{"id":1599,"date":"2014-09-02T12:23:50","date_gmt":"2014-09-02T10:23:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=1599"},"modified":"2023-10-05T17:30:49","modified_gmt":"2023-10-05T15:30:49","slug":"leseprobe","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/home\/leseprobe\/","title":{"rendered":"Leseprobe I"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-1599-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/08-Meereszauber-2.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/08-Meereszauber-2.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/08-Meereszauber-2.mp3<\/a><\/audio>\n<h4 style=\"text-align: right;\"><em><strong>\u00a0<\/strong><\/em>\u00a9 &#8211; Gunda v. Dehn &#8222;Meereszauber&#8220;<\/h4>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/ChronikenDerTomBrook_Band2Cover.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-1785 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/ChronikenDerTomBrook_Band2Cover-282x300.jpg\" alt=\"ChronikenDerTomBrook_Band2Cover\" width=\"282\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/ChronikenDerTomBrook_Band2Cover-282x300.jpg 282w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/ChronikenDerTomBrook_Band2Cover-964x1024.jpg 964w\" sizes=\"(max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/><\/a><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>Leseprobe<\/em><\/span><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\">CHRONIKEN DER TOM BROOK &#8211; Band I<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #800000;\">Adda tom Brook &#8211; Flucht ins Moor<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<address><span style=\"color: #800000;\"><strong>S<\/strong>ie wandten sich dem Moor zu. Dort konnten Hunde die Spur nur schwer verfolgen und es gab viele M\u00f6glichkeiten, sich im Auwald zu verbergen. Irgendwo hier auf dem schwankenden Grund musste ein Sprickelweg durch das Moor f\u00fchren, irgendwo&#8230; Ubbo wusste das, er konnte ihn nur nicht finden, nicht so schnell, nicht in der gebotenen Eile. Die zusammengebundenen H\u00f6lzer mussten in Schlamm und braunem Wasser versunken sein&#8230; Teufel, auf was hatte er sich da eingelassen?! Das war gef\u00e4hrlich, lebensgef\u00e4hrlich. &#8211; Langsam tastete sich der Esel voran. Hoffentlich konnte man sich auf den Instinkt des Tieres verlassen! Nebel stieg auf, alles schien zu dampfen. Adda bemerkte es mit Schrecken, aber sie schwieg. Sollten sie lieber umkehren? Sollten sie warten, bis man sie f\u00e4nde und sicher heimbr\u00e4chte? Oder Flucht? Mitten in den Nebel hinein? Gewiss w\u00fcrde man die Suche bald einstellen. &#8211; Kein Narr wagt sich bei Nebel ins Moor und noch dazu kurz vor der Dunkelheit.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Um sie herum gluckste und wisperte es, als ob unheimliche M\u00e4chte&#8230; Nein, sie durfte nicht daran denken, nicht an die schaurigen Geschichten von Moorhexen und Nebelfrauen und noch entsetzlicheren Dingen. Sie dr\u00fcckte sich fester in Ubbos Arm, schlo\u00df f\u00fcr eine Weile die Augen. Wenigstens wollte sie nicht sehen, wenn die nassen Finger der Moort\u00f6chter nach ihr griffen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Wie lange hatte der Esel sich so \u00fcber den schwankenden Grund vorw\u00e4rts getastet? Eine Stunde oder zwei? Wie auch immer, zwar hatte Ubbo mittlerweile den Kn\u00fcppelpfad gefunden, aber die D\u00e4mmerung war schon hereingebrochen und Adda f\u00fcrchtete sich. Ganz fest hielt Ubbo sie an sich gedr\u00fcckt. \u201dDamit du nicht frierst, Liebste\u201d, hatte er gesagt, aber manchmal stahlen sich seine Finger an ihre Brust. Sie mochte das nicht, absolut nicht.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Von irgendwoher h\u00f6rten sie Hundegekl\u00e4ff, ged\u00e4mpft &#8211; es schien weit fort. &#8211; Adda schalt Ubbo einen L\u00fcstling und klopfte ihm heftig auf die Finger. Aber er konnte es nicht lassen, versuchte es immer wieder. Was mochte nur in ihn gefahren sein! Jetzt schien das Hundegebell geradewegs auf sie zuzukommen. Das beunruhigte Adda. Und dieser Buckel-Ubbo machte sie wahnsinnig! Jetzt versuchte er beharrlich, sie zwischen den Schenkeln zu befingern! W\u00fctend fuhr sie herum und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. Ubbo lachte: \u201dSo gef\u00e4llst du mir! Du hast den Teufel im Leib! Nur weiter so.\u201d \u201dWenn du es wagst, mich noch einmal anzufassen, werfe ich dich in den Sumpf!\u201d schrie Adda emp\u00f6rt. \u201dWir wollen sehen, wer wen in den Sumpf wirft, du Teufelin!\u201d Grinsend zeigte Ubbo seine Nagetierz\u00e4hne, unbeeindruckt seine Bem\u00fchungen &#8211; in verst\u00e4rktem Ma\u00dfe &#8211; fortsetzend. &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a0Adda tom Brook &#8211; <\/span><span style=\"color: #800000;\"><strong>Verl\u00f6bnis<\/strong><\/span><\/h3>\n<address><span style=\"color: #800000;\"><strong>S<\/strong>tumm schritten die M\u00e4dchen den Gang hinunter. Je n\u00e4her sie dem Prunksaal kamen, desto lauter quoll ihnen der L\u00e4rm entgegen, dumpf und brodelnd, kaum lie\u00dfen sich die Stimmen von Frauen und M\u00e4nnern unterscheiden. Die eisenbeschlagenen Fl\u00fcgel der Saalt\u00fcr standen weit offen. Gelbes Licht von duftenden Wachskerzen ergoss sich weich auf die steinernen Flurplatten.\u00a0 Mit jedem Schritt stieg Addas Unruhe. Ihr wurde pl\u00f6tzlich so hei\u00df &#8211; unsagbar hei\u00df. Am liebsten w\u00e4re sie umgekehrt und davongelaufen. Aber heute gab es kein Zur\u00fcck. Unaufhaltsam f\u00fchrten die Ehrenjungfrauen sie ihrem Vater zu. Der stand am Kamin und f\u00fchrte das gro\u00dfe Wort &#8211; wie immer. &#8212;&#8212;-<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u00a0&#8211; Adda musste niesen. Wieder im unrechten Augenblick! &#8211; Sie f\u00fchlte, wie die raue Hand ihres Vaters sich fest um die ihre schlo\u00df, w\u00e4hrend er fortfuhr: \u201dIch frage dich nun, meine Tochter, willst du den H\u00e4uptling Folkmar Allena zum Manne nehmen, so antworte mit \u2018Ja\u2019.