{"id":144,"date":"2014-04-08T16:12:06","date_gmt":"2014-04-08T14:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=144"},"modified":"2023-10-05T22:21:25","modified_gmt":"2023-10-05T20:21:25","slug":"stoertebeker","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/die-tom-brok\/stoertebeker\/","title":{"rendered":"St\u00f6rtebeker"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-144-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/2Halsb_Teil_II_nur_Sto\u0308rtebekerlied-ohne-perc.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/2Halsb_Teil_II_nur_Sto\u0308rtebekerlied-ohne-perc.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/2Halsb_Teil_II_nur_Sto\u0308rtebekerlied-ohne-perc.mp3<\/a><\/audio>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a9\u00a0&#8211; Gunda von Dehn:\u00a0 St\u00f6rtebekerlied<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<div id=\"attachment_4202\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Windjammer2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4202\" class=\"wp-image-4202 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Windjammer2-300x239.jpg\" alt=\"Segler - G.v.Dehn 1964\" width=\"300\" height=\"239\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Windjammer2-300x239.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Windjammer2-1024x816.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4202\" class=\"wp-caption-text\">G. v. Dehn 1964<\/p><\/div>\n<h2><\/h2>\n<h2><span style=\"color: #993300;\"><b>Nikolao St\u00f6rtebeker von Wismar<\/b><\/span><\/h2>\n<p>Bezeugt ist das Auftreten von &#8222;Nikolao St\u00f6rtebeker&#8220; im Verfestungsbuch (Gerichtsbuch) von Wismar anno 1380. Ob dieser Mann der &#8222;St\u00f6rtebeker\u201c von Marienhafe ist, der vermutlich gar nicht Nikolaus hie\u00df, sondern Johann, mag dahingestellt sein. Zumindest reklamiert Wismar \u201eKlaus St\u00f6rtebeker\u201c f\u00fcr sich als einen Sohn der Stadt, der angeblich auch dort geboren sein soll.<\/p>\n<p>In jenem o.g. Verfestungsbuch von Wismar findet sich das Protokoll \u00fcber eine Schl\u00e4gerei, in welche ein &#8222;Nicolao St\u00f6rtebeker\u201c verwickelt war. Danach zu urteilen, wird<i> <span style=\"text-decoration: underline;\">dieser<\/span><\/i> Nicolao St\u00f6rtebeker in Wismar ans\u00e4ssig gewesen sein, denn seine Kontrahenten wurden der Stadt verwiesen und waren demnach sogenannte \u201eNichtb\u00fcrger\u201c oder &#8222;medewoner&#8220;, d. h. Einwohner ohne politische Rechte. Nach damaliger Rechtsprechung wurden fremde St\u00f6renfriede, Nichtb\u00fcrger, bei Vergehen immer der Stadt bzw. des Landes verwiesen. Das l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass St\u00f6rtebeker vermutlich Wismarer &#8218;burgaere\u2019, d. h. B\u00fcrger, gewesen ist, der alle politischen Rechte besa\u00df. Nun erlangte man aber das volle B\u00fcrgerrecht bereits, indem man im allgemeinen ein Jahr und einen Tag in der Stadt lebte und sodann den B\u00fcrgereid leistete und sich verpflichtete, seine b\u00fcrgerlichen Pflichten zu beachten. Man musste dort also <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> geboren sein, um B\u00fcrger zu werden! Galt eine Person irgendwo als &#8222;B\u00fcrger\u201c, so schloss das nicht aus, dass diese Person durchaus gleichzeitig auch anderswo als B\u00fcrger anerkannt war. Eigenartig ist es m. E. jedoch, wenn in Wismar ein Geburtshaus von Nikolaus St\u00f6rtebeker pr\u00e4sentiert wird, das es zur Lebenszeit des St\u00f6rtebeker noch nicht gegeben hat.<\/p>\n<p><b>War Nikolaos St\u00f6rtebeker in Wismar in der Lehrlingsausbildung? <\/b><br \/>\nEine Lehrlingsausbildung (Ausbildungszeit ca. 5 bis 9 Jahre) wurde bei einem Meister durchgef\u00fchrt. Das Ende der Lehrzeit markierte das Gesellenst\u00fcck. Danach wurde der Lehrling von der Zunft &#8222;freigesprochen&#8220; (wie heute auch noch). Dann musste er auf Wanderschaft gehen, in andere St\u00e4dte, andere L\u00e4nder. Diese Wanderjahre waren oft hart, dienten aber der Fortbildung ungemein. Der Geselle arbeitete nun bei verschiedenen Meistern. Nach seiner R\u00fcckkehr konnte der Geselle in der Zunft mit sehr viel Gl\u00fcck zum Meister aufsteigen, denn daf\u00fcr musste eine Meisterstelle vakant sein, d. h. ein Meister musste ohne Nachfolger verstorben sein. Die Anzahl der Meisterbetriebe war exakt festgelegt und begrenzt, um unn\u00f6tige Konkurrenz auszuschalten.<br \/>\nZur Meisterpr\u00fcfung geh\u00f6rte das Meisterst\u00fcck. Die Zunft setzte das Meisterst\u00fcck fest und \u00fcberwachte dessen Ausf\u00fchrung &#8211; damals wie heute. <span style=\"text-decoration: underline;\">Vorzugsweise nahmen die Meister ihre eigenen S\u00f6hne in die Zunft auf.<\/span> Auf diese Weise vermieden sie unerw\u00fcnschte Konkurrenz. Deshalb blieben viele Gesellen ihr Leben lang von ihrem Meister abh\u00e4ngig. Dies f\u00fchrte mitunter dazu, dass ein Geselle die Meisterin (auch, wenn sie seine Gro\u00dfmutter h\u00e4tte sein k\u00f6nnen) nach dem Ableben des Meisters heiratete, um den Betrieb \u00fcbernehmen und fortf\u00fchren zu k\u00f6nnen, denn das spezielle st\u00e4dtische Erbrecht machte die hinterbliebene Witwe voll erbberechtigt; dies im Gegensatz zum generellen Erbrecht, wo die <span style=\"text-decoration: underline;\">Frau nicht erbberechtigt<\/span> war. Starb die Meisterin, die ja h\u00e4ufig viel \u00e4lter war als der junge Meister, dann heiratete der hinterbliebene Meister erneut, dann aber ein blutjunges M\u00e4dchen. Das war notwendig, um eigene Nachkommen zeugen zu k\u00f6nnen. Die Kartell-Politik des mittelalterlichen Handwerks machte es nahezu unm\u00f6glich, dass ein Geselle sich mit einer Frau aus einem anderen (fremden) Handwerk verbinden konnte. Gesellen verdienten sehr wenig, Lehrlinge gar nichts, im Gegenteil, sie mussten \u201aLehrgeld\u2019 bezahlen, wof\u00fcr ihnen Verpflegung und Unterkunft zustand.