K\u00f6nigin von Neapel zu werten ist und zwar bez\u00fcglich Ockos Erbauseinandersetzung nach dem Tod seines Bruders Ihmel. Wegen dieses Erbstreites musste er den Dienst bei der K\u00f6nigin quittieren und heimkehren. Durch den Tod des Herzogs von Geldern war jedoch der Lehnherr der &#8222;tom Broek&#8220; verstorben und aufgrund des damaligen Erbfolgekrieges in Geldern gab es noch keinen neuen Lehnherrn. Diese Konstellation mag dazu beigetragen haben, dass Ocko mit Folkmar Allena aneinander geriet, der sich Chancen auf das Lehngut ausrechnete. Folkmar Allena &#8211; als Ehemann und Vormund von Ockos Nichte Adda &#8211; machte Ocko das Erbe streitig! Folkmar Allena entstammte wohl altem Geburtsadel, konnte aber keinen Ritterbrief vorweisen. Diesen Brief erhielt nun Ocko tom Brok. Damit konnte er das Lehen empfangen. Eine taktische Ma\u00dfnahme, die Folkmar Allena als Anspruchsteller ausschalten sollte. Der scherte sich aber nicht darum und forderte das Erbe gerichtlich ein. Erbberechtig waren n\u00e4mlich auch T\u00f6chter und somit stand der Tochter Adda des verstorbenen Ihmel (Bruder von Ritter Ocko) das Erbe zu. Ocko wurde zwar sachf\u00e4llig, hielt die Erbschaft von Adda aber trotz des richterlichen Urteils an sich. Es kam daher 1378 zur Schlacht bei Loppersum.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Vermutlich residierte Ocko in Italien auf der Villa am Friesenfelsen nahe des Castells Nuovo (heute ein bekannter Garten, das Haus existiert nicht mehr) mit seinem Hausstaat. Hierzu geh\u00f6rte eventuell sogar auch seine Ehefrau Foelke, da es \u00fcblich war, die Ehefrauen sogar mit auf die Kreuzz\u00fcge zu nehmen. Gem\u00e4\u00df einer aufgefundenen Urkunde aus dem Vatikan hatte Ocko Plenarablass (Ostfr. UB S. 35 No.135\/6 &#8211; Papst Gregor XI.) f\u00fcr sich und seine Ehefrau Foelke gekauft und zwar <strong>im Juni 1377<\/strong>. Allerdings ist das Alter von Foelke dadurch nicht zu ermitteln. M\u00e4dchen wurden ja h\u00e4ufig bereits mit 12 Jahren\u00a0 verheiratet. (Manche Kinder wurden sogar schon als S\u00e4uglinge versprochen.) Nachwuchs hat es bei Ocko 1377 anscheinend noch nicht gegeben, da keine Kinder in den Plenarabla\u00df einbezogen worden sind. \u00dcberdies war Ockos Sohn und Nachfolger bei Ockos Tod 1389 noch minderj\u00e4hrig, also noch keine 15 J. alt &#8211; die Regierungs\u00fcbernahme durch Keno II. erfolgte erst 1399. &#8211; Man kann aber vermuten, dass Ritter Ockos Schwestern wohl kaum die gef\u00e4hrliche Reise nach Neapel unternommen h\u00e4tten, um ihren Bruder heimzuholen, wenn Ockos Frau Foelke in Ostfriesland gelebt h\u00e4tte. Zumindest findet Foelke keine Erw\u00e4hnung, weder als Reisebegleitung, noch als Gattin, die in der Heimat auf die Heimkehr ihres Gemahls wartet. Das l\u00e4\u00dft evtl. sogar den Schlu\u00df zu, dass das Paar erst 1377 geheiratet hat, da Plenarabla\u00df h\u00e4ufig sofort nach der Eheschlie\u00dfung eingeholt wurde.<\/p>\n<p>Wozu ein Plenarabla\u00df f\u00fcr Ocko und seine Frau? &#8211; Ritter Ocko hatte sicherlich guten Grund, Abla\u00df zu erlangen. Vermutlich verursachten die blutigen Gemetzel schwere Alptr\u00e4ume. Aber nicht genug mit dem Abla\u00df,\u00a0 stiftete Ocko \u00fcberdies zusammen mit anderen H\u00e4uptlingen ein Kloster. &#8211; Eine gro\u00dfartige Tat! Nicht jeder dahergelaufene Mensch\u00a0 &#8211; war er auch noch so reich &#8211; durfte ein Kloster gr\u00fcnden. Da waren nicht nur die Konvente mit ihren \u00c4bten zu \u00fcberzeugen, sondern auch Institutionen wie Bischof und Papst. Dass \u00fcberdies Foelkes Schwester Hebe \u00c4btissin wurde, l\u00e4\u00dft den gewaltigen Einflu\u00df von Ritter Ocko und seinen Partnern erkennen. Vielleicht deutet dies aber auch noch besonders auf die Herkunft von Ockos Mutter hin, die als Ocka von Nesse (Dollart) eine\u00a0Oczinga gewesen ist. Die Ehefrau von Keno Hilmerisna (Keno ca.1305*? 1376+) &#8211; Ocka von Nesse &#8211; k\u00f6nnte eine Schwester von Evenardus Oczingha gewesen sein.\u00a0 Evenardus Oczingha wird am 26. November 1371\u00a0 bzgl. eines Plenarablasses f\u00fcr sich und seine Frau Hyma genannt (Ostfrs. Urk.B. III S.33 No.128). Ein Kind wird nicht erw\u00e4hnt und somit kann man daraus schlie\u00dfen, dass die Eheschlie\u00dfung kurz zuvor erfolgt ist.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Kene von Norden (<em>ca. 1240 (?)