{"id":1639,"date":"2014-09-02T16:57:56","date_gmt":"2014-09-02T14:57:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=1639"},"modified":"2023-10-05T17:25:41","modified_gmt":"2023-10-05T15:25:41","slug":"leseprobe-ii","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/home\/leseprobe-ii\/","title":{"rendered":"Leseprobe II"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-1639-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/96.Stedinger_Halleluja-WEB.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/96.Stedinger_Halleluja-WEB.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/96.Stedinger_Halleluja-WEB.mp3<\/a><\/audio>\n<h3 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a9\u00a0 Gunda v. Dehn &#8211; &#8222;Halleluja&#8220; aus meinem Musical &#8222;Die Stedinger&#8220;<\/span><strong><span style=\"color: #800000;\"><br \/>\n<\/span><\/strong><\/h3>\n<address style=\"text-align: right;\">\u00a0<\/address>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ChronikenDerRitterBandII-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-6675 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ChronikenDerRitterBandII-Kopie-200x300.jpg\" alt=\"Red Curtain hand over white\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ChronikenDerRitterBandII-Kopie-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ChronikenDerRitterBandII-Kopie-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Leseprobe <\/span><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #333399;\">Band II<\/span><\/span> &#8211; <span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #333399;\">&#8222;Chroniken der tom Brook &#8211; Der Ritter&#8220;<br \/>\n<\/span><\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0<span style=\"color: #333399;\">Hafenbau<\/span><\/h3>\n<address><span style=\"color: #333399;\"><strong>A<\/strong>ls im Fr\u00fchjahr 1380 das Eis schmolz und trockenes Wetter sein Vorhaben beg\u00fcnstigte, lie\u00df Ocko die Vorarbeiten f\u00fcr den neuen Hafen in Angriff nehmen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Das gerodete Buschwerk und Gestr\u00fcpp, das abgeschlagene Astwerk und Gezweig wurde in die N\u00e4he der Baustelle gekarrt, grob sortiert und zu gewaltigen Bergen aufget\u00fcrmt.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Auf den Klapperwiesen wurden die St\u00e4mme geschnitten und zugehauen. In Siegelsum begannen die Ziegler wieder mit der Backsteinherstellung; Reepschl\u00e4ger, Schmiede, Stellmacher nahmen ihre Arbeit auf. Da gab es wohl keinen Handwerker, der nicht eingeschlossen war in den Arbeitsprozess. Als im M\u00e4rz der Kuckuck rief, waren alle Vorarbeiten in vollem Gange.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Die St\u00f6rche waren schon zur\u00fcckgekehrt, bauten eifrig an ihren angestammten Horsten. Zeit, den Deichbau voranzutreiben und die Arbeiten an dem neuen Hafen und dann musste noch das neue Siel bei Siegelsum gebaut werden, um das Binnenwasser zur\u00fcckhalten zu k\u00f6nnen. &#8211; Eine Mammutaufgabe.\u00a0 &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">An der See aufgewachsen, kannte Ocko etliche M\u00f6glichkeiten, gegen die Fluten anzuk\u00e4mpfen, um das neue Hafenbecken zu schaffen. Nur bei Ebbe zu arbeiten, das w\u00e4re schier undurchf\u00fchrbar gewesen. Das w\u00e4re wegen der zerst\u00f6rerischen Kraft des Wassers, die alles zunichte macht, was vorher m\u00fchsam geschaffen wurde, eine nutzlose <em>Sisyphosarbeit <\/em>gewesen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">An der Riedem\u00fcndung in die Leybucht musste deshalb ein massiver Schutzwall errichtet werden, ein sogenanntes H\u00f6ft. Eine unerl\u00e4ssliche Ma\u00dfnahme, um das Tidewasser sicher abzuhalten, damit die Arbeiten durch Wassereinbruch nicht gest\u00f6rt oder verhindert wurden.