{"id":3748,"date":"2015-06-04T23:02:27","date_gmt":"2015-06-04T21:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=3748"},"modified":"2023-10-05T22:25:35","modified_gmt":"2023-10-05T20:25:35","slug":"herzog-albrecht-und-seine-geliebte-aleid-poelgeest","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/die-tom-brok\/herzog-albrecht-und-seine-geliebte-aleid-poelgeest\/","title":{"rendered":"Herzog Albrecht und seine Geliebte Aleid Poelgeest"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-3748-1\" autoplay preload=\"auto\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/02-Gavotte-fu\u0308r-MP3_cap.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/02-Gavotte-fu\u0308r-MP3_cap.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/02-Gavotte-fu\u0308r-MP3_cap.mp3<\/a><\/audio>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a9 Gunda von Dehn- &#8222;Gavotte&#8220; aus meinem Musical &#8222;Gel\u00f6bnis unterm Sternenzelt&#8220;<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h4 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Aleida van Poelgeest <\/strong><\/span>(wahrscheinlich geb. in Leiden, +1392) war die <span style=\"color: #800000;\">Geliebte von Albrecht, Herzog von Bayern, Graf von Hennegau, Holland und Seeland, Herr von Friesland<\/span>, wie er sich in dem Lehnbrief f\u00fcr Widzelt Kenisna bezeichnete.<\/h4>\n<p>1392 flanierte <em><strong>Aleid Poelgeest<\/strong> <\/em>zusammen mit dem G\u00fcnstling des Herzogs, Wilhelm Kuser, im Au\u00dfenhof des Schlosses von Den Haag. <strong><em>Wilhelm Kuser<\/em> <\/strong>war Baljew (=Verwalter) von Amstelland, Waterland und Rynland (Rheinland). Er hatte die erste und einflussreichste Stelle am Hofe inne, indem er zum Hofmeister ernannt wurde. W\u00e4hrend die Partei der Cods (=Kabeljauen) mit Hilfe Aleidas ihren Einfluss am Hofe Albrechts vergr\u00f6\u00dferte, verb\u00fcndeten sich die Hooks (=Angel-Haken) mit Albrechts \u00e4ltestem Sohn Wilhelm, der von seinem Vater in die Statthalterrechte Hennegau eingesetzt worden war.<\/p>\n<p>Von da an &#8211; 1392 bis 1395 &#8211; herrschte B\u00fcrgerkrieg zwischen den Cods (der Name stammt von der hellblauen Kleidung der S\u00f6ldner <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\"><\/a>) und den Hooks.<\/p>\n<p>Aleid wurde angeblich von Hoek\u2019schen Edlen erdolcht. Die Politik kann aber nicht das Motiv f\u00fcr den Mord gewesen sein. Das Attentat auf Aleid kann auch ein 3. Anschlag auf das Leben von William Cuser gewesen sein, der bereits zuvor schon zweimal angegriffen worden war. M\u00f6glich ist auch eine Eifersuchtsgeschichte, weil offenbar auch Herzog Albrechts Sohn Willem sehr engen Kontakt zu Aleid hatte.<\/p>\n<p>Coen Cuser, Willems Vater, spielte fortan in dieser Geschichte eine entscheidende Rolle bei der Verfolgung der angeblichen M\u00f6rder.<\/p>\n<p>Er drang angeblich bei Graf Albrecht so lange auf Bestrafung der M\u00f6rder, bis dieser die Verd\u00e4chtigen vor Gericht laden lie\u00df. (Anm.: Als Graf musste Albrecht das ohnehin tun.) Da die Geladenen aber nicht erschienen (aus gutem Grund, denn immerhin drohten Folter u. Richtschwert), wurden sie zum Tode verurteilt. Der alte Cuser r\u00fcckte auf Befehl Albrechts vor die Schl\u00f6sser dieser Edlen. Cuser eroberte und verbrannte die Schl\u00f6sser von Hodenpijl, Zandvoort, Heemstede, Warmond und Paddenpoet (Leyden) (alles in S\u00fcdholland an der K\u00fcste).<\/p>\n<p>Coen Cuser wurde danach zum Vogt\u00a0 vom Kennemerland erhoben, eine wichtige Position.