<\/p>\n<p><b>Kalandgilden (Z\u00fcnfte)<\/b><br \/>\nAls \u201aZ\u00fcnfte\u2019 bezeichnet man genossenschaftliche Organisationen von Handwerksmeistern gleichen oder verwandten Gewerbes. Im 13. Jh. begegnet man erstmals Z\u00fcnften religi\u00f6ser Art, sog. Kalandgilden. Die Kalandgilden waren durchweg fromme Br\u00fcderschaften zu Ehren Gottes und eines Heiligen, der als Schutzpatron galt. (z. B. Schiffergilde = Hl. Clemens = Clementinenbr\u00fcderschaft; die Gilde der Kaufleute u. (Handels-)Schiffer = Hl. Nikolaus; der Hl. Damianus wurde zugleich als Patron der Stadt im Emder Wappen gef\u00fchrt.)<br \/>\nDaneben gab es in vielen St\u00e4dten zunftzugeh\u00f6rige \u201aZunftregimenter\u2019. Im 14. Jh. wandelten sich die Kalandgilden zu wirtschaftlichen Interessensgemeinschaften.<br \/>\nEs herrschte Zunftzwang. Den Z\u00fcnften oblag die Sicherung der &#8222;b\u00fcrgerlichen Nahrung&#8220;, was bedeutet, dass der Markt gewisserma\u00dfen f\u00fcr die Zunftmitglieder \u201areserviert\u2019 wurde. Aus diesem Grunde erfolgte im Sp\u00e4tmittelalter eine zahlenm\u00e4\u00dfige Begrenzung der Handwerksbetriebe, denen Rohstoffe und Arbeitskr\u00e4fte einheitlich zugeteilt wurden. Die sozialen Funktionen der Z\u00fcnfte bestanden u. a. in Unterst\u00fctzung (auch der Witwen, die meistens an Zunftmitglieder verheiratet wurden) und Darlehensvergabe f\u00fcr Zunftmitglieder. Daneben wurde ein Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl durch Zunftbrauchtum geschaffen. In den einzelnen Z\u00fcnften waren auch unterschiedliche Berufe zusammengefasst.<\/p>\n<p><b>Zunftzeichen<\/b><br \/>\nJede Zunft hatte ein Erkennungszeichen f\u00fcr alle Handwerker, die in dieser Zunft arbeiteten, z. B. B\u00e4cker, Schuster, Fleischer, Kessler, Gold- und Silberschmiede, Kupferschmied, Schwertschmied, Weber, Brauer, F\u00e4rber, Sporenmacher, Harnischmacher, Arzt, Apotheker, Bader, Binder (Hausanstreicher), Dachdecker, Dreher, Drescher, Eicher, Fischer, Gerber, Glaser, Hafner (T\u00f6pfer),\u00a0 Helmschmiede, Karrenspanner, K\u00e4sbohrer, K\u00f6che, Kornmesser, Kramer, K\u00fcrschner, L\u00e4ufer, Maler, Maurer, Melwer (Mehlh\u00e4ndler), M\u00fcller, N\u00e4herinnen, \u00d6lschl\u00e4ger (Inhaber einer \u00d6lm\u00fchle), Pfannenschmied, Ringdreher (f\u00fcr Kettenhemden etc.), S\u00e4ckler (stellt aus Leder Taschen, Ranzen und dgl. her), Sattler, Scharw\u00e4chter (ein Nachtw\u00e4chter in den Stra\u00dfen), Scherer (Barbiere),\u00a0 Schneider, Seiler (stellt Taue, Schn\u00fcre, Lindenstr\u00e4nge und Kordeln her), Spengler (Spangenmacher, sp\u00e4ter Blechschmiede und Klempner), Spie\u00dfmacher, Wagner, Weing\u00e4rtner, Zinngie\u00dfer etc.<br \/>\nJedes Handwerk war nochmals unterteilt in Spezialgebiete. So durfte der Blauf\u00e4rber nur diese eine Farbe verwenden, der Hufschmied nichts anders als Hufeisen schmieden, der Kesselflicker nur Kessel flicken, aber keine neuen Kessel herstellen. Verst\u00f6\u00dfe wurden hart geahndet.<\/p>\n<p><b>Der Name &#8218;St\u00f6rtebeker\u2019<\/b> ist als Identifizierungshilfe dem Rufnamen (Clawes = Klaus) angef\u00fcgt worden wie z. B. K\u00f6rpermerkmale, Heimatorte oder Berufsbezeichnungen, die bis hin zu bestimmten Bodenmerkmalen als Namensbezeichnung verwendet wurden \u2013 in diesem Fall wohl eine Berufsbezeichnung oder auch ein Ulkname.<br \/>\nEine Erkl\u00e4rung des Namens &#8218;St\u00f6rtebeker\u2019, die mir einmal untergekommen ist, besagte, dass St\u00f6rtebeker als Junge in einen Bach (B\u00e4ke) gest\u00fcrzt (st\u00f6rten) sei. Daneben gab es noch eine Namenserkl\u00e4rung im Zusammenhang mit dem B\u00e4ckerberuf (Beker).<br \/>\nMerkw\u00fcrdig auch, dass <strong>1380<\/strong> nur der &#8218;Spitzname\u2019 und nicht der Familienname (Vatername) in dem genannten Verfestungsbuch von Wismar auftaucht. Absicht, um eine Identifizierung zu erschweren oder die Familie nicht in Verruf zu bringen? Wie alt mag jener St\u00f6rtebeker da gewesen sein? Vielleicht 16 oder bereits 20 Jahre alt? In etwa mit 12 Jahren traten die Kinder in die Lehre ein. Je nach Beruf dauerte diese Lehre 5 bis 9 Jahre. <strong>1384<\/strong> ist St\u00f6rtebeker jedoch schon als f\u00fchrender Pirat von den Engl\u00e4ndern benannt worden. Da muss er also schon etwas \u00e4lter bzw. reifer gewesen sein. 1384 &#8211; In einem Vertrag der Hansa mit Heinrich IV. von England werden G\u00f6deke Michael und St\u00f6rtebeker erstmalig als Freibeuter genannt, da sie englische Schiffe gekapert haben. (Vergl. R. Haklvyt, The Principal Navigations of the Englisch Nation, London 1598) Aber erst <strong>1392<\/strong> wurden die <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Vitalienbr\u00fcder<\/span><\/strong> ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>In einer englischen Klageakte hei\u00dft es <strong>1394<\/strong>: &#8222;Item in the yure 1394 Goddekin Mighel, Clays Scheld, Storbikker (ohne Vornamen!) and others took out of a ship of Elbing.