{"id":152,"date":"2014-04-08T16:17:27","date_gmt":"2014-04-08T14:17:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=152"},"modified":"2023-10-05T22:16:04","modified_gmt":"2023-10-05T20:16:04","slug":"keno-ii-der-sohn-und-die-hansa","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/die-tom-brok\/keno-ii-der-sohn-und-die-hansa\/","title":{"rendered":"Keno II. &#8211; der Sohn &#8211; und die Hansa"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-152-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/08-Meereszauber-2.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/08-Meereszauber-2.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/08-Meereszauber-2.mp3<\/a><\/audio>\n<h5 style=\"text-align: right;\" align=\"left\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a9\u00a0&#8211; Gunda von Dehn &#8222;Meereszauber&#8220;<\/span><\/h5>\n<div id=\"attachment_5932\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Meeresku\u0308ste2.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5932\" class=\"   wp-image-5932\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Meeresku\u0308ste2-1024x768.png\" alt=\"Meeresku\u0308ste2\" width=\"430\" height=\"323\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Meeresku\u0308ste2-300x225.png 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Meeresku\u0308ste2-1024x768.png 1024w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Meeresku\u0308ste2.png 1063w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5932\" class=\"wp-caption-text\">G. v. Dehn &#8211; Meereszauber<\/p><\/div>\n<h2 style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\" align=\"left\"><span style=\"color: #800000;\"><b>Keno II. und die Hansa<\/b><\/span><\/h2>\n<h3 style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\" align=\"left\"><span style=\"color: #993300;\"><strong><em>Die Hansa \u201ereinigt\u201c die Ostsee von Seer\u00e4ubern<\/em><\/strong><\/span><\/h3>\n<p align=\"left\">Auf dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Hansetag in Nykj\u00f6bing vom <b>Sept. 1399<\/b><\/span>, beschloss man, an die Heger der Piraten, so an Keno II., Briefe mit der Aufforderung zu schreiben, die Seer\u00e4uber aus ihren Landen zu vertreiben. Keno II. kam dem Verlangen der Hanse vorerst nach, zog dann aber doch wieder Piraten an sich.<\/p>\n<p align=\"left\">Auf dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Hansetag zu L\u00fcbeck am <b>2. Februar 1400<\/b> wurde <\/span>\u00fcber Ma\u00dfregeln beraten, die man gegen die Seer\u00e4uber und ihren Besch\u00fctzer Keno II. ergreifen wollte. Da erschien Almer, Kenos Kaplan, und erkl\u00e4rte im Namen seines Herrn, dass dieser bereit sei, die Piraten zu entlassen, falls man ihm verzeihe. Das geschah, denn Mitte M\u00e4rz sah man in den brook\u2018schen Landen keine Seer\u00e4uber mehr.<\/p>\n<p>Aufnahme fanden die Vertriebenen bei <span style=\"text-decoration: underline;\">Hisko Abdena von Emden<\/span>, Kenos Erzfeind, der durch sie seine Macht st\u00e4rkte. Dadurch geriet Keno II. in eine arge Klemme. Aus seiner durchaus begr\u00fcndeten Furcht vor der Hansa hatte er einen Gegner gest\u00e4rkt, der jeden Tag in das benachbarte Brookmerland einbrechen konnte. Kein Wunder, dass man den Hamburgern bald meldete, Keno II. sei entschlossen, erneut Seer\u00e4uber aufzunehmen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Keno II. tom Brok<\/strong> schlie\u00dft mit <strong>Albrecht von Holland (Herr von Friesland)<\/strong> einen neuen Lehnvertrag,<\/span> steht also unter dem Schutz des Herzogs. Insofern darf <strong>Keno<\/strong> \u2013 als Vasall des Herzogs \u2013 nicht ohne Billigung des Herzogs Seer\u00e4uber dingen.\u00a0 &#8211; Keno zieht erneut Piraten an sich. Das war sicherlich keine leichte, aber eine notwendige Entscheidung.<\/p>\n<p>Hamburg und L\u00fcbeck r\u00fcsten eilig Schiffe aus, um die Seer\u00e4uber auszumerzen und die aufm\u00fcpfigen H\u00e4uptlinge zu strafen. Die Hansa betrachtet alle Piraten\u00a0 als Friedensbrecher, die sie in Selbstjustiz verfolgen und aburteilen darf. Am <b>22. April 1400<\/b> verl\u00e4sst die hansische Flotte Hamburg in Richtung Ostfriesland.<\/p>\n<p><b>5.5.1400: 11<\/b> Koggen (950 Mann) greifen die Likedeeler in der Osterems an. 80 Mann der Likedeeler werden sofort get\u00f6tet, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen fliehen k\u00f6nnen. 4 Piratenschiffe entkommen nach Marienhafe\/Upgant.<\/p>\n<p>Ist gerade ablaufend Wasser als die Freedekoggen angreifen? Es wird berichtet, dass Piratenschiffe auf Sandb\u00e4nke auflaufen. Wie das? Die Piraten wussten, wo Untiefen drohten. Dennoch l\u00e4uft ein Teil auf Sandb\u00e4nke auf. Absichtlich? Wollten sie die Freedekoggen veranlassen, ihnen zu folgen, um dann bei Ebbe \u00fcbers Watt anzugreifen? Oder wollten sie die hansischen Freedekoggen so auf Abstand halten, die wegen gr\u00f6\u00dferen Tiefgangs fr\u00fcher aufsa\u00dfen? &#8211; Es ist kaum denkbar, dass die Freedekoggen nicht mit schweren Gesch\u00fctzen best\u00fcckt waren. Und waren es keine Arkeleien, dann doch zumindest Katapulte. Allein Wurfsteine und metallene Rammsporne bringen unglaublich viel Gewicht. &#8211; Spekulierte man darauf, dass bei einsetzender Flut die Kaperschiffe rascher aufschwimmen und fortsegeln konnten, w\u00e4hrend die schwer beladenen, beh\u00e4bigen Freedekoggen sp\u00e4ter freikommen w\u00fcrden? Den Tiefgang konnten die erfahrenen Piraten leicht absch\u00e4tzen. Hoffte man, die Freedekoggen w\u00fcrden abdrehen? Die b\u00f6se \u00dcberraschung f\u00fcr die Likedeeler war, dass ein Drittel der hansischen Besatzung aus Armbrustsch\u00fctzen bestand. Da n\u00fctzte der relativ geringe Abstand nichts mehr. Dadurch waren sie den Likedeelern, die auf Nahkampf spezialisiert waren, enorm \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Bezeichnend ist, dass die Hansa nicht unterschied zwischen Vitalienbr\u00fcdern und Likedeelern. Wie die Hansen mit den &#8222;seroveren&#8220; verfuhren, zeigt der Bericht der hansischen Schiffskommandanten:<\/p>\n<p>&#8222;Am 22. April segelten wir von Hamburg ab und kamen am 5. Mai in die Westerems. Am selben Tag vernahmen wir, dass Vitalienbr\u00fcder in der Osterems waren. Dorthin schickten wir unsere Freunde, und es half uns Gott, als wir einen Teil von ihnen schnell in unsere Gewalt brachten. Achtzig von ihnen wurden get\u00f6tet und \u00fcber Bord geworfen. Die anderen flohen ans Land. Dann jagten unsere Freunde 18 Vitalienbr\u00fcder bis zu einem Schloss eines Friesen, der hie\u00df Hare in de Grete (Anm.: <span style=\"text-decoration: underline;\">Haro Edzardsna von Greetsiel, <\/span>der Sohn von Edzard Circsena und Doda geb. tom Brok, also Kenos Vetter). Mit dem verhandelten wir, bis er sie uns \u00fcberantwortete. Au\u00dferdem \u00fcbergab uns ein anderer Friese vier Vitalienbr\u00fcder, danach fielen uns noch drei in die H\u00e4nde. Diese 25 wurden am 11. Mai gerichtet. Am 18. Mai wurden neun Vitalienbr\u00fcder gerichtet, danach zwei.&#8220;<\/p>\n<p>(Anm.: Unter den Enthaupteten war auch Kurt, der illegitime Sohn des Grafen von Oldenburg. Die sog. &#8222;Verhandlungen&#8220; bestanden aus Drohungen gr\u00f6bster Art, von Morddrohungen, Geiselnahmen bis hin zum Abbrennen von H\u00e4usern und Pl\u00fcnderungen in der Umgebung, also \u00dcberf\u00e4lle auf die Untertanen der H\u00e4uptlinge. Die Hansen behandelten nicht nur die Piraten menschenunw\u00fcrdig, um es vorsichtig\u00a0 zu formulieren.)<\/p>\n<p>Am <b>6.5.1400, <\/b>einen Tag sp\u00e4ter erst, landen die Hanseschiffe in Emden an, wo die Hanseaten von dem <b>Probst Hisko<\/b> aufs Freundlichste empfangen werden. Er stellt ihnen Schloss und Stadt zur Verf\u00fcgung und erkl\u00e4rt sich bereit, jegliche Hilfe, die man von ihm verlangen werde, sofort zu leisten. Durch dieses Entgegenkommen gewinnt er die Schiffshauptleute f\u00fcr sich, so dass diese hier alles in Ordnung glauben. Hisko hatte zwar Piraten an sich gezogen, weswegen Keno II. dies im Gegenzug auch tun musste, diese sind aber aus Emden abgezogen, denn vermutlich war Hisko rechtzeitig gewarnt worden. Zu jener Zeit geht es um seinen Kopf, weil er selbst Piraten aufgenommen hat und es liegt nahe, dass der Bischof von M\u00fcnster als\u00a0 Hiskos Dienstherr aktiv geworden ist, da Hisko das &#8222;<span style=\"color: #ff0000;\">Blutgericht<\/span>&#8220; an die Hansen abgetreten hat. Das konnte er nicht ohne Genehmigung des Bischofs tun.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Heer2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"  wp-image-6275 alignleft\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Heer2-300x300.jpg\" alt=\"Heer2\" width=\"145\" height=\"145\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Heer2-66x66.jpg 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Heer2-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Heer2-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Heer2.jpg 342w\" sizes=\"(max-width: 145px) 100vw, 145px\" \/><\/a><strong>&#8211; Larrelt<\/strong> (nahe Emden) f\u00e4llt rasch in hansische H\u00e4nde.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Enno Haytadisna<\/strong> (So. von Edzard Circsena u. Doda tom Brok = er nennt sich auch Beninga, weil er Gela von Manslagt geheiratet hat, die Erbtochter von Haitet Beninga) muss der Hanse seine <span style=\"color: #800000;\">Burg Larrelt<\/span> \u00fcbereignen. (Das Wappen von Manslagt\u00a0 enth\u00e4lt einen Helmwulst mit einem Band von sogenannten &#8222;Maclas&#8220;, das sind auf der Spitze stehende Kristalle.)<strong><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"  alignright wp-image-6273\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht3-300x148.jpg\" alt=\"Landsknecht3\" width=\"162\" height=\"80\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht3-300x148.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht3.jpg 613w\" sizes=\"(max-width: 162px) 100vw, 162px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Ebenso f\u00e4llt <strong>Faldern<\/strong> (in unmittelbarer N\u00e4he von Emden) rasch in hansische H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Haro von Gro\u00df-Faldern (Ehemann von Elbrig tom Brok, Ritter Ockos Schwester) muss die Burg Faldern der Hanse ausliefern. &#8211; <strong>Larrelt<\/strong> und <strong>Faldern<\/strong> werden dem Probst <span style=\"color: #800000;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Hisko Abdena<\/span> <\/strong><\/span>von Emden anvertraut! Ein Fehlgriff der Hansischen? Verkennen die Hansischen die politischen Verh\u00e4ltnisse oder ignorieren sie diese? Besteht gar die Vereinbarung: &#8222;Ihr tut mir nichts und d\u00fcrft im Gegenzug das &#8222;<span style=\"color: #ff0000;\">Blutgericht<\/span>&#8220; aus\u00fcben&#8220;? Sehr gut m\u00f6glich, denn die Kommunikation zwischen den vielen Kl\u00f6stern funktionierte hervorragend. Der Bischof von M\u00fcnster, Graf Otto von Hoya, muss informiert gewesen sein \u00fcber die Invasion der Hansen und wenn nicht durch den Erzbischof von Bremen, Otto II. Herzog von Braunschweig-L\u00fcneburg, dann durch die Klosterbr\u00fcder.