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3753\" style=\"width: 575px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Stadtplan-Den-Haag.bmp\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3753\" class=\"wp-image-3753 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Stadtplan-Den-Haag.bmp\" alt=\"Stadtplan Den Haag\" width=\"565\" height=\"396\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3753\" class=\"wp-caption-text\">Tatort Kohltuin im Buitengarten &#8211; Stadtplan Den Haag<\/p><\/div>\n<p>Irgendwo hinter den H\u00e4usern zwischen der Buitenhof und der Stadt war vermutlich das Haus der Aleid Poelgeest.<\/p>\n<p>Der Buitenhof war fr\u00fcher viel gr\u00f6\u00dfer, und es gab weit weniger Geb\u00e4ude. Hier ging Aleid t\u00e4glich spazieren. Laut Quellenangaben, ist sie hier nicht ermordet worden. Die zweite M\u00f6glichkeit f\u00fcr den Mord ist der Kohl-Garten, der Garten hinter dem Schloss bis zur Bahre (Flu\u00df).\u00a0 Es ist jetzt ein Platz dort, eingefa\u00dft von H\u00e4usern.<\/p>\n<div id=\"attachment_3760\" style=\"width: 442px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Aleida-Poelgest-Kopie2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3760\" class=\"wp-image-3760 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Aleida-Poelgest-Kopie2.jpg\" alt=\"Aleida Poelgest Kopie2\" width=\"432\" height=\"341\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Aleida-Poelgest-Kopie2-300x236.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Aleida-Poelgest-Kopie2.jpg 432w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3760\" class=\"wp-caption-text\">Gedenkplatte Aleid van Poelgeest<\/p><\/div>\n<p>Nach der Ermordung des gr\u00e4flichen Hofmeisters Willem Cuser und Herzog Albrechts Geliebten Aleid van Poelgeest konnte Albrecht sich politisch durchsetzen. Albrechts Sohn Willem floh vor ihm nach England, s\u00f6hnte sich jedoch 1394 mit ihm aus. Willem wurde wieder in seine Statthalterrechte eingesetzt und stand seinem Vater im Kampf gegen die aufst\u00e4ndischen Friesen bei. Diese strebten statt einer landesherrlichen Bindung an Herzog Albrecht von Bayern, Graf von Holland, eine direkte Unterstellung unter Kaiser und Reich an, d. h. sie wollten die Reichsunmittelbarkeit erreichen mit besonderen Freiheitsprivilegien. Dabei ging es letztendlich auch um die besondere friesische Rechtsprechung, die weitaus humaner war als die des r\u00f6mischen Reichsrechts. Trotz mehrerer kostspieliger Feldz\u00fcge blieb f\u00fcr den Herzog aber vorerst ein durchgreifender Erfolg aus.<\/p>\n<p>In den Jahren 1392 bis 1395 herrschte B\u00fcrgerkrieg zwischen den Kabeljaus (Cods<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\"><\/a>) und den Hoeks. Das f\u00fchrte zu schweren Steuerlasten der St\u00e4dte. Die Vers\u00f6hnung<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref\"><\/a> zwischen Albrecht und seinem Sohn Wilhelm, lie\u00df indes die Eroberungsgefahr f\u00fcr Groningen stark ansteigen.<\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<h2><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4132 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt-300x148.jpg\" alt=\"018Rosen in der Auffahrt\" width=\"300\" height=\"148\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt-300x148.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt-1024x506.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Liebesgeschichte<\/h2>\n<p><em>(\u00dcbersetzung aus dem Holl\u00e4ndischen)<\/em><\/p>\n<p><em>Die Aff\u00e4re zwischen der 52-j\u00e4hrige Albrecht von Bayern und der 18-j\u00e4hrigen Aleid begann wahrscheinlich 1388, zwei Jahre nach dem Tod der ersten Ehefrau Albrechts.<\/em> <em>\u00dcber den Anfang ist nicht viel bekannt.