\u201d &#8211; Aber sie musste erneut niesen, ein-, zwei-, drei Mal hintereinander. Jemand kicherte verhalten. Addas Vater r\u00e4usperte sich &#8211; vorwurfsvoll.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Tastend glitt Addas Blick empor von den mit Edelsteinen bestickten Schuhen des Mannes \u00fcber die olivgr\u00fcnen Seidenstr\u00fcmpfe; kraftvolle Unterschenkel zeichneten sich ab unter dem feinen Gewebe. Dann das Gewand, ebenfalls von der Farbe gr\u00fcner Oliven. Adda verzeichnete die goldenen Kn\u00f6pfe &#8211; paarweise, in dichter Reihenfolge. Dann das Gesicht &#8211; Folkmar Allenas Gesicht &#8211; voll, ernst, sympathisch. Graue Augen, der Mund etwas zu breit, die Nase daf\u00fcr ein wenig zu schmal. Ein jugendliches Gesicht. Und sie kannte es. Dieser Mann sollte Folkmar Allena sein? Dieser Mann hier? Er war gro\u00df von Gestalt, sehr gro\u00df sogar, und blond wie Weizen das \u00fcppige Haar, genau wie Hima gesagt hatte. Seine ruhigen grauen Augen hielten Addas erstaunten Blick fest, sie stumm und freundlich ermutigend. Wie von selbst hauchte Adda &#8211; kaum h\u00f6rbar &#8211; ihr \u2018Ja\u2019 in den Saal.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Ja, diesem Mann wollte sie sich gerne anvertrauen, denn es war derselbe, der sie gestern auf seinen Armen heimgebracht, derselbe, der sie aus dem Graben gezogen hatte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Mit einem feinen L\u00e4cheln zog sich Folkmar Allena einen Ring von der Hand, \u00fcberreichte ihn auf dem Schwertgriff seiner Braut. Ein Rubin, wie ein dicker Blutstropfen, so rund geschliffen, schm\u00fcckte den goldenen Reif. Z\u00f6gernd streckte Adda die Hand danach aus, schob ihn an den rechten Zeigefinger.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Leise, fast sanft, sprach Folkmar Allena die alt\u00fcberlieferten Worte: \u201dWie dieser Ring deinen Finger fest umschlie\u00dft, so gelobe ich dir feste und stete Treue. Die gleiche sollst du mir bewahren&#8230; oder mit&#8230; deinem Leben b\u00fc\u00dfen.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">,Er ist recht lose&#8230; der Ring&#8230;\u2019 dachte Adda &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Oheim Haro war der n\u00e4chste, der das junge Paar begl\u00fcckw\u00fcnschte. Unbek\u00fcmmert rezitierte er seinen Spruch, extra f\u00fcr sie gereimt!<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">\u201dSeht an ihr Leut&#8216;! Welch Augenweide, rotes Kleide, sch\u00f6n Geschmeide,<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a0sie m\u00f6cht ihm dienen ganz nach Lust mit ihrem sch\u00f6nen roten Mund<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a0und nimmt er dies, so findet er das Paradies,<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">wenn er mit k\u00fchnem Sprung, den Graben \u00fcberwund&#8230;\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dNun ist es aber genug, Haro!\u201d Das war die Tante Elbrig. &#8211; Alles lachte \u00fcber Haro Ayelts schl\u00fcpfrigen Vers. Schl\u00fcpfrig &#8211; aber passend.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dDu bist ein Raubein, Haro. Mit dir nimmt es noch einmal ein schlimmes Ende\u201d, sagte Folkmar Allena vers\u00f6hnlich und klopfte ihm die Schulter, w\u00e4hrend Adda err\u00f6tend vor Scham im Boden versinken wollte.<\/span><\/address>\n<address>\n<hr \/>\n<\/address>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4132 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt-300x148.jpg\" alt=\"018Rosen in der Auffahrt\" width=\"300\" height=\"148\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt-300x148.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/018Rosen-in-der-Auffahrt-1024x506.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Foelkes Liebesabenteuer<\/strong><\/span><\/h3>\n<address><span style=\"color: #800000;\"><strong>I<\/strong>mmer, wenn Ihmel tom Brook das Wort an seine sch\u00f6ne Tischdame richtete, bemerkte sie das merkw\u00fcrdige Glitzern seiner Augen. Foelke wusste nicht genau, ob das seine Art war, oder nur geschah, wenn er mit ihr sprach. Entz\u00fcckt versuchte sie, dieses seltsame Glitzern seiner Augen herauszufordern. Es wirkte angenehm erotisierend auf sie. Ein Spiel mit dem Feuer? Gewiss, aber ein unerh\u00f6rt mitrei\u00dfendes. Wenn Ihmel seinen Arm vertraulich um Foelkes Schultern legte, sie sanft an sich zog, empfand sie wohlig die warme Ausstrahlung seines K\u00f6rpers, und sie wehrte sich nicht einmal gegen seine Hand, wie sonst, wenn ein Mann sie umfassen wollte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">W\u00e4hrend nach alter Sitte das Trinkhorn kreiste, stieg die Stimmung. Das heisere Gr\u00f6len vieler M\u00e4nnerkehlen und helle Gel\u00e4chter der Frauenstimmen wurde immer lauter und ausgelassener.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Ihmel tom Brook aber besch\u00e4ftigte sich damit, Foelkes schmale G\u00fcrtellinie zu umfangen oder gar seine Hand \u00fcber die weiblich weiche Linie ihrer H\u00fcfte entlang zum Oberschenkel gleiten zu lassen. Und der z\u00e4rtliche Druck seiner kr\u00e4ftigen Finger geriet langsam zum fordernden Pressen. Dann und wann schmiegte Foelke ihren K\u00f6rper in seine Hand oder lie\u00df bedeutungsvoll ihre Finger mit sanftem Druck \u00fcber sein Knie gleiten. Das schickte sich nicht, sie wusste es. Aber, sie hatte ein Ziel vor Augen&#8230;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dWei\u00dft du, was f\u00fcr eine wunderbare Frau du bist?\u201d fragte Ihmel ganz nah an ihrem Ohr, so dass sein hei\u00dfer Atem ihre Wange streifte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dDas hat mir noch niemand gesagt, wie sollte ich es da wissen?