<\/p>\n<p>&#8211; Unterdessen sind die Likedeeler auf der Flucht. Wohin?<\/p>\n<p>Im Osten grenzt <strong>Loppersum<\/strong> an das &#8218;Gro\u00dfe Meer\u2018. Von dort aus (Folkmar Allenas Besitz) kann man nicht mit einem gro\u00dfen Schiff fliehen, denn das Tief verbindet damals Loppersum mit Emden, die Hansen k\u00f6nnen die Zufahrt nach Emden sperren; <strong>Osterhusen<\/strong> ist durch die Nahe mit der Ems verbunden und ebenfalls leicht durch die Hanse zu kontrollieren!<\/p>\n<p>Wenn <span style=\"color: #800000;\"><strong>St\u00f6rtebeker<\/strong><\/span> zu <strong><span style=\"color: #800000;\">Enno Circsena<\/span><\/strong> nach <b>Larrelt<\/b> geflohen ist, wie es hei\u00dft, dann f\u00fchrte sein Weg sicher von dort aus weiter nach <b>Loquard<\/b>. Die Ems floss hart an <span style=\"text-decoration: underline;\">Larrelt<\/span> vorbei. H\u00e4tte <span style=\"color: #800000;\">St\u00f6rtebeker<\/span> von Larrelt aus \u00fcber die Ems fliehen wollen, so w\u00e4re dies vermutlich an der Ems-\u00dcberwachung der <span style=\"color: #800000;\">Hansa<\/span> gescheitert. Die Hansischen werden ebenfalls die gro\u00dfen Einfahrten (Buchten) gesperrt haben.<\/p>\n<p>Das <b>Larrelter<\/b> <b>Siel<\/b> aber m\u00fcndete mit dem <b>Loquarder<\/b> <b>Maar<\/b> ins <b>Twixlumer <\/b>Tief (Maare gibt es von Rysum bis Groothusen und Woquard. Sie laufen bei den Camper Tillen und Doodsh\u00f6rn trichterf\u00f6rmig zusammen und haben von hier aus einen Abfluss durch das sog. Reittief bzw. die \u201eAlte Ehe\u201c zum Larrelter Siel gehabt). Diese Wasserverbindungen kommen unter Umst\u00e4nden als Fluchtweg f\u00fcr die Likedeeler infrage (zu ber\u00fccksichtigen sind Tideabh\u00e4ngigkeit, g\u00fcnstiger Wind und Tiefgang der Schiffe und die damalige Dollartausdehnung).<\/p>\n<p>Erst am <b><span style=\"text-decoration: underline;\">14. Juni 1400<\/span><\/b> gelingt es den Hamburgern, das entlegene <b>Loquard<\/b> zu erobern und die Burg zu zerst\u00f6ren. Da ist G\u00f6deke Michels mit 200 Mann l\u00e4ngst au\u00dfer Reichweite! Hier bestand also die M\u00f6glichkeit, durch das Loquarder Tief zu entkommen! Und zwar mit Schiffen, die weniger als 4 Fu\u00df Tiefgang hatten, sog. Loogschiffen. Maare sind nur 15 Fu\u00df breit und 4 Fu\u00df tief. Bei Niedrigwasser nat\u00fcrlich weniger. Von Loquard aus gab es nur eine Maar zum Twixlumer Tief! Von dort aus konnte man ein gr\u00f6\u00dferes Schiff benutzen.<\/p>\n<p><b>Loquard<\/b> wird am 14.6.1400 von den Hamburgern (Hanse) zerst\u00f6rt. (Das Dorf liegt in der Tiefschleife und ist an 3 Seiten von Wasser umgeben. Innerhalb der Tiefschleife stand die Burg) Der H\u00e4uptling <strong><span style=\"color: #800000;\">Sibrand<\/span><\/strong>, verh. mit <span style=\"color: #800000;\">Tetta<\/span> +1426, (<span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">Kenos Schwester<\/span> &#8211; Tochter von Foelke und Ritter Ocko tom Brok) hatte dem <span style=\"color: #800000;\"><strong>G\u00f6decke Michels<\/strong><\/span>\u00a0mit 200 M\u00e4nnern die Flucht nach Norwegen erm\u00f6glicht! (Anm.: der Name \u201eG\u00f6decke\u201c taucht Anfang des 16. Jh. auch in der Glockengie\u00dferfamilie Klinghe aus Groningen auf)<\/p>\n<p>Vermutlich kann man den Eroberungsweg der Hansen nachvollziehen, n\u00e4mlich an der Deichlinie entlang, denn dort gab es gut ausgebaute Stra\u00dfen (zwei Wagen konnten aneinander vorbeifahren), dies hatte seine Ursache im Deichbau und u. a. auch, um bei Sturmflut bzw. Deichbruch rasch reagieren und agieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vier Schiffe sollen nach Marienhafe entkommen sein. Marienhafe\/Upgant geh\u00f6rt Keno II., der gerade wieder Likedeeler an sich gezogen hatte, um sich gegen Hisko und seine Verb\u00fcndeten verteidigen zu k\u00f6nnen. <strong><span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span><\/strong> ist\u00a0 angesichts der hansischen Bedrohung sicher nicht daran gelegen, die geflohenen Likedeeler zu beherbergen. Es ist also opportun, Spuren zu verwischen. \u00dcberdies sollen die &#8211; wom\u00f6glich gekaperten &#8211; Schiffe nicht als Beweise in die H\u00e4nde der Hanse fallen.<\/p>\n<p>Es sollen diese<span style=\"text-decoration: underline;\"> 4 Schiffe<\/span> in Upgant mit Hilfe <strong>Folkmar Allenas<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">verbrannt<\/span> worden sein. In diesem Fall hat Folkmar Allena sich auf einem der Fluchtschiffe befunden. In dieser brisanten Lage bietet sich f\u00fcr <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span> als einzige M\u00f6glichkeit an, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, Schulterschluss mit <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> zu \u00fcben. Da <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span> Likedeeler aufgenommen hat, kann er sich ausrechnen, dass er auf der Henkersliste der Hanse steht, denn die Hanse bedroht jeden friesischen H\u00e4uptling, der es wagen sollte, Likedeeler aufzunehmen, mit dem Tode. Die Hansen hatten den H\u00e4uptlingen ja schon 1396 empfohlen, die &#8222;Vitalier&#8220; aus dem Land zu jagen, H\u00e4fen und Burgen zu verschlie\u00dfen, die Anf\u00fchrer zu ergreifen und vom Leben zum Tode zu verholen und bei Zuwiderhandlung gedrohte, &#8218;<em>mit Gottes Beistand<\/em>&#8218; gegen die Misset\u00e4ter und ihre Heger zu ziehen. <i><br \/>\n<\/i><\/p>\n<p><b>12. &#8211; 26. Mai 1400 <\/b>Strafgericht der Hamburger und L\u00fcbecker <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Schiffshauptleute<\/span> <\/span>im Franziskaner-Kloster Faldern (Emden) \u00fcber die mit den Likedeelern verb\u00fcndeten H\u00e4uptlinge.<b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Am<b> 12. Mai erscheinen Keno II. <\/b>und<b> Folkmar Allena <\/b>dort. <strong><span style=\"color: #800000;\">Keno II.<\/span><\/strong> wird beschuldigt, sein Versprechen nicht gehalten und den Handelsleuten gro\u00dfen Schaden zugef\u00fcgt zu haben. <span style=\"color: #800000;\">Keno tom Brok<\/span> bestreitet diese Anschuldigungen, aber die St\u00e4dte verlangen, dass er sein <span style=\"color: #800000;\">Schloss zu Aurich<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span> seine <span style=\"color: #800000;\">Burg zu Osterhusen<\/span> hergeben soll. Diese Forderungen gestehen die H\u00e4uptlinge nicht zu, sondern nehmen sich bis zum <b>15. Mai <\/b>Bedenkzeit zur Kl\u00e4rung, denn ohne Einverst\u00e4ndnis ihres Lehnsherren, Albrecht Graf von Holland, d\u00fcrfen sie das nicht.<\/p>\n<p>Am selben <b>12. Mai <\/b>werden auch Versuche gemacht, <span style=\"color: #ff0000;\">Frieden<\/span> zwischen <span style=\"color: #800000;\">Hisko<\/span> und seiner Partei auf der einen und <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span> auf der anderen Seite zu vermitteln. In Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung glaubt die <span style=\"color: #800000;\">Hansa<\/span>, dem Seer\u00e4uberwesen damit den Boden entziehen zu k\u00f6nnen, \u00fcbersehen dabei aber, dass weitaus st\u00e4rkere M\u00e4chte die politische Lage bestimmen, n\u00e4mlich der Streit der <span style=\"color: #800000;\">Vetkoper<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Schieringer<\/span>, der <span style=\"color: #800000;\">Freiheitskampf der Friesen<\/span> jenseits der Ems sowie <span style=\"color: #800000;\">Graf Albrecht von Holland<\/span>, der \u201aHerr von Friesland\u2019, der seine Macht festigen und die Friesen endlich unterwerfen will, dazu noch der <span style=\"color: #800000;\">Bischof von Utrecht<\/span>, der seinen Anspruch auf die <span style=\"color: #800000;\">Drenthe<\/span> durchsetzen will. Friedensversprechen, selbst mit Brief und Siegel, helfen nicht, die Lage zu entflechten. <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span> sind beispielsweise durch ihren Lehnvertrag an Herzog Albrecht von Bayern gebunden, der die Niederwerfung der Stadt Groningen verfolgt und dr\u00fcckend tangiert ist vom B\u00fcrgerkrieg der Cods und Hooks, die holl. Parteien der B\u00fcrger und Nobiles.<\/p>\n<p>Wieder verlangt man die \u00dcbergabe von <span style=\"color: #800000;\">Aurich<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Osterhusen, <span style=\"color: #000000;\">die<\/span> Sitze <span style=\"color: #000000;\">der beiden H\u00e4uptlinge<\/span><\/span>. <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span> verlangen erneut Frist, die ihnen auch zugestanden wird. Am <b>15.5.1400<\/b> lehnen die H\u00e4uptlinge ab!<\/p>\n<p>Wieder Verhandlungen \u2013 eine volle Woche. Nun sollte ein Schiedsgericht von 4 M\u00e4nnern, die das alte frs. Recht wohl verst\u00fcnden, eingesetzt werden. Die strittigen Punkte sollten <b>am 25. Juli 1400<\/b> entschieden werden. Wenn den Schiedsrichtern kein Erfolg beschieden w\u00e4re und sie noch nicht alles ins Reine gebracht h\u00e4tten, sollte sp\u00e4ter den Rat der Stadt Groningen hinzugezogen werden. Das ist grotesk, denn der Groninger Rat ist ja selbst in die K\u00e4mpfe involviert und keineswegs neutral.<\/p>\n<p>Das Resultat bedeutet aber, dass die H\u00e4uptlinge sich dahingehend durchgesetzt haben, dass die Hanse sich nicht l\u00e4nger \u00fcber altes friesisches Recht und Gesetz hinwegsetzt. Ein Teil der Piraten wurde ja kurzerhand gek\u00f6pft, aber an die H\u00e4uptlinge als Landesherren wagen die Hansen sich doch nicht so r\u00fcde heran. Es besteht Rechtsunsicherheit bzw. sie haben kein Recht, die H\u00e4uptlinge und deren Untertanen abzuurteilen. <strong>Keno II.<\/strong> selbst untersteht dem <strong>Herzog Albrecht, Graf von Holland<\/strong> und mit <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> auch dessen Vasallen (Aftervasallen wie z.B. <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span>).<a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"  wp-image-6280 alignright\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht1-300x253.jpg\" alt=\"Landsknecht1\" width=\"167\" height=\"141\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht1-300x253.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Landsknecht1.jpg 340w\" sizes=\"(max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die strittigen Punkte sollen nun <b><span style=\"text-decoration: underline;\">am 25. Juli 1400<\/span><\/b> entschieden werden. Wenn dann das Schiedsgericht noch nicht alles ins Reine gebracht h\u00e4tte, w\u00fcrde man sp\u00e4ter den Rat der Stadt Groningen hinzuziehen.<\/p>\n<p><strong>Keno tom Brok<\/strong> wird gezwungen, als Sicherheit die Burg zu <span style=\"color: #800000;\"><strong>Wittmund<\/strong><\/span>, <strong>Folkmar Allena<\/strong> die<span style=\"color: #800000;\"><strong> Burg Groothusen<\/strong><\/span> den St\u00e4dten zu \u00fcbergeben. Zumindest konnten <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Folkmar<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Aurich<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Osterhusen<\/span> retten. <span style=\"color: #800000;\">Osterhusen<\/span> war ein sehr viel wichtigerer <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Handelsplatz<\/span><\/span> als <span style=\"color: #800000;\">Emden<\/span> in jener Zeit.