<\/em> <em>Sie wird auf der Burg Teylingen, wo Aleidas Vater Kastellan (Administrator) war, begonnen haben.<\/em> <em>Es war die Urlaubs-Adresse von Albert, aber im Herbst 1388 fuhr Albrecht so oft vor, dass die Historiker vermuten, dass da die Beziehung begann.<\/em> <em>Auch Ausgaben f\u00fcr die Geschenke sprechen daf\u00fcr, dass die anderen Freundinnen in dieser Zeit aufs Abstellgleis gestellt wurden.<\/em> <em>\u00dcber Aleid als Person, trotz der romantischen Beschreibungen von Historikern oder Dramatikern, ist nichts bekannt.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_4345\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Ma\u0308dchenkopf-modern.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4345\" class=\"wp-image-4345 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Ma\u0308dchenkopf-modern-150x150.jpg\" alt=\"Ma\u0308dchenkopf modern\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Ma\u0308dchenkopf-modern-66x66.jpg 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Ma\u0308dchenkopf-modern-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4345\" class=\"wp-caption-text\">M\u00e4dchen 1977 &#8211; G. v. Dehn<\/p><\/div>\n<p><em>Obwohl nat\u00fcrlich nicht sicher, es ist offensichtlich, dass Aleid eine besondere Frau gewesen sein mu\u00df.<\/em> <em>Albrecht war kein &#8222;Provinzgraf&#8220;, denn er kannte das Leben am kaiserlichen Hof in Prag und auch sein Haager Gerichtshof besa\u00df internationales Prestige.<\/em> <em>Aber auch, wenn sie nicht so besonders war, dann gaben die besonderen Geschenke ihr zu verstehen, dass er liebeskrank war, mehr als \u00fcblich.\u00a0<\/em><em>In den folgenden Jahren, 1389, kam Aleid an den Hof im Haag.<\/em> <em>Zuerst logierten sie wahrscheinlich in dem Haus der Katrijn Kielen, wo sie am 6. Juni dobbelden (sich liebten?).<\/em> <em>Am 12. Juni hatte Aleid bereits eigenes Personal, die Damen Jutte, Jan Taetsendochter und eine Lizebette.<\/em> <em>In dieser Zeit soll Aleid ihr eigenes Haus in Den Haag bezogen haben.<\/em> <em>Wo das Haus lag, ist trotz intensiver Forschung noch immer nicht sicher.\u00a0<\/em><em>Hoek, ein erfahrener Forscher, platziert das Haus auf der Hoogstraat, etwa in H\u00f6he der Nummern 27 und 29 und m\u00f6glicherweise geh\u00f6rte Nummer 25 auch dazu.<\/em> <em>Das Haus lag auf einem mit einer Mauer umgebenen Hof, so dass sich das Haus selbst auf der R\u00fcckseite befindet.<\/em> <em>Von seinen R\u00e4umen lie\u00df Albrecht wurde noch einen Pfad zum Binnenhof anlegen.<\/em> <em>Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze noch nicht gepflastert mit Steinen, weil es zu teuer war.\u00a0<\/em><em>Wenn notwendig, wurde ein Weg geebnet.<\/em>\u00a0 <em>In diesem Fall war es erforderlich<\/em>, <em>Aleidas F\u00fc\u00dfe vor Schlamm zu bewahren und \u00fcberdies lie\u00df Albrecht auch einige Weiden kappen, damit er von ihrem Haus Aussicht auf den Binnehof bekam.<\/em> <em>Dar\u00fcber hinaus gibt es einige andere Geb\u00e4ude auf dem Buitenhof in der Stra\u00dfe. <\/em><em>Der Weg ging \u00fcber das Gel\u00e4nde des gegenw\u00e4rtigen Neubaus auf dem Buitenhof Nr. 46.<\/em>\u00a0 <em>Obwohl Aleid auch einen Raum auf dem Schlo\u00df hatte, kam Albrecht oft zu ihr ins Haus.<\/em> <em>Und er nicht allein, aber auffallend genug kam auch sein Sohn Willem. <\/em>Es muss eine besondere Frau gewesen sein. <em>Sie trat aber nicht in die Fu\u00dfstapfen der ersten Frau von Albert.