\u201d entgegnete sie leise und f\u00fchrte den Becher an die Lippen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dNat\u00fcrlich wei\u00dft du es. Du wei\u00dft es doch, gib es zu, dass du es wei\u00dft\u201d, beharrte Ihmel.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dWenn du es sagst, wird es wohl so sein\u201d, antwortete Foelke mit feinem L\u00e4cheln.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Sie sah sein Gesicht vor sich, ganz nah dem ihren, hochrot vom Genever, mit kleinen Schwei\u00dfperlen auf der Stirn und bebenden Nasenfl\u00fcgel. Beim Sprechen h\u00fcpfte sein ausgepr\u00e4gter Gurgelknoten unruhig auf und ab.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dMagst du mich? Foelke, sag, magst du mich?\u201d dr\u00e4ngte Ihmel mit vibrierender Stimme als sie nicht sofort antwortete.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dIch glaube schon.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dEhrlich? Sag ehrlich, ob du mich magst.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dJa doch, ich mag dich.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dSehr? Magst du mich sehr? Noch viel mehr?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dVielleicht?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dDas hei\u00dft \u201aJa\u2019, nicht wahr? Sag doch, dass es ,Ja\u2019 hei\u00dft.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dIch wei\u00df nicht.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Es fiel ihr schwer, nicht \u2018Ja\u2019 zu sagen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Von neuem begann Ihmel sein Spiel. Er umklammerte ihre G\u00fcrtellinie, rieb sein Knie an dem ihren&#8230;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">,Mein Gott, wenn er nicht bald aufh\u00f6rt, werd\u2019 ich noch schwach\u2019, dachte Foelke verzweifelt. Aber ihr fehlte schon die Kraft, sich seinem Arm zu entwinden. Das z\u00e4rtliche Raunen seiner sanften Stimme an ihrem Ohr raubte ihr den Verstand.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dIch muss dich wiedersehen, Foelke. Ich muss! Nicht, wenn die andern dabei sind. Wir beide allein. &#8211; Werde ich dich wiedersehen?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dIch wei\u00df nicht, das liegt nicht bei mir.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dDu wei\u00dft nicht? Sag doch ,Ja\u2019 Foelke! Sag ,Ja\u2019! Du willst es doch auch oder nicht? Du willst doch, Foelke, sag ,Ja\u2019.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dNein.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dWas hei\u00dft ,nein\u2019? Du willst mich nicht wiedersehen?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dNein.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dDu willst nicht \u2018Ja\u2019 sagen? Ich verstehe, du willst nur nicht ,Ja\u2019 sagen. Aber du wirst noch ,Ja\u2019 sagen, eines Tages wirst du es tun. Vielleicht noch heute.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Da kam das Trinkhorn erneut zu ihr; ein herrliches St\u00fcck, mit purem Gold reich verziert und goldenem Standfu\u00df. Aber es entglitt Foelkes feuchten Fingern und der rote Wein ergoss sich \u00fcber ihr Kleid.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u00a0Oh Gott, wie peinlich! Und w\u00e4hrend Ihmel tom Brook sich b\u00fcckte, das Trinkhorn aufzuheben, sprang sie auf und eilte aus dem Saal.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Das k\u00fchle D\u00e4mmerlicht des Flures nahm sie auf. Nur noch eine Fackel am Ende des Ganges spendete d\u00fcrftiges Licht. Foelke lief den Gang hinunter, fort, nur fort&#8230; Vor sich selbst lief sie fort &#8211; oder hoffte sie, dass Ihmel tom Brook ihr folgte? Sie wusste es nicht, wusste nur eines: nie zuvor hatte ein Mann solch Feuer in ihr entfacht, nie zuvor&#8230; Selbst Folkmar Allena, den sie liebte, oder doch zu lieben glaubte, war das nicht gelungen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Sie eilte den Gang hinunter, hin zur rot z\u00fcngelnden Flamme der Fackel. Dort blieb sie stehen, presste die zitternden H\u00e4nde auf ihr flatterndes Herz, um sich zu beruhigen. Sie horchte. H\u00f6rte sie nicht eben rasche Schritte hinter sich? Sie wandte sich um. Nein, eine Sinnest\u00e4uschung, niemand, keine Menschenseele &#8211; \u00fcberreizte Nerven.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Pr\u00fcfend betrachtete sie ihr Kleid, putzte sinnlos daran herum. Nein, so lie\u00df sich der h\u00e4ssliche Rotweinfleck auf ihrem Scho\u00df nicht entfernen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dIch werde ihn in der K\u00fcche auswaschen m\u00fcssen\u201d, murmelte sie halblaut vor sich hin und ging zur\u00fcck in die andere Richtung des Flures, wo sie die Wirtschaftsr\u00e4ume wusste.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Ged\u00e4mpft durch die schwere Eichent\u00fcr drang dumpf wie Meeresbrausen der L\u00e4rm aus dem Prunksaal.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Wie dunkel es hier war! Sie h\u00e4tte doch die Fackel mitnehmen sollen. Vorsichtig tastete sie sich an dem rohen Gem\u00e4uer entlang, die feuchte K\u00fchle der Steine, die raue H\u00e4rte des hervorquellenden Muschelkalks in ihrer Handfl\u00e4che f\u00fchlend. Da! Was war das? Etwas Weiches&#8230; Foelke wollte aufschreien, aber harte Finger verschlossen ihren Mund. Wie eine Wildkatze wehrte Foelke sich gegen die kr\u00e4ftigen Arme, die sie eisern umschlossen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dWarum so widerspenstig, meine Sch\u00f6ne. F\u00fcrchtest du dich etwa vor mir?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dWie sollte ich mich nicht f\u00fcrchten &#8211; ich wusste ja nicht, wer so unversch\u00e4mt \u00fcber mich herf\u00e4llt!\u201d fauchte Foelke zur\u00fcck.