\u00a0 +1309\/10) <\/em><em>die Erbin von Visquard und Dykhusen <\/em>geehelicht hatte. Der Grund und Boden f\u00fcr das Kloster Dickhusen (Dykhusen) bei Visquard, die sog. Margareten-Kapelle, geh\u00f6rte n\u00e4mlich vormals <em>Edzard Circsenas Gro\u00dfmutter Etta<\/em> (Tochter von Sibrand Olbrandsna, Schw\u00e4gerin des o.g. Kene Kenisna von Norden).<\/p>\n<hr \/>\n<p>1377 wurde das Kloster Dickhuisen (Dykhusen) gestiftet:<\/p>\n<p>&#8222;<strong>Wo und wanner dat cloester to Dickhuisen und van weme idt gestifftes sy&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><em>&lt;\u00fcber der Seite steht die Jahreszahl 1378. Dieser Abschnitt steht im Emder Jahrbuch schon fr\u00fcher auf Seite 146, \u00fcber die der Chronist Eggerik Beninga die Jahreszahl 1377 schrieb&gt;<\/em><\/p>\n<p>Nach der geboert Christi 1378 &lt;Emd.: \u201eAnno Christi <strong>1377<\/strong> tor tyt Innocentij 6. Des pawestes und Caroli 4. Des Keysers\u201c&gt; hebben itliche oevetlinge in Oistfriedlandt, noemptlich Ocko tom Broeke (Emd.: \u201eridder Ocko tom Broke\u201c), Folckmer Allena to Oisterhuisen und Haro Ailtz to Grote Valderen, hoevetlinge, geordineert und gestichtiget dat cloester to Dickhuisen by Viswart in Emslandt gelegen, und ock lande darto gegeven. Und hebben dar susteren van Reide ingesettet. Und is gescheen mit breve und zegell de susteren begavet, dat se das cloester Dickhusen under ere bescharming annemen. Dat also by pawst Innocentij 6. und keiser Venselai, Caroli 4. Soen, tiden up Lucien dach (Anm.: der Lucientag ist der 13. Dezember) gescheen is.<\/p>\n<p>Wenn die Klostergr\u00fcndung wirklich in das Jahr 1378 gesetzt werden m\u00fcsste, so w\u00e4re diese Angabe unrichtig, denn <strong>Innozenz VI war Papst 1352-1362<\/strong>.<\/p>\n<p>Im Jahre 1378 waren folgende M\u00e4nner P\u00e4pste: Gregor XI 1370 bis 1378 und die beiden Schismatiker <strong>Urban VI <\/strong>(in Rom) 1378<strong>&#8211;<\/strong>1389 und Clemens VI (Avignon) 1378 &#8211; 1394. <b>Papst Gregor XI.<\/b>, urspr\u00fcnglich <b>Pierre Roger de Beaufort,<\/b><strong> starb <\/strong>bereits am <strong><em>27. M\u00e4rz 1378<\/em>.<\/strong> Er kehrte 1377 von Avignon nach Rom zur\u00fcck. &#8211; Gregors Nachfolger, gew\u00e4hlt am 8. April 1378, war <strong>Bartolomeo Prignano <\/strong>als<strong> Urban VI,<\/strong> der ehemalige <span style=\"color: #800000;\">Beichtvater<\/span> der <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nigin Johanna von Neapel<\/span>. Diesen kannte Ritter Ocko vermutlich sehr gut. Andererseits wird Ocko <strong>Papst Gregor <\/strong>ebenfalls pers\u00f6nlich begegnet sein, da <strong>K\u00f6nigin Johanna<\/strong> dem Papst einen Begleitschutz zur Verf\u00fcgung gestellt hatte, der <strong>Gregor XI.<\/strong> von Avignon nach Rom eskortierte.<\/p>\n<p><strong>Wenzel von B\u00f6hmen<\/strong>, der Luxemburger, regierte 1378 \u20131400; vorher <strong>Carl IV<\/strong> (gestorb. <strong>29.11.1378<\/strong> im Alter von 62 Jahren) wie im Emd. Jahrbuch geschrieben. Das Kloster wird 1377 in Angriff genommen und 1378 fertiggestellt worden sein. Danach spitzte sich der Erbschaftsstreit zu.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<em>(Bitte beachten: Beningas Jahreszahl ist nicht korrekt. Ritter Ocko muss schon 1377 zur\u00fcckgekommen sein, weil Beninga selbst die Gr\u00fcndung des Klosters Dykhusen auf den 13. Dez. 1377 datiert.)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Chronist<strong> Eggerik Beninga<\/strong> schreibt: &#8222;<strong>Wo ridder Ocko myt synen beiden susteren ut Neapolis weder in Friedlandt gekamen ist&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Asno na de geboert Christi <strong>1378,<\/strong> als nu de beiden susteren Elborch und Dode mit oren broede Ocken, den de koninginne umme syn menliche dade to ridder hadde laten slaen, weder in Frieslandt gekamen, des sick vele der frunschup erfrouwet, in vorhaepenunge, <strong>he schulde synes broder kindt er vaderliche arve und gueder guitwillich hebenn volgen laten<\/strong>, so hefft danoch Folkmar Allena van wegen syner huisfruwen Adden, wes or van oren vader des naturlichen vals angearvet, mit aller fruntlicher erbetunge <strong>van genanten ridder Ocken in der guide gevordert, welck genante ridder Ocko vor erste geweigert. Darna hefft Folckmer Allena to vele malen dorch de mande frunde fruntlicher wise anlagen laten, alles unbaetlich. Hefft tum latesten na beschreven lantrecht one mit rechte bespraken. Ist ridder Ocko dannoch baven erkentenisse des rechtes geweltlich in der heerlicheiden, arve und guider sitten bleven.