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #800000;\">Keno tom Brok<\/span><\/strong> und <strong><span style=\"color: #800000;\">Ayelt<\/span><\/strong>, der Sohn von <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allenas Bruder Haro,<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">werden als <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Geiseln<\/span> nach <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Bremen<\/span> \u00fcberstellt,<\/span> w\u00e4hrend <span style=\"color: #800000;\">Hisko Abdenas Sohn <strong>Ihmel<\/strong><\/span> und <strong><span style=\"color: #800000;\">Gerald Vyardissone<\/span><\/strong> (<span style=\"color: #800000;\">Sohn von Heiko von Faldern und Adda Wiardsna<\/span>) in gleicher Eigenschaft den <strong><span style=\"color: #800000;\">Groningern<\/span><\/strong> \u00fcberantwortet werden. Letzteres ist eigentlich ein Affront gegen <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span>, weil in <span style=\"color: #800000;\">Groningen<\/span> gerade die <span style=\"color: #800000;\">Schieringer<\/span> das Zepter in der Hand halten und diese sind <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">verb\u00fcndet<\/span><\/span> mit <span style=\"color: #800000;\">Hisko Abdena<\/span>. Jedoch zeigt die <span style=\"color: #800000;\">Geiselnahme von Hiskos Sohn<\/span>, dass man zumindest das Gesicht wahren will. <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena<\/span> werden gewiss <span style=\"color: #800000;\">Hiskos Piraten<\/span> angeprangert haben, aber &#8211; dumm ist jener, der keine Besch\u00f6nigung parat hat. Da die K\u00e4mpfe zwischen Vetkoppern und Schieringern mit brutaler H\u00e4rte gef\u00fchrt werden und viele Menschen flohen, musste Hisko Abdena diesen Schieringern in Emden Asyl bieten. Einige gingen wieder zur\u00fcck nach Groningen, als die Schieringer dort an die Macht gelangten, andere waren entwurzelt &#8211; Haus abgebrannt &#8211; alles gepl\u00fcndert &#8211; Angeh\u00f6rige ermordet &#8211; und blieben in Emden, verdienten den Unterhalt f\u00fcr sich und ihre Familien als Seer\u00e4uber.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Keno II.<\/span> <\/strong>ist ungef\u00e4hr ab <strong>22.5.1400<\/strong> <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><strong>Geisel.<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p>Ein weiterer Verhandlungspunkt ist das Anstreben einer S\u00fchne zwischen <span style=\"color: #800000;\">Groningen<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Keno tom Brok<\/span>. <span style=\"color: #800000;\">Keno II und Folkmar Allena<\/span> sind durch ihren Anschluss an <span style=\"color: #800000;\">Herzog Albrecht,<\/span> dem sie zur Unterwerfung der Stadt behilflich sein sollen, mit Groningen in Feindschaft geraten. Auch hier sollen Schiedsrichter die Sache entscheiden. <span style=\"text-decoration: underline;\">Diese Aufgabe ist ohne Aufl\u00f6sung des Lehnvertrages zwischen dem Grafen von Holland und Keno tom Brok bzw. Folkmar Allena nicht zu l\u00f6sen.<\/span><\/p>\n<p>Um sich aus der Geiselhaft zu befreien, ben\u00f6tigt <b>Keno<\/b> aber die F\u00fcrsprache eines m\u00e4chtigen Herrn. Die raffinierten Schachz\u00fcge des <span style=\"color: #800000;\">Grafen Albrecht von Holland<\/span> sind hier ein beeindruckendes Beispiel von Staatskunst, die unseren heutigen &#8222;Herrschern&#8220; anscheinend total abgeht, schaut auf das Geschehen in der Welt jenseits jeglicher Diplomatie!<\/p>\n<p>Durch die Aktion der <span style=\"color: #800000;\">HANSE<\/span> ist <span style=\"color: #800000;\">Herzog Albrecht<\/span> die Streitmacht von Keno weggebrochen. <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> kann durch die Ausweisung der Likedeeler seine vertraglichen Aufgaben nicht mehr erf\u00fcllen, <span style=\"color: #800000;\">Albrecht<\/span> steht aber nach wie vor in kriegerischen Auseinandersetzungen mit <span style=\"color: #800000;\">Groningen<\/span>.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\">Der Lehnvertrag wird aufgel\u00f6st. <\/span>Aus welchem Grunde? Das Lehnsrecht duldet nicht, dass Keno zu eigenem Nutzen Piraten besch\u00e4ftigt. Der Herzog m\u00fcsste Keno strafen, w\u00fcrde ihn aber auch gern als Vasallen behalten. Er will Keno und seine Streitmacht gern weiterhin f\u00fcr seine Zwecke nutzen, denn <strong>Keno<\/strong> (und mit ihm <strong>Focko Ukena<\/strong>) hat sich als guter Feldherr erwiesen. W\u00fcrde der &#8218;Herr von Friesland\u2019, <span style=\"color: #800000;\">Herzog Albrecht,<\/span> Rechte an seinem Lehngut verkaufen, verl\u00f6re er die Vorteile, die das Lehngut bietet. Wer verzichtet schon freiwillig darauf? Das Lehngut muss selbstverst\u00e4ndlich in der Familie des Herzogs verbleiben. Der Graf sucht also einen anderen Lehnsherrn. Es muss geschickt geschehen. Was tun? Die eigenen S\u00f6hne sind zu augenf\u00e4llig und \u00fcberdies ist sein Sohn <span style=\"color: #800000;\">Johann der Bischof von L\u00fcttich<\/span>. &#8211; Sohn <span style=\"color: #800000;\">Wilhelm<\/span> steht in feindlicher Opposition zum Vater und ist verheiratet mit <span style=\"color: #800000;\">Margareta von Burgund<\/span>, welches im Krieg zwischen <span style=\"color: #800000;\">Frankreich<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">England<\/span> zu Frankreich steht (der Krieg sollte 100 Jahre andauern), w\u00e4hrend <span style=\"color: #800000;\">Herzog Albrecht zu England tendiert.<\/span> &#8211; Der Sohn <span style=\"color: #800000;\">Ludwig<\/span> ist bereits 1375 verstorben, ebenso der Sohn <span style=\"color: #800000;\">Albrecht<\/span>, der 1397 einer Turnierverletzung erlag. &#8211; Die <span style=\"color: #800000;\">4 T\u00f6chter<\/span> von Herzog Albrecht sind alle hervorragend verheiratet nach <span style=\"color: #800000;\">\u00d6sterreich, Luxemburg, Burgund, J\u00fclich.<\/span><\/p>\n<p>Das Lehngut zur\u00fcckgeben an <span style=\"color: #800000;\">K\u00f6nig Wenzel von B\u00f6hmen,<\/span> <span style=\"color: #800000;\">vormals Gemahl seiner Tochter Johanna<\/span>? Kommt nicht in Betracht. (Johanna war von den Jagdhunden ihres Gemahls tot gebissen worden.)<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Margarethas<\/span> Gemahl <strong><span style=\"color: #800000;\">Johann (Ohnefurcht) von Burgund,<\/span><\/strong> <span style=\"color: #800000;\">Sohn von Philipp dem K\u00fchnen<\/span>? Philipp der K\u00fchne wird ohnehin zu m\u00e4chtig und Philipp als Sohn des frz. K\u00f6nigs Johanns des Guten ist hautnah in den hundertj\u00e4hrigen Krieg von England und Frankreich verwickelt. Holland steht wegen der engl. Vorfahren und Verwandtschaft auf engl. Seite, dem also kontr\u00e4r.<\/p>\n<p>Tochter<span style=\"color: #800000;\"> Johanna Sophie<\/span> ist verheiratet mit dem <span style=\"color: #800000;\">Herzog Albrecht IV. von \u00d6sterreich<\/span> &#8211; f\u00e4llt aus.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><b>Tochter Katharina<\/b><\/span> (+10. Nov. 1400) bietet sich an. Ideal, denn sie ist verheiratet mit <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Wilhelm III. (VIII), Markgraf von J\u00fclich und Herzog von Geldern<\/strong><\/span> (1363-1402)<\/span>! Geldern, das 1339 schon einmal von Albrechts Vater (Kaiser Ludwig d. Bayer) mit Ostfriesland belehnt war, ist also engste Verwandtschaft. Somit bleibt das Lehngut in der Familie (Tochter und Schwiegersohn des Grafen Albrecht). \u00dcberdies: der Herzog von Geldern steht gegen Frankreich!<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Wilhelm von Geldern<\/strong><\/span> war in ganz West- und Mitteleuropa ein <span style=\"text-decoration: underline;\">ber\u00fchmter Kriegsherr<\/span>, denn er hatte ganz allein (im Rahmen eines Erbstreits) dem m\u00e4chtigen franz\u00f6sischen K\u00f6nigreich und seinem Heer, das auf 60.000 bis 100.000 Mann gesch\u00e4tzt wird, getrotzt. An dem Hunderj\u00e4hrigen Krieg zwischen Frankreich und England nahm er als Bundesgenosse des englischen K\u00f6nigs teil und folgte damit der Tradition seines Hauses.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein neuer Lehnherr f\u00fcr Keno tom Brok ist gefunden!<\/span> Die Piraten aber sind verloren, denn Keno tom Brok kann keine Likedeeler mehr anheuern, ohne sich die Hansa auf den Hals zu holen.<\/p>\n<p>Anders sieht die Sache aus, wenn <strong><span style=\"color: #800000;\">Herzog Albrecht<\/span> <\/strong>selbst Piraten aufnimmt. W\u00e4hrend Widzelt sich noch beim Herzog hatte entschuldigen m\u00fcssen, weil er Piraten aufgenommen hatte, stellt nun <span style=\"color: #800000;\">Albrecht von Bayern<\/span> H\u00f6chstselbst Kaperbriefe f\u00fcr Likedeeler aus, nach dem Motto \u201ewenn du deine Feinde nicht besiegen kannst, verb\u00fcnde dich mit Ihnen\u201c. Um seine Streitkr\u00e4fte rasch aufzuf\u00fcllen und Hamburg zu sch\u00e4digen, bieten sich die entlassenen Piraten als Ausweg an.<\/p>\n<p>Am <span style=\"color: #800000;\">15. August 1400<\/span> erl\u00e4sst <span style=\"color: #800000;\"><strong>Albrecht von Holland<\/strong> <\/span>einen Schutzbrief f\u00fcr <span style=\"color: #800000;\"><strong>Johann St\u00f6rtebeker<\/strong><\/span><b> (<\/b>St\u00f6rtebekers Sohn?), der den Schutzbrief wohl f\u00fcr gutes Geld gekauft hat.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Herzog Albrecht ist nun der Hauptheger der Likedeeler<\/span>.<\/span> Er steht ohnehin mit den Hansischen, besonders Hamburg, auf Kriegsfu\u00df, denn Albrecht will die <span style=\"color: #800000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Hansestadt<\/span> Groningen<\/span> endlich unterwerfen, denn sie geh\u00f6rt zu seinem Lehngut. Schon 1396 unternahmen er und sein Sohn Wilhelm einen Zug gegen Groningen, aber sie errangen keinen nachhaltigen Erfolg. Der Graf von Holland verfolgt seine Pl\u00e4ne jedoch nach wie vor.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Keno wird Lehnsmann des <span style=\"text-decoration: underline;\">Herzogs Wilhelm von Geldern<\/span><\/strong><\/span><b> <\/b><\/p>\n<p>(Geldern: Herzogtum am Niederrhein und Ijssel, grenzte an Friesland, Westfalen, Brabant, Holland und die Zuidersee. Es bestand im Wesentlichen aus den drei Niederquartieren Nimwegen, Arnheim und Zutphen und dem Oberquartier Roermond. Die heutige Provinz Gelderland in den Niederlanden deckt einen Gro\u00dfteil des ehemaligen Territoriums ab. Das Herzogtum ist nach der Stadt Geldern benannt, die heute in Deutschland liegt.)<\/p>\n<p>Ein geschicktes Spiel, das es <span style=\"color: #800000;\">Keno II.<\/span> erm\u00f6glichen soll, den Einfluss der Hanse zu unterlaufen und seine Pl\u00e4ne und die des <span style=\"color: #800000;\">Herzogs Albrecht<\/span> dennoch mit Hilfe der Likedeeler zu verwirklichen, die nun unter dem Schutz des m\u00e4chtigen <span style=\"color: #800000;\">Herzogs Albrecht von Bayern \u2013 Graf von Holland<\/span> &#8211;\u00a0 stehen.