{"id":34,"date":"2014-04-04T13:12:38","date_gmt":"2014-04-04T11:12:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=34"},"modified":"2023-10-05T22:40:08","modified_gmt":"2023-10-05T20:40:08","slug":"friesen-und-freiheit","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/friesen-und-freiheit\/","title":{"rendered":"Friesen u. Freiheit"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<address style=\"text-align: right;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/address>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-34-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Der-Flu\u00df-Spirale2-10.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Der-Flu\u00df-Spirale2-10.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Der-Flu\u00df-Spirale2-10.mp3<\/a><\/audio>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\"><a style=\"color: #800000;\" href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Brookmerlandt.jpg\">\u00a9\u00a0&#8211; <\/a><a style=\"color: #800000;\" href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Brookmerlandt.jpg\">Gunda von<\/a><a style=\"color: #800000;\" href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Brookmerlandt.jpg\"> Dehn &#8222;Der Fluss&#8220; aus meinem Musical &#8222;Gel\u00f6bnis unterm Sternenzelt&#8220;<\/a><\/span><\/h5>\n<div id=\"attachment_1418\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Neues-Bild-1.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1418\" class=\"wp-image-1418 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Neues-Bild-1-300x233.png\" alt=\"Neues Bild (1)\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Neues-Bild-1-300x233.png 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Neues-Bild-1.png 707w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1418\" class=\"wp-caption-text\">Karte Ubbo Emmius &#8211; Ostfriesland<\/p><\/div>\n<h3 align=\"justify\"><span style=\"color: #993300;\"><strong>Die Entstehung Frieslands bis 1200 n. Chr.<\/strong><\/span><\/h3>\n<p align=\"justify\"><strong>D<\/strong>ie Geschichte der Friesen ist mehr als 2000 Jahre alt: So wurde bereits 200 v. Chr. eine Besiedlung im damaligen Friesland nachgewiesen, das sich von der Westk\u00fcste der Niederlande, den heutigen Provinzen Friesland, Groningen und Drenthe, bis etwa zur Weser erstreckte, dem heutigen Ostfriesland.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bereits um 100 n. Chr. berichtet der R\u00f6mer Plinius von Heiligen Hainen. Diese Haine wurden sowohl als Thingst\u00e4tte, wo sich die Volksvertreter versammelten, als auch als Gerichtsst\u00e4tte genutzt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zur Zeit der V\u00f6lkerwanderung um 400 n. Chr. sind nachweislich auch Friesen neben Angeln und Sachsen nach England gekommen. Dort gibt es eine Reihe von Ortsnamen, die mit \u2018Friese\u2019 zusammengesetzt sind: Friston in Sussex und Suffolk, Frieston in Lincolnshire, Frisby in Leicestershire, Friesland und Frizinghall in Yorkshire und Frizington in Cumberland.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ende des 7. Jahrhunderts h\u00f6ren wir von dem Friesenk\u00f6nig Redbad = Rotbart (die Franken nannten ihn Radbod) &#8211; auch er ein Normanne. K\u00f6nig Redbad wehrte sich erfolgreich gegen die Eroberungsbestrebungen der Franken. &#8211; Nach Redbad sind viele Wege benannt worden, z. B. der Konrebbersweg (Kon=K\u00f6nig \/ Konrebber=K\u00f6nig Redbad) in der Krummh\u00f6rn. &#8211; Nach Redbads Tod (719) wurde Friesland in das Fr\u00e4nkische Reich integriert, stand aber weiterhin durch die Nachfahren von K\u00f6nig Redbad bis zum Ende des 8. Jahrhunderts unter normannischer Herrschaft.<\/p>\n<p align=\"justify\">In diese Zeit f\u00e4llt auch die Missionierung Frieslands. Kaiser Karl der Gro\u00dfe setzte zwei Missionsbisch\u00f6fe ein:<br \/>\nLudger &#8211; als Bischof von M\u00fcnster &#8211; wurde der Westen Frieslands zugewiesen. Ludger ist bei Utrecht (744) geboren und gr\u00fcndete zwischen 787 und 793 die erste Kirche in Leer auf dem Plitenberg, wo vordem eine heidnische Kultst\u00e4tte gewesen war. Willehad &#8211; als Bischof von Bremen &#8211; erhielt den Osten Frieslands als Missionsgebiet zugewiesen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Kaiser Karl der Gro\u00dfe lie\u00df 802 n. Chr. das Friesische Recht aufzeichnen, das sog. Lex Frisonum.