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Schlacht bei Loppersum <\/strong>(siehe Ubbo Emmius S.215) fand <strong>zwischen <\/strong>dem<strong> 15.8.1379 <\/strong>und dem<strong> 02.12.1379 <\/strong>statt, denn noch am 15.8.1379 (Montag Maria Himmelfahrt) musste Luppoldus (Luippe), ein Oberster des Convents und Klosters Dickhusen (Dykhusen), vor Ritter Occo tom Brok und Folkmar Allena zu Osterhusen von Aufbau und Abgaben des Klosters Dickhusen Rechenschaft ablegen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Wo een twist dorch een billick tusschen Ailt Allena to Osterhusen und Ocka Haren, hoevetlinges to Valderen dochter, unter de frunschup bygelecht unde vordragen, als de volgende copia wider darvan meldet<\/strong><\/p>\n<p>(Ocka Haren bedeutet &#8222;Haros Tochter Ocka&#8220;; Haro ist ein Kosename f\u00fcr &#8222;Harald&#8220;)<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Dieser Vergleich ist im Ostfriesischen Urkundenbuch I. Nr.137 abgedruckt und hat folgenden Inhalt:<\/span> Folckmarus Allena, H\u00e4uptling zu Oisterhuisen, und <strong>Habbo und Enno, Vizedekane in Hinte<\/strong>, beurkunden die Absprache einer Ehe zwischen <strong>Ayelt Allena<\/strong> (Ayelt wurde 1409 wegen Hochverrat und Aufnahme von Piraten durch Keno II zum Tode verurteilt u. hingerichtet) zu Oisterhusen und <strong>Ocka<\/strong>, Tochter des Haro Ayelts und der Elbrig tom Brook, H\u00e4uptlinge zu Grote Valderen, womit die Fehde zwischen Haro Ayelts und Folkmar Allena beigelegt ist. Siegelank\u00fcndigung der Aussteller; Enno benutzt das Siegel des Habbo von der Westerburg (Foelkes Bruder) mit. Datum in Oisterhuisen anno Domini dusent drehundert negen und soventich den derden dach na S. Andreas apostoli dach <strong>(2. Dez. \u2013 Freitag 1379)<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Zur\u00fcck zu den Vorg\u00e4ngen in Neapel<\/strong><\/p>\n<p><strong>Beninga P. 152<\/strong>:\u00a0 <strong>&#8222;&#8230;derhalven<\/strong> hebben sick de beiden gesusteren mit oren freschen clederen und gesmuck up de reise na dat koningrike Neapolis gegeven. Als se nu by oren broeder Ocken sint gekamen, hebben se mit gantzen ernst und flyt angelanget und alle gelegenheit in de Frieslande mundtlichen underrichtet und vorstendiget. Als nu de koninghinne hefft gehoert, dat den genanten Ocken twe susteren ut de Frieslande, umme one to haelen, weren nagekamen, so hefft de koninghinne een sunderlinck vorlangent na de sulvigen personen und de frombde gesmucke der clederen gehadt. Und als nu genante Occo syne beiden susteren to der koninghinne heft gevoert, hebben se na erbedinge mit gantzen flit an koninchynne, um oren broeder mede in Friedland to trecken, gesoliciteert, welch one vor erste nicht wulde gelingen, dat er beden muchten vorhoert weerden. Als nu de beiden susteren vormercket de grote tonegine, so de koninghynne to oren broeder Ocken gehadt, heben de beiden susteren (184b \u2013 \u00fcber der Seite steht die Jahreszahl <strong>1377<\/strong>) enen raedt by sick beacht, dewile se oren broder mede wedeerumme to tehen bewilliget. Und heben der koninchynnen laten vorgeven, wo or broeder, <strong>er he ut Friedlandt getaegen, sick an ene junffer in Friesland hadde <span style=\"text-decoration: underline;\">vorstricket<\/span>.<\/strong> Als de koninghynne dat hoerde, ist se seer drovich gewurden und hefft sick or gelaet vorandert und hefft den beiden fruwen gefraget: wo een broeder in frescher sprake genoempt wurde? Se hebben der koninghinnen darup geantwordt: he wurde das genoempt een Boynck. Als sulches der koninghynne gehoert, und dat he sick rede in Friedlandt vorstricket, hefft se one vorloevet, und dewile genante Ocke eren konick ock darna by oren tyden sick erlichen taegen oren vianden gebruiket, hefft se <strong>one to ridder laten slaen<\/strong>, und mit groten geschenck one und syne susteren begnadet, und hefft tor ewiger gedeechteni\u00dfe und momorie sulveren penninge darup munten laten, den penninck den namen gegeven, dat de stedes <strong>Boyocken <\/strong>schulde genoempt weerden, welcker penninge und munte noch huitigen dages in Neapolis und gantz Italien gangber sinnen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die K\u00f6nigin Johanna soll also sehr traurig geworden sein, als sie davon h\u00f6rte, das Ocko sich &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">vorstricket<\/span>&#8220; hatte. Dieser Ausdruck wird als &#8222;verliebt&#8220; interpretiert. Er bedeutet jedoch im\u00a0 Sprachgebrauch der Justiz des 14. Jh., dass