<\/p>\n<p>(Anm.: Die gerade aus dem Groninger Stadtrat vertriebenen Vetkopper haben das Ziel, sich dem Herzog von Bayern, Graf Albrecht von Holland, anzuschlie\u00dfen.)<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><b>4. September 1400<\/b><\/span> wird die <span style=\"color: #800000;\">Lehnurkunde<\/span> f\u00fcr <span style=\"color: #800000;\">Keno II.<\/span> ausgestellt. <span style=\"color: #800000;\">Herzog Wilhelm von Geldern<\/span> verpflichtet sich, wenn <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> Eroberungen an der Ostseite der Ems machen w\u00fcrde, insbesondere, wenn ihm Emden in die H\u00e4nde fiele, so wolle er dort Keno II. oder einen seiner Anh\u00e4nger als Amtmann einsetzen. &#8211; Eine augenf\u00e4llige Bedrohung f\u00fcr <span style=\"color: #800000;\">Hisko Abdena<\/span>.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Daher: <span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Anfang 1401 t\u00e4tigt Hisko Abdena Kriegsvorbereitungen. <\/span><\/span><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #000000;\">So etwas machte man immer im Fr\u00fchjahr, wenn die Wege abtrockneten und begeh- und befahrbar wurden.<\/span><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Groningens Stadtrat<\/span> war nun wieder <span style=\"color: #800000;\"><strong>vetkoperisch<\/strong><\/span> gesinnt und mit dieser Partei sympathisieren die <span style=\"color: #800000;\">tom Brok<\/span>, w\u00e4hrend <strong><span style=\"color: #800000;\">Hisko Abdena <\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\">und<\/span><strong><span style=\"color: #800000;\"> Folkmar Allena<\/span><\/strong> sich den <strong><span style=\"color: #800000;\">Schieringern<\/span><\/strong> anschlossen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Im Febr. 1401 schreiben Hisko Abdena und Folkmar Allena<\/span> dem Rat der Stadt Bremen und erkl\u00e4ren, dass die Mannschaften, die sich in ihrem Gebiete zu <span style=\"color: #800000;\">Faldern<\/span> versammeln, nicht die Kaufleute besch\u00e4digen sollen, sondern dass man sich gegen <span style=\"color: #800000;\">Holland<\/span> und den <span style=\"color: #800000;\">Bischof<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Friedrich III. von Blankenheim<\/span> <span style=\"color: #800000;\">von Utrecht <\/span>(Bischof: 1393-09.10.1423) wenden wolle. <span style=\"color: #800000;\">Folkmar Allena hat also f\u00fcr Hisko Abdena Partei ergriffen.<\/span> Da steckt Sprengstoff drin, denn immer noch k\u00e4mpft Folkmar Allena um jene Gebiete der Krummh\u00f6rn, die ihm einst <span style=\"color: #800000;\">Ritter Ocko I. tom Brok<\/span> abgenommen hatte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Keno II. tom Brok<\/span> macht sich im Gegenzug ebenfalls kriegsbereit. Geht er davon aus, dass Hisko und seine Bundesgenossen ihn angreifen, wenn sie sich stark genug f\u00fchlen. <span style=\"color: #800000;\">Keno II.<\/span> ist eingebunden von Seiten <span style=\"color: #800000;\">Holland<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Geldern<\/span> (Verwandtschaft des Grafen von Holland). <span style=\"color: #800000;\">Utrecht<\/span> beansprucht die <span style=\"color: #800000;\">Drenthe<\/span>, <span style=\"color: #800000;\">Holland<\/span> will <span style=\"color: #800000;\">Groningen<\/span> erobern, das auf der Drenthe liegt.<\/p>\n<p>Auch <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Enno Haytadisna<\/span> von Norden \u2013 Kenos Bundesgenosse \u2013rechtfertigen ihr Verhalten bzgl. der Piraten dem Bremer Rat gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>Am 25.5.1401<\/strong><\/span> gelingt es dem<span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\"> Herzog von Geldern<\/span> auf der Hanseversammlung zu Stade, durch einen <span style=\"color: #800000;\">Schiedsspruch<\/span> ein \u00dcbereinkommen zwischen der <span style=\"color: #800000;\">Hansa<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Keno<\/span> herbeizuf\u00fchren, die Schadensersatz verlangt. Dort erscheinen 2 Abgesandte des Herzogs, die Herren van Gheme und Johann van der Capellen, um einen Vertrag zwischen Keno II. und den St\u00e4dten zu vereinbaren. Er kommt zustande: <strong><span style=\"color: #800000;\">Keno II <\/span><\/strong><span style=\"color: #800000;\">und<\/span><strong><span style=\"color: #800000;\"> Ayelt Allena<\/span><\/strong> werden endlich freigelassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\">1404 gibt Keno dem Folkmar Allena Canhusen zur\u00fcck<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Geschichte-Keno-Vertrag-1404.png\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-436 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Geschichte-Keno-Vertrag-1404.png\" alt=\"Geschichte Keno Vertrag 1404\" width=\"606\" height=\"367\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Geschichte-Keno-Vertrag-1404-300x181.png 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Geschichte-Keno-Vertrag-1404.png 606w\" sizes=\"(max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1407 Keno zerst\u00f6rt <span style=\"color: #800000;\">Ennenburg der Attena in Norden<\/span> und die Burg von <span style=\"color: #800000;\">Haro von Faldern<\/span><br \/>\n1407 Sohn <span style=\"color: #800000;\"><strong>Ocko II<\/strong><\/span> geboren<br \/>\n1408 Keno II. nimmt zus. mit <span style=\"color: #800000;\">Fokko Ukena<\/span> Collinghorst, Potshausen u. Esseburg in Ihrhove ein<br \/>\n1408 Keno II. erobert <span style=\"color: #800000;\">Osterhusen<\/span><br \/>\n1413 gelang es Keno II., <span style=\"color: #800000;\">Emden<\/span> zu erobern und <span style=\"color: #800000;\">Hisko Abdena<\/span> zu vertreiben. Dieser fl\u00fcchtete nach <span style=\"color: #800000;\">Groningen<\/span>. Durch die Eroberung von Emden wurde in <span style=\"color: #800000;\"><strong>Groningen<\/strong> eine <strong>Revolution<\/strong> ausgel\u00f6st<\/span> &#8211; mit &#8222;Fenstersturz&#8220; &#8211; es werden Ratsmitglieder aus dem oberen Stockwerk des Rathauses auf den Marktplatz hinunter geworfen. Das zwang Keno in weitere Kriegshandlungen.<br \/>\n1415 Keno II. belagert Burgen von <span style=\"color: #800000;\">Rheide<\/span>, <span style=\"color: #800000;\">Term\u00fcnten<\/span> und <span style=\"color: #800000;\">Delfszijl<\/span>, <span style=\"color: #800000;\"><strong>nimmt Groningen ein<\/strong><\/span><br \/>\n1417 Keno II. erringt seinen letzten, entscheidenden Sieg in der Schlacht bei <span style=\"color: #800000;\"><strong>Oxwerderzyl<\/strong><\/span> (in der N\u00e4he von Nordhorn)<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Keno-II.1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-4975 alignleft\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Keno-II.1-257x300.jpg\" alt=\"Wappen Keno II.\" width=\"257\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Keno-II.1-257x300.jpg 257w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Keno-II.1-876x1024.jpg 876w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wappen-Keno-II.1.jpg 1062w\" sizes=\"(max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/a><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Der\u00a0<span style=\"color: #800000;\"> Adler<\/span> ist das <span style=\"color: #800000;\">Siegel<\/span> von <span style=\"color: #800000;\"><strong>Keno II.<\/strong><\/span>, auf Kenos\u00a0 <span style=\"color: #800000;\">M\u00fcnzen<\/span> sind die <span style=\"color: #800000;\">Kronen<\/span> durch Fl\u00fcgelans\u00e4tze angedeutet. Domicelli = Herr \/ Junker \/ Junggraf<\/p>\n<h4>&#8222;Sigillum Kenonis Domicelli in Broke&#8220;<\/h4>\n<p>Keno II. tr\u00e4gt 5 Ordenskreuze im Siegel, was auf die 5. Generation hinweist (Konsul Keno, Hilmer Kenisna, Keno Hilmerisna, Ritter Ocko, Keno II.)<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Keno II.<\/strong> stirbt <strong>1418, <\/strong>vermutlich an den Folgen einer Kriegsverletzung, die er sich bei Oxwerderzyl zugezogen hat<strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h3>\u00a0<em>Kommentar Gunda von Dehn<\/em><\/h3>\n<p>Dass Widzelt nicht <span style=\"text-decoration: underline;\">Kenos<\/span> Halbbruder oder Bruder war, zeigt der M\u00fcnzfund von Norden. Ob Widzelt bei Detern erschlagen wurde, sei dahingestellt. M\u00f6glich ist es, weil er Keno total aus der Erbfolge ausgebootet hatte. In <u>Widzelts\u00a0Lehnsbrief<\/u>\u00a0sind <span style=\"text-decoration: underline;\">dessen Nachkommen als Erben<\/span> eingetragen. Damit ist Ritter Ockos Sohn Keno drau\u00dfen!<\/p>\n<p>Der Lehnsbrief von Keno mit dem Herzog von Geldern ist bekannt. Vorher war Keno Lehnnehmer von Hzg. Albrecht von Bayern, Graf v. Holland, gewesen. Das Lehnverh\u00e4ltnis wurde 1400 vom Grafen aufgek\u00fcndigt, weil Keno durch die Aufnahme von Likedeelern gegen das Lehnsrecht versto\u00dfen hatte. (Es wird zwar immer gesagt Vitalier w\u00e4ren das gewesen, aber die Historiker machen da keinen Unterschied. Dieser ist aber sehr wohl gegeben gewesen. Die Likedeeler stammten gr\u00f6\u00dftenteils aus Holland und waren Freiheitsk\u00e4mpfer, die im Kampf zwischen Vetkopern und Schieringern die Parteien entspr. unterst\u00fctzt haben, z. B. auch mit Eins\u00e4tzen gegen Hzg. Albrecht von Bayern.<\/p>\n<p>Da Keno solche Leute aufgenommen hatte, rechtfertigte das die Aufk\u00fcndigung des Lehens. Keno hat sich beim Grafen daf\u00fcr entschuldigt. Es liegt urkundl. ein entspr. Entschuldigungsbrief vor.<\/p>\n<p>Der Graf von Holland k\u00fcndigte also das Lehnverh\u00e4ltnis, gab Friesland als Lehen an Geldern weiter und der Herzog von Geldern stellte Keno dann den Lehnsbrief f\u00fcr dessen Landesteil aus. Keno wurde damit Lehnnehmer von Geldern, dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Schwiegersohn<\/span> von Herzog Albrecht, der aber erst einmal Friesland als Lehen bekommen hat, um diesen Winkelzug \u00fcberhaupt durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Damit verlor Herzog Albrecht kaum etwas an Einnahmen.<\/p>\n<p>Die Hansa war zufrieden mit der L\u00f6sung. Die hatte n\u00e4mlich mit Vergeltung gedroht wegen der Piraten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><u>Keno hat sich nicht abgewandt von Holland<\/u><\/strong>, was auch lehn-rechtlich unm\u00f6glich gewesen w\u00e4re, weil Keno dann alles verloren h\u00e4tte. Er war ja nach Widzelts Tod endlich zu Amt und W\u00fcrden gekommen. Dazu geh\u00f6rte das verbriefte Erblehnrecht!!!<\/p>\n<p>Das Reichsgesetz verlangte ritterliche Geburt, um ein Lehen erhalten zu k\u00f6nnen. Freilich, indem man ganz gewieft \u201eWidzaldi Kenisna\u201c zu Ritter Ockos Sohn &#8218;modifizierte\u2018, wurde er in der Reichskanzlei als ritterb\u00fcrtig gef\u00fchrt. <span style=\"text-decoration: underline;\">Widzelt Kenisna hatte in trauter Gemeinschaftsarbeit mit dem Grafen Albrecht von Holland das Erbe von Ritter Ockos Sohn Keno gestohlen!<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h4>Die Hansa strebte die Seeherrschaft auf der Nordsee an.