&#8220; D.h. im Jahr 1394 kaperten G\u00f6deke Michels, Klaus Scheld, St\u00f6rtebeker und andere ein Schiff aus Elbing. Wie muss man sich das vorstellen, wenn sie ein Schiff aus Elbing kaperten? Fuhren sie von Elbing aus um J\u00fctland herum und brachten die Beute nach Helgoland oder Norderney? &#8211; Einen Kanal gab es damals noch nicht. &#8211; Nein, sie werden den Schiffen vor ihrer &#8222;Haust\u00fcr&#8220; aufgelauert haben. Ein Schiff aus Elbing hei\u00dft nicht, dass es ein Hansesegler gewesen ist. Dann h\u00e4tte man sich ja nicht bei der Hanse dar\u00fcber beschwert. Immer wieder geht aus den Akten hervor, dass die Piraten sich offenbar auf <span style=\"text-decoration: underline;\">englische<\/span> Schiffe &#8222;spezialisiert&#8220; hatten. Erst sp\u00e4ter h\u00f6ren wir auch von <span style=\"text-decoration: underline;\">spanischen<\/span> Handelsschiffen, die gekapert werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Lullusglocke.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2672 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Lullusglocke-213x300.png\" alt=\"Lullusglocke\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Lullusglocke-213x300.png 213w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Lullusglocke-728x1024.png 728w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Lullusglocke.png 988w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Wie kann es 1380 zu dem Namen &#8222;St\u00f6rtebeker&#8220; gekommen sein?<\/strong><br \/>\nVor Gericht fragt der Richter &#8211; damals wie heute &#8211; den Misset\u00e4ter nach seinem Namen und bekommt dazumal den Vornamen genannt. Es besteht zwar die Pflicht, einen Familiennamen zu f\u00fchren, viele Menschen f\u00fchren in jener Zeit aber dennoch keinen Familiennamen, obwohl schon die Franken Familiennamen zwecks Aushebungen befohlen hatten. Auf die Frage hin, was der Misset\u00e4ter arbeitet, erh\u00e4lt man die Erkl\u00e4rung. Vielleicht ist er bei einem Gie\u00dfer t\u00e4tig und st\u00fcrzt Becher aus der Form? &#8211; <em>Auch <strong>Glocken<\/strong> nannte man damals &#8222;Becher&#8220;, weil sie die sog. <strong>Becherform <\/strong>besa\u00dfen.\u00a0 Diese Glocke hat die typische <strong>Becherform,<\/strong> die im Mittelalter fast ausschlie\u00dflich Verwendung fand (heutzutage sagt man dazu &#8222;Bienenkorb&#8220;, damit ist aber dasselbe gemeint).<\/em> &#8211; Es wird also ein passender Name erfunden und so schreibt man \u201aSt\u00f6rt de Beker\u2019 dahinter oder \u00e4hnlich, was hei\u00dft, der Mann ist mehr oder weniger ein Handlanger mit bestimmtem Aufgabenbereich im Gie\u00dferhandwerk. Bei Registrierungen von Personen geschah derartiges h\u00e4ufig, z. B. auch bei jenen Personen, die nach Eroberungen erfasst wurden. Es ist bekannt, dass im sog. &#8222;3. Reich\u201c nicht selten ganz gemeine Ulknamen erfunden wurden. Auf solche oder \u00e4hnliche Weise k\u00f6nnte besagter &#8222;St\u00f6rtebeker&#8220; zu seinem Spitznamen gelangt sein. Den Namen &#8222;St\u00f6rtebeker&#8220; gab es allerdings \u00f6fter, so dass es auch eine g\u00e4ngige Berufsbezeichnung gewesen sein kann.<\/p>\n<p>Bis 1399 werden in der engl. Klageakte Michels und St\u00f6rtebeker verzeichnet. &#8211; Aber, sprechen wir hier von einer einzigen Person mit Namen &#8222;Storbikker&#8220; bzw. &#8222;St\u00f6rtebeker&#8220; oder aber von zwei verschiedenen Personen? Hie\u00df der eine Claus und der andere Johann? Waren es vielleicht Vater und Sohn?\u00a0 Oder ist hier tats\u00e4chlich ein- und dieselbe Person gemeint?<\/p>\n<p><b>Junker Sissinga<\/b><br \/>\n<b> <\/b>St\u00f6rtebeker, so sagt die Legende, soll ein gewaltiger Trinker gewesen sein. In der Kaj\u00fcte seines aufgebrachten Schiffes fand man angeblich einen gro\u00dfen Pokal, welcher die stolze Inschrift f\u00fchrte: (\u00dcbersetzt: Ich, Junker Sissinga von Groningen, trank diesen Krug in einem Zug durch meinen Kragen in meinen Magen)<i>.<\/i><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><i>Ik, Jonker Sissinga van Groninga<\/i><br \/>\n<i>Dronk dees Heusa in een fleusa<\/i><br \/>\n<i>Door myn Kraga in myn maga<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dieser Humpen wird dem St\u00f6rtebeker zugeschrieben, er ist \u00fcbrigens unauffindbar; m\u00f6glicherweise aber war der Humpen lediglich ein Beutest\u00fcck. Tats\u00e4chlich hat der Name &#8222;St\u00f6rtebeker&#8220; jedoch nichts mit &#8222;Trinkfestigkeit&#8220; zu tun, sondern mit der T\u00e4tigkeit als Glockengie\u00dfer.<\/p>\n<p>War St\u00f6rtebeker ein &#8222;Junker\u201c? Er wird in der L\u00fcb\u2019schen Chronik von Rufus als &#8222;hovetlud\u201c (Hauptmann) bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit H\u00e4uptling. Hiermit ist ein Mann gemeint, der eine f\u00fchrende Position \u00fcber einen Haufen Leute innehat, nicht aber eine Herrscherfunktion wie dies bei den H\u00e4uptlingen der Fall gewesen ist.<br \/>\nDie Bezeichnung &#8222;Junker\u201c = &#8220; junger Herr&#8220; wurde in jener Zeit zur Titulierung der S\u00f6hne des Adels (Junker oder Jonker ist eine Zusammensetzung aus: junk = jung und (h)er = Herr) benutzt, was eben immer vorausgesetzt hat, dass der junge Mann einst ein &#8218;Herr\u2019 werden w\u00fcrde, n\u00e4mlich im Sinne von Herrscher.<br \/>\nZum Beispiel wurde Ocko tom Brok von der K\u00f6nigin Johanna I. von Neapel zum Ritter geschlagen und somit stand seinen m\u00e4nnlichen Nachkommen das Recht zu, als Junker tituliert zu werden.