eine Erbauseinandersetzung im Gange war. Zugegeben, die Traurigkeit kann eine Ausschm\u00fcckung von Beninga sein, jedoch lassen die damaligen Fakten anderes vermuten. K\u00f6nigin Johanna war vermutlich auf Ockos Zuverl\u00e4ssigkeit und Treue angewiesen (sie wurde schon wenige Jahre sp\u00e4ter + 27.7.1382 ermordet) und sie musste ihn freigeben wegen eines Erbes. &#8211; Eine l\u00e4cherliche &#8222;Verliebtheit&#8220; h\u00e4tte sie ignorieren k\u00f6nnen, die Auseinandersetzung wegen eines Erbes, wo es nicht nur um gro\u00dfe Landgebiete ging, sondern auch um Machtaus\u00fcbung, konnte sie nicht beiseite schieben, denn Ockos j\u00fcngerer Bruder Ihmel war &#8211; wie bereits oben angef\u00fchrt &#8211; durch einen Reitunfall ums Leben gekommen &#8211; Ocko wollte Amtsnachfolger werden! Die K\u00f6nigin mu\u00dfte ihn aus dem Vertrag und somit aus ihren Diensten entlassen. Insofern ist es wohl nicht verwunderlich, wenn sie das bedauerte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als \u00e4lterer Sohn von <strong>Keno Hilmerisna<\/strong> hatte <strong>Ocko<\/strong> <strong>tom Brok<\/strong> an sich keinen Erbanspruch, denn Sitte und Recht geboten, dass der j\u00fcngste Sohn der Erbe war, wobei anscheinend in diesem Falle auch noch ein Sohn <strong>Keno<\/strong> aus der Ehe seines Bruders <strong>Ihmel<\/strong> vorhanden gewesen war, der aber wohl nach 1372 verstorben ist (Plenarabla\u00df f\u00fcr Ihmel tom Brok und seine Frau Hebe &#8211; Ostfr. UB III S.33 No.128).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wiarda<\/strong> schreibt, dass ein &#8222;<strong>Keno Kenesna<\/strong>&#8220; 1377 zusammen mit anderen H\u00e4uptlingen auf der Itzinga-Burg in Linteln (bei Norden) ermordet worden ist. &#8211; Wiarda geht davon aus, dass es sich dabei um den <strong>alten<\/strong> Keno Kenesna handelte. Rein rechnerisch kann es kaum zutreffen, dass dieser Mann <strong>1377<\/strong> ermordet wurde. Ockos Plenarabla\u00df aus dem Jahre 1377 l\u00e4\u00dft eher vermuten, dass <strong>Keno<\/strong>, der <span style=\"text-decoration: underline;\">Sohn von Ockos Bruder Ihmel gewesen ist,<\/span> der <strong>1377 ermordet<\/strong> wurde. Der alte Keno w\u00e4re zu diesem Zeitpunkt mind. unwahrscheinliche 102 Jahre alt gewesen, denn zum Richter konnte man erst mit 25 Jahren aufsteigen. <span style=\"text-decoration: underline;\">Keno Kenesna<\/span> wurde aber bereits <span style=\"text-decoration: underline;\">1300 und 1310 als Richter<\/span> genannt, davor wird sein Vater als Richter und Vogt erw\u00e4hnt. Keno Kenesna h\u00e4tte demnach also mind. ca. 1275 das Licht der Welt erblicken m\u00fcssen, wenn nicht gar fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Eine &#8222;<strong>Amts\u00fcbernahme<\/strong>&#8220; nach Ihmels Tod durch Ihmels Sohn <strong>Keno<\/strong> w\u00fcrde auch erkl\u00e4ren, warum Ritter <strong>Ocko<\/strong> erst 5 Jahre nach dem Ableben seines Bruders Ihmel (dieser starb 24.06.1372) in die Heimat zur\u00fcckkehrte. Ihmels Sohn <strong>Keno<\/strong> war beim Tode seines Vaters Ihmel vermutlich minderj\u00e4hrig und wurde von einem Vormund vertreten. <span style=\"text-decoration: underline;\">Hebe, Ihmels Ehefrau,<\/span> war m\u00f6glicherweise die <span style=\"text-decoration: underline;\">Schwester des H\u00e4uptlings Everhard Itzinga von Norden,<\/span> der bereits 1372 ermordet wurde. Dieser Everhard Itzinga wurde genannt &#8222;advocati, capitales und Voigt&#8220;\u00a0 d. i. Friedensrichter, H\u00e4uptling und Vogt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Anm.: Das Eheverbot im 11. Jahrhundert galt normalerweise bis in den 7. Grad der Blutsverwandtschaft hinein. Nebenbei stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob Ockos Gemahlin <span style=\"color: #800000;\">Foelke<\/span> tats\u00e4chlich die Schwester der Hebe Itzinga gewesen ist, da sie als &#8222;Foelke Kampana&#8220; von Hinte in die Geschichte eingegangen ist und nicht als Foelke Itzinga. Der Name &#8222;Kampana&#8220; deutet darauf hin, dass sie entweder die Gemahlin bzw. Witwe oder die Tochter eines &#8222;Kampo&#8220; gewesen ist. &#8222;<span style=\"color: #800000;\">Kampo<\/span>&#8220; ist an sich kein Vorname, sondern die Bezeichnung f\u00fcr einen <span style=\"color: #800000;\">Milizf\u00fchrer<\/span>. Diesen &#8222;Namen&#8220; gab es naturgem\u00e4\u00df h\u00e4ufiger, z. B. Kampo von Emden, den Bruder des Luiward Abdena. Auch findet ein Kampo von Hinte Erw\u00e4hnung, der zuletzt <strong>1356<\/strong> genannt wird. M\u00f6glicherweise ist jener Kampo der Vater von Foelke und Hebe gewesen, dann w\u00e4re Foelke bei Erteilung des Plenarablasses mind. 20 Jahre alt gewesen (Foelkes Geburt w\u00e4re dannach sp\u00e4t. 1357 gewesen &#8211; Plenarabla\u00df 1377.)