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Nun war aber die Leybucht stark durchsetzt von Sandb\u00e4nken und Untiefen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Da hatte Ocko den Einfall, eine geeignete Sandbank vor der Riedem\u00fcndung so hoch zur Warft aufzusch\u00fctten, dass sie nicht mehr vom Hochwasser \u00fcberflutet werden konnte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Einleuchtend, dass die gewaltige Meeresstr\u00f6mung die Warft landeinw\u00e4rts sp\u00fclen w\u00fcrde. Um dies zu verhindern, mussten entsprechende Schutzma\u00dfnahmen ergriffen werden.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Ocko lie\u00df darum das H\u00f6ft mit dicht nebeneinander gerammten Pf\u00e4hlen sch\u00fctzen. Das sollte wohl eine Weile solide standhalten. Tat es auch &#8211; bis zur n\u00e4chsten Sturmflut.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Aus seiner Zeit als Heerf\u00fchrer in Italien kannte Ocko die Arbeitsweise, schnell flie\u00dfende B\u00e4che umzuleiten, um Schutzgr\u00e4ben trockenfallen zu lassen. Kurzerhand befahl er, vor den Resten seines Bollwerks gro\u00dfe Holzk\u00e4sten aufzubauen, die nun &#8211; an Ort und Stelle mit Steinen und Aushub gef\u00fcllt &#8211; die Riede sperrten. Dahinter wurde sogleich schwere Marscherde angef\u00fcllt, damit die Str\u00f6mung die Senkk\u00e4sten nicht fortschwemmen konnte. So baute man gewisserma\u00dfen eine breite Mauer aus Senkk\u00e4sten auf, verschachtelte die K\u00e4sten nach und nach \u00fcber- und nebeneinander, bis sie \u00fcber die Wasserfl\u00e4che hinaus ragten. T\u00e4glich ritt Ocko hierher, um die Arbeiten zu \u00fcberpr\u00fcfen. <\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Einsickerndes Wasser beeintr\u00e4chtigte die Arbeiten unerheblich. Das aber lie\u00df sich nicht vermeiden. Dessen ungeachtet machte das H\u00f6ft gute Forschritte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Das scheint einfach, aber was f\u00fcr schwere Arbeit steckte dahinter! Was f\u00fcr ein Aufwand!<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Nur gut, dass die folgenden Wochen und Monate ohne schweres Wetter vor\u00fcbergingen. Bei schlimmer Sturmflut w\u00fcrde wohl alles wieder fortgesp\u00fclt worden sein, bevor es fertiggestellt war.\u00a0 &#8230;&#8230;&#8230;..<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Wenn Foelke den Dom von St. Marien besuchte, vers\u00e4umte sie nie den Gang zur Baustelle. Mit Staunen und Bewunderung f\u00fcr ihren Gemahl, der das alles bewirkte, verfolgte sie das Werden des neuen Hafens.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Heute begleitete Kaplan Benedikt sie, weil er meinte, das sei nicht der rechte Ort f\u00fcr eine H\u00e4uptlingsfrau:<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Hoiho! Nu man to! B\u00f6rt up mit alle Man! Faat hum wis und holt hum fast, dann kumt he feller an!<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Lat hum fiern! So geit he goot! Haut hump up sien hoge Hood! Bumsfallera, dor was he ja!<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Dat erste Kroos verdeent! Heer mit d\u2019 Fle\u00df\u2019 und her mit \u2018t Gle\u00df, De \u2018t erelk mit uns meent.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Wat wult du Knecht dor achter staan? Kum mit dat Fat man heer vandan!<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Dat Fat, dat Fat &#8211; dat Fat het Nat, dat Nat, dat Nat &#8211; wel mag noch wat?<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Bumsfallera, dor was he ja! Al weer \u2018n Kroos an de Kant.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Die Gaffer hatten ihren Spa\u00df und Foelke, die den Hinweis auf das \u201aNass\u2019 wohl verstanden hatte, winkte dem Knecht, das Fass Bier herbeizurollen. Die Kerle tranken einander zu und fort ging\u2019s:<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Trekt mit alle Man, lat jo \u2018t dor neet suur bi worden, wen der ook f\u00f6\u00f6r \u2018n Maal en Pund anhangt.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Seht wo he geit, seht wo he fleit. Hoog in de Top, de Pool wol van de Kop &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333399;\">Widzelt auf der Marienburg<\/span><\/h3>\n<address><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Remels-Tor-Wand.