<br \/>\nDie Gravur &#8218;Jonker\u2019, l\u00e4sst also den R\u00fcckschluss zu, dass der Eigent\u00fcmer des silbernen Humpens, der genannte Sissinga, tats\u00e4chlich von Adel gewesen ist. Normalerweise \u00fcbte der Adel jedoch keine handwerklichen Berufe aus. Das bedeutet, dass &#8222;St\u00f6rtebeker\u201c, w\u00e4re er selbst dieser Junker Sissinga gewesen, kaum das Handwerk eines Gie\u00dfers ausge\u00fcbt haben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenden wir uns dem Namen \u201eSissinga\u201c zu: W\u00e4re es m\u00f6glich, dass es sich um die K\u00fcrzung des Namens &#8222;Maurissinghe&#8220; (bzw. Maurisinge) handelt, einem B\u00fcrgermeister von Gronigen? K\u00f6nnte durch Hinzuf\u00fcgen eines Vornamens (Mauris = dt. Moritz) eine\u00a0Namenszusammensetzung bzw. Abwandlung von &#8218;Asinga\u2019 erfolgt sein? Wir wissen es nicht, denn dazumal gab es noch keine Rechtschreibung. Man schrieb die Worte so, wie man sie aussprach bzw. h\u00f6rte und auch das war nat\u00fcrlicherweise unterschiedlich.<\/p>\n<p>Der Ursprung des Namens &#8222;Asinga\u201c ergibt sich aus dem Wort Asega. Asega ist die Titulierung f\u00fcr friesische Richter (Asega-Buch = Gesetzbuch). Der Asega hatte eine Machtposition inne, die in etwa der Position eines H\u00e4uptlings vergleichbar gewesen sein mag. Es w\u00e4re daher der &#8222;Junker&#8220; als korrekte Titulierung sehr wahrscheinlich. Da Friesland lange unter fr\u00e4nkischer Herrschaft gestanden hat, d\u00fcrfte der &#8222;Greif&#8220; als Amtssiegel fr\u00e4nkischen Ursprungs sein. Als Vertreter der Franken haben Richter mit dem fr\u00e4nkischen Greifen gesiegelt. (Verleihung der Richtergewalt durch die Franken und damit auch des Amtssiegels.) Hierbei ist anzumerken, dass die Asega vornehmlich aus dem Geburtsadel heraus gew\u00e4hlt wurden. Andererseits ist das Wappentier der \u201aSissinga\u2018 kein Greif, sondern ein Lindwurm. Der Greif ist allerdings legendenbiologisch verwandt mit dem Lindwurm (Drachen) und manchmal schwer von diesem zu unterscheiden. (Es k\u00f6nnte sich demnach um eine\u00a0 Verwechslung durch den K\u00fcnstler handeln.) Ob diese Familie &#8218;Sissinga\u2019 nun tats\u00e4chlich das Richteramt inne hatte, muss noch ermittelt werden. Woher stammte die Familie? Direkt aus Groningen? War dieser \u201eSissinga\u201c eine jener Personen, die im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Vetkopern (Pr\u00e4monstratensern) und Schieringern (Zisterziensern) aus dem Groninger Stadtrat vertrieben worden waren? Das bleibt noch zu erforschen, wobei der Stadtrat &#8222;Maurissinghe&#8220; mit ziemlicher Sicherheit aus Groningen verrieben worden ist. Dort ging es sehr brutal zu zwischen Vetkopern und Schieringern bis hin zum &#8222;Fenstersturz&#8220;, denn es ging um die Anerkennung des Herzogs von Bayern als Landesherrn. \u00dcberdies wandte das Gl\u00fcck sich manchmal der einen oder der anderen Partei zu.<\/p>\n<p><b>Wer war St\u00f6rtebekers Ehefrau? <\/b><br \/>\nAuch hier gibt es wieder nur Spekulationen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass St\u00f6rtebeker eine Frau aus Groningen zur Ehe genommen hat, weil dort die Familie ans\u00e4ssig gewesen ist. Der Name \u201eKlinghe\u201c weist auf den Glockengie\u00dfer als Beruf hin. Es sind u. a. in sp\u00e4terer Zeit Gerd Klinghe und dessen S\u00f6hne und Enkel als Gie\u00dfer von Glocken und Taufbecken sehr bekannt. \u00dcberliefert ist sogar ein \u201eGotecke\u201c Klinghe, m\u00f6glicherweise in Verwandtschaft zu G\u00f6decke Michels, dessen Familie wohl auch aus Groningen stammte. Ferner ist Bruyn Clinghe als B\u00fcrgermeister \u00fcberliefert.<\/p>\n<p>In der Groninger Chronik ist 1386 <span style=\"text-decoration: underline;\">Johanne <i>Klinghen<\/i><\/span> genannt, die 2 Grasen Land gekauft hat, gesiegelt von den B\u00fcrgermeistern von Groningen: u.a. Wycbolt <span style=\"text-decoration: underline;\">Maurissinghe<\/span> und Wicbolt, Evardes Sohn. Wicbolt, Evardes Sohn, ist 1394 noch als B\u00fcrgermeister genannt (S. 739).<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise hat St\u00f6rtebeker also eine Frau aus Groningen geheiratet. Da ein <b><span style=\"text-decoration: underline;\">Johann<\/span> <\/b>St\u00f6rtebeker von Graf Albrecht den Kaperbrief erhielt, ist es denkbar, das St\u00f6rtebeker (Klaus) und <span style=\"text-decoration: underline;\">Johanne<\/span> Klinghe verwandt gewesen sind, und St\u00f6rtebekers <span style=\"text-decoration: underline;\">Sohn<\/span> Johann den Kaperbrief von Herzog Albrecht erhalten hat. M\u00f6glicherweise war <span style=\"text-decoration: underline;\">Johanne Klinghe<\/span> die Gro\u00dfmutter jenes Johann St\u00f6rtebeker, der den Kaperbrief\u00a0 erhalten hat.<\/p>\n<p>Man kann insofern in Erw\u00e4gung ziehen, dass St\u00f6rtebeker zur Gie\u00dferzunft z\u00e4hlte, als das legend\u00e4r \u00fcberlieferte Versprechen St\u00f6rtebekers, Marienhafe eine neue Glocke stiften zu wollen (die alte Glocke war 1386 beim Brand von St. Marien geborsten)\u00a0 eine Verbindung zur Gie\u00dfer-Familie zul\u00e4\u00dft. Glockengie\u00dfer fertigten daneben auch Kanonenrohre und Bronzet\u00fcren an. Tats\u00e4chlich waren in der Kirchhofmauer noch vor der Verkleinerung des Doms <span style=\"text-decoration: underline;\">bronzene Tore<\/span> vorhanden und sind auf einer Zeichnung aus dem 18. Jh. zu sehen. Eine sehr kostspielige Investition! &#8211; Billige Palisaden h\u00e4tten es auch getan. &#8211; Ob die H\u00e4uptlinge von Brookmerland solch immense Kosten auf sich genommen haben, ist fraglich, wo sie doch nicht einmal eine neue Glocke kaufen konnten oder wollten.<br \/>\nOb jene Glocke aus dem 15. Jahrhundert, die einen besonders sch\u00f6nen Ton gehabt haben soll, noch von St\u00f6rtebeker bzw. seiner Familie gestiftet worden ist, kann nicht belegt werden. Immerhin gab es Grund genug zur Dankbarkeit und Friesen halten Wort! Es war eine Glocke, die durch ihre Gr\u00f6\u00dfe und ihren Klang sogar weithin ber\u00fchmt war. 1594 ist die leider schon gesprungen.