<\/p>\n<p align=\"justify\">In dem Gesetzbuch der 17 K\u00fcren (Gesetzen), dem \u00e4ltesten Denkmal der friesischen Sprache, steht zu lesen, das Vorrecht, in freiem Stande zu leben, habe K\u00f6nig Karl den Friesen verliehen daf\u00fcr, dass sie Christen w\u00fcrden und dem K\u00f6nig im S\u00fcden untertan. Und in dem R\u00fcstringer Kommentar zu den 17 K\u00fcren aus dem Jahre 1327 hei\u00dft es, K\u00f6nig Karl habe die Friesen befreit von den eichenen Banden, den Stricken aus Bast, die sie an ihrem Halse tragen mussten. Eine gleich lautende Anmerkung ist in der Utrechter Bischofchronik verzeichnet. Dieser Hinweis auf die Versklavung der Friesen bezieht sich auf den Wikingerf\u00fcrsten Gottfried, dem Friesland zu Lehen gegeben war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine Best\u00e4tigung der sogenannten &#8222;Privilegien&#8220; erfolgte im September 1417 durch Kaiser Sigismund in Konstanz. &#8211; Schon 1406 hatten Oster- und Westergo den Kaiser Ruprecht um Best\u00e4tigung ihrer Privilegien hinsichtlich der Friesischen Freiheit ersucht. Dieser lehnte ab, da die politischen Verh\u00e4ltnisses eine solche Ma\u00dfnahme nicht erforderten und der Graf von Holland sich vehement dagegen wehrte. F\u00fcr den Grafen w\u00e4re es einer Enteignung und einer gewaltigen Machteinschr\u00e4nkung gleich gekommen. Die vorgelegte Urkunde wurde wohl in der k\u00f6niglichen Kanzlei als F\u00e4lschung erkannt, denn Karl d. Gr. hat keinerlei solcher Privilegien erteilt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Andersgeartet war die politische Lage anno 1416. Deshalb beauftragte Kaiser Sigismund im Dezember 1416 seinen Kanzler Nicolaus Bunzlow mit der Untersuchung dieser Angelegenheit vor Ort. Daraufhin erschienen im Fr\u00fchjahr 1417 die kaiserliche Abgesandte in Groningen und Westfriesland. Im September 1417 best\u00e4tigte Kaiser Sigismund die sog. Privilegien der Friesen, wodurch ihnen <span style=\"color: #800000;\">Freiheit<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Reichsunmittelbarkeit<\/span> verbrieft wurde. Ein Akt, der augenscheinlich verhindern sollte, dass Friesland in die H\u00e4nde von Frankreich fiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Kurze Einf\u00fchrung zur damaligen Lage:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Am 6. August <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">1415<\/span><\/span> heirateten Graf Wilhelms Tochter <span style=\"color: #800000;\">Jakob\u00e4a <span style=\"color: #000000;\">und<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Jean de Valois, Sohn des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs Karl VI.<\/span><\/span>\u00a0 Graf Wilhelm, Jakob\u00e4as Vater, hatte zwar mindestens 9 uneheliche Kinder, aber keinen ehelichen Sohn, weshalb Wilhelms Bruder<span style=\"color: #800000;\"> Johann von L\u00fcttich<\/span> (Bischof) und sein Neffe <span style=\"color: #800000;\">Philipp von Burgund <\/span>Anspr\u00fcche auf die Nachfolge erheben konnten. Das wollte Graf Wilhelm verhindern. Wilhelm wollte also den dt. K\u00f6nig Sigismund dazu bewegen, seine Tochter als Nachfolgerin in den Grafschaften <span style=\"color: #800000;\">Holland, Seeland und Hennegau<\/span> anzuerkennen. Das scheiterte, bestand doch die Gefahr, dass die Grafschaften Holland, Seeland und Hennegau an Frankreich fallen k\u00f6nnten. Schon 1180 einmal war <strong>Isabella von Hennegau<\/strong> (frz. <em>Isabelle de Hainaut<\/em>), Tochter des Grafen Balduin von Hennegau, K\u00f6nigin von Frankreich gewesen. Sie brachte das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Artois\">Artois<\/a> und andere Gebiete im s\u00fcdlichen Flandern als betr\u00e4chtliche Mitgift in die Ehe ein. Aus diesem Grunde konnte Graf Wilhelm 1416 auch die holl\u00e4ndischen Landst\u00e4nde nicht von der weiblichen Erbfolge \u00fcberzeugen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Wenige Monate nach der Hochzeit von <span style=\"color: #800000;\">Jakob\u00e4a und Jean de Valois<\/span> starb <span style=\"color: #0000ff;\">Louis<\/span>, der \u00e4ltere Bruder von <span style=\"color: #800000;\">Jean<\/span>. Damit wurde Jakob\u00e4as Ehemann zum designierten Nachfolger seines Vaters <span style=\"color: #0000ff;\">K\u00f6nig Karl VI. von Frankreich<\/span>. Seine Gemahlin <span style=\"color: #800000;\">Jakob\u00e4a<\/span> w\u00e4re also die n\u00e4chste K\u00f6nigin von Frankreich geworden.\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Anfang April 1417 <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">starb<\/span> <span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\">Jean de Valois<\/span> und Graf Wilhelms Tochter war mit nur 16 Jahren Witwe geworden.<\/span>\u00a0 Kurz darauf\u00a0 (+31. Mai 1417) starb Jakob\u00e4as Vater, <span style=\"color: #800000;\">Graf Wilhelm<\/span>, an den Folgen eines Hundebisses.