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dAber jetzt wei\u00dft du es, nicht wahr? Und du hast nichts mehr dagegen?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Warme Lippen senkten sich auf ihren Mund, gaben sie nicht eher frei, als bis sie in heftiger Gef\u00fchlsaufwallung den Kuss erwiderte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201dSo ist es schon viel besser.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Der Mann dr\u00e4ngte sie in eine der Bettbutzen, die auf dem Flur in die W\u00e4nde eingelassen waren &#8211; zur Aufnahme von \u00dcbernachtungsg\u00e4sten. &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u00a0<\/span><\/address>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a0Das Deichgespenst<\/span><\/h2>\n<h4><span style=\"color: #800000;\"><strong>Dionysiustag Anno 1373 <\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>S<\/strong>eit Tagen wehte ein warmer S\u00fcdwestwind &#8211; ungew\u00f6hnlich f\u00fcr Oktober. Sonst toben um diese Jahreszeit schon Herbstst\u00fcrme \u00fcber das Meer und peitschen es, bis das Wasser br\u00fcllend gegen die Deiche schl\u00e4gt. &#8211; In diesem Jahr verhielt sich der Wettergott gn\u00e4diger. In Westeel bl\u00fchten noch die Rosen und schufen mit ihren rot leuchtenden Bl\u00fcten einen reizvollen Kontrast zu den gr\u00fcn bemoosten, niedrigen Strohd\u00e4chern. Schl\u00e4frig lag das Kirchspiel in der goldenen Herbstsonne. Auf der Dorfstra\u00dfe balgten sich kl\u00e4ffend ein paar struppige K\u00f6ter um einen Knochen, im aufwirbelnden Staub kaum noch auszumachen.Eine Gruppe Frauen ging zum Strand hinunter; blau und wei\u00df gestreifte Sch\u00fcrzen \u00fcber dunklen Wollkleidern; gro\u00dfe Strohh\u00fcte zum Schutz gegen die immer noch kr\u00e4ftige Sonne. Jede trug einen Korb voller Vesperbrote bei sich und einen Krug Bier. Schon von weitem sahen die Frauen auf der Deichkrone den H\u00e4uptling entlangreiten. Deutlich hoben sich Pferd und Reiter gegen den wasserblauen Himmel ab. Vom Pferder\u00fccken aus \u00fcberwachte L\u00fctet Manninga die Deicharbeiten. &#8211; Silberm\u00f6wen segelten schwerelos \u00fcber dem graugr\u00fcnen Meer, stritten sich kreischend um Beutefische. &#8211; Am Deich arbeiteten M\u00e4nner daran, die von W\u00fchlm\u00e4usen und Ratten untergrabenen und ausgeh\u00f6hlten Deichstrecken auszubessern und &#8211; wo n\u00f6tig &#8211; den Deich zu erh\u00f6hen.Als der H\u00e4uptling die sich n\u00e4hernden Frauen erblickte, hob er gr\u00fc\u00dfend die Hand. Aber die waren zu sehr damit besch\u00e4ftigt, aufeinander einzureden, als dass sie seinen Gru\u00df bemerkt h\u00e4tten. Schmunzelnd verzog Manninga die Mundwinkel. Wor\u00fcber sie wohl so eifrig schwatzten? Gewiss \u00fcber das \u2018Deichgespenst\u2019. Von nichts anderem war seit Tagen im Kirchspiel die Rede. &#8211; Es muss wohl recht eindrucksvoll gewesen sein, dieses \u2018Gespenst\u2019. Das ganze Seeland sprach davon. Manche erz\u00e4hlten, dass es ausgesehen habe wie der H\u00f6llenf\u00fcrst pers\u00f6nlich, mit gl\u00fchenden Augen und wehendem Schweif und einem Dreizack. Andere wussten es besser. Sie waren schlie\u00dflich hautnah dabei gewesen, als es das arme M\u00e4dchen bis zum Dorfkrug verfolgt hatte. Ganz in Wei\u00df sei das Gespenst gekleidet gewesen &#8211; wie es sich eben f\u00fcr ein richtiges Gespenst geh\u00f6rt &#8211; ganz in Wei\u00df also und es hatte den Kopf eines S\u00e4uglings. Aber wenn man ganz genau hinsah, dann l\u00f6ste es sich in Nebel auf. Zumindest hatte es mit Grabesstimme gerufen \u201eDeiche! Deiche!\u201d Ob es dabei mit der Sense gedroht hatte, war nicht mehr eindeutig herauszufinden. &#8211; Auch gab es Leute, die das Sielgespenst zwar nicht gesehen, aber umso deutlicher geh\u00f6rt hatten. Und nicht nur das, sie wollten sogar das f\u00fcrchterliche Schreien der Verdammten geh\u00f6rt haben, die &#8211; man sch\u00fcttelte erstaunt den Kopf &#8211; in der kommenden Flut ertrinken mussten. Eindeutig fest standen aber das schreckliche Schreien und das \u00fcberw\u00e4ltigende Gel\u00e4chter des H\u00f6llenf\u00fcrsten. Der Untergang drohte! Die b\u00f6sen Vorzeichen mehrten sich, waren deutlich, \u00fcberdeutlich. Wer wollte da noch zweifeln? Das musste wahrlich ein Narr sein!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Ein Narr war L\u00fctet Manninga freilich nicht, wenn ihn die \u2018Vorzeichen\u2019 auch ziemlich belustigten, besonders das \u2018Sielgespenst\u2019. Als er das \u2018Gespenst\u2019 n\u00e4mlich dort unten am Strand &#8211; er konnte von hier aus die Stelle gut sehen &#8211; mit der Nase im Sand gefunden hatte, war es alles andere als eindrucksvoll gewesen. Da war es nur ein ver\u00e4ngstigtes, schmutziges M\u00e4dchen, durchgefroren, mit blutverschmiertem Gesicht. &#8230;..<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a0<strong>Ritter Ocko daheim<br \/>\n<\/strong><\/span><\/h3>\n<div id=\"attachment_4128\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/020Gema\u0308lde-Baumblu\u0308te2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4128\" class=\"wp-image-4128\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/020Gema\u0308lde-Baumblu\u0308te2-300x225.jpg\" alt=\"020Gema\u0308lde Baumblu\u0308te2\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/020Gema\u0308lde-Baumblu\u0308te2-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/020Gema\u0308lde-Baumblu\u0308te2-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4128\" class=\"wp-caption-text\">Bl\u00fctentr\u00e4ume<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>R<\/strong>itter Ocko erlebte in diesen Tagen die Heimat wie ein Geschenk aus Gottes Hand. Der Klang der vielen Brookmerl\u00e4nder Glocken erinnerte ihn an die unz\u00e4hligen Sagen \u00fcber gestohlene Glocken, um derentwillen Krieg gef\u00fchrt worden war; Glocken, die durch ihr Gel\u00e4ut die Diebe verrieten. In der Fremde hatte er nie daran gedacht, und nun ersch\u00fctterte ihn der Glockenklang und erinnerte ihn an die italienischen Kampanile, an des Himmels strahlende Bl\u00e4ue, der Blumen schillernde Pracht des S\u00fcdens. Weicher, ged\u00e4mpfter durchwehte das Gel\u00e4ut die Heimat. Weniger intensiv leuchteten Ringelblumen und wilde Rosen, Klee und Butterblumen, Wollgras und Heidekraut, und doch schien ihm alles ungleich lieblicher als die verschwenderische Bl\u00fctenpracht Italiens.