<\/p>\n<p>Wenn St\u00f6rtebeker ein Sissinga gewesen ist, w\u00fcrde seine Frau auch &#8222;Sissinga&#8220; genannt worden sein. Anders nat\u00fcrlich, wenn St\u00f6rtebeker den Namen seiner Frau angenommen h\u00e4tte. Namens\u00e4nderungen von angeheirateten M\u00e4nnern waren \u00fcblich, wenn keine m\u00e4nnlichen Erben vorhanden waren und die Ehefrau eine Erbtochter gewesen ist. Eine Heirat von St\u00f6rtebeker mit einer Gie\u00dfer-Tochter ist durchaus denkbar, wenn St\u00f6rtebeker im Ursprung das Gie\u00dfer-Handwerk erlernt haben sollte (s. Kalandgilden), was aufgrund seines Namens einer gewissen Logik entspricht.<\/p>\n<p>Fazit: Weder &#8222;Sissinga&#8220; noch &#8222;Maurissinghe&#8220; scheiden absolut als Familienname des St\u00f6rtebeker aus, wobei Sissinga eine Spielart von Maurissinghe gewesen sein kann. War St\u00f6rtebeker ein Adeliger, der eine B\u00fcgerliche geehelicht hat? Das h\u00e4tte einen gesellschaftlichen Abstieg vom Adel zum Handwerk f\u00fcr den Ehegatten bedeutet. Das war so usus. Andererseits konnte St\u00f6rtebeker als Pirat kaum viel tiefer fallen, trotz aller edlen Absichten. Nimmt man dies als Faktum an, dann w\u00e4re es durchaus m\u00f6glich gewesen, als adeliger Pirat eine B\u00fcrgerliche zu heiraten, zumal dann, wenn <em>B\u00fcrgermeister<\/em> zu <em>B\u00fcrgermeister<\/em> fand. Dies w\u00e4re bei <em>Klinghe<\/em> und <em>Maurissinghe<\/em> der Fall gewesen.<\/p>\n<p><b>Legenden <\/b><br \/>\nDer Legenden \u00fcber die Likedeeler und Vitalienbr\u00fcder gibt es etliche. Die Bildung der St\u00f6rtebekerlegenden begann erst um 1600. Und wie es so ist, m\u00fcssen Piraten nat\u00fcrlich Sch\u00e4tze vergraben haben. Auch heute noch geistert ein angeblicher Schatz von St\u00f6rtebeker durch die Geschichte. Er soll auf R\u00fcgen vergraben sein, auf Helgoland, Borkum oder einer anderen Nordseeinsel.<\/p>\n<p>F\u00fchrt man sich aber die Struktur der Piraterie vor Augen, dann wird klar, dass es kaum vergrabene Sch\u00e4tze gegeben haben wird. Metalle wurden meist eingeschmolzen, erbeutete Waren verkauft und die Erl\u00f6se geteilt.<br \/>\nF\u00fcr soziale Leistungen &#8211; ja, man staune, es gab diese auch damals schon &#8211; siehe hierzu auch <i>Kalandgilden und Z\u00fcnfte<\/i> &#8211; wurden Mittel abgezweigt und in einen gemeinsamen Topf getan. Bekannterweise verschlingen Sozialleistungen eine Menge Geld. Die sozialen Leistungen bestanden u. a. in Unterst\u00fctzung von Hinterbliebenen (Witwen und Waisen), medizinischen Leistungen, bestimmten Summen f\u00fcr Invalidit\u00e4t. Letzteres war gestaffelt nach der Art der Verletzung. Diese Staffelung ergab sich aus der vorherrschenden Rechtssprechung, wo f\u00fcr zugef\u00fcgte K\u00f6rperverletzungen die Zahlung von Schadenersatzgeldern angeordnet wurde. Der Verlust eine Armes beispielsweise wurde auch damals schon anders berechnet als der Verlust einer Hand, eines Beines, eines Auges usw. Selbst der Preis f\u00fcr die Tiefe einer Schnittwunde war festgelegt.<br \/>\nSobald kein Nachschub vorhanden war, also keine Schiffe mehr gekapert werden konnten, brach das Sozialsystem der Piraten zusammen. Wenn also tats\u00e4chlich noch etwas vergraben ist, dann ist es kaum ein Schatz, der einen gr\u00f6\u00dferen Aufwand zur Auffindung lohnen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn es hei\u00dft, die Piraten fuhren auf \u201eeigene Rechnung\u201c, dann ist damit gemeint, dass sie Schiffe und Mannschaften unterhalten mussten und f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit nicht bezahlt wurden, auch dann nicht, wenn sie Inhaber eines Kaperbriefes gewesen sind. Der Kaperbrief bedeutete, dass der \u201eAussteller\u201c, ein Landesherr also, einen Beuteanteil erhielt und den Piraten seinen Schutz garantierte. Das bedeutete, dass die Piraten bei Gefangennahme unter Umst\u00e4nden das Gl\u00fcck haben konnten, ausgel\u00f6st bzw. gegen andere Gefangene ausgetauscht zu werden. Eine Begnadigung lie\u00df man sich &#8211; auch damals &#8211; sehr teuer bezahlen, jedoch sprechen die h\u00e4ufig verh\u00e4ngten Todesstrafen ihre eigene Sprache.<\/p>\n<p>Der Bericht der hansischen Schiffshauptleute Hennig von Rinteln und Albert Schreye sagt aus, dass 25 Seer\u00e4uber am 21. Juni 1400 begnadigt worden seien. Diese waren ausschlie\u00dflich <span style=\"text-decoration: underline;\">friesischer<\/span> Herkunft. Waren sie weniger schuldig als andere? Ist unser Johann St\u00f6rtebeker dabei gewesen? Man fragt sich, aus welchem Grunde denn das wohl geschehen war. &#8211; Die Begnadigung muss politische bzw. wirtschaftliche Hintergr\u00fcnde gehabt haben.<\/p>\n<p>Herzog Albrecht von Bayern-Straubing und Graf von Holland, Hennegau und Seeland, Herr \u00fcber Friesland,\u00a0besa\u00df das alleinige Recht, zur Aburteilung seiner Untertanen. Dieses Recht konnte er selbstverst\u00e4ndlich delegieren, so auch in Form von Privilegien an die Hansa. Dies war erfolgt: Der Hansa waren f\u00fcr die Betreibung einer sog. \u201eHansestadt\u201c u.a. auch Privilegien erteilt worden, die in einem bestimmten Rahmen sogar eine eigene &#8222;hansische&#8220; Rechtsprechung erlaubten. Der Herzog hatte also gewisse Privilegien f\u00fcr die der Hanse angeschlossenen Orte seiner Grafschaft erteilt, nicht jedoch das Blutgericht. Er konnte Privilegien nat\u00fcrlich auch wieder entziehen! Der Hansa drohte in solch einem Fall ein gro\u00dfer wirtschaftlicher Schaden. Dieses Damoklesschwert bedrohte die Hansa st\u00e4ndig, denn Herzog Albrecht reagierte in derartig gelagerten Dingen empfindlich. Die \u00dcbertretung der hansischen Befugnisse h\u00e4tte er mit Gewi\u00dfheit nicht &#8222;l\u00e4chelnd&#8220; hingenommen. Aber damit nicht genug: der Wittelsbacher Herzog und seine weitl\u00e4ufige, \u00fcberaus m\u00e4chtige Verwandtschaft, zu der auch der K\u00f6nig des Deutschen Reiches sowie u. a. der gewaltige Herzog von Mailand z\u00e4hlte, konnte die ganze Hanse gef\u00e4hrden. Mit Herzog Albrecht von Bayern wollte die Hansa es sich denn doch wohl nicht\u00a0 verderben, so scheint es. Zur Erinnerung: Die tom Brok waren bis auf wenige Zeitabschnitte, die zur Konsolidierung geh\u00f6ren, Vasallen des Herzogs Albrecht von Bayern bzw. seines Schwiegersohnes, Herzog Wilhelm von Geldern.