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1775 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Remels-Tor-Wand-215x300.jpg\" alt=\"Remels Tor Wand\" width=\"215\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Remels-Tor-Wand-215x300.jpg 215w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Remels-Tor-Wand.jpg 442w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a>Im Mai erhielt Ritter Ocko abermals einen Brief aus dem Ordensland. \u00dcberw\u00e4ltigt schrieb Widzelt von der Marienburg, beschrieb hingerissen die Filigrangew\u00f6lbe der Remter. Er habe einen jungen Maurer kennen gelernt, erw\u00e4hnte er beil\u00e4ufig, der gerade ein wundervolles Rippengew\u00f6lbe im Turmanbau des Hochmeisterpalastes erbaue. Es g\u00e4be nur eine einzige Granits\u00e4ule in der Mitte, die das ganze Gew\u00f6lbe trage.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Als Beg\u00fcnstigter des Hochmeisters, genie\u00dfe er eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Stellung unter all den Scholaren der Burgschule. Denn Winrich von Kniprode, als absoluter Herrscher des Ordens, habe Widzelt unter seinen pers\u00f6nlichen Schutz gestellt. Darum wage niemand, ihm zu nahe zu treten. Das erleichtere manches, denn die Strenge der Lehrmeister sei gnadenlos.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Widzelt berichtete, dass der Orden vom K\u00f6nig von Frankreich eine Reliquie vom Heiligen Kreuz zum Geschenk erhalten habe. Widzelt durfte sie mit eigenen Augen ansehen. Der Span sei in Gold gefasst und mit Edelsteinen reich verziert. Der Ordenssch\u00e4ffer Heinrich von Alen sei mit so gro\u00dfer Ehre vom K\u00f6nig bedacht worden, dass er am Osterabend, am Ostertage und sogar am Dienstag an des K\u00f6nigs Tafel speisen durfte, an der niemand sonst als Herz\u00f6ge speisten. So gro\u00dfe Ehre sei dem Sch\u00e4ffer widerfahren, dass er es nicht beschreiben k\u00f6nne, schloss Widzelt beeindruckt. Beil\u00e4ufig erw\u00e4hnte Widzelt die Unzufriedenheit der St\u00e4dte. Kaufleute aus Danzig und anderen St\u00e4dten h\u00e4tten sich \u00fcber die Bedr\u00fcckung &#8211; gemeint waren Abgaben &#8211; durch den Orden beklagt und wollten sich dessen entledigen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Der Orden bereite eine Heerfahrt nach Litauen vor, bemerkte Widzelt in kargen Worten&#8230;&#8230;..<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333399;\">Die Expedition des Deutschritterordens gegen Litauen<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<address>\n<div id=\"attachment_1760\" style=\"width: 175px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ba\u0308ume_Bla\u0308tter.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1760\" class=\"wp-image-1760\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ba\u0308ume_Bla\u0308tter-197x300.jpg\" alt=\"Ba\u0308ume_Bla\u0308tter\" width=\"165\" height=\"251\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ba\u0308ume_Bla\u0308tter-197x300.jpg 197w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ba\u0308ume_Bla\u0308tter-673x1024.jpg 673w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ba\u0308ume_Bla\u0308tter.jpg 1026w\" sizes=\"(max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1760\" class=\"wp-caption-text\">G. v. Dehn<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Das bisweilen \u00fcppig bewaldete Gebiet war durchsetzt von lang gestreckten S\u00fcmpfen und unz\u00e4hligen Wasserl\u00e4ufen, die \u00fcberbr\u00fcckt werden mussten. Hierf\u00fcr brauchte man Holz, das aber zuerst einmal geschlagen werden musste. So entstand mancher Kn\u00fcppeldamm, der die Sumpfgebiete \u00fcberspannte. Begleitet von Gesang und schl\u00fcpfrigen Geschichten, ging die Arbeit munter voran, obgleich manchmal nur eine Wegmeile am Tage geschafft wurde.