<\/h4>\n<p>Die Statuten der Zirkelgesellschaft (der Hansa) besagt: Sie strebten eine Thalassokratie an, eine Seemacht, die maritim-kommerziell ausgerichtet ist, die ihr Handelsmonopol sichert. Die Friesen, die nicht zur Hansa geh\u00f6rten, waren da ziemlich l\u00e4stig. Keno wohl auch, da f\u00fcr seinen Beritt bekannterweise starke Handelsbeziehungen nach Italien bestanden und auch zum Ostseeraum.<\/p>\n<p>Aus welchem Grunde hat Herzog Albrecht Widzelt nicht eigenh\u00e4ndig zum Ritter erhoben? Herzog Albrecht besa\u00df das Recht dazu, hatte sogar anno 1382 den Ritterorden vom Heiligen Antonius gestiftet. Dieser Orden vom Heiligen Antonius k\u00fcmmerte sich in der Grafschaft \u00fcberwiegend um Menschen, die am Antonius-Feuer litten, ein Spitaler Orden also, dem Krankenf\u00fcrsorge oblag wie auch Johannitern und einigen anderen Ritterorden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Widzelt w\u00e4re jed. auch durch eine Erhebung in den Ritterstand wenig gewonnen. Dadurch w\u00e4re er nicht zum &#8222;Thronerben\u201c seines <span style=\"text-decoration: underline;\">Bruders bzw. Halbbruders <\/span>Ocko aufgestiegen. Da ja Ockos leiblicher Sohn der potentielle Erbe war, musste Widzelt als Ockos Sohn in Erscheinung treten und als solcher anerkannt werden. <em>Ein raffinierter Winkelzug! Tats\u00e4chlich war Widzelt jedoch vermutlich ein Bruder oder Halbbruder von Ritter Ocko, wenn nicht gar ein Cousin oder Neffe aus der weiteren Familie.<\/em><\/p>\n<p>Dieser &#8222;Winkelzug&#8220;\u00a0 ver\u00e4rgerte nicht nur Focko Ukena, der die Familienverh\u00e4ltnisse sicherlich genau kannte, waren alle &#8222;K\u00f6pfe&#8220; der Gesellschaft irgendwie miteinander verwandt und verschw\u00e4gert. Und es ver\u00e4rgerte Focko Ukena vermutlich noch mehr, sich trotz uralten Geburtsadels mit einem Afterlehen begn\u00fcgen zu m\u00fcssen, denn f\u00fcr ihn musste ein ritterb\u00fcrtiger Mann B\u00fcrgschaft leisten. Er, Focko Ukena, musste es sich gefallen lassen, nicht als ritterb\u00fcrtig zu gelten. Ihm wurde ein <strong>Widzelt Kenisna<\/strong> vor die Nase gesetzt, der unrechtm\u00e4\u00dfig zu einem ritterb\u00fcrtigen Mann mutiert war. Das wurmte Focko und um so mehr war es sein Bestreben, Ritter Ockos Sohn Keno als dessen legitimen Nachfolger ins Amt zu hieven. Dies nicht zuletzt auch, um Ruhe vor den Hansen zu haben, die seine Kreise jenseits der Ems st\u00f6rten, wo Ukena reichen Grundbesitz sein Eigen nannte.<\/p>\n<p>In Sachen &#8218;Freibeuter\u2018 hielt die hansische Kaufmannschaft <u>Widzelt<\/u> nach wie vor f\u00fcr den Hauptschuldigen. Wohl war sie nicht pr\u00e4zise unterrichtet, denn somit bewirkte Widzelts Tod, dass die Hansen auf ein ernsthaftes Durchgreifen gegen die Seer\u00e4uber der Nordsee verzichteten, glaubten sie doch, dass zusammen mit Widzelt alle Piraterie-Probleme der Nordsee begraben worden seien. Dem war aber keineswegs so. Widzelts Tod hatte aber die politischen Verh\u00e4ltnisse ins Wanken gebracht, denn es fehlte deshalb die Schutzmacht eines Lehnsherrn. Dies wurde von der Hanse nicht geb\u00fchrend beachtet.<\/p>\n<p>Im Mittelalter wurde ein Land ohne den Schutz eines Lehnsherrn zum Spielball der Gro\u00dfen und M\u00e4chtigen. Das barg die nicht zu untersch\u00e4tzende Gefahr einer unrechtm\u00e4\u00dfigen \u00dcbernahme in sich, eines Landraubes mit all den schrecklichen Folgen von Krieg und Fehde. Nicht zuletzt um dies im Vorfeld abzuwehren, hielten die H\u00e4uptlinge sich nun vermehrt Fehdehelfer. Weil diese M\u00e4nner aber nicht st\u00e4ndig entlohnt werden konnten, mussten sie sich selbst das Lebensnotwendige beschaffen. Das taten sie, indem sie haupts\u00e4chlich <span style=\"text-decoration: underline;\">englische<\/span> Schiffe kaperten und solche von Portugal und Kastilien.<\/p>\n<p>Da zwischen Frankreich und England Krieg um die franz\u00f6sische Thronfolge herrschte, war es mehrheitlich im Sinne der F\u00fcrsten der Deutschen Reiches, die Engl\u00e4nder zu sch\u00e4digen, wollte man doch Frankreich keineswegs unter <u>englischer<\/u> Herrschaft sehen.<\/p>\n<p>Mit Kastilien verhielt es sich ad\u00e4quat. Der 20-j\u00e4hrige K\u00f6nig Heinrich III. (1390-1406) von Kastilien war mit <u>Katharina von Lancaster Plantagenet<\/u> verm\u00e4hlt und somit standen die reichen Kauffahrteischiffe Kastiliens ebenso auf der \u201eSpeisekarte\u201c der Freibeuter.<\/p>\n<p>Solange sich der Seeraub gegen England und Iberien richtete, tangierte das die Hanse wenig. Als freilich hin und wieder eines der hansischen Schiffe aufgebracht wurde, entfachte das den Zorn des deutschen Kaufmanns. &#8211; \u00c4rgerlich auch, wenn der englische K\u00f6nig Ersatz f\u00fcr gekaperte Schiffe von den Hansen forderte.<\/p>\n<p>Andererseits hatte sich der Hochmeister von Deutschritterorden Winrich von Kniprode bereits <u>1382<\/u> im Namen des deutschen Kaufmanns bei <u>K\u00f6nig Richard II<\/u> \u00fcber wiederholte Gewaltt\u00e4tigkeiten beklagt, die <u>seer\u00e4uberische Engl\u00e4nder<\/u> an seinen Untertanen ver\u00fcbt hatten.<\/p>\n<p>Es herrschte also quasi ein Kaperkrieg auf der Nordsee, was von Historikern jedoch \u00fcberwiegend ignoriert wird.<\/p>\n<p>Anteilig zu den Kaperern der britischen Inseln tummelten sich ebenfalls Vitalier aus der Ostsee auf der Nordsee (= fr\u00fcher \u201eWestersee\u201c). Hinzu kamen zum anderen Teil Likedeeler und berufsm\u00e4\u00dfige Fehdehelfer, Leute, die zu Lande \u201eFreischarf\u00fchrer\u201c oder in Italien \u201eCondottieri\u201c genannt wurden.<\/p>\n<p>Was Junker Keno tom Brok erst lernen musste, sein Vater hat es gewusst, ebenso auch Widzelt, dass der Erfolg eines Landesherrn zum gro\u00dfen Teil auf der Schw\u00e4che der Nachbarn beruht.<\/p>\n<p>Ritter Ocko war selbst stark genug gewesen; Widzelt hatte sich Fehdehelfer ausgesucht. Sein wachsendes Verm\u00f6gen erlaubte es ihm, sich den besten Fehdehelfer der Nordsee zu leisten, um sich gleichzeitig einer gezielten Eroberungspolitik zu bedienen. Er hie\u00df <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">St\u00f6rtebeker<\/span><\/span>, Johann mit Rufnamen, den sie nach dem Schutzheiligen der Seeleute auch wohl Nikolaus oder Klaus riefen, seines Zeichens Kaufmann und Kapit\u00e4n eines ansehnlichen Schiffes. Dieser Johann St\u00f6rtebeker aus Danzig war kein verbrecherischer Pirat, sondern ein <u>professioneller Fehdehelfer.<\/u><\/p>\n<p>Diese Umst\u00e4nde wurden von der Hanse vernachl\u00e4ssigt. Wichtig schien der hansischen Kaufmannschaft nur das Eine: Das \u201aProblem Widzelt Kenisna\u2018 war durch die Schlacht bei Detern erledigt und zwar mit Hilfe des Bremer Erzbischofs, ohne dass es die Hansen Geld gekostet h\u00e4tte und ohne, dass sie sich die H\u00e4nde h\u00e4tten schmutzig machen m\u00fcssen. Bremen und Hamburg &#8211; als Hauptbetroffene &#8211; waren es zufrieden und somit auch die Hansestadt L\u00fcbeck.<\/p>\n<p>Widzelt Kenisna war tot und Keno tom Brok, sein Nachfolger, ein junger Kerl von gut zwanzig Jahren, von dem die Hansen glaubten, ihn leicht beherrschen und problemlos manipulieren zu k\u00f6nnen. Was die Kaufmannschaft allerdings in hanseatischer Arroganz au\u00dfer Acht lie\u00df, waren die treuen und welterfahrenen Berater des jungen H\u00e4uptlings:<\/p>\n<p>Zuerst ist da Embeco \u201eEcclesiorum rectore in Buta-Ee\u201c (= Engerhafe) zu nennen sowie Almer, der \u201ecanonicus\u201c von Oldeborch und belehnte Priester von Uthengerbure (= Engerhafe), dann die H\u00e4uptlinge Focko Ukena und der m\u00e4chtige Heerf\u00fchrer Folkmar Allena sowie nat\u00fcrlich auch Foelke, die Mutter des frisch ernannten Lehnnehmers. Nicht zuletzt konnte Keno sich auch auf Rat und Tat des Grafen und v\u00e4terlichen Freundes Albrecht von Holland st\u00fctzen, der als einer der m\u00e4chtigsten F\u00fcrsten Europas erheblichen Einfluss auf die Geschehnisse in Ostfriesland nahm.<\/p>\n<p>Obwohl Widzelt Kenisna nur ein relativ kleines, aber schlagkr\u00e4ftiges Kontingent der &#8218;Likedeeler\u2018 in Marienhafe beherbergt hatte, war die Annahme der Hansen nicht v\u00f6llig daneben gegriffen. Jedoch verkannten sie die Lage, sahen nicht die Tatsache, dass die Piraten nicht nur in Widzelts Beritt gut verteilt waren. Nein, jeder H\u00e4uptling, der einen oder sogar mehrere H\u00e4fen beherrschte, hatte ebenfalls Freibeuter aufgenommen.<\/p>\n<p>Die \u201eKrummh\u00f6rn\u201c galt mindestens seit den Tagen der Normannenk\u00f6nige als Anker- und Handelsplatz schlechthin, das sagte bereits das norwegische Wort \u201aKrum\u2018 aus, welches einen Ort bezeichnet, wo die Handelsschiffe ankern. Seit geraumen tausend Jahren reihte sich in der \u201eKrumh\u00f6rn\u201c Hafen an Hafen. Nun reihte sich dort Seer\u00e4ubernest an Seer\u00e4ubernest.<\/p>\n<p>Auch Propst Hisko Abdena beherbergte in Emden ein recht ansehnliches Kontingent an Fehdehelfern oder Freibeutern &#8211; wie immer man das nennen mochte. Diese unterst\u00fctzten ihn tatkr\u00e4ftig im Kampf gegen die Pr\u00e4monstratenser &#8211; auch Vetkoper genannt &#8211; jenseits der Ems.<\/p>\n<p>Die <span style=\"color: #800000;\">Vetkoper<\/span>, das waren <span style=\"color: #800000;\">Anh\u00e4nger des Grafen von Holland,<\/span> die dessen Bem\u00fchungen unterst\u00fctzten, Groningen und das Umland von Groningen seiner Grafschaft einzupassen. Dagegen k\u00e4mpften vehement die Zisterzienser, die man wegen ihrer wei\u00dfen Kleidung auch als Schieringer bezeichnete. Propst Hisko Abdena k\u00e4mpfte auf der Seite der Schieringer, wie auch sein Dienstherr, der Bischof von M\u00fcnster, der sein Bestes tat, um Graf Albrechts Ziel zu vereiteln. Und selbstverst\u00e4ndlich durfte auch der Bischof von Utrecht in dieser Auseinandersetzung nicht fehlen, weil er ebenfalls verbriefte Anspr\u00fcche auf die Drenthe besa\u00df, zumal das Erzbistum Utrecht die Drenthe einst erworben hatte.<\/p>\n<p>Verst\u00e4rkt wurde der Kampf durch gewisse Unterschiede und Rivalit\u00e4ten zwischen dem Orden der Pr\u00e4monstratenser und dem der Zisterzienser. Dieser Streit schaukelte sich zu m\u00f6rderischen Feindseligkeiten auf, die absolut nichts mehr mit dem \u201eMotto der Liebe\u201c eines Ordens gemein hatten.<\/p>\n<p>Der reichste und m\u00e4chtigste Mann von Groningen hie\u00df Jarges Coppen aus Stavoren. Er galt als derjenige, der den Zisterzienser-Orden gegen den Grafen aufhetzte. Seinen gewaltigen Einfluss nutzte er, um Graf Albrechts Pl\u00e4ne zu durchkreuzen.<\/p>\n<p>Selbstredend beteiligte sich die Elite des Stadtrates an dem Kampf um die Freiheit Groningens. Ber\u00fchmte Namen aus dem Ratskollegium standen auch auf der Liste der Freibeuter, ja, selbst ehemalige B\u00fcrgermeister und deren S\u00f6hne fanden sich h\u00fcben wie dr\u00fcben ein. Alles in allem ein schwer durchschaubares Geflecht von Animosit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Eine gr\u00fcndliche \u00dcberpr\u00fcfung der Sachlage aber hielt die Hanse f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig. Wom\u00f6glich dachte man gar nicht \u00fcber derartige \u201aNebens\u00e4chlichkeiten\u2018 nach, war auch zu schwierig, da durchzufinden, wo anscheinend jeder jeden bek\u00e4mpfte. Eine Beilegung des Streites lag nach den vielen Morden h\u00fcben wie dr\u00fcben in weiter Ferne. Die Hansischen nahmen an, dass Widzelt, alldieweil sie ihn f\u00fcr den m\u00e4chtigsten aller H\u00e4uptlinge hielten, auch die Gewalt \u00fcber alle Freibeuter inne gehabt h\u00e4tte und mit seinem Ableben der Spuk vom Tisch sei. Somit zogen sie es vor, die Ostsee von Seer\u00e4ubern zu befreien. Infolgedessen wurde auch der anfangs anberaumte Hansetag unbek\u00fcmmert auf den 25. Juli 1399 verschoben, welcher aber dann erneut ausfiel.