<\/p>\n<p>Anders lagen die Bedingungen beim Bischof von M\u00fcnster, der es sich mit der Hanse nicht verderben wollte, weil sein Drost Hisko Abdena von Emden ebenfalls Piraten aufgenommen hatte. Der Bischof hat seinerzeit offensichtlich das Blutgericht an die Hansischen abgetreten &#8211; ob freiwillig oder gezwungenerma\u00dfen, bleibt zu erforschen, denn in seinem Beritt (Emden bzw. Faldern) wurden in rasender Eile &#8211; nach\u00a0\u00fcberst\u00fcrzter und eher dubioser\u00a0 Urteilsfindung &#8211; weit \u00fcber 100 Todesurteile vollstreckt.<\/p>\n<p>Die <strong>L\u00e4tare-Spende<\/strong> (Vergabe von 1 Fass Heringen und 12 braunschweigischen Himten Roggen an die Armen 3 Wochen vor Ostern) von <span style=\"text-decoration: underline;\">Verden<\/span>: Diese Spende ist erst <span style=\"text-decoration: underline;\">ab 1603<\/span> nachweisbar. Mit Recht wird bezweifelt, dass diese Stiftung tats\u00e4chlich von St\u00f6rtebeker stammt.\u00a0Hier ist anzumerken, dass in St\u00f6rtebekers Zeit Z\u00fcnfte und Gilden sehr stark christlich gepr\u00e4gt waren. Spenden waren selbstverst\u00e4ndlich und wurden erwartet, brachten Ablass und minderten die Zeit des &#8222;H\u00f6llenfeuers&#8220; f\u00fcr die Seele.<\/p>\n<p>Die Annahme, dass \u201eKlaus St\u00f6rtebeker\u201c diese Spende ins Leben gerufen hat, ist auf ein Domfenster in Verden zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dort gab es bis Mitte des 18. Jahrhunderts ein Fenster mit einem Wappen, welches 3 umgest\u00fcrzte \u201eBecher\u201c trug. Hierbei handelte es sich jedoch keineswegs um Becher, sondern um heraldische Eisenh\u00fcte. Dieses Wappen war einem Verdener Bischof zuzuordnen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Wappen wurden mit Brief und Siegel vergeben. Es w\u00e4re vermessen gewesen, sich ein Wappen anzueignen. Vergehen wurden hart geahndet. Es ist zwar m\u00fc\u00dfig, dar\u00fcber nachzudenken, ob St\u00f6rtebeker nicht vielleicht doch so tollk\u00fchn gewesen w\u00e4re, dies zu tun. Die Annahme jedoch, dass jemand ein Domfenster h\u00e4tte stiften und einbauen lassen d\u00fcrfen mit einem gef\u00e4lschten Wappen, ist geradezu absurd. Kein Bischof h\u00e4tte das zugelassen und der \u201eSpender\u201c h\u00e4tte sich nicht lange seines Lebens erfreuen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kaufleute und Handwerker benutzten Zunft- und Gildezeichen. Es ist zu vermuten, das jener Schild mit der Laterne, der dem St\u00f6rtebeker zugeschrieben wird, lediglich ein Erkennungszeichen beinhaltet. Diese Erkennungsmerkmale waren sehr wichtig, um die Zugeh\u00f6rigkeit zu bestimmten Kampfgruppen feststellen zu k\u00f6nnen. &#8211; Ein in einer Wappenrolle eingetragenes Wappen mit einer Laterne, das einem &#8222;Sissinga&#8220; zugeschrieben wird, ist m. E. nicht bekannt. Eher kann man von einem Greifen als Wappentier ausgehen. Facit: Weder Laterne noch &#8222;umgest\u00fcrzte Becher&#8220; kommen in Frage als St\u00f6rtebekers Wappen, so er eines gef\u00fchrt hat. &#8211; Es ist keine <strong>L\u00e4tare<\/strong>-Spende f\u00fcr Verden nachweisbar!<\/p>\n<p>Ein Beweis, dass \u201eSt\u00f6rtebeker\u201c \u00fcberhaupt jemals in Halsm\u00fchlen gelebt hat oder aus dem Verdener Raum stammte, ist bislang nicht m\u00f6glich gewesen, zumal der Name an sich in der einen oder anderen Schreibweise h\u00e4ufiger vorkam.<\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr G\u00f6deke Michels bzw. G\u00f6deke Wessels, wie er auch genannt wird. Wessels hei\u00dft nicht anderes \u201eWestsachse\u201c und davon gab und gibt es zweifellos etliche, ebenso wie es viele Michels gibt. Nicht ohne Grund ist der \u201eDeutsche Michel\u201c ein stehender Begriff geworden.<\/p>\n<p>Legenden sind eben manchmal tats\u00e4chlich nur unterhaltsame Geschichten. Ob dazu auch die heute noch vorhandene Nachtkleidung des St\u00f6rtebeker geh\u00f6rt? Es handelt sich um ein Nachthemd, durchwirkt mit Silberf\u00e4den, einen Kissenbezug und rote Pantoffeln.<\/p>\n<div id=\"attachment_675\" style=\"width: 211px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Sto\u0308rtebekers-Nachthemd.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-675\" class=\"wp-image-675 size-medium\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Sto\u0308rtebekers-Nachthemd-201x300.jpg\" alt=\"Sto\u0308rtebekers Nachthemd\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Sto\u0308rtebekers-Nachthemd-201x300.jpg 201w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Sto\u0308rtebekers-Nachthemd.jpg 309w\" sizes=\"(max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-675\" class=\"wp-caption-text\">St\u00f6rtebekers Nachthemd und seine Pantoffeln<\/p><\/div>\n<p>Diese Teile wurden 1864 in Emden von Justine <strong>Maurice<\/strong> von Senden, geb. Briesen, der Emder \u201eGesellschaft f\u00fcr Kunst\u201c \u00fcbergeben und sollen in\u00a0 14 Generationen seit 1400 weitergegeben worden sein.