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Jetzt zog es Ocko oft in die Heide, ins Hochmoor. Gedankenverloren tr\u00e4umte er unter friesischem Himmel inmitten von duftendem Heidekraut und Insektensummen. Die Gegenwart mit all ihren Unw\u00e4gbarkeiten verlor sich f\u00fcr Augenblicke zwischen Vergangenheit und Zukunft in einem Meer von weichem, zartem Wollgrasflaum. Unter seinen nervigen H\u00e4nden beugten sich willig die Bl\u00fctenk\u00f6pfchen wie wei\u00dfe weiche Schafl\u00e4mmer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Ein gl\u00fcckliches, stilles Heimatgef\u00fchl durchstr\u00f6mte Ockos Seele. Gut, wieder daheim zu sein, daheim im Moor, das die Marschbewohner \u2018trostlos\u2019 nannten. Warum trostlos? Warum? Sind die silbrig schimmernden Pappeln, die zitternd-br\u00e4utlichen Birken trostlos? Oder etwa die Weiden, Wacholder, Ginsterb\u00fcsche? All die tausend und abertausend heilkr\u00e4ftigen Kr\u00e4uter und Pflanzen? Es erstaunte Ocko zuzeiten, dass er selbst einmal so vernichtende Worte gefunden hatte f\u00fcr die Heimat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Schilf-3.png\"><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-1993 alignright\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Schilf-3.png\" alt=\"Schilf-3\" width=\"170\" height=\"158\" \/><\/a>Gedankenvoll zerpfl\u00fcckte er eine Handvoll Torf zwischen den langgliedrigen Fingern. Wann mochten die darin vergangenen Pflanzen gelebt, g<\/span><span style=\"color: #800000;\">ebl\u00fcht, Samen getragen haben? Ein gro\u00dfer schwarzer K\u00e4fer fiel ihm in die H\u00e4nde, auch er gelebt und abgestorben wie so vieles Kleingetier.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Das Moor besitzt unergr\u00fcndliche Kr\u00e4fte und gewiss ist nicht alles nur Sang und Sage, was seit urdenklichen Zeiten berichtet wird von Wunder- und Zauberkr\u00e4ften, von merkw\u00fcrdigen, das Moor bev\u00f6lkernden Gnomen, Feen und Zwergenv\u00f6lkchen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Sein und Vergehen &#8211; wo sind sie n\u00e4her beisammen als im Moor?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Nicht <\/span><span style=\"color: #800000;\">selten ritt Ocko auf seinem sch\u00f6nen Schimmel \u2018Sarazene\u2019, begleitet von kl\u00e4ffender, springender Hundemeute, zur Leybucht. Tag f\u00fcr Tag, Flut f\u00fcr Flut vergr\u00f6\u00dferte das Meer die Bucht. Von Westeel stand nur noch die Kirchenruine und einige wenige k\u00fcmmerliche H\u00e4userreste. Hier hatte das Meer arg gewildert; auf der Seite vor Wirdum aber stark aufgeschlickt. Die Leybucht war in absehbarer Zeit nicht wieder einzudeichen, das verlorene Acker- und Weideland nicht zur\u00fcckzugewinnen. Man musste ein wachsames Auge auf die Zeichen der See werfen, den Verlauf der Priele beobachten, um zur rechten Zeit den neuen Deich zu setzen. &#8212;<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Ritter<\/strong> <strong>Ocko bei Gericht<\/strong><\/span><\/h3>\n<address><span style=\"color: #800000;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Pferdekopf-Kopie2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"  wp-image-4765 alignright\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Pferdekopf-Kopie2-219x300.jpg\" alt=\"Pferdekopf Kopie\" width=\"152\" height=\"208\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Pferdekopf-Kopie2-219x300.jpg 219w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Pferdekopf-Kopie2-746x1024.jpg 746w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Pferdekopf-Kopie2.jpg 1848w\" sizes=\"(max-width: 152px) 100vw, 152px\" \/><\/a>D<\/strong>er Wind treibt \u00fcblen Verwesungsgeruch vom Richtplatz her\u00fcber, und er tr\u00e4gt die heiser-grellen Schreie von Raubm\u00f6wen und Kr\u00e4hen mit sich. Schon l\u00e4ngst w\u00e4re Adda Folkmarsna geflohen, fort von diesem schrecklichen Ort, weit fort, wenn sie nicht h\u00e4tte warten m\u00fcssen wegen ihres r\u00fccksichtslosen und wenig ritterlichen Onkels. Sie friert &#8211; F\u00fc\u00dfe und H\u00e4nde sind schon fast abgestorben vor K\u00e4lte. Der Geruch von Verwesung und Blut erzeugt \u00dcbelkeit in ihr. Wann kommt der Oheim endlich? Will er sie hier erfrieren lassen? Das Warten zerrt an den Nerven. Sch\u00f6ffen und Richter werden ihm nicht freundlicher gesinnt, wenn er sie unn\u00f6tig aufh\u00e4lt.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Da &#8211; jemand ruft: \u201cRitter Ocko kommt!\u201d &#8211; Eine Kavalkade von zwanzig oder mehr Reitern prescht heran, rast mit unverminderter Geschwindigkeit ein Mal um die Freistatt. Dann z\u00fcgeln die Reiter abrupt ihre Pferde, springen aus den S\u00e4tteln. Allen voran des Ritters Herold in goldbesticktem, rotseidenem Tappert.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Wie eine Flut dr\u00e4ngen die Neugierigen n\u00e4her, den Ritter zu erleben. Und in der Tat, es ist ein Erlebnis wie er einherschreitet &#8211; Herr vom Scheitel bis zur Stiefelspitze; den Kopf hochgereckt, das Pelzbarett in der linken, seinen wei\u00dfen Richterstab in der rechten Hand. Unverkennbar, er genie\u00dft jeden Augenblick, den er so durch das Spalier seiner Getreuen geht, langsam &#8211; betont langsam. Was immer man ihm entgegenbringt, Bewunderung oder auch Emp\u00f6rung &#8211; er genie\u00dft es! &#8211; Und welch unerh\u00f6rte Vermessenheit! Ocko tom Brook erscheint in der Amtsrobe eines Richters! Nicht in seiner eigenen Robe, oh nein, in derjenigen seines Vaters; in der abgetragenen, uralten Robe seines Vaters!