<\/em> <em>Sie ging viel zusammen mit Albrecht in Staatsangelegenheiten auf Reisen, aber sie hat sich nicht offiziell eingemischt in die Verwaltung. <\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Der Tod\u00a0 von Graf Wilhelm IV. als letzter m\u00e4nnl. Spross des Hauses Avesnes aktualisierte das locker gewordene Reichslehensverh\u00e4ltnis, denn Margarete von Avesnes, die Schwester von Graf Wilhelm IV\u00a0(= Wilhelm II. im Hennegau), war 1324 mit dem Wittelsbacher Ludwig IV. in dessen zweiter Ehe verm\u00e4hlt worden, also seit dessen Kaiserkr\u00f6nung 1328 &#8222;Kaiserin&#8220;. Der Hennegau galt als Frauenlehen. Margarethe\u00a0von Avesnes war also die nat\u00fcrliche Erbin des Hennegaus. \u2013 Daher vererbte sich der Hennegau sp\u00e4ter an Jakob\u00e4, die Enkeltochter von Herzog Albrecht von Bayern, Graf von Holland.<\/p>\n<p>Ludwig der Bayer (Herzog Albrechts Vater) belehnte Margarete am 15. Jan. 1346 mit den drei Grafschaften und der Herrschaft Friesland; dass diese <em>seront \u00e0 tousjours mais tout \u00e0 un<\/em>, musste sie in Mons den huldigenden St\u00e4nden geloben. Vorsorglich regelte Ludwig die Nachfolge Margaretes zugunsten ihrer beiden S\u00f6hne: 1. Wilhelm und 2. Albrecht. Nach Ludwigs B\u00e4renjagd-Tod am 11. Okt. 1347 begr\u00fcndeten die bayer. Hausvertr\u00e4ge (1349\/53) das niederbayer. Teilherzogtum Straubing-Holland als Sekundogenitur unter den vom Kaiser Vorbestimmten (Boehm 1981, Straub 1988).<\/p>\n<p>Nach dem Tod ihres Gemahls (1347) kehrte Margarete nach Holland zur\u00fcck, welches unterdessen ihr Sohn Willem V. verwaltet hatte. Margarete gab ihm Holland und Zeeland unter der Bedingung, dass Willem ihr den Hennegau als Wittum \u00fcberlassen sollte. Da er sich nicht daran hielt, kam es zwischen Margarete und Willem zum Krieg. Dadurch entwickelten sich 2 Parteien, die Hoeks (Adelspartei <em>Angelhaken<\/em>) waren Anh\u00e4nger der Margarete, die Kabeljaus (= Cods = B\u00fcrgerliche) waren Anh\u00e4nger Willems.<\/p>\n<p>Nach Margaretes Tod (1356) regierte zuerst Graf Wilhelm V. (im Hennegau Huldigung Wilhelm III.). Der Krieg artete zum B\u00fcrgerkrieg aus. In einem Seetreffen bei Veern (1351) siegten zwar die Hoeks (Anh\u00e4nger Margaretes), aber bei der Verfolgung wurden sie bei Briel gestellt und geschlagen. Sie mussten nach England fl\u00fcchten. Dort kam eine Auss\u00f6hnung zustande, indem bestimmt wurde, dass\u00a0Margarete den Hennegau bekam, Willem dagegen die \u00fcbrigen L\u00e4ndereien.\u00a0Margarete starb 1355.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde Willem V. wahnsinnig. Im Volksmund &#8222;de dolle Graf&#8220; genannt, lebte er bis zum Tod 1389 in Gewahrsam auf dem Schlo\u00df Le Quesnoy im Hennegau. Wilhelms Bruder, Herzog Albrecht I. von Bayern, unternahm im Febr.-M\u00e4rz 1358 die Umfahrt durch die drei Grafschaften, beginnend in Dordrecht; er regierte ab 1358 offiziell als &#8222;Ruwaard&#8220; (Ruhewahrer), ab 1389 als Graf (\u20201404). Herzog Albrecht I. folgten sein \u00e4ltester Sohn Wilhelm VI. (\u2020 1417), dann im Erbstreit dessen Bruder Jan VI. (Johann III. von Bayern, \u2020 1425) und Wilhelms Tochter Jakob\u00e4a (\u2020 1436).<\/p>\n<p>Die niederl\u00e4ndische Wittelsbacher Herrschaft dauerte fast 100 Jahre. Das Teilherzogtum Straubing blieb Statthaltern und Viztumen \u00fcberlassen; Den Haag wurde zur Hauptresidenz. Herzog Albrecht von Bayern scheint zuletzt 1371 in der Heimat gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Es herrschte ein reges Hofleben im Haag. Der Haager Wohntrakt, das sog. B<em>aierische Kwartier<\/em> wurde errichtet. Dort residierten u.a. die engl. Gemahlin Wilhelms V. und die beiden Gemahlinnen Albrechts mit ihrem jeweiligem Hofstaat, sowie auch Albrechts Geliebte Aleid van Poelgeest (siehe Stra\u00dfenkarte oben). Die Residenz prunkte mit hohem kulturellen Gepr\u00e4nge. Feste, wie die