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800000;\">Kaiser Sigismund<\/span> weigerte sich postwendend nach Graf Wilhelms Ableben, dessen Tochter <span style=\"color: #800000;\"><em>Jakob\u00e4a<\/em><\/span> als <em>Gr\u00e4fin von Holland<\/em> anzuerkennen, was hinsichtlich des <em>geplanten<\/em> <em>Freiheitsprivilegs<\/em> durchaus <em>Sinn<\/em> macht. Au\u00dferdem war Kaiser Sigismunds Entscheidung, Jakob\u00e4a nicht als Erbin anzuerkennen, wohl noch eine &#8222;Retourkutsche&#8220; bzw. der Ausflu\u00df tiefer Rivalit\u00e4ten, die zwischen dem Thron und den Grafen von Holland schwelten, denn Jakob\u00e4as Vater Wilhelm war als Schwiegervater des zuk\u00fcnftigen K\u00f6nigs von Frankreich zu betr\u00e4chtlichem Einfluss am franz\u00f6sischen Hof gelangt. Schlie\u00dflich handelte es sich bei den Grafen von Holland um <span style=\"color: #800000;\">Nachfahren von Kaiser Ludwig dem Bayern <span style=\"color: #000000;\">und a<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\">llei<\/span>n schon diese Abstammung sorgte f\u00fcr Z\u00fcndstoff zwischen <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Sigismund<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Graf Wilhelm<\/span>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Sigismund<\/span> bek\u00e4mpfte die junge Frau mit allen Mitteln und scheute sich nicht, den Papst f\u00fcr seine Ziele einzubinden, indem er diesen veranla\u00dfte, <strong>Jakob\u00e4as Ehe<\/strong> mal mit Dispens zu versehen und diesen dann wieder zur\u00fcckzuziehen, um ihn sp\u00e4ter wieder zuzulassen. Im Mittelalter war diese Rechtsunsicherheit fatal.<br \/>\n<hr \/>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Im M\u00e4rz 1425 zog <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Sigismund<\/span> die Provinzen als <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">erledigtes Reichslehen<\/span><\/span> ein. Damit erhielten diese Landstriche die zuvor verbriefte Reichsunmittelbarkeit. Das hinderte <span style=\"color: #800000;\">Herzog Philipp von Burgund<\/span> aber nicht daran, die Regentschaft anstelle seiner Cousine Jakob\u00e4a, die er gefangen genommen und eingesperrt hatte, weiterhin wahrzunehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Jakob\u00e4a hatte viel gelitten, auch seelisch durch ihre Ehegatten. Es wird immer behauptet, sie habe keine gl\u00fcckliche Hand gehabt bei ihren Ehem\u00e4nnern &#8211; es waren immerhin vier. Sie ist aber bei der 1. Eheschlie\u00dfung minderj\u00e4hrig gewesen und genauso (mit 17 Jahren noch nicht regierungsf\u00e4hig) wurde sie von ihrem Onkel in die 2. Ehe gedr\u00e4ngt, die wohl eher ein Komplott gegen sie gewesen ist, da ihr Ehemann ihr ganzes Verm\u00f6gen verschleudert und \u00fcberwiegend sogar dem <em>f\u00fcrsorglichen<\/em> Onkel in den Rachen geworfen hat. Die 3. Ehe mit dem <span style=\"color: #800000;\">Herzog von Gloucester<\/span> aus dem Hause Lancaster, Bruder des K\u00f6nigs von England, war sehr klug gew\u00e4hlt. Als Enkelin des Dt. Kaisers hatte sie ohnehin nur die M\u00f6glichkeit, in den Hochadel einzuheiraten, wenn sie ihre Anspr\u00fcche auf die Grafschaften weiterhin aufrecht erhalten wollte. Wenn ihr \u00fcberhaupt jemand helfen konnte, dann das engl. K\u00f6nigshaus. Der milit\u00e4rische Versuch ihres Gemahls zur R\u00fcckeroberung ihres Erbes scheiterte letztendlich jedoch und <span style=\"color: #800000;\">Jakob\u00e4a<\/span> wurde von <span style=\"color: #800000;\">Herzog Philipp von Burgund<\/span> eingesperrt. Der <span style=\"color: #800000;\">Herzog von Gloucester<\/span> trennte sich von ihr (die Ehe wurde ung\u00fcltig erkl\u00e4rt) und somit l\u00f6ste diese Gefangenschaft bei ihrem Cousin\u00a0<span style=\"color: #800000;\">Herzog Philipp von Burgund<\/span> am Ende die 4. Ehe aus, indem <span style=\"color: #800000;\">Jakob\u00e4a<\/span> ihren Bewacher <span style=\"color: #800000;\">van Borsselen<\/span> heiratete, der aber prompt von dem &#8222;guten&#8220; Herzog Philipp von Burgund eingekerkert wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Um ihren Gemahl freizukaufen, blieb <span style=\"color: #800000;\">Jakob\u00e4a<\/span> nur ein Weg, indem sie n\u00e4mlich dem erzwungenen &#8222;Haager Vertrag&#8220; zustimmte.\u00a0 <span style=\"color: #800000;\">Jakob\u00e4a musste <span style=\"color: #000000;\">a<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\">m<\/span> 12. April 1433 <span style=\"text-decoration: underline;\">alle Rechte an den Grafschaften Holland, Seeland und auch Hennegau<\/span> an <span style=\"color: #800000;\">Philipp von Burgund<\/span> \u00fcbertragen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Verraten, bestohlen, betrogen, gedem\u00fctigt, erpresst und sogar eingekerkert, blieb ihr letztlich nichts mehr. Sie starb 3 Jahre sp\u00e4ter (1436) im Alter von nur 37 Jahren an Tuberkulose, vermutlich infolge der Haftbedingungen unter <span style=\"color: #800000;\">Herzog Philipp von Burgund, <span style=\"color: #000000;\">den man ironischerweise<\/span> &#8222;den Guten&#8220; <span style=\"color: #000000;\">nennt<\/span><\/span>.