<\/span><\/p>\n<\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Ehe man das Feldlager aufschlagen konnte, waren h\u00e4ufig Rodungsarbeiten notwendig. Das Unterholz musste ger\u00e4umt werden, um vor \u00dcberf\u00e4llen gesichert zu sein. Gr\u00e4ben mussten gezogen und gewisse \u00d6rtchen eingerichtet werden. Das starke Baumholz wurde zum Bau von Verhauen verwendet. Nach Abzug des Heeres \u00fcberlie\u00df man die Verhaue h\u00e4ufig den Flammen. F\u00fcr Br\u00fccken und schlie\u00dflich auch f\u00fcr Angriffsmaschinen wurde manchmal das Holz mitgenommen oder aber konnte vor Ort geschlagen werden. Ob das eine oder andere geschehen musste, entschieden die Begleitm\u00e4nner von der Insterburg.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">J\u00e4ger hatten f\u00fcr den t\u00e4glichen Fleischtopf zu sorgen. Wild gab es genug: Schwarzwild, Hirsch und Reh, Elch und B\u00e4r, Niederwild in Massen, und doch, keine leichte Aufgabe, das scheue Wild zu erlegen, wenn ein Heer von S\u00f6ldnern und Rittern durch die Wildnis l\u00e4rmt. Immerhin musste ein Heer von drei\u00dfigtausend Mann mit Nahrung versorgt werden.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Einmal gelang es den J\u00e4gern, eine ganze Herde Wisente einzukreisen und zu erlegen. Mehr als 500 Zentner Fleisch pro Tier brachte das! Welch ein Schmaus! Die unbrauchbaren Kadaverreste blieben auf dem Feld zur\u00fcck. Kolkraben und allerlei andere Tiere taten sich daran g\u00fctlich. Aber das Gl\u00fcck, B\u00e4ren, Rotwild oder Elch zu erlegen, lachte nicht so h\u00e4ufig. Leichter gelang es, der Wasserv\u00f6gel habhaft zu werden, die in gro\u00dfer Zahl in S\u00fcmpfen und Wasserl\u00e4ufen anzutreffen waren. Jegliche Art von V\u00f6geln bereicherte das Nahrungsangebot. Ob Enten, Reiher, Schnepfen, St\u00f6rche, Schw\u00e4ne oder auch all die kleinen Walds\u00e4nger, die man leicht mit Leimruten und Netzen fangen konnte, sie alle bereicherten das t\u00e4gliche Einerlei aus mancherlei Waldbeeren, Pilzen und hartem Brot, Hirsebrei und H\u00fclsenfr\u00fcchten und waren willkommener Schmaus f\u00fcr das Gros der M\u00e4nner. Die F\u00fcrsten und hohen Herren hatten freilich ihre eigene Furage dabei.<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Kranke, ob Mensch oder Tier, mussten ebenfalls versorgt werden. Simple Fu\u00dfkranke genauso wie ernsthafter erkrankte Heerfahrer und lahme Zugtiere oder Pferde. Tee aus Ringelblumen wurde gegen Verdauungsbeschwerden gereicht, leichte Verletzungen mit einer Salbe aus Schmalz und Ringelblumen bestrichen. Aber die feuchte Luft lie\u00df alle Wunden schlecht verheilen, so dass sie sich nicht selten zu schw\u00e4renden Eitergeschw\u00fcren entwickelten. Dazu die dr\u00fcckende Tageshitze, die manch wackerem Kerl schwer zu schaffen machte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Nach wie vor wurden die Gebetsstunden der Ordensangeh\u00f6rigen eingehalten. Vereinzelt fand auch die feierliche Bestattung eines in der Wildnis t\u00f6dlich Verungl\u00fcckten statt. Bei den gro\u00dfen Wegstrecken, gepaart mit sommerlichen Temperaturen, war es ausgeschlossen, die Toten zum n\u00e4chsten Gottesacker zu schaffen. Einmal ertrank eine ganze Einheit von 80 Mann im Sumpf, der wurde dann selber zum \u201eGottesacker\u201c.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">So sehr Widzelt den Tag herbeigesehnt hatte, endlich auf Kreuzfahrt gehen zu d\u00fcrfen, so sehr verfluchte er jede Stunde, in der er sich in sommerlicher Hitze durch Morast und Dickicht qu\u00e4len musste, geplagt von Myriaden von M\u00fccken, Wespen, Bienen, Hornissen, Bremsen und anderem Ungeziefer.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Vor ihm glitzerte in der Mittagsglut das schmale Band der Szeszuppa, einem Fluss von etwa einer Speerl\u00e4nge Tiefe, wie der Geleitsmann Darguse bekundete. Aber Widzelt glaubte eher, dass es \u00fcberwiegend Morast war, mit dem man sich herumschlagen musste, denn der Fluss schl\u00e4ngelte sich in br\u00e4unlich-gr\u00fcnen M\u00e4andern durch die Wiesen. In seinem dunklen Wasser spiegelten sich die Schilfr\u00e4nder. Die Szeszuppa f\u00fchrte viel braunen Schlamm mit sich und das dunkle Moorwasser lie\u00df keinen Grund erkennen. &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/span><\/address>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333399;\">Am Memel<\/span><\/h3>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Der Memel f\u00fchrte, jetzt im Sommer, wenig Wasser. Die Wasserfl\u00e4che war wohl einen Bogenschuss breit oder etwas mehr. Umso breiter das schlammige Uferbett. Der \u00fcbel riechende Sumpf, ums\u00e4umt von dichtem Schilfg\u00fcrtel, erschwerte den Zugang zum Wasser. Er g\u00e4rte faulig und gebar Insektenschw\u00e4rme ohne Zahl.