Stiftung des Antonius-Ritterordens durch Wilhelm VI. (Sohn von Albrecht), Besuche von F\u00fcrsten, K\u00fcnstlern und Gauklern, ein reiches Musikleben (Janse 1986; Boer 1987, S. 285f.) verliehen der Residenz internationalen Rang und Namen. Dazu geh\u00f6rte die Anstellung eines Herolds, gen. sei <strong>Claes Heynenz<\/strong>, zuvor am Hofe von Geldern, unter Albrecht als &#8222;heraut Beyeren&#8220; (Herold von Bayern); in den Rechnungen von 1383\/1408 findet man den Dichter Willem Hilgaertsberch als Vortragsk\u00fcnstler (Oostrom 1987) erw\u00e4hnt; zu Albrechts Prot\u00e9g\u00e9s z\u00e4hlte der Chronist Jean Froissart und der Maler Jan van Eyck. Eyck arbeitete im Haag 1422\/25 als &#8222;Valet de chambre&#8220; (Schneider 1913, S. 142f.; Klemm 1987). Es fanden Ritterturniere statt und am Binnenhof entstand ein regelrechtes Dorf, belegt mit Adeligen, Botschaftern und &#8222;abgelegten&#8220; Geliebten pp. Der Binnenhof erlebte Ereignisse der Herrscherfamilie wie die Geburt Jakob\u00e4as am Jakobstag 25. Juli 1401 oder die Verm\u00e4hlung mit ihrem zweiten Gemahl Jan van Brabant. War der Bauherr des Binnenhofs Floris V. noch bei den Ahnen in der Abtei Rijnsberg beigesetzt, so wurde die Hofkapelle jetzt zur Grablege der bayer. Grafen seit dem Tod der ersten Gemahlin Albrechts, Margarethe von Brieg-Liegnitz (\u2020 1386), die mit ihm Stifterin des Kapitels war (Klooster 1984, S. 30); ihr folgten Albrecht (\u2020 1404) und Wilhelm VI. (\u2020 1417).<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><em>Stadt Br\u00fcssel<\/em><\/strong> (frz.: <em>Bruxelles-Ville<\/em>, ndl.: <em>Stad Brussel<\/em>)<\/p>\n<p><strong><em>Region Br\u00fcssel-Hauptstadt<\/em><\/strong> (frz.: <em>R\u00e9gion de Bruxelles-Capitale<\/em>, ndl.: <em>Brussels Hoofdstedelijk Gewest<\/em>) In Br\u00fcssel gab es eine Hofburg. Der Name <em>Br\u00fcssel<\/em> kommt von einer Wortzusammensetzung des altniederl\u00e4ndischen Wortes <em>bruoc<\/em> (neuniederl\u00e4ndisch: <strong>Broek <\/strong>(Sumpf) und des ebenso altniederl\u00e4ndischen Wortes <strong><em>sella <\/em><\/strong><em>(<\/em>Sessel, Wohnort). Der Stadtname bedeutet also <em>Wohnort im Sumpf<\/em>.<\/p>\n<p>Nachweisbar ist die Siedlung im Jahr 966. &#8222;<em>Bruocsella&#8220; wurde <\/em>erw\u00e4hnt in einer Urkunde <strong>Otto d. Gro\u00dfen<\/strong>.<\/p>\n<p>977 bis 979 errichtete Karl von Niederlothringen eine Burg mit Kapelle auf einer Insel in der &#8222;Senne&#8220;, der Start f\u00fcr die Stadtentwicklung. Die Kapelle wurde Gudula gewidmet, der Nationalheiligen von Belgien und Patronin der Stadt. Im 11. Jahrhundert wurde eine Stadtmauer angelegt. Die Stadtbefestigung des 14. Jahrhunderts zeichnet sich noch heute ab in den Boulevards des kleinen Rings.<\/p>\n<hr \/>\n<h4>\u00a0 Literatur<\/h4>\n<ul>\n<li>Jhr. Mr. Herr WA Beelaerts van Blokland, Het huis van jonkvrouw Aleid van Poelgeest, in <em>Jaarboekje Die Haghe 1916<\/em> , pp 6 ev<\/li>\n<li>HA Diederiks, HW Roodenburg (red), <em>Misdaad, zoen en straf.<\/em> \u2022 HA Diedrich Eriks, HW Roodenburg (Hrsg.), <em>Kriminalit\u00e4t, S\u00fcnde und Strafe.<\/em> <em>Aspekten van de middeleeuwse strafrechtsgeschiedenis in de Nederlanden<\/em> , Hilversum, 1991 <em>Aspekte der mittelalterlichen Geschichte Strafverfahren in den Niederlanden,<\/em> Hilversum, 1991<\/li>\n<li>HA van Foreest, \u00b4Traditie en werkelijkheid\u00b4, <em>Bijdragen voor de geschiedenis der Nederlanden<\/em> , 20, \u00b4s-Gravenhage, 1965, pp 111-146. \u2022 ha Foreest, &#8222;Tradition und Wirklichkeit&#8220;, <em>Beitr\u00e4ge zur Geschichte der Niederlande, 20,<\/em> &#8217;s-Gravenhage, 1965, S. 111-146. \u00b4Traditie en werkelijkheid\u00b4, <em>Bijdragen voor de geschiedenis der Nederlanden<\/em> , 22, \u00b4s-Gravenhage, 1969, pp 171-208. \u2022 ha Foreest, &#8222;Tradition und Wirklichkeit&#8220;, <em>Beitr\u00e4ge zur Geschichte der Niederlande, 22,<\/em> &#8217;s-Gravenhage, 1969, S. 171-208.