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ja, wenn wundert das? Jene, die man heutzutage die &#8222;Gro\u00dfen&#8220; nennt, sind meistens auch die gr\u00f6\u00dften Verbrecher gewesen, allerdings, wer die Macht in H\u00e4nden h\u00e4lt, kann sich anscheinend &#8211; auch heute noch &#8211; alles erlauben.<\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<p align=\"justify\"><strong>Die<\/strong> <strong>Friesen<\/strong> besa\u00dfen bis Mitte des 14. Jahrhunderts eine Verfassung, nach der die Richter von den wahlberechtigen M\u00e4nnern (Frauen waren nicht wahlberechtigt) jeweils f\u00fcr ein Jahr gew\u00e4hlt wurden. Einige Zeit fanden j\u00e4hrliche Versammlungen der Vertreter der sog. &#8222;7 friesischen Seelande&#8220; statt (tats\u00e4chlich aber variierte die Anzahl der teilnehmenden &#8222;Seelande&#8220; und im Grunde waren es mehr als 7 Seelande zwischen Fly und Weser). Urkundlich belegt sind Treffen am Upstalsboom zwischen 1216\u20131231 und von <strong>1323\u20131327<\/strong>. Aus dieser Zeit ist der &#8222;sog. Upstalsboom&#8220; bei Aurich eine noch heute bekannte Begegnungsst\u00e4tte der Abgeordneten der frs. Seelande zwischen Fly und Weser, die sich zum Landesfriedensbund zusammengeschlossen hatten. Seit wann dieser Bund tats\u00e4chlich existierte, ist ungewiss. Bezeugt ist er von dem Abt Emo (Chronik des Klosters Bloemhof \u2013 Wittewirum \/ Holl.) ab <strong>1216!<\/strong> Er bestand also zur Zeit der Vorbereitungen f\u00fcr den Kreuzzug 1217-21 von Damiette.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Bund hatte u. a. das Ziel, bewaffnete Auseinandersetzungen untereinander zu schlichten bzw. zu verhindern. Er befa\u00dfte sich mit \u00fcbergreifender Konsolidierung und Zusammenarbeit, vor allem mit Anpassung der Rechtsprechung, vermutlich auch f\u00fcr Handel und Handelswege, Z\u00f6lle. Die Planung und Koordinierung von Kreuzz\u00fcgen, denn am Upstalsboom wurde u. a. das Kreuz zur Befreiung des Heiligen Landes gepredigt, wird ebenfalls dazu geh\u00f6rt haben. Die Friesen beteiligten sich (mehr oder weniger aufgrund zu leistender Heeresfolge &#8211; l\u00e4ngst nicht alles war freiwillig) kurz nacheinander an vier Kreuzz\u00fcgen: 1217, 1229, 1248 und 1269.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Bemerkenswert<\/span>: Zur Zeit von <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Ludwig dem Bayern<\/span> (1314 &#8211; 1347) fanden ebenfalls <span style=\"color: #800000;\">Treffen<\/span> statt, n\u00e4mlich <span style=\"color: #800000;\">1323\u20131327.<\/span> Es ist die Zeit, in der schwerwiegende Probleme mit dem K\u00f6nigtum (z. B. Doppelwahl des dt. K\u00f6nigs) vorhanden waren, welche unmittelbar die frs. Grafschaften betrafen, denn der Wittelsbacher <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Ludwig d. Bayer<\/span> verfiel <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">1324<\/span><\/span> der <span style=\"color: #800000;\">Exkommunikation<\/span> und blieb bis zu seinem Tod im Kirchenbann.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen: <span style=\"color: #800000;\">Das Siegel des Upstalsbooms gibt es seit <span style=\"text-decoration: underline;\">1324<\/span><\/span>. <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\">Der Kirchenbann des K\u00f6nigs wird urs\u00e4chlich mit der Entstehung des Siegels zusammenh\u00e4ngen<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\">! <\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Bann bedeutete f\u00fcr das ganze Volk: keine Sakramente etc. Sich von dem gebannten K\u00f6nig Ludwig abzugrenzen, war die einzige M\u00f6glichkeit, der Sakramente mit dem Segen des Papstes habhaft zu werden. So war die\u00a0<span style=\"color: #800000;\">Exkommunikation<\/span> vom Papst ja auch gedacht gewesen &#8211; K\u00f6nig Ludwig sollte isoliert werden. Ludwig setzte den <em>Bann<\/em> zwar per Dekret <em>ausser Kraft<\/em>. In den K\u00f6pfen vieler Menschen blieb der p\u00e4pstliche Segen aber unverzichtbar und dieser ging verlustig, wenn der K\u00f6nig exkommuniziert war. Das bedeutete, auch das &#8222;ewige Himmelreich&#8220; blieb den Menschen angeblich verschlossen.<\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend des Konfliktes mit der Kurie entwickelte sich die <span style=\"color: #800000;\">Reichsverfassung<\/span> in eine s\u00e4kulare Richtung. Im Jahre <span style=\"color: #800000;\">1328<\/span> fand eine \u201epapstfreie\u201c <span style=\"color: #800000;\">Kaiserkr\u00f6nung<\/span> statt, indem Ludwig die Kaiserkrone vom r\u00f6mischen Volk empfing. Damit waren auch gro\u00dfe Probleme in Friesland ad acta zu legen!