<\/p>\n<p>Wurde das Treiben der Vitalienbr\u00fcder auf der Ostsee nun auch durch den Deutschritterorden radikal beseitigt, so f\u00fchrten diese Ma\u00dfnahmen m\u00f6glicherweise dazu, dass die Piraterie in der Nordsee zunahm.<\/p>\n<p>Drum beraumten die Hansen eine neue Tagfahrt f\u00fcr den September desselben Jahres in Nykj\u00f6bing an. Hierzu wurde auch Herzog Albrecht von Bayern gebeten. Aus diesem Grunde befand man es f\u00fcr unn\u00f6tig, Junker Keno tom Brok oder einen seiner Vertreter zu dieser Tagfahrt einzuladen, obwohl man bereits wusste, dass der Fehdehelfer St\u00f6rtebeker mit seinen Gesellen wieder die alten Quartiere in Marienhafe bezogen hatte. Die Notwendigkeit, Keno tom Brok teilnehmen zu lassen, ignorierte die Hanse. Ihr gen\u00fcgte die Zusage von Herzog Albrecht, zwischen Keno und Hamburg vermitteln zu wollen.<\/p>\n<p>Der haupts\u00e4chliche Gegenstand des Hansetages befasste sich mit den Seer\u00e4ubern und ihren Hegern.<\/p>\n<p>Das Palavern nahm kein Ende, denn die Nachrichten erwiesen sich zum Teil als widerspr\u00fcchlich und unzuverl\u00e4ssig. Die hansischen Kr\u00e4mer wussten daher nicht, wo die Piraten nun wohl tats\u00e4chlich Unterschlupf fanden. Endlich wurde beschlossen, Botschaften an <strong>alle<\/strong> mutma\u00dflichen Heger der Piraten zu senden. Dies geschah in einem gar selbstsicheren Ton, mit der unmissverst\u00e4ndlichen Aufforderung, die Seer\u00e4uber nicht mehr zu dulden und aus ihren Landen hinauszukatapultieren. Es folgten allerhand forsche Drohungen bei Zuwiderhandlung. &#8211; Kein Zweifel, die Hanse verfolgte das Ziel, die H\u00e4uptlinge zu entmachten.<\/p>\n<p>Bitterernst war es der hansischen Br\u00fcderschaft mit ihren Drohungen, aber dennoch eine <span style=\"text-decoration: underline;\">T\u00e4uschung<\/span>, da die St\u00e4dte \u00fcber keine nennenswerte Streitmacht verf\u00fcgten, um wirklich t\u00e4tig einschreiten zu k\u00f6nnen. Der Deutschritterorden, der so t\u00fcchtig die Piraten der Ostsee bek\u00e4mpft hatte, weigerte sich, obgleich Mitglied der Hanse, Krieg gegen die H\u00e4upter Frieslands und ihre Freibeuter zu f\u00fchren. Das l\u00e4sst interessante R\u00fcckschl\u00fcsse zu. Eine Einmischung h\u00e4tte manch n\u00fctzliche Beziehung zu den m\u00e4chtigen Anrainerstaaten zerst\u00f6rt. Eine Beherrschung der Nordsee schloss sich f\u00fcr den Orden deswegen von vornherein aus.<\/p>\n<ul>\n<li>In der Ostsee waren die Deutschritter unter ihrem Hochmeister Konrad von Jungingen mit der unglaublich gro\u00dfen Streitmacht von 84 Schiffen und viertausend Mann Besatzung gegen die Vitalienbr\u00fcder vorgegangen.<\/li>\n<li>Sie hatten Gotland erobert, viele Schl\u00f6sser niedergebrannt und unz\u00e4hlige Vitalier get\u00f6tet.<\/li>\n<li>Seither hielten sie Gotland besetzt.<\/li>\n<li>Damit war der Deutsche Ritterorden die beherrschende Seemacht der Ostsee geworden.<\/li>\n<li>Das wiederum schmeckte verschiedenen Leuten der <strong>Hanse<\/strong> rein gar nicht.<\/li>\n<li>Wunderbar, dass die Vitalienbr\u00fcderschaft zerschlagen worden war. Allein, nun verbaute der Deutschritterorden die angestrebte Herrschaft der Hanse \u00fcber die Ostsee. So jedenfalls sah es Graf Albrecht von Holland, und das schien schon damals absolut schl\u00fcssig zu sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch was f\u00fchrte die Hanse im Schilde? Wollte sie jetzt tats\u00e4chlich die Herrschaft \u00fcber die Nordsee an sich rei\u00dfen?<\/p>\n<p>Sie warf ihre Tentakeln aus, umwickelte jeden, ob Freund, ob Feind: Die \u201edudesche Hanse\u201c, ein stolzes Wort; \u201edie deutsche Hanse\u201c, ein Bund des \u201egemeinen Kaufmanns\u201c, eine Genossenschaft von eigenartiger Konstellation:<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Mehrzahl der verb\u00fcndeten St\u00e4dte ist Landesherren unterworfen und verpflichtet. Und dennoch stehen sie in der Gesamtheit der Hanse alle unabh\u00e4ngig da. Sie selbst bestimmen ihr Wollen und Tun. Aus dem Zusammenschluss entwickelt sich eine m\u00e4chtige Kraft, eine Geld- und Kriegsmacht. Doch auch diese ist nicht gefeit vor inneren K\u00e4mpfen und Zerw\u00fcrfnissen.<\/p>\n<p>Nicht selten gibt es in den Hansest\u00e4dten Aufruhr. Parteien und Geschlechter bek\u00e4mpfen sich auf Leben und Tod und manchmal wird das bestehende Regiment der B\u00fcrgermeister und Ratsherren gest\u00fcrzt und eine neue Herrschaft errichtet.<\/p>\n<p>So geschehen auch in der Hansestadt Groningen, wo sich Vetkoper und Schieringer bis aufs Blut bek\u00e4mpfen. Die Unterlegenen m\u00fcssen fliehen, wollen sie nicht auf dem Richtplatz enden. Sie suchen sich Helfer von ausw\u00e4rts, um ihre Herrschaft zur\u00fcckzugewinnen und viele schlie\u00dfen sich den Likedeelern an, um mit dem Schwert ihre Rechte zur\u00fcckzuerobern. Bestechung, Verrat und Verschw\u00f6rung sind an der Tagesordnung, genauso wie das wechselnde Regiment von Schieringern und Vetkopern.<\/p>\n<p>Dem Unrecht aber, mit dem f\u00fcrstliche Machthaber ihren Eigennutz verfolgen, messen die widerspenstigen Hanseb\u00fcrger zumindest Gleiches an H\u00e4rte und Grausamkeit zu. Denn ist es nicht so, dass Barmherzigkeit nichts weiter als Schw\u00e4che ist, wodurch man Recht und Besitz einb\u00fc\u00dft? Einzig die eiserne Faust verb\u00fcrgt Gewinn! R\u00fccksichtslosigkeit ist gefragt im Gesch\u00e4ft &#8211; Mildt\u00e4tigkeit eher unn\u00fctz und l\u00e4stig. Die \u201eDeutsche Hanse\u201c, das bedeutete Bewunderung und Erbitterung, Sch\u00f6pferkraft und offene Emp\u00f6rung zugleich.<\/p>\n<p>Die sch\u00e4rfste &#8222;Waffe\u201c der Hansischen war Erpressung, d.h. das altbew\u00e4hrte Mittel des Abbruchs von Handelsbeziehungen. Dieses Mittel zwang manch stolzes regierendes Oberhaupt in die Knie. Vor noch gar nicht langer Zeit erst die Herren von Male, Gent und Br\u00fcgge. Die Drohung mit dem Hunger der Bev\u00f6lkerung verfehlte das gesetzte Ziel der Hanse selten und wenn doch, so wurde ein grausames Exempel statuiert: Boykott und Abzug der Kaufmannschaft. Das setzte letztendlich den z\u00e4hsten F\u00fcrsten schachmatt.<\/p>\n<p>Neben anderen H\u00e4uptlingen erhielt nun auch Keno tom Brok eine harsche &#8218;Aufforderung\u2018 der Hanse, die Seer\u00e4uber zu verfolgen und <span style=\"color: #800000;\">abzuurteilen<\/span>. Keno reagierte nicht sofort auf die Einsch\u00fcchterungsversuche und frechen Drohungen, beriet sich vermutlich zuerst einmal mit seinen Beist\u00e4nden.<\/p>\n<p>Indes, die Piraten bestanden ja jeweils nur aus kleinen Schiffsbesatzungen, Gruppen und Gr\u00fcppchen &#8211; verteilt \u00fcber ganz Ostfriesland, bisweilen sogar miteinander zerstritten, weil Vetkopern bzw. Schieringern zugeh\u00f6rig. Sie zu entlassen, mochte leichter gelingen, als der Hanse zu trotzen.<\/p>\n<p>Keno entschied sich vorerst f\u00fcrs Abwarten\u2026<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Aufk\u00fcndigung des Lehnvertrages<\/h3>\n<p>Die Hansen hatten sich bei Gott und der Welt beschwert. Herzog Albrecht war ebenfalls eine Beschwerde zugegangen. Dieser durfte nicht riskieren, in einen Hansekrieg verwickelt zu werden. Niemand \u00fcbersah die Konstellation besser als er und von niemandem lie\u00df Albrecht sich in die Suppe spucken, schon gar nicht von den hansischen Kr\u00e4mern.<\/p>\n<p>Bald schon erreichte Keno tom Brok eine niederschmetternde Depesche aus \u2018s-Gravenhage (=Den Haag): Der Herzog von Bayern\/Graf von Holland k\u00fcndigte das Lehnverh\u00e4ltnis auf! &#8211; Konnte es eine schlimmere Nachricht geben? Das bedeutete die Einziehung des Lehens! Almer Yno aus Arle, der Priester von Buta-Ee (Engerhafe) wurde zum Haag entsandt, um dort um &#8222;Absolution\u201c beim Herzog von Bayern nachzusuchen.<\/p>\n<p>Herzog Albrecht gab den Hansest\u00e4dten bekannt, dass er das Lehnverh\u00e4ltnis mit Keno tom Brok aufgek\u00fcndigt habe. Mit dieser aufsehenerregenden Ma\u00dfnahme kam er der Hanse zuvor, die ihn f\u00fcr Kenos Tun in Verantwortung nehmen wollte. Fraglos signalisierte des Grafen Erlass der Hanse gegen\u00fcber Wohlwollen. \u2013 Wie sich aber zeigte, war diese Ma\u00dfnahme nichts weiter als ein kluger taktischer Winkelzug. Albrecht wollte Groningen aus dem Verband der Hansest\u00e4dte herausbrechen! Das w\u00fcrde der Selbstzufriedenheit der Hanse eine tiefe Wunde schlagen. Und wer anders als Keno sollte Albrecht dabei hilfreich die Hand reichen? Ihm war bewusst, dass Junker Keno die Streitmacht wegbrach, wenn er die Likedeeler entlie\u00df, dass er ohne diese Gesellen seine lehn-vertraglichen Aufgaben nicht erf\u00fcllen konnte, denn er sollte ja Groningen niederwerfen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Seit dem \u00dcbereinkommen von 1165, welches <span style=\"color: #800000;\">Kaiser Friedrich Barbarossa<\/span> bewirkt hatte, gab es ein sogenanntes Kondominium. Danach war Groningen sowohl dem Grafen von Holland als auch dem Bischof von Utrecht zu gleichen Teilen aus der Aus\u00fcbung der Grafenrechte zinspflichtig. Seinerzeit geh\u00f6rte der <u>Federgau<\/u> zu <strong>Groningen<\/strong> wie auch das <u>Brookmerland<\/u>. Somit unterlagen diese L\u00e4nder dem jeweiligen Lehengrafen. W\u00e4hrend die Friesen diesseits der Ems die Herrschaftsanspr\u00fcche akzeptierten, erkannten die Friesen jenseits der Ems im Gegensatz dazu diese nicht an und suchten seither, sich ihrer zu erwehren.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>N<\/strong>achdem <u>Friedrich III. von Blankenheim<\/u> (geb. ca. 1355; +1423) &#8211; Sohn aus dem noblen Grafenhaus derer von Blankenheim in der Eifel &#8211; anno 1393 zum Erzbischof von <span style=\"color: #800000;\">Utrecht<\/span> ernannt worden war, wollte er die alten Utrechter Anrechte durchsetzen. Das musste Friedrich von Blankenheim auch wohl, war er doch nach den verh\u00e4ngnisvollen Kriegen gegen die Bev\u00f6lkerung von Stra\u00dfburg pekuni\u00e4r total am Ende.<\/p>\n<p>Bischof Friedrich von Blankenheim, hatte sich 1373 einen blutigen Namen als Bischof von Stra\u00dfburg gemacht. Hunderte von D\u00f6rfern hatte er besetzt, gepl\u00fcndert und verbrannt. Ihm war dann das Geld ausgegangen. Da rettete ihn noch nicht einmal seine Silbermine, die er f\u00fcr die Di\u00f6zese erworben hatte. Friedrich von Blankenheim konnte seinen Verpflichtungen, die er seinen Verb\u00fcndeten gegen\u00fcber eingegangen war, nicht mehr nachkommen. Das verzeihen Geldgeber kaum.