<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Rasch \u00fcberfliegt Adda &#8211; wie wohl die meisten Schaulustigen auch &#8211; die Anzahl von Ockos Getreuen. Ja, es sind nicht mehr als drei\u00dfig Mann, soweit feststellbar, aber auch nicht weniger &#8211; eben die h\u00f6chstzul\u00e4ssige Anzahl. Zwar tragen alle das kriegerische, im Scho\u00df ausgezackte Kettenhemd, den eisernen Helm und den wappenverzierten Schild, aber sonst sind sie offenbar unbewaffnet, genauso wie es das Gesetz erlaubt. &#8211; L\u00e4sst sich daraus der Schluss ziehen, dass der Oheim sich dem Gesetz zu beugen gedenkt? Adda wagt nicht, daran zu glauben.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Gelderen, Ockos Herold, schreitet dem Ritter voran. Sein mit dem brook\u2019schen Adler bestickter Mantel gl\u00e4nzt prachtvoll wie eine K\u00f6nigsrobe in der Mittagsglast. Wie eine brennende Kerze tr\u00e4gt er den wei\u00dfen Heroldsstab vor sich her, k\u00fcndigt mit blumigen Worten seinen Herrn an, entschuldigt sein Zusp\u00e4tkommen mit Krankheit einer nahe stehenden Person.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Der Ritter rafft l\u00e4ssig seinen langen, pelzgef\u00fctterten Mantel hoch, damit das alte, abgeschabte St\u00fcck nicht beschmutzt werde, ehe er die Stufen in den Ring hinauf geht.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Wer erwartet hat, Ocko tom Brook in pr\u00e4chtiger Ritterkleidung auftreten zu sehen, wird entt\u00e4uscht. Nun gut, jeder wei\u00df es: der Hauding soll im Zeichen der Demut allen Schmuck und jede Wehr ablegen, so verlangt es das Gesetz. &#8211; Allgemein hat man allerdings angenommen, der Ritter werde dagegen versto\u00dfen; mit diesem Habitus aber konnte niemand rechnen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Er befolgt die Vorschriften und spottet ihren gleichzeitig. Beides in einer einzigartigen, seiner durchaus w\u00fcrdigen Weise. Ockos Gehabe n\u00e4mlich ist alles andere als dem\u00fctig, so wie es Sitte und Gesetz verlangen. Im Gegenteil! Es hat den unbestreitbaren Anschein, als wolle Ritter Ocko die Herren Landesfriedensrichter auf ihre Pl\u00e4tze verweisen; auf Pl\u00e4tze, die seiner Ansicht nach weit unter seinem Rang liegen.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Alles h\u00e4lt den Atem an: Ritter Ocko betritt den Ring &#8211; unaufgefordert und ohne Erlaubnis, auf Schritt und Tritt gefolgt von seinem schneewei\u00dfen Hund, diesem riesigen Tier von der Gr\u00f6\u00dfe eines Kalbes!<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Besitzt der Vorsitzende den Mut, Ocko hinauszuweisen, ihm gar eine Bu\u00dfe aufzuerlegen? Hylo Attena tut es nicht! Freundschaftlich sch\u00fcttelt er Ockos dargebotene Hand: \u201cIch will Euch zugute halten, Ritter, dass Ihr lange in fremden Landen gelebt habt und mit den Gepflogenheiten unserer Gerichtsbarkeit nicht mehr so eng vertraut seid.\u201d Des Richters Stimme klingt freundlich aber bestimmt. \u201cIch darf Euch bitten, den Ring unverz\u00fcglich zu verlassen, Ritter. Die Zeit ist bereits weit fortgeschritten, und es liegt in unser aller Belang, die Sache, w\u00e4hrend der Ihr Euch hier befindet, in Angriff zu nehmen.\u201d Strahlend entbl\u00f6\u00dft Ocko seine makellosen Z\u00e4hne, nickt Richtern und Sch\u00f6ffen freundlich zu, legt herausfordernd sein Pelzbarett auf eine der Sch\u00f6ffenb\u00e4nke, schaut sich suchend nach einem geeigneten Ort f\u00fcr seinen Richterstab um, will ihn schlie\u00dflich an denselben eisernen Haken h\u00e4ngen, wo schon des Vorsitzenden Stab Platz gefunden hat. Aber da hebt Hylo Attena kopfsch\u00fcttelnd die Hand. \u201cNein? Nicht?\u201d fragt Ocko unschuldig. Hylo Attena l\u00e4chelt, sch\u00fcttelt abermals den Kopf. &#8211; \u201cSo soll ich ihn in der Hand halten, bis die Sitzung zu Ende gef\u00fchrt ist?\u201d &#8211; Ocko stellt sich dumm, denkt Folkmar Allena, er will Hylo Attena verunsichern, aber das wird ihm nicht gelingen. &#8211; Des Vorsitzenden Miene erstarrt: \u201cIch fordere Euch letztmalig auf, den Ring zu verlassen, Ritter.\u201d \u201cSo zwingt Ihr mich, meinen Richterstab niederzulegen\u201d, stellt Ocko tom Brook fest, indem er das umstrittene Utensil auf seinem Barett platziert. Nochmals Richtern wie Sch\u00f6ffen freundlich zul\u00e4chelnd, zieht Ocko sich erhabenen Schrittes vor die Dingschranke zur\u00fcck.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Das Volk staunt, kann sich nicht beherrschen vor \u00dcberraschung. Wen wundert es, dass Volksgemurmel ausbricht? Es hagelt Gerichtsbu\u00dfen wegen ungeb\u00fchrlichen Verhaltens. &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/span><\/address>\n<address>\n<hr \/>\n<\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Adda tom Brook nach der Schlacht von Loppersum auf der Burg Osterhusen<\/strong><\/span><\/h3>\n<\/address>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC09602.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1771 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC09602-300x225.jpg\" alt=\"DSC09602\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC09602-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC09602-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/h3>\n<address><span style=\"color: #800000;\"><strong>S<\/strong>turm peitsche Schneeregen \u00fcbers Land. \u00dcber Nacht war es empfindlich kalt geworden.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Jemand ber\u00fchrte Adda Folkmarsnas Schulter. Sie reagierte nicht. Wieder ber\u00fchrte jemand ihre Schulter, jetzt dr\u00e4ngender. Murrend drehte Adda sich weg. Nach einer Weile rief jemand verhalten: \u201cFrau, Frau! So h\u00f6rt doch! Frau!