<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Diese Versammlungen der &#8222;7 Seel\u00e4nder&#8220; werden als eine Art Selbstverwaltung bzw. sogar als &#8222;Gegenregierung&#8220; angesehen, eine unabh\u00e4ngige Institution des Volkes also. War das tats\u00e4chlich der Fall? Freilich, in ganz Friesland gab es die sog. Landst\u00e4nde, die relativ viel Macht besassen. Die Grafen h\u00e4tten eine echte politische Regierung neben der eigenen aber nicht ohne weiteres geduldet und es w\u00e4re f\u00fcr sie sicher m\u00f6glich gewesen, diese Versammlungen zu unterbinden. Ich vertrete daher den Standpunkt, dass diese Versammlungen nicht ohne Billigung bzw. sogar unter der Rigide der Grafen stattfanden, denn einer dieser \u00fcberlieferten Vertreter war z. B. der Vogt Keno von Norden. V\u00f6gte stellten das Bindeglied vom Volk zum Grafen bzw. K\u00f6nig dar. Ob andere Vertreter der &#8222;7 Seelande&#8220; ebenfalls den Vogteid geleistet hatten, muss noch eruiert werden. V\u00f6gte h\u00e4tten jedoch kaum Entscheidungen gegen die Interessen ihres eigenen Herrn getroffen, dagegen sprach der zu leistende Treueeid. Dieser \u00fcbertraf an Bedeutsamkeit und Gewicht bei Weitem sogar verwandtschaftliche Bindungen wie beispielsweise die des Sohnes zum Vater. Es w\u00e4re den V\u00f6gten \u00fcbel bekommen, h\u00e4tten sie gegen gr\u00e4fliche Interessen votiert (Enteignung, Hinrichtung). \u00c4hnlich wird es bei den \u00fcbrigen Volksvertretern und Richtern gewesen sein, die zwar von den Bauernschaften (nur freie M\u00e4nner waren wahlberechtigt) gew\u00e4hlt wurden, aber dennoch gr\u00e4flichem Dekret unterlagen. Jeder Mensch unterlag damals wie heute dem geltenden Gesetz! Beschl\u00fcsse k\u00f6nnen nur im Rahmen der geltenden Gesetze gefasst werden. Gesetzes\u00e4nderungen ohne Mitwirkung bzw. zumindest Absegnung des zust\u00e4ndigen Landesherrn sind undenkbar.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Andererseits suchten Vertreter der &#8222;7 Seelande&#8220; sich<span style=\"color: #000000;\"> besonders dem <span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">gebannten<\/span><span style=\"color: #800000;\"> dt. K\u00f6nig <span style=\"text-decoration: underline;\">Ludwig d. Bayern zu entziehen<\/span><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\">.<\/span> Dies geht aus einer Urkunde vom <strong><span style=\"color: #800000;\">13. M\u00e4rz 1338<\/span> <\/strong>hervor, einem Pakt mit dem frz.<\/span> <span style=\"color: #993300;\">K\u00f6nig Philipp VI.<\/span> Dies geschah unter Hinweis auf die angeblich von Kaiser Karl d. Gr. verliehen Privilegien.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Dabei sollten folgende Tatsachen nicht au\u00dfer Acht gelassen werden:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>\n<div class=\"unit text-zone full full\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800000;\">Philipp VI. von Valois<\/span> war Sohn von Charles de Valois, dem Bruder von Philipp dem Sch\u00f6nen und der Cousin von Ludwig X., Philipp V. und Karl IV., den letzten direkten Kapetingern. Philipp de Valois wurde von den Baronen als K\u00f6nig anerkannt (1328), unter Ausschluss von Johanna II. von Navarra, der Tochter von Ludwig X., und auch von Eduard III., dem K\u00f6nig von England und Enkel von Philipp dem Sch\u00f6nen \u00fcber seine Mutter. Eduard III. beanspruchte die franz\u00f6sische Krone.\u00a0 So begann der <span style=\"text-decoration: underline;\">Hundertj\u00e4hrige Krieg<\/span>. Eduard III. war Verb\u00fcndeter von <span style=\"color: #800000;\">Flandern.<\/span> (Eduard III. siegte sp\u00e4ter in der Seeschlacht von Sluis (1340) und 1346 in der ber\u00fchmten\u00a0 Schlacht von Cr\u00e9cy.) Dar\u00fcber hinaus entstammte <span style=\"color: #800000;\">Philipp VI. von Valois<\/span> m\u00fctterlicherseits dem Hause <span style=\"color: #800000;\"><strong>Anjou<\/strong><\/span>. Die Urkunde datiert vom <span style=\"color: #800000;\">13. M\u00e4rz 1338. <span style=\"color: #000000;\">Der Kreuzzug unter <span style=\"color: #800000;\">Ludwig dem Heiligen<\/span> und seinem Bruder <span style=\"color: #800000;\">Karl von<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Anjou<\/span> war den Friesen noch in Erinnerung.<\/span> <span style=\"color: #000000;\">1268 hatte <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Ludwig IX. der Heilige von Frankreich<\/span> <strong>Friesland<\/strong> unter seinen Schutz gestellt.<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieser Pakt mit <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Philipp von Frankreich<\/span> wurde also vor dem Hintergrund des Hundertj\u00e4hrigen Krieges geschlossen.\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">Dieser Pakt richtete sich nicht allein <span style=\"color: #993300;\">gegen<\/span> den <span style=\"color: #993300;\">Grafen von Geldern<\/span>, der Friesland 1299 erneut von <span style=\"color: #000000;\">K\u00f6nig <span style=\"text-decoration: underline;\">Albrecht I. von Habsburg (<\/span><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\">Nachfolger von K\u00f6nig Adolf von Nassau)<\/span> \u00fcbertragen bekommen hatte.