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Diese Frage stellt sich u.a. auch, weil Ockos <span style=\"text-decoration: underline;\">Sohn Keno<\/span> eine Tochter von Everhard Itzinga d.\u00c4. geehelicht hat. Das w\u00e4re eine sehr enge Verwandtschaft, n\u00e4mlich Base und Vetter: Adda Itzinga, Ehefrau von Keno II. , war die Tochter von Everhard Itzinga dem \u00c4lteren. Dass dieser Eberhard Itzinga tats\u00e4chlich der <span style=\"text-decoration: underline;\">Bruder<\/span> von Kenos Mutter Foelke gewesen ist, scheint mir sehr fraglich.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Vermutlich war <strong>Ocko<\/strong> schon in jungen Jahren nach Neapel in die Ausbildung (als Knappe?) gegeben worden. &#8211; Ist Ocko am Hof von Neapel gar Leibgardist der K\u00f6nigin gewesen?\u00a0Im Mittelalter waren <span style=\"text-decoration: underline;\">Leibwachen<\/span> die einzigen stehenden Truppen eines F\u00fcrsten. &#8211; Aber warum der Hof von Neapel? Warum gerade <span style=\"color: #800000;\">Anjou <span style=\"color: #000000;\">und<\/span> <span style=\"color: #000000;\">nicht z. B. Braunschweig<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\">?<\/span> Das legt eine enge Beziehung zu den Anjou nahe, evtl. sogar Verwandtschaft, besa\u00df das K\u00f6nigshaus Anjou doch normannische Wurzeln, und niemand wei\u00df bisher, ob dies bei den tom Brok ebenfalls der Fall gewesen ist.<\/p>\n<p>Ockos Adlerwappen weist u. U. auf Flandern hin, deren Grafen ebenfalls normannischen Ursprungs waren. &#8211; Das <span style=\"text-decoration: underline;\">alte<\/span> Wappen von Flandern f\u00fchrt ebenfalls einen <strong>Adler<\/strong> im Schild.<\/p>\n<p>Das Wappen der <span style=\"color: #0000ff;\">Arnsberger Grafen<\/span> (vormals <span style=\"color: #0000ff;\">Werl<\/span>) zeigte urspr\u00fcnglich einen <span style=\"color: #800000;\">goldbewehrten <span style=\"text-decoration: underline;\">silbernen <strong>Adler<\/strong> auf rotem Feld<\/span><\/span>. Da von dort Eheschlie\u00dfungen zum Hause <span style=\"color: #0000ff;\">ANJOU<\/span>\u00a0 sowie den <span style=\"color: #0000ff;\">Grafen von Flandern<\/span> erfolgt sind, kann evtl. davon ausgegangen werden, dass das Geschlecht von Ocko tom Brok einer Linie der Grafen von Werl entstammt:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Dietrich von Elsa\u00df <span style=\"color: #000000;\">(=Dietrich von Lothringen: Nachfolger von Wilhelm Clito (Prinz) als Graf von Flandern<\/span><\/span> 1128-1168) *ca. 1100, +17.01.1168 heiratete <span style=\"color: #0000ff;\">Sybille von Anjou<\/span>, *ca. 1106, gestorben 1165 in Jerusalem. <span style=\"color: #0000ff;\">Sybille von Anjou<\/span> war zuvor mit <span style=\"color: #0000ff;\">Wilhelm Clito<\/span> <span style=\"color: #333399;\">(Enkel von Wilhelm d. Eroberer und Mathilde von Flandern) <\/span>verheiratet gewesen. <strong>Heinrich I.<\/strong> setzte jedoch die kirchliche <span style=\"text-decoration: underline;\">Annullierung<\/span> dieser f\u00fcr ihn gef\u00e4hrlichen Ehe durch.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #333399;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Info:<\/span> Graf Fulco V. von Anjou<\/strong> gab <strong>Wilhelm Clito<\/strong> seine Tochter <strong>Sybille<\/strong> mit der Grafschaft Maine als Mitgift zur Gemahlin. Als Lehnsherr der Grafschaft Flandern lie\u00df K\u00f6nig <strong>Ludwig VI. <\/strong>von Frankreich am <span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">23. M\u00e4rz 1127 <\/span><strong>Wilhelm Clito<\/strong>\u00a0 durch die Landesbewohner zum <strong>Grafen von Flandern <\/strong>w\u00e4hlen und belehnte ihn mit der Grafschaft.\u00a0 Wilhelm Clito <\/span><span style=\"color: #333399;\">starb <span style=\"text-decoration: underline;\">kinderlos<\/span> in der Schlacht bei Alost am <span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">21. Juni 1128 <\/span>an einer Kriegsverletzung.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Zur Erinnerung: Keno (der Alte) soll <span style=\"color: #800000;\"><strong>1269<\/strong><\/span> zum &#8222;Obersten&#8220; gemacht worden sein von <span style=\"color: #800000;\"><em>K\u00f6nig<\/em> <em>Karl von Anjou, dem frz. K\u00f6nig.