\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Man r\u00fcttelte sie energisch, bis sie erbost ausrief: \u201cWas soll das? Was f\u00e4llt dir ein? Mich anzufassen!\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Ein Knecht trat hastig zur\u00fcck, zog sich die speckige M\u00fctze vom Kopf, starrte versch\u00e4mt vor sich auf den mit gehackten Binsen bestreuten Fu\u00dfboden.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cWas willst du? Sprich!\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cIch will&#8230;, der Drost schickt mich&#8230; Habbo von der Westerburg&#8230; fragen soll ich was\u201d, stotterte eingesch\u00fcchtert der junge Kerl.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cWas sollst du fragen? Was?\u201d &#8211; \u201cWa&#8230;wa&#8230;was wir tun sollen, Herrin. Der Ritter hat Kampos Leiche aufgebahrt.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cKampos Leiche? Wo?\u201d &#8211; \u201cDrau\u00dfen, Herrin!\u201d &#8211; \u201cWo drau\u00dfen?\u201d &#8211; \u201cVorm Tor, unten vorm Tor.\u201d &#8211; \u201cVorm Tor? Kampos Leiche?\u201d &#8211; \u201cJa, Herrin.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cUnd warum kommst du mir damit? Geh zum H\u00e4uptling! Lass mich in Ruh\u2019 damit!\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cDer ist nicht da, Herrin.\u201d &#8211; \u201cNicht da? Wo ist er denn? Was soll das hei\u00dfen?\u201d &#8211; \u201cDass er nicht da ist.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cWas ist das f\u00fcr eine unversch\u00e4mte Antwort!\u201d herrschte Adda den Knecht ungehalten an. \u201cKannst du nicht ordentlich Auskunft geben wie jeder normale Mensch?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cJa, ja doch\u201d, der Knecht wich \u00e4ngstlich noch weiter zur\u00fcck. \u201cNur, der H\u00e4uptling ist wirklich nicht hier, nicht auf der Burg.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cAber mir wurde doch gestern berichtet, er sei hier!\u201d &#8211; \u201cDas kann nicht sein.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cNat\u00fcrlich kann das sein. Mir wurde gesagt, der H\u00e4uptling habe befohlen, \u2018befohlen\u2019 wurde mir gesagt, uns hier herauf in den Wehrturm zu bringen.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cDavon wei\u00df ich nichts, Herrin. Ich wei\u00df nur, er ist nicht da und gestern war er auch nicht da.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">&#8230; Nicht da&#8230; Folkmar nicht da&#8230; das konnte doch nicht wahr sein&#8230; Folkmar nicht da&#8230; So mochte er es befohlen haben, bevor er fortgegangen war&#8230;, so hatte Folkmar also damit gerechnet? Er hatte wohl mit allem gerechnet&#8230; Der neue Stand der Dinge verwirrte Adda Folkmarsna einigerma\u00dfen. Was sollte, was musste sie tun? Was war richtig, was falsch? Was erwartete man von ihr? Musste sie den Erwartungen gerecht werden oder nicht?<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cScher dich weg\u201d, brummte sie, ihren Missmut an dem Knecht auslassend. \u201cSieh zu, dass du fortkommst! Und sag\u2019 Habbo, ich k\u00e4me gleich.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Der Knecht machte sich eiligst davon, seinen Auftrag auszuf\u00fchren.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u2018Ohne Folkmar bin ich arm wie eine Laus\u2019, dachte Adda traurig.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Um Abstand von all dem zu gewinnen, betrachtete erst einmal eingehend ihre Umgebung.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Das Turmzimmer war d\u00fcster und klein wie eine M\u00f6nchszelle. Die W\u00e4nde sauber verputzt, gewei\u00dft und mit Rehfellen beh\u00e4ngt. Ein pr\u00e4parierter Eberkopf blickte feindselig auf Adda herab. Die armselige Holzpritsche knarrte und \u00e4chzte als wollte sie zusammenbrechen, als Adda sich auf ihren Rand setzte. Gegen\u00fcber die Schie\u00dfscharte, verstopft mit Stroh und Lumpen, lie\u00df so gut wie gar kein Licht herein. Das herunterbaumelnde Stroh bewegte sich lautlos im Luftzug. Darunter eine Holztonne, bis zum Rande mit Wasser gef\u00fcllt. Eine Sch\u00f6pfkelle und ein h\u00f6lzerner Napf hingen mit einer Lederschnur daran. Daneben eine niedrige T\u00fcr, wahrscheinlich zum \u2018heimlich Gemach\u2019 f\u00fchrend. Das erinnerte Adda an ihre teuflische Verstopfung. Gleich heute musste sie Backpflaumen in Wasser einweichen&#8230;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Beide Unschlittkerzen auf den rechts und links neben der Feuerstelle herausragenden Kragsteinen flackerten unruhig, als wollten sie jeden Augenblick ver-l\u00f6schen, genauso wie die sp\u00e4rliche Glut, auf welche Adda vorsichtig ein wenig gehackte Binsen streute. Die Binsen flammten auf, und Adda nahm noch ein paar H\u00e4nde voll vom Fu\u00dfboden, warf sie in die Flammen, um das Feuer wieder in Gang zu bringen. &#8211; Teufel! Eisig der Fu\u00dfboden. Adda suchte ihre Stiefel unter der Pritsche. \u2013<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Nichts zu finden. Weder Fu\u00dflappen noch Stiefel noch irgendwelche Latschen oder Holzpantoffeln.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">W\u00fctend rief Adda nach Bedienung. &#8211; Die sch\u00fcchterne kleine Person von Magd hatte offenbar schon vor der T\u00fcr gewartet, so schnell war sie zur Stelle.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cMeine Stiefel sind weg! Ich will meine Stiefel haben!\u201d giftete Adda, den freundlichen Gru\u00df der Magd \u00fcberh\u00f6rend.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cEure Stiefel, Herrin, Eure Stiefel&#8230;\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cWas ist damit? Ich will sie haben! Sofort! Bring sie gef\u00e4lligst her und zwar schnell!