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">Dieser Pakt richtete sich mehr noch gegen den <span style=\"color: #800000;\">Dt. K\u00f6nig Ludwig den Bayern<\/span><span style=\"color: #000000;\">,<\/span> denn dieser befand sich in unl\u00f6sbaren Konflikten mit dem Papst und war bis zu seinem Tode <span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">gebannt<\/span>. F\u00fcr Ludwigs Untertanen war das eine sehr schwierige Lage, weil dieser Bann unmittelbare Auswirkungen auf ihr pers\u00f6nliches, christlich gepr\u00e4gtes Leben hatte. Nebenbei: Nicht alle F\u00fcrsten blieben dem Kaiser treu, nachdem er gebannt worden war! Immerhin drohte\u00a0 jenen, die Ludwig d. Bayern treu ergeben waren, gem. dem p\u00e4pstlichen Bannspruch das H\u00f6llenfeuer und die ewige Verdammnis. Das war eine nicht zu untersch\u00e4tzende Bedrohung f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">K\u00f6nig <span style=\"color: #800000;\">Philipp von Frankreich<\/span> wollte diese Situation nutzen und sozusagen &#8222;durch die Hintert\u00fcr&#8220; in das Dt. Reich eindringen, um es quasi zu unterwandern und vielleicht sogar zu vereinnahmen. Wenn man erst einmal <em>ein Bein in der T\u00fcr<\/em> hat, vielleicht als Gegenk\u00f6nig? Gekr\u00f6nte H\u00e4upter dachten stets weiter als das gemeine Volk.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die Einbindung der angeblichen Privilegien von Karl d. Gr. als Begr\u00fcndung f\u00fcr o. g. den Pakt war anscheinend eine von den Friesen aufgegriffene Formulierung.\u00a0 Das aber war evtl. sogar eine bewu\u00dfte Entstellung der Tatsachen, denn im Gegenteil! Kaiser Karl d. Gr. bestrafte die Friesen sogar wegen ihrer &#8222;Untreue&#8220;, indem er ihnen das <span style=\"text-decoration: underline;\">Erbrecht<\/span> entzog.\u00a0 Lange her die Strafe, aber die angeblichen Freiheitsprivilegien waren mindestens ebenso lange her. Sollten die Friesen das tats\u00e4chlich in den Annalen \u00fcberlesen haben?<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800000;\">Ludwig der Bayer<\/span> hatte im Juli \/ August <strong><span style=\"color: #800000;\">1337<\/span><\/strong> eine <span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">Allianz mit England<\/span> geschlossen. Daraus ging 1338 ein B\u00fcndnis hervor und am 5. September ernannte <span style=\"color: #800000;\">Ludwig der Bayer<\/span> sogar <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Eduard III. von England<\/span> zum Reichsvikar f\u00fcr <span style=\"color: #800000;\">Gallien<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Deutschland<\/span>. K\u00f6nig Eduard von England durfte damit als Stellvertreter des Kaisers agieren. Eine Provokation f\u00fcr den franz. K\u00f6nig! &#8211; Jedoch, die Allianz scheiterte! Eduard sollte 400.000 Gulden an Ludwig zahlen und im Gegenzug wollte der Kaiser ihm 2000 gepanzerte Reiter stellen. K\u00f6nig Eduard von England zahlte nicht, woraufhin Ludwig d. Bayer auch keine Reiter zur Verf\u00fcgung stellen konnte.<\/li>\n<li>Erst im <span style=\"color: #800000;\">Januar 1341<\/span> vollzog <span style=\"color: #800000;\">Ludwig der Bayer<\/span> einen Kurswechsel und ging eine <span style=\"color: #800000;\">Allianz<\/span> mit dem o.g. <span style=\"color: #800000;\">franz\u00f6sischen K\u00f6nig Philipp VI.<\/span> ein.<\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <span style=\"text-decoration: underline;\">Verweigerung<\/span> von Abgaben entfaltete sich stets als &#8218;Dollpunkt&#8216; zwischen Grafen und Untertanen. Geld war das Nonplusultra, das jeder Regent f\u00fcr eine erfolgreiche Regierung ben\u00f6tigte und das oft sehr knapp war. Die Verweigerung von Abgaben f\u00fchrte darum h\u00e4ufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Ich erinnere nur an das Volk der <span style=\"color: #800000;\">Stedinger<\/span>, gegen die sogar ein Kreuzzug wegen verweigerter Abgaben gef\u00fchrt wurde. Die Verweigerung von Abgaben war jener Grad an Widerstand, der nicht geduldet wurde und dazu f\u00fchrte, dass die Untertanen zur Raison gebracht werden mussten, allerdings mit mehr oder weniger Erfolg und mancher Graf hat dabei sein Leben eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<hr \/>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es zeigt sich bei n\u00e4herer Untersuchung, dass diese Zusammenk\u00fcnfte der &#8222;7 Seelande&#8220; eine Art Kongre\u00dfcharakter besassen, wo wichtige politische Probleme ventiliert wurden. Es war eine notwendige Versammlung. Vielleicht w\u00fcrde man diesen Bund heute mit dem Begriff &#8222;Ausschuss&#8220; bezeichnen. Eine