<\/li>\n<li>Corien Glaudemans, <em>Om die wrake wille.<\/em> \u2022 Corien Glaudemans, <em>Das Wrake willen.<\/em> <em>Eigenrichting, veten en verzoening in laat-middeleeus Holland en Zeeland<\/em> , Hilversum, 2003 <em>Private Richtung, Veten und Vers\u00f6hnung in sp\u00e4ten middeleeus Holland und Seeland,<\/em> Hilversum, 2003<\/li>\n<li>Gouthoeven, J., <em>Die Cronycke van Hollant,<\/em> , 1630. \u2022 Gouthoeven, J., <em>Die Cronycke der Hollant,<\/em> 1630.<\/li>\n<li>Dr. \u2022 Dr. D. D. Hoek, \u00b4Het huis van Aleida van Poelgeest\u00b4, <em>Jaarboek Die Haghe 1945<\/em> , pp 210 ev. Hoek, &#8222;Das Haus von Aleida Poelgeest&#8220; <em>Das Haghe Jahrbuch 1945,<\/em> S. 210 ff.<\/li>\n<li>A. \u2022 A. Ising, \u00b4De historie van Aleid van Poelgeest\u00b4, in <em>Haagsche schetsen<\/em> , \u00b4s-Gravenhage 1878, 1-30. Ising, &#8222;Die Geschichte der Aleid Poelgeest &#8218;, in <em>Haagsche Skizzen,&#8216;<\/em> s-Gravenhage 1878, 1-30.<\/li>\n<li>NJ Pabon, \u00b4Bijdragen over het godsdienstig, zedelijk en maatschappelijk leven in Den Haag tot het einde der 16e eeuw\u00b4, <em>Jaarboek Die Haghe, 1924.<\/em><\/li>\n<li>JGN Renaud, \u00b4Blotinge of Hodenpijl\u00b4, <em>Jaarboek Die Haghe 1956<\/em> , pp 6 ev.<\/li>\n<li>Jhr. Mr. Herr Th. HF van Riemsdijk, dr. J.Ph. de Mont\u00e9 ver Loren, \u00b4De rechtspraak van den graaf van Holland\u00b4, in <em>Werken der Vereeniging tot uitgaaf der bronnen van het Oud-Vaderlandsch Recht, Derde Reeks, no. IV<\/em> , Utrecht 1934<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Hinweis:<\/span><\/h3>\n<h4><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #800000;\">Band I-IV &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220; als E-Books bei versch. Anbietern erh\u00e4ltlich<\/span><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<h4><strong><span style=\"color: #800000;\">Chroniken der tom Brook Band II:<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/strong><\/h4>\n<h5><span style=\"color: #800000;\">Schauen Sie auch meine Videos auf facebook an mit sch\u00f6nen Fotos aus der Umgebung und einigen interessanten Kompositionen aus meinen Musicals.<\/span><\/h5>\n<hr \/>\n<h5>Letzte \u00c4nderung 05.10.2023<\/h5>\n<hr \/>\n<h6><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9 Gunda von Dehn- &#8222;Gavotte&#8220; aus meinem Musical &#8222;Gel\u00f6bnis unterm Sternenzelt&#8220; Aleida van Poelgeest (wahrscheinlich geb. in Leiden, +1392) war die Geliebte von Albrecht, Herzog von Bayern, Graf von Hennegau, Holland und Seeland, Herr von Friesland, wie er sich in dem Lehnbrief f\u00fcr Widzelt Kenisna bezeichnete. 1392 flanierte Aleid Poelgeest zusammen mit dem G\u00fcnstling des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":66,"menu_order":14,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"side-navigation.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3748","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3748","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3748"}],"version-history":[{"count":48,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3748\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6940,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3748\/revisions\/6940"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3748"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}