\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cEure Stiefel, Herrin, Eure Stiefel&#8230;\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cDu dumme Person! Wei\u00dft du nicht wo meine Stiefel sind?\u201d schalt Adda ungerecht. &#8211; Verdammt &#8211; ihre F\u00fc\u00dfe schmerzten, waren geschwollen wie nie. Die Anstrengungen der Flucht&#8230; ihre Schwangerschaft&#8230;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cEure Stiefel, Herrin, sind kaputt, zerschnitten&#8230;\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cZerschnitten? Was soll das? Wer hat das getan? Ich lasse ihn auspeitschen, im Kerker verhungern!\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">Mutig nahm das M\u00e4dchen ihr Herz in beide H\u00e4nde: \u201cIch habe das getan, Herrin. Eure F\u00fc\u00dfe, sie sind so geschwollen gewesen. Wir konnten die Stiefel nicht von Euren F\u00fc\u00dfen ziehen, und das mussten wir doch, weil&#8230; das Blut staut sich doch&#8230; und&#8230;\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cGeschwollen? Meine F\u00fc\u00dfe? Ach ja, so bring mir anderes Schuhwerk und hole Feuertorf. Ich erfriere fast.\u201d Das klang entschuldigend, und sie dr\u00fcckte der Magd den leeren Weidenkorb in die Arme. \u201cHalt, wart noch. Sag, ist mein lieber Schwager, Haro Allena, nicht hier?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cNein, Herrin. Man sagt, er ist tot, gefallen hei\u00dft es.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cTot? Mein Gott, er auch? Ich kann\u2019s nicht glauben&#8230; und die H\u00e4uptlinge Gerold Beninga von Grimersum, Haitet von Groothusen, Affo Beninga von Pilsum?\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cDas wei\u00df ich nicht, Herrin. Hisko Abdena sah ich und den Drosten von der Westerburg &#8211; den Habbo &#8211; Foelke Kampanas Bruder\u201d, beschied die Magd sch\u00fcchtern und knickste in einem fort.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cGut, du kannst gehen. &#8211; Ach nein, warte. Bring f\u00fcr meine kleinen Langschl\u00e4fer und f\u00fcr mich frische W\u00e4sche und Kleidung und richte uns einen Badezuber.\u201d Vers\u00f6hnlich l\u00e4chelte Adda: \u201cIch habe dir Unrecht getan.\u201d<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #800000;\">\u201cJa, nein, bitte&#8230;\u201d verwirrt zog die Magd sich zur\u00fcck. &#8230;&#8230;&#8230;<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address>\n<hr \/>\n<\/address>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Lesen macht Spa\u00df!<\/span><\/h3>\n<p>Der US-amerikanische K\u00fcnstler Jan ten Broeke schrieb mir dazu (\u00dcbersetzung):<\/p>\n<p>&#8222;Mein Bruder Dirk ten Broeke schickte mir einen Artikel aus der Februar-Ausgabe des Ostfriesland Magazins \u00fcber den historischen Roman, den Sie \u00fcber &#8218;&#8230; die tom Brook \u2026&#8216; geschrieben haben. Die Ausz\u00fcge, besonders die Poesie wurden so lebendig und fl\u00fcssig geschrieben, dass ich gern das Buch &#8222;verschlingen&#8220; w\u00fcrde. Wir waren schon lange an der Geschichte des ber\u00fchmten Keno ten Broeke (= Keno tom Brok) und seiner Nachkommen interessiert&#8230;&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<h3><span style=\"color: #800000;\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gisela-Bohemann-Kopie.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3258 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gisela-Bohemann-Kopie-300x224.png\" alt=\"Gisela Bohemann Kopie\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gisela-Bohemann-Kopie-300x224.png 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gisela-Bohemann-Kopie-1024x764.png 1024w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gisela-Bohemann-Kopie.png 1272w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/h3>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_5125\" style=\"width: 166px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Gunda-Kopie2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5125\" class=\"  wp-image-5125\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Gunda-Kopie2.jpg\" alt=\"Gunda Kopie2\" width=\"156\" height=\"170\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5125\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Hinweis zum Downloaden der &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Alle B\u00fccher (Ban I &#8211; IV)\u00a0 zum Downloaden: <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\"> Chroniken-tom-Brook-Das-Erbe-<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Band II: <a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Band III\u00a0 &#8222;Chroniken der tom Brook &#8211; Piraten&#8220; bei Hugendubel, Kobo pp.<\/strong><\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>Bilder: Gunda v. Dehn<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung 05.10.2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a9 &#8211; Gunda v. Dehn &#8222;Meereszauber&#8220; Leseprobe CHRONIKEN DER TOM BROOK &#8211; Band I Adda tom Brook &#8211; Flucht ins Moor Sie wandten sich dem Moor zu. Dort konnten Hunde die Spur nur schwer verfolgen und es gab viele M\u00f6glichkeiten, sich im Auwald zu verbergen. Irgendwo hier auf dem schwankenden Grund musste ein Sprickelweg durch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":21,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"side-navigation.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1599","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1599","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1599"}],"version-history":[{"count":129,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1599\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6912,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1599\/revisions\/6912"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1599"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}