wichtige Institution! Das best\u00e4tigt jedoch m. E. keine &#8222;Friesische Freiheit&#8220;, denn w\u00e4hrend dieser Zeit sind urkundlich Grafen (zum Beispiel von Geldern) benannt und man kann diese Grafen nicht einfach negieren oder behaupten, sie seien machtlos gewesen. Dieses Verfahren zeichnet nicht die tats\u00e4chlichen Gegebenheiten nach. Meines Erachtens wurden diese Versammlungen durch die Grafen geduldet und angesichts der Brisanz der damaligen politischen Verh\u00e4ltnisse sogar erw\u00fcnscht, um die Volksstimmung besser absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Diesbez\u00fcglich scheint evtl. eine \u00dcberarbeitung sinnvoll zu sein. Die Beziehung zwischen den politischen Gegebenheiten und den stattgefundenen Versammlungen m\u00fcsste ins Auge gefasst werden, um u. U. die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr diese Zusammenk\u00fcnfte eruieren zu k\u00f6nnen. Hier hinein fallen m. E. ebenso die stark variierenden Teilnehmer. Wodurch kam das zustande?<\/p>\n<\/blockquote>\n<hr \/>\n<p>Die &#8222;Konsulatsverfassung&#8220; hatte etwa bis Mitte des 14. Jahrhunderts Bestand. Es folgten die H\u00e4uptlinge, die zuv\u00f6rderst ebenfalls gew\u00e4hlt wurden. Das Amt wurde dann sehr rasch erblich, weil die gew\u00e4hlten H\u00e4uptlinge im Ursprung der Richterschaft angeh\u00f6rten, wozu auch die Gerichtsbarkeit des Sendgerichts geh\u00f6rte, und diese \u00c4mter ohnehin erblich waren. Dadurch geschah es auch, dass sich der Herrschaftsraum der H\u00e4uptlinge durch Heirat automatisch vergr\u00f6\u00dferte, indem sich die Gerichtssitze addierten. Dazu brauchte es nicht einmal eine geschickte Heiratspolitik, denn im Mittelalter wurde ohnehin auf Augenh\u00f6he geheiratet. Anders war das schlecht m\u00f6glich, weil der Ehepartner zur <em>\u00e4rgeren Hand<\/em>, d. h. der Partner des niedrigeren Standes, den anderen hinunterzog auf seine Ebene und wer wollte das schon! Es war also eine ganz nat\u00fcrliche Folge, dass die H\u00e4uptlinge Machtzuwachs gewannen, auch ohne Krieg.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"justify\"><strong>Kreuzz\u00fcge<\/strong> besa\u00dfen eine ganz besondere Priorit\u00e4t, denn finanzielle Mittel mussten beschafft werden. Handelsschiffe konnte man nicht einfach daf\u00fcr benutzen, das h\u00e4tte dem Handel geschadet. Deshalb mussten \u00fcber 100 Schiffe gebaut werden, die Auftr\u00e4ge mussten daf\u00fcr sinnvoll und gerecht verteilt werden, das Holz daf\u00fcr beschafft werden. F\u00fcr ein Kriegsschiff rechnete man 1.000 B\u00e4ume! Diese wurden nun nicht allein im Schiff selbst verbaut, sondern man ben\u00f6tigte sehr viel Holz, um die Planken zu biegen, was mit Hilfe von Holzfeuern geschah. Zur Herstellung der Kriegsmaschinen und sonstigen Kriegsausr\u00fcstung aus Eisen brauchte es mindestens noch einmal soviel Holz. Der Holzverbrauch war enorm hoch, zumal ja f\u00fcr den Hausbau, Deichbau, Fahrzeuge, kurz f\u00fcr s\u00e4mtliche Lebensbereiche ebenfalls Holz notwendig war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es brauchte viel Arbeit zum Aufforsten und noch mehr Zeit zum Wachsen der B\u00e4ume!<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Hierzu folgende Anmerkung:<\/span> Deutschland war ein waldreiches Gebiet aber zum Ende des Mittelalters abgeholzt. Die R\u00f6mer zum Beispiel haben bei ihrer Einnahme von Germanien ganze W\u00e4lder abgeholzt. In alten Zeiten wurde nicht wieder aufgeforstet. Es ist daher kein Wunder, wenn es so viele W\u00fcsten auf der Welt gibt, ganz abgesehen von den vielen gewaltigen Monumenten, die auch nur mit Hilfe von Ger\u00e4ten aus Holz errichtet werden konnten! Der Verbrauch an Holz war unermesslich gro\u00df. Ob f\u00fcr das Salzsieden, den Bergbau, die Schmiede, T\u00f6pferei, Bierbrauerei, den Hausbau, Deichbau, Haushalt, Schiffbau oder Kriegswerkszeuge pp. &#8211; es wurde Holz in Unmengen geschlagen. &#8211; Leider wird heute wieder abgeholzt ohne Ende, und zwar auch um unsere <em>wunderbaren <\/em>Kraftwerke zu befeuern. &#8211; Zu komisch: &#8222;Bio&#8220; nennt man es! Holz hat so wenig Energie, dass es v\u00f6llig dumm ist, Kraftwerke damit zu betreiben und dieses Holz auch noch \u00fcber die Weltmeere hierher zu bringen, stattdessen sind unsere eigenen Kohlenbergwerke bis auf eines geschlossen! Ist das nicht gest\u00f6rt? &#8211; Ohne Frage ist es f\u00fcr den Haushalt der Erde \u00fcberaus wichtig, W\u00e4lder zu erhalten und Steppen neu aufzuforsten. Wir ruinieren unseren Boden mit Nitraten, um Getreide f\u00fcr die neuen Kraftwerke anzubauen, wobei allein schon die Fabrikation dieser Kraftwerke die Welt verpestet. Ist aber wohl egal! &#8211; Das alles ist reinweg idiotisch! So viel fruchtbaren Mutterboden gibt es auf der Welt gar nicht, als dass man sich das leisten d\u00fcrfte! Wir verschwenden Energie ohne Ende und es wird immer mehr, trotz der vollmundigen Behauptungen, angeblich die Umwelt sch\u00fctzen zu wollen (gilt wohl momentan haupts\u00e4chlich f\u00fcr das Raubtier Wolf, welches sich in unserem Schlaraffenland explosionsartig vermehrt und zur Plage wird). Energie k\u00f6nnte problemlos an unendlich vielen Stellen eingespart werden, betrachtet man nur die hell erleuchtete Weltkugel aus dem All.