<\/em> <\/span>Das k\u00f6nnte das Amt des pers\u00f6nlichen Heerf\u00fchrers (<span style=\"color: #993300;\">Leibregiment<\/span>) gewesen sein. Ein ehrenvolleres Amt gab es nicht bei Hofe und in <span style=\"text-decoration: underline;\">solch ein Amt wurde oft ein Verwandter erhoben. Auch wurden solche \u00c4mter \u00fcberwiegend vererbt!<\/span> Dies, zumal Inhaber solcher und \u00e4hnlicher \u00c4mter auch als &#8222;Geiseln&#8220; angesehen wurden. Diese Personen waren u. U. n\u00fctzlich als Druckmittel bei Umsturzversuchen. Wenn Ocko im Ursprung dem Hause Flandern\/Brabant angeh\u00f6rte (Balduin war der 1. Kaiser des lat. Kaisereiches), so k\u00f6nnte Ocko traditionsgem\u00e4\u00df aus diesem Grunde der <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nigin Johanna von Anjou<\/span> gedient haben, denn <span style=\"color: #0000ff;\"><em>Fulko<\/em> <\/span><i><span style=\"color: #0000ff;\">von Anjou <\/span><\/i><em>(frz.<\/em> <i>Foulques)\u00a0<\/i> (*1092; +13.11.1144 in Akkon) folgte den Herrschern aus dem Hause <span style=\"color: #993300;\">Brabant<\/span> auf den Thron.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Meines Erachtens ist es nicht unwahrscheinlich, dass <\/strong><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>die Grafen von Werl <\/strong><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>zu den Vorfahren der tom Brok z\u00e4hlen<\/strong>,<\/span> da im Westerbrok von Groningen einige Namen urkundlich genannt sind, die auf die tom Brok von Norden\/Brookmerland hinweisen: Die Grafen von Werl waren mit den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salier\">Saliern<\/a> sowie dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigreich_Burgund\">K\u00f6nigshaus von Burgund<\/a> verwandt. Es gab auch verwandtschaftliche Verbindungen mit Kaiser <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\">Friedrich I.<\/span> <\/span>und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lothar_III._%28HRR%29\">Lothar III. <\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Die 3 Kronen als Helmschmuck in Ritter Ockos Siegel k\u00f6nnten durchaus auf diese Herkunft hinweisen, trotz Aufteilung der Werler Grafschaften bzw. Entzug des Lehens wegen Rebellion<\/span>. Die Grafen von Werl besa\u00dfen gewaltige Alloden und insofern ist es durchaus denkbar, dass davon einiges in der Hand der Familie geblieben ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Rudolf (-Ludolf \/ Liudolf)\u00a0\u00a0 Graf von Werl u. <span style=\"color: #0000ff;\">Gr<\/span>af im Groningerland 1040 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong><\/span><br \/>\nca 982\/86-12.7. um 1044<\/p>\n<p>2. Sohn des <strong><a href=\"http:\/\/www.genealogie-mittelalter.de\/werl_grafen_von\/hermann_1_graf_von_werl_985\/hermann_1_graf_von_werl_+_985_88.html\">Grafen Hermann I. von Werl<\/a><\/strong> und der <strong><a href=\"http:\/\/www.genealogie-mittelalter.de\/welfen\/rudolfinger_koenige_von_burgund\/gerberga_von_burgund_herzogin_von_schwaben_1019\/gerberga_von_burgund_herzogin_von_schwaben_1019.html\">Gerberga von Burgund<\/a><\/strong>, Tochter von <strong><a href=\"http:\/\/www.genealogie-mittelalter.de\/welfen\/rudolfinger_koenige_von_burgund\/konrad_der_friedfertige_koenig_von_burgund_993\/konrad_der_friedfertige_koenig_von_burgund_+_993.html\">K\u00f6nig Konrad<\/a><\/strong>; Stiefbruder der <strong><a href=\"http:\/\/www.genealogie-mittelalter.de\/deutschland_koenige_2\/gisela_von_schwaben_1043_konradiner_brunonen_babenbeger_salier\/gisela_von_schwaben_deutsche_koenigin_+_1043.html\">Kaiserin Gisela<\/a><\/strong>, Cousin des <strong><a href=\"http:\/\/www.genealogie-mittelalter.de\/deutschland_koenige_2\/heinrich_2_deutscher_koenig_1024_liudolfinger\/heinrich_2_deutscher_koenig_+_1024.html\">K\u00f6nigs HEINRICH II.<\/a> <\/strong>und Neffe des <strong><a href=\"http:\/\/www.genealogie-mittelalter.de\/welfen\/rudolfinger_koenige_von_burgund\/rudolf_3_koenig_von_burgund_1032\/rudolf_3_der_faule_koenig_von_burgund_+_1032.html\">K\u00f6nig Rudolfs III. von Burgund<\/a><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der letzte der m\u00e4nnl. Linie war allerdings Friedrich von Arnsberg (* um 1075, genannt der Streitbare). Er starb am 11. Febr.1124.