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Geplagt von Stechm\u00fccken, gingen unterdessen die gedungenen Fl\u00f6\u00dfer ihrer Arbeit nach. Das geschlagene und zugeschnittene Holz f\u00fcr den Bau von Angriffst\u00fcrmen, Rammb\u00f6cken und Wurfmaschinen wurde zu Fl\u00f6\u00dfen gebunden und mit allerlei Ausr\u00fcstung beladen. Dann schob man die Fl\u00f6\u00dfe \u00fcber den Schlick. Das bedeutete gro\u00dfe Kraftanstrengungen. Nach der Bew\u00e4ltigung des Schlammbettes, konnte endlich das tats\u00e4chliche Fl\u00f6\u00dfen zum gegen\u00fcberliegenden Ufer beginnen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Gleichzeitig wuchs im Heer der Krankenstand stetig an. Ein Gro\u00dfteil der Spitalausr\u00fcstung befand sich auf den Schiffen, die t\u00e4glich dringender herbeigesehnt wurden. Wurmfieber und sudor anglicus (Sumpffieber) griffen um sich. Viele M\u00e4nner hatten &#8218;den Schelm in Leibe&#8216;. Unter Kr\u00e4tze und Eiterbeulen litten sie wohl fast alle. Zum geringsten \u00dcbel z\u00e4hlten Sonnenstich und Hautausschlag. Manch einer der tapferen K\u00e4mpfer wurde von den b\u00f6sen Krankheiten niedergeworfen. &#8211; H\u00e4ufig h\u00f6rte man jetzt das Totengl\u00f6ckchen l\u00e4uten.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\"><span style=\"color: #333399;\">Widzelt machte sich auf die Suche nach dem heilenden Beifuss gegen das Sumpffieber. Der war schwer zu finden, aber der Spittler bestand darauf, denn Beifuss schien das einzig richtige Heilmittel gegen das Sumpffieber zu sein. Manchmal kam die Arznei f\u00fcr den Kranken zu sp\u00e4t. Aber Widzelt blieb dessen ungeachtet sehr ruhig und verrichtete die ihm zugewiesenen Arbeiten kalten Blutes. Aufregung und Hektik h\u00e4tten nur Fehler verursacht. <em>Wen es trifft, den trifft es&#8230;<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/address>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Storch_kompr-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1687\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Storch_kompr-1-300x215.jpg\" alt=\"Storch_kompr-1\" width=\"300\" height=\"215\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Storch_kompr-1-300x214.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Storch_kompr-1.jpg 396w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333399;\">Die Entf\u00fchrung<\/span><\/h3>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Nachdem Edo Wiemken und Ocko tom Brook den Beistandsvertrag besiegelt hatten, lud Edo den Ritter und die fremden Kaufleute auf das gekaperte Schiff ein. <\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">&#8211; Und Foelke und ihre Magd? Ja, auch sie. &#8211; Foelke hatte keine Lust, mit Jarste auf der Edenburg auszuharren, die unbedingt ihre begonnene Webarbeit beenden wollte. &#8211; <em>&#8218;Als ob sie nicht sp\u00e4ter noch Zeit genug daf\u00fcr hat.&#8216;<\/em><\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Edo Wiemken lobte begeistert die Eigenschaften des Kauffahrteischiffes.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Die Groninger Kaufleute bezweifelten dies und jenes an dem Schiff, lockten Edo, den Beweis anzutreten, eine Fahrt zu machen. Der zierte sich keinen Deut: \u201eWir k\u00f6nnen einen Schlag um die Insel Wangerooge tun, dann seht ihr, wie das Schiff rennen kann.