<\/p>\n<p>Nachdem die Stadt Stra\u00dfburg sich mit dem Kaiser ausges\u00f6hnt hatte, stand Friedrich von Blankenheim quasi \u201cim Regen\u201c, unm\u00f6glich, sein Amt weiter auszu\u00fcben. Da blieb nur die Flucht. &#8211; Er <u>kaufte Wilhelm von Diest den Bischofsstuhl von Utrecht<\/u> ab und segelte in der Nacht vom 30. Juli 1393 rheinabw\u00e4rts gen Nimwegen in seine neue Di\u00f6zese. Er wusste, dass er in seiner neuen Di\u00f6zese Geld eintreiben musste und auch, dass das nur mit Krieg vonstatten gehen w\u00fcrde, drum brachte seine kriegerischen Br\u00fcder gleich mit, besonders Gerhard.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>D<\/strong>er Graf von Holland hatte seine Anspr\u00fcche in Groningen bisher nicht durchsetzen k\u00f6nnen. Die Stadt wehrte sich aufs Entschiedenste, auch nur irgendeine Oberhoheit anzuerkennen. Deswegen konnten kriegerische Auseinandersetzungen nicht ausbleiben.<\/p>\n<p>Vetkoper &#8211; Schieringer &#8211; Bronkhorsten &#8211; Hekeren &#8211; ein schier undurchschaubares Geflecht von Lagern und Anspr\u00fcchen, Animosit\u00e4ten und Feindschaften gab es in Groningen und Umland. Hinzu kamen noch der Erzbischof von Utrecht, der Bischof von M\u00fcnster, zu dessen Di\u00f6zese damals Groningen z\u00e4hlte, und nicht zuletzt Graf Albrecht h\u00f6chstpers\u00f6nlich! &#8211; Da musste Junker Keno tom Brok sich gut auskennen, um nicht ungewollt ins Fettn\u00e4pfchen zu treten.<\/p>\n<p>Zuv\u00f6rderst m\u00f6ge Keno den Hansest\u00e4dten umgehend mitteilen, dass er die Piraten vertreiben wolle, ordnete <span style=\"color: #800000;\">Graf Albrecht<\/span> an. Und au\u00dferdem m\u00fcsse er Likedeeler und Vitalier stehenden Fu\u00dfes aus seinen Diensten entlassen. Der Graf ihn lie\u00df wissen, da er nun nicht mehr sein Lehnsmann sei, erm\u00f6gliche es die gegenw\u00e4rtige Lage, dass er &#8211; Graf Albrecht &#8211; auf der neuerlich geplanten Tagfahrt der Hanse als Schiedsrichter zwischen Keno und der Hanse agieren k\u00f6nne. &#8211; <em>Welch kluger Schachzug, das Lehnverh\u00e4ltnis zwischen ihnen beiden zu l\u00f6sen, um als Schiedsrichter fungieren zu k\u00f6nnen!<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Herzog Albrecht von Bayern, Graf von Holland,<\/span> war bei den Hansischen hoch angesehen, denn &#8211; das hatte man nicht vergessen &#8211; Albrechts Vater, Kaiser Ludwig der Bayer, hatte der Hansestadt L\u00fcbeck anno 1340 das Goldm\u00fcnzrecht verliehen. Nicht nur daran erinnerte man sich, sondern auch daran: Was der K\u00f6nig gegeben hat, kann er auch wieder nehmen. Und nun war <u>K\u00f6nig Wenzel<\/u> der <u>Schwiegersohn<\/u> des Grafen Albrecht!<\/p>\n<p>Drum sollte der Wittelsbacher Herzog von Bayern und Graf von Holland, die strittigen Punkte zwischen Keno und der Hanse beilegen. So bestimmten es die hansischen Vertreter und beriefen also Herzog Albrecht zum Schiedsrichter. &#8211; Dieser Wunsch der Hansen entbehrte keineswegs der Ironie, stand der m\u00e4chtige Herzog von Bayern, Graf von Holland, mit den \u2019Pfeffers\u00e4cken\u2018 doch im Geheimen g\u00e4nzlich auf dem Kriegsfu\u00df. Die aber waren entz\u00fcckt von seinem Hochsinn. In Erinnerung an seine Vermittlung auf dem Hansetag von Nykj\u00f6bing im September 1399 zwischen Hamburg und Keno, waren sie \u00fcberzeugt, den Grafen auf ihrer Seite zu wissen und mit seiner Hilfe Keno tom Brok in Grund und Boden stampfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gern billigte der Herzog das Begehren der Hansest\u00e4dte!<\/p>\n<p>Derweil arbeiteten die Administratoren des Herzogs bereits emsig an der L\u00f6sung des Lehnproblems bez\u00fcglich Keno tom Brok.<\/p>\n<p>Fakt: Der Lehnvertrag zwischen dem Grafen und Keno war aufgel\u00f6st worden, das Lehen eingezogen.<\/p>\n<p>Zuv\u00f6rderst war Keno jetzt des Grafen Vogt. F\u00fcr das verbriefte Erblehnrecht aber musste ein passender Lehnsherr gefunden werden. Das brauchte seine Zeit, allein schon wegen der administrativen Ma\u00dfnahmen, die es galt, in die Wege zu leiten und zu einem guten Abschluss zu bringen.<\/p>\n<p>Ein neuer Lehnsherr musste her, und es musste jemand sein, der dem Grafen von Holland nahe stand. Einer, der loyal war und sein Vertrauen genoss, dem der Graf das Lehen von Friesland ohne weiteres \u00fcbertragen konnte und der es als Afterlehen weitergeben w\u00fcrde. Ein Lehnsherr also, der ganz in Albrechts Kielwasser fuhr. Auch musste die Sache so geschickt eingef\u00e4delt werden, dass die Hansebr\u00fcderschaft den raffinierten Handel nicht sofort durchschaute.<\/p>\n<p>Welche L\u00f6sung bot sich an? Verwandtschaft! Einer der Schwiegers\u00f6hne von Herzog Albrecht eignete sich pr\u00e4chtig: <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\">[1]<\/a>Wilhelm I., Herzog von Geldern und J\u00fclich, Gemahl seiner Tochter Katharina.<\/p>\n<p>Wilhelm von Geldern pr\u00e4sentierte den idealen Kandidaten f\u00fcr ein Lehen, zumal vor nicht allzu langer Zeit, der Herzog von Geldern schon einmal Friesland besessen hatte: Damals, anno 1339, war Hilmer Kenisna, Kenos Urgro\u00dfvater, H\u00e4uptling von Brokmerland gewesen und somit Lehnsmann von Geldern geworden.<\/p>\n<p>Kaiser Ludwig der Bayer, Herzog Albrechts gro\u00dfm\u00e4chtiger Vater, <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref\">[2]<\/a>r\u00f6misch-deutscher Kaiser, hatte Friesland f\u00fcr 40.000 Mark Silber an Herzog Rainald II. von Geldern verpf\u00e4ndet. Deshalb war Rainald II. gleichzeitig von Kaiser Ludwig zum Herzog von Geldern erhoben und mit Ostfriesland belehnt worden.<\/p>\n<p>Als Rainald II. 1343 verstorben war, folgte ihm sein zehnj\u00e4hriger Sohn Rainald III. nach und zwar unter Vormundschaft des Grafen Adolf II. von der Mark (+1347). Mit dieser Erbfolge waren aber die Bronkhorsten und deren Anh\u00e4nger nicht einverstanden, denn man berief sich auf das friesische Recht, nach welchem der j\u00fcngere Sohn die Erbfolge antrat. Die Bronkhorsten w\u00fcnschten Rainalds 3 Jahre j\u00fcngeren Bruder Eduard an der Macht. Es hatten sich somit zwei Parteien gebildet, die Hekeren, an deren Spitze Herzog Rainald III. stand, und die Bronkhorsten, die dessen Bruder Eduard favorisierten. Diese Parteien bek\u00e4mpften einander blutig.<\/p>\n<p>Rainald III. Herzog von Geldern heiratete am 1.7.1347 Maria von Brabant, Tochter des Herzogs Johann III. von Brabant; eine gute Partie und ein m\u00e4chtiger Verb\u00fcndeter, den der Herzog damit gewonnen hatte. Davon erz\u00e4hlte man sich noch lange und auch von dem tragischen Pesttod von Graf Adolf II. von der Mark, Rainalds Vormund. Viele Millionen Menschen erlagen damals der Pest, die bis in die f\u00fcnfziger Jahre hinein w\u00fctete und ganze Landstriche total entv\u00f6lkerte.<\/p>\n<p>Kurz nach Hilmer Kenisnas Tod war dessen Sohn, Keno Hilmerisna, Lehnsmann von Geldern geworden.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter dann, nachdem die Folgen der Pest ziemlich ausgestanden waren, anno 1361 in der Schlacht bei Tiel, wurde der Kampf um die Vorherrschaft in Geldern zwischen Hekeren und Bronkhorsten weitergef\u00fchrt. Rainald wurde besiegt und gefangen genommen. Damals nannte man ihn noch Rainald den III. Sein Bruder Eduard \u00fcbernahm nun die Regierung. Da aber Rainalds Gemahlin die Tochter des <span style=\"color: #800000;\">Herzogs Johann III. von Brabant<\/span> war, akzeptierte Brabant keineswegs diese Niederlage und die Fehde setzte sich mit aller H\u00e4rte fort.<\/p>\n<p>Anno 1371 verlor <span style=\"color: #800000;\">Eduard<\/span> in einem Gefecht mit <span style=\"color: #800000;\">Brabant<\/span> sein Leben. Jetzt wurde Rainald III. nach zehn schrecklichen Kerkerjahren aus der Gefangenschaft befreit und wieder zur Regierung berufen. Man nannte ihn nun \u201eden Dicken\u201c. Rainald aber war todkrank, vermutlich aufgeschwemmt von den ewigen Wassersuppen. Er starb noch im selben Jahr, ohne Kinder zu hinterlassen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #800000; text-decoration: underline;\">Wilhelm von Geldern, Herzog Albrechts Schwiegersohn,<\/span> <\/span>war der ideale Lehnherr f\u00fcr Keno tom Brok. Zuv\u00f6rderst aber musste Herzog Albrecht von Bayern seinem Schwiegersohn Wilhelm von Geldern das Lehngut erst einmal \u00fcbertragen. Das aber musste mit dem Einvernehmen seines anderen Schwiegersohnes K\u00f6nig Wenzel geschehen, und das wiederum brauchte eine l\u00e4ngere Vorbereitung.<\/p>\n<p>Der neue Lehnvertrag zwischen dem Herzog von Geldern und Keno ruhte bis 4.9.1400.<\/p>\n<p>Es ist zu vermuten, um keinen unn\u00f6tigen Argwohn bei der Hanse zu erregen, sollte die Lehnvergabe an Keno bis nach der Tagfahrt von L\u00fcbeck im Februar ruhen, weil Wilhelm von Geldern Herzog Albrechts Schwiegersohn war.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Haro von Faldern, Ihmel von Eilsum, Haro von Greetsiel, Enno von Norden und Haro von Dornum unterzeichneten die Verzichtsurkunde. Sie beinhaltete das heilige Versprechen f\u00fcr die Unterzeichner und ihre Nachkommen, die Piraten zu verbannen. Es hie\u00df, man werde niemals mehr Seer\u00e4uber <span style=\"color: #800000;\">in den eigenen H\u00e4fen<\/span> dulden. (Man kann vermuten, dass besonderen Wert auf &#8222;in den eigenen H\u00e4fen&#8220; gelegt wurde, denn es gab gen\u00fcgend andere H\u00e4fen, wo die Piraten Unterschlupf finden konnten.) Keno beurkundete dies am Tag des Heiligen Mathias, dem 24. Februar anno 1400, mit \u201eKenonis\u201c und h\u00e4ngte sein Siegel in rotem Wachs daran. (Urkunde abgedruckt in Willebrants Hansische Chronik, 3. Abt. p. 37)<\/p>\n<p>Luward Itzinga (= Name seiner Ehefrau angenommen) unterzeichnete die Urkunde ebensowenig wie sein Bruder Probst Hisko Abdena von Emden. Ein schwerer Mangel! Keno drohte mit beiden Gewaltma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Danach lie\u00df Keno seine Piraten <span style=\"color: #800000;\">landeinw\u00e4rts<\/span> ziehen und verbot ihnen, mit einer Flotte auszulaufen. Sie hielten sich daran und in der Tat sah man Mitte M\u00e4rz in <span style=\"color: #800000;\">Kenos Landen<\/span> keinen Seer\u00e4uber mehr.<\/p>\n<p>Prompt aber nahm <span style=\"color: #800000;\">Propst Hisko Abdena<\/span> Mitte M\u00e4rz 1400 in Emden Freibeuter auf. Er hatte das \u00dcbereinkommen mit der Hanse ja nicht unterzeichnet, befand sich also auch nicht in der Pflicht!<\/p>\n<p>Zur selben Zeit war <u>Luward Itzinga, Hiskos Bruder<\/u>, H\u00e4uptling des westlichen Teils des Norderlandes. Auf Kenos massiven Druck hin entlie\u00df dieser seine Piraten und es ist zu vermuten, dass es wohl die Freibeuter seines Bruders Luward waren, die Hisko Abdena nun aufgenommen hatte.<\/p>\n<p>Edo Wiemken, der H\u00e4uptling von R\u00fcstringen, hatte als erster das gro\u00dfe Potential der Freibeuter erkannt und genutzt. Das arme, von Sturmfluten zerrissene Land brauchte \u00f6fter mal eine gute \u201cPrise\u201c, schon allein, um die Kosten f\u00fcr die n\u00f6tigsten Deicharbeiten schultern zu k\u00f6nnen. Da kamen Edo und Ihne Popken, dem gr\u00f6\u00dften friesischen Seer\u00e4uber, die Kauffahrteischiffe gerade recht. Edo hegte die Piraten desgleichen als Fehdehelfer und hatte keinesfalls die Absicht, sich von ihnen zu trennen. Kaum waren Wege abgetrocknet, da zog Edo Wiemken mit seinen Fehdehelfern aus und eroberte die Kirchspiele Sande und Schortens.