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Mit dem Tod Friedrichs erlosch das Haus der <span style=\"color: #800000;\">Grafen von Werl-Arnsberg<\/span>. Das Erbe trat <strong><span style=\"color: #800000;\">Gottfried von Cuyk<\/span><\/strong> an, der zweite Ehemann der Tochter Ida, der zum Stammvater der j\u00fcngeren Linie der Grafen von Arnsberg wurde. Das sehr belangreiche Haus Cuyk war u.a. verwandt mit dem Haus der Grafen von Flandern.<\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; W\u00e4hrend etlicher Jahre investierte Ocko vermutlich viel Zeit und Kraft f\u00fcr &#8222;seine&#8220; <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nigin<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Johanna von Anjou<\/span>. Vielleicht stand er nicht nur als verl\u00e4sslicher Heerf\u00fchrer seinen Mann, sondern bew\u00e4hrte sich sogar bei verschiedenen diplomatischen Missionen? Erwarb er sich dort besondere Verdienste? War er wom\u00f6glich sogar daran beteiligt, die Streitigkeiten zwischen Papst und K\u00f6nigin zu schlichten und Frieden zu vermitteln? K\u00f6nnte das die ehrenvolle Erhebung zum Ritter begr\u00fcnden? &#8211; Sicher scheint, dass Ocko mehrsprachig gewesen sein muss. Am Hofe wurde neben der italienischen Sprache nat\u00fcrlich franz\u00f6sich und vermutlich auch friesisch und sogar arabisch gesprochen. Am Hofe von Anjou tummelte sich ein Vielv\u00f6lkergeschmisch. &#8211; Die Legende vom &#8222;adeligen Analphabeten&#8220; trifft bei Ocko tom Brok sicher nicht zu. Am Hofe von Neapel wurde BILDUNG gro\u00df geschrieben. Und es ist \u00fcberliefert, dass Ritter Ockos Sohn Tirlingus (lat. Form von Dietrich) zumindest <b>Baccalaureus<\/b> <em>(d.i. Bachelor)<\/em> gewesen ist, und Tirlingus war nicht der einzige Geistliche in der Familie, da den tom Brok seit &#8222;ewigen Zeiten&#8220; ein Stuhl als Domherr zustand. Es gab auch damals schon verschiedene Abstufungen des Studiums. Geistliche mussten ein Studium absolvieren, ebenfalls wie auch Richter ein Jurastudium <em>(bereits verf\u00fcgt in der R\u00f6merzeit, wenn auch nicht unbedingt durchsetzbar)<\/em> nachweisen mussten, denn ohne dies konnte man weder ins Richteramt aufsteigen, noch ein wichtiges geistliches Amt bekleiden.<\/p>\n<p>Ocko tom Brok muss &#8222;gro\u00dfe Taten&#8220; vollbracht haben, um derart ehrenvoll in den Ritterstand erhoben worden zu sein und \u00fcberdies wurden zu seiner Ehre sogar M\u00fcnzen gepr\u00e4gt mit seinem Bilde darauf!<\/p>\n<p>Bei der Audienz hatte die K\u00f6nigin die Schwestern gefragt, wie Occo in seiner Heimat genannt w\u00fcrde, so steht es in den Annalen. Sie antworteten \u201eBoynck\u201c. Zu seinem Andenken lie\u00df sie eine goldene M\u00fcnze schlagen, die Boyncken oder auch Boy-Ocken genannt und lange Jahre soll sie in Italien im Umlauf gewesen sein. &#8211;<strong> Anm.:<\/strong> &#8222;<span style=\"color: #800000;\">Boyn<\/span>&#8220; hie\u00df damals ein junger Herr, ein Junker, auch ein beg\u00fcteter Erbgesessener.<\/p>\n<p>Sicher scheint es jedenfalls zu sein, dass Ritter Ocko nicht zu jenen vagabundierenden, erpresserischen Heerf\u00fchrern z\u00e4hlte, die damals von einem Dienstherrn zum andern wechselten, wie John Hawkwood es tat, der letztendlich sogar eine Tochter des Herzogs Visconti von Mailand heiratete, denn Ocko ist nicht genannt, wie ich bislang ermitteln konnte, was nat\u00fcrlich auch andere Ursachen haben kann.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens gab es im byzantinischen Kaiserreich eine <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Friesengarde<\/span><\/strong> zum pers\u00f6nlichen Schutz des Kaisers. Wie oben bereits dargelegt, stammte der <span style=\"color: #993300;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>1. Kaiser des lat. Kaiserreiches von<\/strong> <strong>Konstantinopel<\/strong><\/span><\/span> aus dem Hause der <strong><span style=\"color: #993300;\">Grafen von Flandern<\/span><\/strong> und zwar war dies <span style=\"color: #993300;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Balduin IX. Graf von Flandern<\/strong><\/span><strong>. <\/strong><span style=\"color: #000000;\">Er starb nach einem verlorenen Krieg in Gefangenschaft 11.7.1205. Die <strong><span style=\"color: #ff6600;\">Friesengarde<\/span><\/strong> ist von den <span style=\"color: #993300;\"><strong>Anjou<\/strong><\/span> \u00fcbernommen worden (Nachweis ist momentan nicht greifbar &#8211; ich werde das eruieren), denn K\u00f6nig Karl I. von Anjou war durchaus ambitioniert, das Amt des Kaisers von Konstantinopel anzutreten. Das hat aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht geschehen k\u00f6nnen, aber diese Garde hat noch lange weiter existiert und wird auch in Neapel\/Sizilien ihre Funktion als Schutzgarde beibehalten haben wie zuvor in Konstantinopel. Ritter Ocko k\u00f6nnte dort eine f\u00fchrende Position inne gehabt haben. (Ich erinnere in diesem Kontext nur an den ber\u00fchmten Friesenfelsen nahe des K\u00f6nigs-Castells von Neapel!) <\/span><\/span><\/p>\n<p>Die <span style=\"color: #800000;\"><strong>M\u00fcnzen<\/strong><\/span> von <strong>Ritter Ocko I.