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Und nun soll auch noch das Fracking zugelassen werden, was unsagbar viele Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Kleintiere zerst\u00f6rt &#8211; aber das sieht man ja nicht, ist ja unter der Erde, mal ganz abgesehen von dem verseuchten Trinkwasser, das uns bl\u00fcht! Die &#8222;Beschallung&#8220; der Meere, wodurch f\u00fcr die empfindlichen Meerestiere ein H\u00f6llenl\u00e4rm ausgel\u00f6st wird, ist ein unermessliches Verbrechen an der Tierwelt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Man staune: Das alles wird uns immer mit dem Hinweis auf Schaffung von &#8222;Arbeitspl\u00e4tzen&#8220; <em>vers\u00fc\u00dft<\/em>, als wollte jede Frau und Mutter ihre Kinder lieber vom Staat erziehen lassen und stattdessen zu ihrer Hausarbeit auch noch 2-3 Minijobs aus\u00fcben, denn Teilzeit kommt Ausbeutung gleich. Wir brauchen bald keine Arbeitspl\u00e4tze mehr, weil wir uns selbst ausrotten, dies auch mit haarstr\u00e4ubenden genetischen Manipulationen an Lebensmitteln, deren Auswirkungen auf den Menschen gar nicht erforscht sind und die obendrein sogar noch patentiert werden! Aber die menschliche Gier ist uners\u00e4ttlich: Energieverbrauch &#8211; und sei er noch so d\u00e4mlich, wie z. B. f\u00fcr Werbung, bringt erst einmal jede Menge Geld ein. Und wie witzig! Wer am meisten Energie vergeudet, muss am wenigsten daf\u00fcr bezahlen! &#8211; Jahrtausende ging es ohne und nun wird der Verbrauch von Jahr zu Jahr gesteigert. Die Ausbeutung der Erde nimmt erschreckende Ausma\u00dfe an! Da fragt man sich kopfsch\u00fcttelnd, ob der Mensch ewig dumm bleibt und nichts aus solch <em>donnernden<\/em> Fehlern lernt. Das r\u00e4cht sich bitter &#8211; schon seit langer Zeit un\u00fcbersehbar! Daf\u00fcr muss man kein Prophet sein. Aber: &#8222;Wer nicht hungert, h\u00e4lt still&#8220;, sagten schon die alten R\u00f6mer. Drum werden bestimmte Kreise ungest\u00f6rt weiterhin ihre Machenschaften verfolgen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Gunda von Dehn<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_5790\" style=\"width: 463px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Du\u0308nen3-Kopie.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5790\" class=\"wp-image-5790\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Du\u0308nen3-Kopie-1024x641.png\" alt=\"Du\u0308nen3 Kopie\" width=\"453\" height=\"283\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Du\u0308nen3-Kopie-300x188.png 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Du\u0308nen3-Kopie-1024x641.png 1024w\" sizes=\"(max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5790\" class=\"wp-caption-text\">D\u00fcnen an der Nordsee &#8211; G.v. Dehn<\/p><\/div>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 184px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171 \" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"174\" height=\"174\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<h3><strong><em><span style=\"color: #993300;\">Hinweis: Roman Chroniken der tom Brook<\/span><\/em><\/strong><\/h3>\n<h4><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"color: #800000;\">Band I-IV &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;<\/span> Download <span style=\"color: #ff0000;\">erh\u00e4ltlich bei versch. Anbietern<\/span><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"color: #800000;\">Band II &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:<\/span> <a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/h4>\n<hr \/>\n<div class=\"mod\" data-md=\"1001\" data-ved=\"0CI8BEJApKAQwEGoVChMIhrWo75GsyAIVSG4UCh2JjQ9A\">\n<div class=\"_eFb\">\n<h6><span class=\"_xdb\">Karte: Ubbo Emmius *<\/span><span class=\"_Xbe kno-fv\">5. Dezember 1547, Greetsiel<\/span><span class=\"_xdb\">; +<\/span><span class=\"_Xbe kno-fv\">9. Dezember 1625 Groningen \/ <\/span>Gem\u00e4lde: Gunda v. Dehn &#8222;Gewitter naht&#8220;-2015<\/h6>\n<\/div>\n<\/div>\n<h6>Letzte \u00c4nderung 05.10.2023<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a9\u00a0&#8211; Gunda von Dehn &#8222;Der Fluss&#8220; aus meinem Musical &#8222;Gel\u00f6bnis unterm Sternenzelt&#8220; Die Entstehung Frieslands bis 1200 n. Chr. Die Geschichte der Friesen ist mehr als 2000 Jahre alt: So wurde bereits 200 v. 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