\u00a0 Hemd und\u00a0 Pantoffeln sind auf einem Foto von 1907 (W. L\u00fcpkes) zu sehen. &#8211; Hemd und Schuhe passen sogar in die Zeit. &#8211; Interessant ist der Name der Spenderin &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">Maurice<\/span>&#8220; von Senden. Ein Maurissinghe war\u00a0 zu St\u00f6rtebekers Zeit in Groningen Ratsherr. Man st\u00f6re sich nicht an der unterschiedlichen Schreibweise! War unser sog. &#8222;Claus St\u00f6rtbeker&#8220; also in Wirklichkeit jener vertriebene Stadtrat? Ein Gentest w\u00fcrde Licht ins Dunkel bringen.<\/p>\n<p><b>B\u00fcrgermeister von Groningen<\/b><br \/>\nMeynoldus Wesseli war 1360 B\u00fcrgermeister (Meynold = Abwandlung von Michel) er hatte einen Sohn Sybrandt,\u00a0 d.h., Goedecke Michels war vermutlich ein Verwandter von Sibrandt von Loquard. Das m\u00fc\u00dfte noch intensiver erforscht werden.<\/p>\n<p>Wicbold Maurissinghe B\u00fcrgermeister 1373\/4\/5\/8\/ 1385\/6\/8<\/p>\n<p>Wicbolt, Everhards Sohn\u00a0B\u00fcrgermeister\u00a0 1373\/4\/5\/8\/1385\/6\/8\/1394 \/5<\/p>\n<p>Bruyn Clinghe B\u00fcrgermeister\u00a0 1370 \/ Albert Wicbolt B\u00fcrgermeister 1370<\/p>\n<p>Everhard Wicbolt ist B\u00fcrgermeister 1370 (es gibt 6 B\u00fcrgermeister)<\/p>\n<p>Dodeconis, Thiackonis, Winando Papinghe erscheinen ebenfalls in der Chronik\u00a0 &#8211; mit\u00a0Papinghe war der R\u00fcstringer H\u00e4uptling Edo Wiemken verwandt. Ebenso tauchen etliche Idsingas (=Idzinga) auf. Es ist also viel friesische Verwandtschaft &#8222;angelandet&#8220;, die von den\u00a0 H\u00e4uptlingen aufgenommen worden ist.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Vitalienbr\u00fcder<\/b><br \/>\nDie Geschichte der Piraten der Ostsee begann 1392. Zu diesem Zeitpunkt stellten die St\u00e4dte Rostock und Wismar Kaperbriefe aus und versprachen jedem Schutz, der D\u00e4nemark sch\u00e4dige. Das war der Beginn der <span style=\"text-decoration: underline;\">Vitalienbr\u00fcder<\/span>. Das Engagement der Vitalienbr\u00fcder war somit \u00f6ffentlich und gesellschaftlich legitim und genoss sogar auch gro\u00dfes Ansehen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Aussage, dass die Vitalienbr\u00fcder keinen Sold erhielten, sondern auf eigene Rechnung fuhren. Daher k\u00f6nnte auch der Begriff\u00a0&#8222;Vitalienbr\u00fcder&#8220; auf die Selbstversorgung der Br\u00fcderschaft hindeuten. Es war im weitesten Sinne eine \u201ewirtschaftliche Interessengemeinschaft\u201c.<\/p>\n<p>Die <span style=\"text-decoration: underline;\">Vitalienbr\u00fcder<\/span> waren, wie der Name schon besagt, eine Br\u00fcderschaft. Es gab eine eigene Witwen- und Waisenversorgung, Kranken-, Verletzten- und Altenversorgung wie bei den Gilden \u00fcblich, und die Br\u00fcderschaft hatte eine eigene (sehr strenge) Gerichtsbarkeit. Das alles waren un\u00fcbersehbare Vorteile, die den Zulauf naturgem\u00e4\u00df in jenen schlechten Zeiten, in denen Hunger und Krankheit an der Tagesordnung waren, f\u00f6rderte. Und sicher f\u00fchlte man sich im Recht, den Reichen das abzunehmen, was sie dem Volk verwehrten.<br \/>\nDabei waren die Verh\u00e4ltnisse derart, dass die Armen kaum eine Chance hatten, je aus ihrer Armut herauszukommen, w\u00e4hrend die Reichen sich die Taschen voll stopften und darauf Acht gaben, ihren Reichtum in ihrer Kaste zu halten (wie heute zumeist auch). Selbst bei der Kirche waren die Chancen gering, auch nur zum Abt aufzusteigen. Eintr\u00e4gliche \u00c4mter waren und blieben \u00fcber Jahrhunderte jeweils in den H\u00e4nden derselben (reichen, meist adeligen) Familien. Selbst Nonnen und M\u00f6nche stammten aus wohlhabenden Familien. Arme stellten das \u201aPersonal\u2019. Zumindest hatten sie aber zu essen und ein Dach \u00fcber dem Kopf.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Woher kamen nun diese Kaperer?<\/span><br \/>\nF\u00fcr solch ein Unternehmen wurden F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten ben\u00f6tigt. Diese fanden sich selbstredend unter den Edelleuten. Die Hauptleute der Vitalier waren zumeist wohlhabende mecklenburgische Niederadelige, die mit Billigung der mecklenburgischen F\u00fcrsten &#8211; vielfach ihre Lehnherren &#8211; auf Kaperfahrt gingen. Daneben beteiligten sich Schiffer, Bauern, Handwerker, B\u00fcrger pp.<br \/>\nEs ist also anfangs der Mecklenburger Adel in legitimem Auftrag auf Kaperfahrt gegangen. Der Friede von Falster und Skan\u00f6r (zwischen D\u00e4nemark und Mecklenburg) vom 20. Mai 1395 beendete die rechtlich sanktionierte T\u00e4tigkeit der Kaperei. Der Mecklenburger Adel zog sich nach Fortfall der Rechtsgrundlage zur\u00fcck.<br \/>\nAndere verlegten sich jetzt m\u00f6glicherweise auf die Seer\u00e4uberei in der Nordsee. Allerdings weniger als Schiffsf\u00fchrer, sondern vielmehr als Besatzung. Es ist n\u00e4mlich zu bedenken, dass die Nordsee ungleich schwerer als die Ostsee zu befahren ist. Ein einfacher Wechsel ist nicht m\u00f6glich. Noch heute hei\u00dft es auf der Seefahrtsschule, &#8218;wer die Nordsee befahren kann mit ihren Gezeiten, Prielen, Balgen, Untiefen, Sandb\u00e4nken, Inseln, der kann alle Weltmeere befahren&#8216; und das ist kein Scherz, denn die Nordsee stellt sehr hohe Anforderungen, die mit den Schiffen im 14. Jh. oft nicht zu bew\u00e4ltigen waren, da man nicht kreuzen und damit nur schwer bzw. gar keine Wendeman\u00f6ver durchf\u00fchren konnte.