<\/strong> haben \u00fcber den Adlerfl\u00fcgeln Punkte oder Sterne, der <span style=\"color: #993300;\">Adler<\/span> seines<strong> Sohnes Keno<\/strong> tr\u00e4gt in dessen Siegel eine <span style=\"color: #993300;\">Krone<\/span> auf dem Kopf, auf seinen M\u00fcnzen sind die Kronen durch Fl\u00fcgelans\u00e4tze angedeutet.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_4979\" style=\"width: 679px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aurich_Merian.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4979\" class=\"wp-image-4979 size-large\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aurich_Merian-1024x303.jpg\" alt=\"Aurich_(Merian)\" width=\"669\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aurich_Merian-300x89.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aurich_Merian-1024x303.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 669px) 100vw, 669px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4979\" class=\"wp-caption-text\">Burg und Wallanlagen Aurich Merian 1632<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ornat der Ritter &#8222;del Nodo&#8220;: Wei\u00dfer Ordensmantel mit dem seidenen Knoten, dem Zeichen des Ritterorden auf dem Platz des Herzens. Dort ist der Mantel mit aufsteigenden Flammen bestickt, zum Lobe des Heiligen Geistes. Unter dem Ordenszeichen ist der Schriftzug eingestickt: \u201eSe Dieux plaist\u201c. Der wei\u00dfe Knoten an seidener Kordel<strong>, <\/strong>dem Zeichen der Trauer um den Tod Christi, schm\u00fcckt auch das Schwertgeh\u00e4nge der Ritter<strong>. <\/strong>Wei\u00df war die Farbe der Trauer, nicht schwarz, aber zu besonderen Anl\u00e4ssen wurden auch schwarze Ordensm\u00e4ntel getragen. Der Kreuzzugsgedanke war auch im Hause <span style=\"color: #993300;\">Anjou<\/span> tief verwurzelt.<strong><br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Statut de l&#8217;Ordre du Saint-Esprit au droit d\u00e9sir ou du noeud, <\/strong><em><strong>institu\u00e9 \u00e0 Naples en 1352 par Louis d&#8217;Anjou,<\/strong><\/em> par le Comte Horace de Viel-Castel, Paris 1853. Ganz facsimiliert.<\/p>\n<p>s. auch: Jean, Sire de Joinville, <strong>Histoire de Saint Louis. <\/strong>Texte original du 14. si\u00e8cle, accompagn\u00e9 d&#8217;une traduction en Fran\u00e7ais moderne, par <strong>M. Natalis de Wailly<\/strong>. 2. \u00e9d. mit Facs., Miniaturen etc. Paris 1874.<\/p>\n<p>t-online.de\/home\/Rauner\/wattenbach<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 136px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-243x300.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"126\" height=\"156\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-243x300.png 243w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-830x1024.png 830w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png 934w\" sizes=\"(max-width: 126px) 100vw, 126px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #0000ff;\">Gunda von Dehn<\/span><\/p><\/div>\n<h2><span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<h2><span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0<span style=\"color: #800000;\"><strong><em>Hinweis: Roman Chroniken der tom Brook<\/em><\/strong><\/span><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>\u00a0&#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:\u00a0 als ebook bei Kobo, Hugendubel u.v.a. Anbietern erh\u00e4ltlich<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0<a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0<\/span>letzte \u00c4nderung 11. Nov. 2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9 &#8211; Gunda von Dehn &#8211;\u00a0 aus meinem Musical &#8222;Zorn im Blut&#8220; &nbsp; Italienischer Schild mit Adler unter veraltetem Topfhelm mit dreifach gekr\u00f6nter Helmdecke &#8211; mittl. gro\u00dfe Krone vermutl. mit Reichsapfel (siehe auch Web-Seite Keno: bei dessen M\u00fcnzen besser zu erkennen &#8211; Der Reichsapfel symbolisiert ein Erzamt wie z.B. 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