<\/p>\n<p>Bisher hatten Edo und Keno Frieden miteinander gehalten und einander sogar hin und wieder geholfen. Sicher, nicht gegen ihn richteten sich Edos neuerliche Eroberungen, aber Edo hatte Keno hoch und heilig geschworen, die Piraten nicht l\u00e4nger zu beherbergen. Was aber sollte Keno jetzt ohne die Unterst\u00fctzung eigener Fehdehelfer dagegen tun? Etliche seiner eigenen, von ihm vertriebenen Piraten sa\u00dfen in ihrem neuen St\u00fctzpunkt, der Kirche von Holtgaste. Sollte Keno sie zur\u00fcckbeordern nach Marienhafe und sich damit wieder die Hanse auf den Hals holen? &#8211; Eine Zwickm\u00fchle, in der er sich befand.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Ausgewiesenen hatte seither sogar Aufnahme bei Graf Albrecht von Holland gefunden. Um seine Streitkr\u00e4fte rasch aufzuf\u00fcllen, boten sich die Piraten als ideale, wohlfeile Fehdehelfer an. Sie wurden nun zu Freibeutern mit offiziellem Kaperbrief. Mit gr\u00e4flichem Dekret durften die Freibeuter nun f\u00fcr Ruhm und Gewinn ihres Herrn Schiffe \u00fcberfallen.<\/p>\n<p>Unheilvoll zeichneten sich auch Probleme mit Propst Hisko von Emden ab, der ja etliche der vertriebenen Piraten beherbergte. Es ist zu vermuten, dass Propst Hisko das tat, um seine Kriegsmacht zu st\u00e4rken und gegen Keno einzusetzen. Solcherlei Aktivit\u00e4ten erschreckten Keno und seine Vertreter nicht wenig. Hisko \u00e4u\u00dferte zwar, lediglich den Schieringern von Groningen beistehen zu wollen und deshalb\u2026 Das sollte der junge Keno glauben?<\/p>\n<p>Die Hansen hatten Keno gezwungen, Schutz und Hilfe der Likedeeler aufzugeben. Dadurch wurde er stark geschw\u00e4cht und jene gest\u00e4rkt, die jeden Tag in seinen Beritt einbrechen konnten. Ohne Schutzherrn und ohne die Unterst\u00fctzung der Fehdehelfer hing drohend das Damoklesschwert \u00fcber ihm. Er wurde zum Freiwild und konnte blitzschnell alles verlieren. Eilends schickte er daher einen Hilferuf nach L\u00fcbeck. &#8211; Wie gehabt, verhallte dieser Appell bei der Hanse ungeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Es scheint so, als ob es den Hansen gelegen kam, dass Keno so angreifbar geworden war. L\u00fcbeck wollte mit Macht eine Expedition gegen die Piraten der Nordsee durchsetzen. Sie richten gro\u00dfe Erwartungen auf das Franziskaner-Kloster Faldern und nat\u00fcrlich auf Propst Hisko Abdena von Emden, der durch seinen Dienstherrn, den Bischof von M\u00fcnster, \u00fcber hervorragende Verbindungen und Informationsquellen verf\u00fcgte, waren doch die Franziskaner mit der Hanse verbr\u00fcdert!<\/p>\n<ul>\n<li><u>Bremen<\/u> wollte im Gegensatz dazu, dass man gegen Hisko Abdena von Emden und Edo Wiemken aus R\u00fcstringen vorgehen solle, denn dort waren viele der verjagten Piraten untergekommen. Gegen Edo Wiemken m\u00f6ge sich vor allem die geplante Expedition richten.<\/li>\n<li>Hamburg und L\u00fcbeck aber verweigerten dazu ihre Unterst\u00fctzung.<\/li>\n<li><u>Bremen tat sich darum mit dem Grafen Moritz von Oldenburg<\/u> zusammen.<\/li>\n<li>Um sich schadlos zu halten, haben sie gemeinsam R\u00fcstringen \u00fcberfallen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Keno lie\u00df den St\u00e4dten Hamburg, Bremen und L\u00fcbeck durch Sendboten vermelden, wenn nicht endlich die zugesagte Unterst\u00fctzung eintr\u00e4fe, seien Keno und seine Vorm\u00fcnder gezwungen, erneut Fehdehelfer aufzunehmen, um sich gegen \u00e4u\u00dfere \u00dcbergriffe sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das zeitigte Wirkung in L\u00fcbeck sowie in Hamburg. Jetzt erkannten die dortigen Hansen die g\u00fcnstige Gelegenheit f\u00fcr \u201cgro\u00dfe Taten\u201c, denn man betrachtete diese Art der Fehdehelfer als gemeine Friedensbrecher, die man in Selbstjustiz verfolgen und aburteilen konnte. Allerdings hatten sich die <u>Landesherren allenthalben das <span style=\"color: #800000;\">Blutgericht<\/span> vorbehalten<\/u>, trotz der vielf\u00e4ltig einger\u00e4umten Sonderrechte der Hanse. Somit bedurfte ein Hals- und Blutgerichtshof einiger Vorbereitung, weil das im Besonderen auch den Grafen von Holland tangierte, der besser nicht ver\u00e4rgert werden sollte. Mit t\u00e4tiger Unterst\u00fctzung des <u>Franziskaner<\/u>-Ordens, dem die L\u00fcbecker Kaufmannschaft sehr eng verbunden war, stand dem \u201cWohlgelingen\u201c nichts im Wege.<\/p>\n<p>Die Hansestadt Bremen hingegen f\u00fchlte sich weniger veranlasst, die Freibeuter zu beseitigen, denn man trieb regen Handel mit der billigen \u201cImportware\u201c aus England, Portugal und Kastilien. Die Kaufhalle im Erdgeschoss des Bremer Rathauses war voll von H\u00e4ndlern, die sich aus dem \u201cAngebot\u201c der Piraten bedienten.<\/p>\n<p>Hamburg und L\u00fcbeck aber r\u00fcsteten nun Schiffe aus, um den Freibeutern und ihren ostfriesischen Hegern einen drastischen Schlag zu versetzen.<\/p>\n<p>Das hansische Vorhaben nahm jedoch nicht wenig Zeit in Anspruch und Kenos Vorm\u00fcnder erhielten von den St\u00e4dten keine aufschlussreichen Nachrichten. Sie sahen unterdessen Hisko Abdenas R\u00fcstungen ausufern. Es blieb Keno und seinen Vertretern daher keine andere Wahl: Sie mussten erneut Freibeuter als Fehdehelfer an sich ziehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Im Hamburger Hafen versammelte sich die hansische Kriegsflotte und am 22. April 1400 verlie\u00dfen die Orlogschiffe die Elbm\u00fcndung und segelten in Richtung Helgoland, wo eine erkleckliche Anzahl von Piratenschiffen vermutet wurde. Sie wurden \u00fcberrumpelt, die Besatzungen nach Hamburg gebracht und hingerichtet.<\/p>\n<p>Am 5. Mai 1400 Schlacht auf der Osterems<\/p>\n<p>Am 4. Sept. 1400 wurde Kenos Lehnurkunde mit Geldern ausgestellt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Wilhelm I. (*31.03.1363, \u202016.02.1402 Arnheim, begraben in Monnikhuisen), Herzog von Geldern 04.12.1371-16.02.1402, Herzog von J\u00fclich 13.12.1393-16.02.1402. Heirat zu Gertrudenberg am 18.09.1379 mit Katharina von Bayern-Holland (*1358, \u202011.11.1400 Hattem, begraben in Monnikhuisen), Tochter von Herzog Albrecht I. von Bayern (25.07.1336-12.\/13.12.1404), Grafen von Holland, Friesland und Seeland, und der Margarete von Schlesien-Brieg (1336-Februar 1386). Katharina von Bayern-Holland war eine Enkelin Kaiser Ludwigs IV. dem Bayern<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Der Titel \u201eSacrum Romanum Imperium\u201c (f\u00fcr 1254 verbrieft) war die offizielle Bezeichnung f\u00fcr den Herrschaftsbereich der r\u00f6misch-deutschen Kaiser vom Mittelalter bis 1806. Seit dem sp\u00e4ten 15. Jahrhundert war zeitweilig der Zusatz <strong>Deutscher Nation<\/strong> (lat. <em>Nationis <\/em><em>Germanic\u00e6<\/em>) \u00fcblich.<\/p>\n<p>Der Titel \u201eSacrum Romanum Imperium\u201c (f\u00fcr 1254 verbrieft) war die offizielle Bezeichnung f\u00fcr den Herrschaftsbereich der r\u00f6misch-deutschen Kaiser vom Mittelalter bis 1806. Seit dem sp\u00e4ten 15. Jahrhundert war zeitweilig der Zusatz <strong>Deutscher Nation<\/strong> (lat. <em>Nationis <\/em><em>Germanic\u00e6<\/em>) \u00fcblich.<\/p>\n<p>31.03.1339 Ostfrs. UB III No 108 Seite 28 (mit Ausnahme des Teils, der dem Grafen Wilhelm von Hennegau und Holland geh\u00f6rte)<\/p>\n<p><strong>Reinald III<\/strong>, Herzog von Geldern (1343-61), *13.5.1333, +4.12.1371; Heirat 1.7.1347 Maria von Brabant, Dame de Turnhout (+1.3.1399)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Ostfriesische Urkundenbuch I, Nr. 157 sowie O.U.I Nr. 200 und Nr.234 Anno 1387 Buta-E = au\u00dferhalb der Ehe (Fluss) = Engerhafe; Anno 1413 wird Engerhafe \u201aUthengerbure\u2018 genannt<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Der Chronist Ubbo Emmius schreibt \u00fcber Keno II.: <\/strong>Er war ein Mann von hohem, stolzem, unbeugsamen Mute, aber keineswegs unf\u00e4hig, die Gunst der Menge sich zu erwerben. Schlagfertig in Rat und Tat, h\u00e4tte er bei l\u00e4ngerem Leben die Alleinherrschaft \u00fcber Ostfriesland erlangt und diese Stellung behauptet.<\/p>\n<p><strong>In dem Traktat von 7\u00a0<\/strong><b>Seelanden<\/b>, der, im Todesjahr Kenos geschrieben, nicht gerade g\u00fcnstig \u00fcber die ten Broks urteilt, hei\u00dft es: Das reichste und fruchtbarste Seeland ist im Besitz von Junker <strong>Keno<\/strong>, der seinem Vater und Bruder in Bosheit und Durchtriebenheit nachfolgte. Er hat das Land bezwungen und arm gemacht, weil es sich nicht gegen ihn wehrte. Auf geistliche und weltliche Personen nahm er keine R\u00fccksicht, sondern war b\u00f6se in allen Dingen. Um den Krieg zu f\u00fchren, nahm er aus den Kirchen das Geld und die Kostbarkeiten.<\/p>\n<p>Pure Verleumdung? &#8211; Welches Bild trifft zu? &#8211; Er war jung, dynamisch und setzte sein Leben\u00a0 f\u00fcr seine Ziele ein, ein Herrscher seiner Zeit, sicher nicht anders als andere Herrscher.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>(Anm.: Der Kern des Lehnswesens bestand in der Verpflichtung, f\u00fcr verliehenes Land Dienste zu leisten, und umgekehrt die Verleihung von Land f\u00fcr geleistete Dienste. Der Dienst war urspr\u00fcnglich ein 40-60 t\u00e4giger Kriegsdienst pro Jahr. Das Lehnswesen beruhte darauf, dass\u00a0die Sicherheit im Besitz von Land lag. &#8218;Kein Land ohne Herrn, kein Herr ohne Land.&#8216; Die einem Herrn dienten, standen unter seinem Schutz. In der Theorie war jeder Vasall eines anderen. Der Herr selbst ist Vasall des K\u00f6nigs, dieser wiederum Vasall des Kaisers und der Kaiser selbst ist der Vasall Gottes.)<\/em><\/p>\n<p>Vertrag: Ges.f.bild. Kunst, Emden<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<h2><strong><span style=\"color: #993300;\"><em>Hinweis: Roman Chroniken der tom Brook<\/em><\/span><\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #800000;\"><b style=\"color: #800000;\">Band I-IV &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:\u00a0 als <\/b><span style=\"color: #800000;\"><b>E-Books<\/b><\/span><b style=\"color: #800000;\"> bei Hugendubel u.v.a. Anbietern erh\u00e4ltlich<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Band II &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h5>letzte \u00c4nderung 05.10. 2023<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9\u00a0&#8211; Gunda von Dehn &#8222;Meereszauber&#8220; Keno II. und die Hansa Die Hansa \u201ereinigt\u201c die Ostsee von Seer\u00e4ubern Auf dem Hansetag in Nykj\u00f6bing vom Sept. 1399, beschloss man, an die Heger der Piraten, so an Keno II., Briefe mit der Aufforderung zu schreiben, die Seer\u00e4uber aus ihren Landen zu vertreiben. Keno II. kam dem Verlangen der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":66,"menu_order":6,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"side-navigation.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-152","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=152"}],"version-history":[{"count":125,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6933,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/152\/revisions\/6933"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}