\u201c In seinen hellen Augen loderte es leidenschaftlich auf. Ob Ocko mitfahren wolle? \u201eJa, gern\u201c, stimmte der Ritter zu. Ein schnelles Schiff wecke sein Interesse. \u201eDas freut uns\u201c, sagte Ocko. \u201eEin Vorschlag, Freund: Wenn du ohnehin eine kleine Fahrt unternehmen willst, Edo, dann erlaube mir die Frage, ob du nicht mich und die meinen nach Norden bringen willst. Ich w\u00fcrde mich freuen, dich einige Tage auf meinem Schloss von Aurichhove beherbergen zu d\u00fcrfen.\u201c<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eHa, das ist brauchbar, Ocko! Der Wind tut g\u00fcnstig stehen und die Gezeiten auch. Alles total g\u00fcnstig. Wir k\u00f6nnen sofort Segel setzen. &#8211; Pferde oder zu Fu\u00df? Oder tut ihr ein Boot vorziehen bis zum Liegeplatz nach Schar\u201c, fragte Edo. <\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Ocko entschied sich f\u00fcrs Reiten. Er hatte die gro\u00dfrahmigen Pferde auf der Koppel gesehen und wollte wissen, wie sie unterm Sattel gingen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eWahrhaftig, ein sch\u00f6nes Schiff!\u201c, stellte Ocko am Liegeplatz fest.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eDenn man an Deck mit euch und ich tu euch die Wendigkeit des Renners zeigen.\u201c <\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Ohne gro\u00dfe Umst\u00e4nde brachte man das Gep\u00e4ck an Bord.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eAnker auf!\u201c, kam der erste Befehl. Die Seeleute eilten zum Gangspill. <\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">W\u00e4hrend die Ketten rasselnd und quietschend aufgezogen wurden, ert\u00f6nte gleichf\u00f6rmig der Gangspillgesang:<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1695\" style=\"width: 269px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meeresbrandung-sw-e1409677737223.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1695\" class=\"wp-image-1695 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meeresbrandung-sw-e1409677737223-259x300.jpg\" alt=\"Meeresbrandung sw\" width=\"259\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meeresbrandung-sw-e1409677737223-259x300.jpg 259w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meeresbrandung-sw-e1409677737223.jpg 336w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1695\" class=\"wp-caption-text\">Brandung G. v. Dehn<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #333399;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">Wangeroog de Schone, Spiekeroog de Krone,<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">Langeoog is&#8217;n Botterfat, Baltrum is&#8217;n Sandstatt,<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">N\u00f6rderney, dat Roverland, Juist is dat Toverland,<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">B\u00f6rkmers melken Kojen und bruken Drek as Brand,<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">R\u00f6ttemoog dat Eierland, M\u00fcnkeoog dat Beierland,<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">de Amelander Schalken heff stolen dre Balken<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">is Avends in de Maneschien: de Galg sall h\u00f6r Wapen sien.<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">Terschelling staat&#8217;n hoge Toorn, Vlyland hefft sien Naam verlor&#8217;n,<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #333399;\">Tessel ligt in&#8217;t Seegat, de L\u00fc van de Helder segt dat.<\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eSch\u00fcttet Segel aus!\u201c &#8211; \u201eRuder Steuerbord!\u201c &#8211; Das ging Edo nicht schnell genug. <\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Bei ihm musste immer alles schnell gehen: \u201eWeg, weg, weg, Kerl! Ich mach das!\u201c Er stie\u00df den Ruderg\u00e4nger heftig beiseite, ergriff mit seinen groben F\u00e4usten das Ruder, f\u00fchrte das Schiff geschickt in die Fahrrinne. Kein Zweifel, auf dem Wasser f\u00fchlte sich Edo zu Hause.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eHei\u00dft Segel!\u201c br\u00fcllte der Steuermann und lie\u00df die Dromete blasen. <\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eAnluven!\u201c hallte es bald vielfach \u00fcber Bord.