<\/p>\n<p>Einige Anf\u00fchrer (heutige Schreibweise in Klammern) der <b><span style=\"text-decoration: underline;\">Mecklenburger Vitalienbr\u00fcder<\/span><\/b>:<br \/>\n<b>1391<\/b>: Ritter Bosse Kaland, d.h. er war der Meister einer Kalandgilde, demnach beteiligten sich auch Gilden an den Kaperunternehmungen. Ritter Bosse Kaland geh\u00f6rte zu den Hauptleuten. 1387 und 1392 verkaufte er einige L\u00e4ndereien in Mecklenburg, seine Frau verpf\u00e4ndete ihr Erbteil, denn er ben\u00f6tigte &#8211; wahrscheinlich zur Beschaffung der Kaperschiffe &#8211; viel Kapital. &#8211; Heinrich L\u00fcchow, Claus Mylges (M\u00fcller), Marquard Preen, Lippold Rumbshagen, Rambold Sanewitz, Hartwig\u00a0 Seedorf (die Seedorfer), Bertram Stockeled, Arnd St\u00fck (St\u00fcckgie\u00dfer).<br \/>\n<b>1392<\/b>: Henning Manduvel [Manteuffel]\n(Anm.: \u201eManteuffel\u201c bedeutet \u201eMannt\u00e4ufer\u201c; also Leute, welche Heiden getauft haben. Der Name Manteuffel taucht schon fr\u00fch als Angeh\u00f6riger des Deutschritterordens auf);<br \/>\nDavermoor \/ Grafschaft Schwerin (sp\u00e4ter: Gut Gottesgabe)<br \/>\nStuke, Arnold (=Arnd St\u00fck) Gesch\u00fctze, damals &#8222;<strong>Stucke<\/strong>&#8220; genannt, wurden in Stuckgie\u00dfereien hergestellt und die Gilde der <span style=\"text-decoration: underline;\">Glockengie\u00dfer<\/span> \u00fcbernahm die Herstellung der neuen Waffen. So entstand die &#8222;<strong>Zunft der Arkeley<\/strong>&#8222;. Arndt Stuke war also Gie\u00dfer.<\/p>\n<p>Anm.: Eines der gr\u00f6\u00dften <span style=\"text-decoration: underline;\">geschmiedeten Eisengesch\u00fctze<\/span> befindet sich im Heeresgeschichtlichen Museum. Es ist der <strong>&#8222;Gro\u00dfe Pumhardt von Steier&#8220;<\/strong><b> <\/b>(Kaliber 88 cm aus dem Jahr 1350). Die Zukunft geh\u00f6rte jedoch den gegossenen Bronzerohren.<\/p>\n<p><b>1393<\/b>: Hennynk Crabbe, Rode Kremer, (Kremer = Kaufmann), Hinrik Tydemans (Tydemann = Zahlmeister), Clawis (Klaus) Tymme (Zimmermann) u. a. sowie einige famili\u00e4r auch heute noch recht eindeutig zuzuordnende Herren:<br \/>\nHinrik van der Lu [v. der L\u00fche], Luder Ransouwe [Rantzau] (Anm.: schwed. Graf, bekannt u. a. aus dem 30-j\u00e4hr. Krieg), Hans Meygendorff\u00a0 [Meyendorff], Ketelhoid [Ketelhodt], Hennyng Norman [Normann].<\/p>\n<p><b>Febr. 1398:<\/b> Der Hochmeister der Deutschritterordens, Konrad von Jungingen, fordert die Herz\u00f6ge Barnim und Wartislaw von [Pommern-]Stralsund auf, den Seer\u00e4ubern den Aufenthalt in ihrem Hoheitsgebiet zu untersagen, die sich nach der <b><span style=\"text-decoration: underline;\">Peene<\/span><\/b> zur\u00fcckgezogen haben. Es erfolgt 1398 die Vertreibung der <span style=\"text-decoration: underline;\">Vitalienbr\u00fcder<\/span> von Gotland durch den Deutschen Ritterorden. Danach h\u00e4lt der Orden Gotland besetzt und beherrscht die gesamte Ostsee.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Es ist noch darauf hinzuweisen, dass es kaum den Tatsachen entspricht, dass der Totensch\u00e4del, den man als St\u00f6rtebekers Sch\u00e4del ausgibt &#8211; gefunden auf dem Grasbrook von Hamburg, tats\u00e4chlich dem St\u00f6rtebeker zuzuordnen ist. Dies auch unter Ber\u00fccksichtigung, dass Graf Albrecht von Holland Herzog von Bayern, einen Kaper-Vertrag mit Johann St\u00f6rtebeker geschlossen hat. Welchen Vornamen St\u00f6rtebeker tats\u00e4chlich gehabt hat, wissen wir nicht! M\u00f6glicherweise ist St\u00f6rtebeker also gar nicht hingerichtet worden, sondern aufgrund eines zuvor abgeschlossenen\u00a0 Kaper-Vertrages freigekommen. Auch die Verletzungen der Sch\u00e4deldecke des dubiosen Totensch\u00e4dels k\u00f6nnten durch einen Schwertschlag entstanden sein, den der Henker nicht korrekt ausf\u00fchren konnte. Es wurde n\u00e4mlich freih\u00e4ndig gek\u00f6pft &#8211; d.h. ohne Block! Da passierten oft schreckliche Dinge, weil der Henker nicht gut getroffen hat oder die Person sich bewegt hat.<\/p>\n<p>Gunda v. Dehn in Zusammenarbeit mit Annette v. Dehn M.A.<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<h3><strong><span style=\"color: #993300;\"><em>Hinweis: Roman Chroniken der tom Brook<\/em><\/span><\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #800000;\"><b>Band I-IV &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220; als E-Books bei versch. Anbietern erh\u00e4ltlich<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Band II &#8222;Chroniken der tom Brook &#8211; Das Erbe&#8220;:<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/h4>\n<hr \/>\n<h5>letzte \u00c4nderung 05.10.2023<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9\u00a0&#8211; Gunda von Dehn:\u00a0 St\u00f6rtebekerlied Nikolao St\u00f6rtebeker von Wismar Bezeugt ist das Auftreten von &#8222;Nikolao St\u00f6rtebeker&#8220; im Verfestungsbuch (Gerichtsbuch) von Wismar anno 1380. Ob dieser Mann der &#8222;St\u00f6rtebeker\u201c von Marienhafe ist, der vermutlich gar nicht Nikolaus hie\u00df, sondern Johann, mag dahingestellt sein. Zumindest reklamiert Wismar \u201eKlaus St\u00f6rtebeker\u201c f\u00fcr sich als einen Sohn der Stadt, der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":66,"menu_order":10,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"side-navigation.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-144","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=144"}],"version-history":[{"count":110,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/144\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6937,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/144\/revisions\/6937"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}