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eSeht selbst, durch Sturmfluten ist mein Land zu Inseln zerfallen. Das hat zumindest den Vorteil, dass ich das Schiff nun nicht wenden muss.\u201c Er lachte grobschl\u00e4chtig.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eUnd wie ist es nach Schar gelangt?\u201c erkundigte sich Remmer van Dyk behutsam.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eDu bist neugierig wie ein altes Weib, Mann! Du glaubst wohl, selbst durchs Schwarze Brack steuern zu k\u00f6nnen? Lass dir das gesagt sein: Das kannst du nicht!\u201c Mehr als kr\u00e4nkend klang Edos Gel\u00e4chter. Indes, Remmer van Dyk f\u00fchlte sich offenbar keineswegs br\u00fcskiert.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Das Schiff nahm Fahrt auf, folgte weich dem Wasserlauf der Maade durch den breiten Schilfg\u00fcrtel, glitt durch die Maadebucht in den Jadebusen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Nun lie\u00df der H\u00e4uptling Wendeman\u00f6ver ausf\u00fchren, dass Foelke h\u00f6ren und sehen verging und Tadda, ihre Magd, schon wieder mit gr\u00fcnlichem Gesicht \u00fcber der Bordwand hing.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Ein unheimliches Leuchten stand in Edos Gesicht. In schwarzem Lederkoller, mit flatternden roten Haaren stand er breitbeinig am Ruder und br\u00fcllte Befehle. &#8211; Ein urt\u00fcmlicher Barbar!<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eIst das nicht eine Wonne?\u201c rief er begeistert, ohne jedoch Antwort zu erwarten. \u201eSeht nur, der Seeadler! Der Sommerhimmel tut strahlen in leuchtendem Blau! Und tut es nicht so herrlich riechen wie nirgendwo sonst auf Erden? Das blaue Meer, das ist, als ob man direkt durchs Himmelstor rein f\u00e4hrt! Das vom Sturm gepeitschte Meer, das Brausen der Wogen, das nenne ich Freiheit! Geht nach Achtern! Da k\u00f6nnt ihr besser zusehen wie das Schiff rennt! Da sp\u00fcrt ihr das Feuer der wirklichen Freiheit!\u201c<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">L\u00e4ngst war das goldene Kreuz auf der Kirche von Bant mit dem Dunst der Ferne verschmolzen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">Unten an der Galerie am Heck, die am Fu\u00df des gewaltigen Aufbaus gegen \u00fcberlaufende See einen sch\u00f6nen Ausblick \u00fcber die See zulie\u00df, standen Ocko und Foelke. Ihre Augen folgten der sch\u00e4umenden Kiellinie. Nach einer Weile durchpfl\u00fcgte das Schiff erdig schwarzes Wasser.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333399;\">\u201eWir sind im Schwarzen Brack\u201c, erkl\u00e4rte Ocko. \u201eSchau, wie schwarz das Wasser ist. Das Moor ist aufgerissen, deswegen die F\u00e4rbung des Wassers. Nun muss er auf der Hut sein, um das Schiff nicht festzulaufen, hier gibt es Untiefen. Ich m\u00f6chte nicht wissen, wie viele D\u00f6rfer ver\u00f6det sind, weil das Land durch Salzwasser verdorben ist.\u201c\u00a0 &#8211; Begleitet vom Schrei der M\u00f6wen zog der Segler Stunde um Stunde seine Bahn. Bald teilte sich die Flut wie ein gr\u00fcner Acker unter dem Pflug. Mittlerweile hatte sich der Himmel bezogen. Schwere Gewitterwolken t\u00fcrmten sich am Horizont. Unter vollem Zeug schoss der Kauffahrer durch die sch\u00e4umende See. &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/span><\/address>\n<address>\n<hr \/>\n<\/address>\n<address>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333399;\">Schloss Aurichhove<\/span><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Herbst-ohne-Haus.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-1755 alignright\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Herbst-ohne-Haus-225x300.jpg\" alt=\"Herbst ohne Haus\" width=\"188\" height=\"216\" \/><\/a><\/h3>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Leise raschelte Foelkes Kleid als sie sich vom Fenster abwandte. \u201eSie machen alles kaputt\u201c, murmelte sie bedr\u00fcckt, \u201e&#8230;alles kaputt&#8230;\u201c M\u00fcde und grenzenlos verlassen f\u00fchlte sie sich. Fast glaubte sie, unter der Last zusammenzubrechen. Krieg! Wie konnte das sein? Nach allem, was sie im Krieg von Loppersum durchmacht hatte, nun wieder ein Krieg? Um dieselbe Sache wie damals! Um Adda Folkmarsnas Erbe, das ihr Gemahl einforderte! &#8211; Unwillk\u00fcrlich horchte Foelke hinaus. Manchmal br\u00fcllten da drau\u00dfen f\u00fcrchterlich die Gesch\u00fctze. Die verw\u00fcsteten alles. Die Kinder waren mit Ocko auf dem Wehrgang und fanden den Krieg \u00fcberaus aufregend. Sie konnten nicht begreifen, dass es um Leben und Tod ging, dass dieser Strudel nicht nur alles hinwegrei\u00dfen konnte, was es Sch\u00f6nes gab in ihrem jungen Leben, sondern auch sie selber bedrohte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">In gl\u00fchendem Granatrot sank Abendd\u00e4mmerung \u00fcber das Land und \u00fcber den Feldern jubilierten die Lerchen. &#8230;&#8230;&#8230;..<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_4715\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Vo\u0308lkerschlachtdenkmal-Leipzig-64-Gunda.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4715\" class=\"wp-image-4715 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Vo\u0308lkerschlachtdenkmal-Leipzig-64-Gunda-198x300.jpg\" alt=\"Vo\u0308lkerschlachtdenkmal Leipzig 64 Gunda\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Vo\u0308lkerschlachtdenkmal-Leipzig-64-Gunda-198x300.jpg 198w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Vo\u0308lkerschlachtdenkmal-Leipzig-64-Gunda-674x1024.jpg 674w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Vo\u0308lkerschlachtdenkmal-Leipzig-64-Gunda.jpg 939w\" sizes=\"(max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4715\" class=\"wp-caption-text\">1964 am V\u00f6lkerschlachtdenkmal<\/p><\/div>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Hinweis zum Downloaden der &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220; &#8211; Band I (Das Erbe),<\/span><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #800000;\"> Band II (Der Ritter) und Band III (Piraten)<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<div id=\"attachment_5125\" style=\"width: 146px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Gunda-Kopie2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5125\" class=\"  wp-image-5125\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Gunda-Kopie2.jpg\" alt=\"Gunda Kopie2\" width=\"136\" height=\"148\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5125\" class=\"wp-caption-text\">2015<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #800000;\">\u00a0Alle B\u00fccher (Band I-IV) zum Downloaden bei Hugendubel u.v.a. Anbietern erh\u00e4ltlich<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\">Chroniken-tom-Brook-Das-Erbe-<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Band II: <a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Band III &#8222;Chroniken der tom Brook &#8211; Piraten&#8220; &#8211; neu zum Downloaden auf Hugendubel pp.<\/strong><\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<\/address>\n<hr \/>\n<p>letzte \u00c4nderung\u00a0 05.10.2023<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9\u00a0 Gunda v. Dehn &#8211; &#8222;Halleluja&#8220; aus meinem Musical &#8222;Die Stedinger&#8220; \u00a0 Leseprobe Band II &#8211; &#8222;Chroniken der tom Brook &#8211; Der Ritter&#8220; \u00a0Hafenbau Als im Fr\u00fchjahr 1380 das Eis schmolz und trockenes Wetter sein Vorhaben beg\u00fcnstigte, lie\u00df Ocko die Vorarbeiten f\u00fcr den neuen Hafen in Angriff nehmen. Das gerodete Buschwerk und Gestr\u00fcpp, das abgeschlagene [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":21,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"side-navigation.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1639","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1639"}],"version-history":[{"count":104,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1639\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6911,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1639\/revisions\/6911"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}