{"id":140,"date":"2014-04-08T16:09:17","date_gmt":"2014-04-08T14:09:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/?page_id=140"},"modified":"2023-10-05T22:18:49","modified_gmt":"2023-10-05T20:18:49","slug":"piraterie-im-mittelalter","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/die-tom-brok\/piraterie-im-mittelalter\/","title":{"rendered":"Piraterie im Mittelalter"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140-1\" autoplay preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Der-Flu\u00df-Spirale2-10.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Der-Flu\u00df-Spirale2-10.mp3\">http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/05-Der-Flu\u00df-Spirale2-10.mp3<\/a><\/audio>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00a9 Musik Gunda von Dehn:\u00a0 &#8222;Der Flu\u00df&#8220;<\/span><\/h5>\n<h2 align=\"left\"><\/h2>\n<div id=\"attachment_4315\" style=\"width: 438px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Deichbruch-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4315\" class=\"wp-image-4315\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Deichbruch-Kopie-300x229.jpg\" alt=\"Deichbruch Kopie\" width=\"428\" height=\"327\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Deichbruch-Kopie-180x138.jpg 180w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Deichbruch-Kopie-300x229.jpg 300w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Deichbruch-Kopie-1024x782.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4315\" class=\"wp-caption-text\">Deichbruch &#8211; G. v. Dehn 2014<\/p><\/div>\n<h3 align=\"left\">\u00a0<span style=\"color: #800000;\">Piraterie<b> im Mittelalter \u2013 St\u00f6rtebeker und andere Seer\u00e4uber<\/b><\/span><\/h3>\n<p>Wen erfasst es nicht, das St\u00f6rtebeker-Fieber, wenn die Festspiele auf R\u00fcgen und in Marienhafe stattfinden? Aber was wei\u00df man dar\u00fcber?<\/p>\n<p>Dass St\u00f6rtebeker Ketten zerrei\u00dfen konnte und trinkgewaltig war?<\/p>\n<div id=\"attachment_1813\" style=\"width: 138px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1813\" class=\"wp-image-1813 size-full\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ko\u0308pfen.jpg\" alt=\"Ko\u0308pfen\" width=\"128\" height=\"126\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ko\u0308pfen-52x50.jpg 52w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ko\u0308pfen-66x66.jpg 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ko\u0308pfen.jpg 128w\" sizes=\"(max-width: 128px) 100vw, 128px\" \/><p id=\"caption-attachment-1813\" class=\"wp-caption-text\">Hinrichtung im Mittelalter<\/p><\/div>\n<p>Die Legende, dass er &#8211; schon \u201akopflos\u2019 &#8211; an seinen Kumpanen entlang gelaufen ist, bis der Henker ihm den Richtklotz vor die F\u00fc\u00dfe warf? &#8211; (Anm.: Damals wurde &#8222;freih\u00e4ndig&#8220; mit dem Richtschwert enthauptet. Ein &#8222;Block&#8220; h\u00e4tte das Richtschwert zuschanden gemacht.) Es ist unm\u00f6glich, kopflos von den Knien wieder aufzustehen und loszulaufen.<\/p>\n<p>Und was wissen wir noch? Forschen wir einmal nach.<\/p>\n<p><b>S<\/b>t\u00f6rtebeker, der 1401 in Hamburg auf dem Grasbrook mit vielen seiner Gesellen hingerichtet worden sein soll, pr\u00e4gt bis heute das Bild der Likedeeler, obwohl er nicht der eigentliche Kopf der &#8222;Gleichteiler&#8220; &#8211; so die hochdeutsche Bezeichnung &#8211;\u00a0 gewesen ist. Das war G\u00f6deke Michels oder auch G\u00f6deke Wessels genannt (falls wir ein- und dieselbe Person vor uns haben, was bislang noch strittig ist).<\/p>\n<p>\u00dcber den ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Seer\u00e4uber Nikolaus <b>St\u00f6rtebeker<\/b> ist viel geschrieben worden, was erheblich zur Legendbildung beigetragen hat.<\/p>\n<p>Da die \u201aLikedeeler\u2019 in der Geschichte des Brookmerlandes und somit der H\u00e4uptlingsfamilie tom Brok \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben, ist es wohl angemessen, darauf einzugehen, denn auch die Likedeeler sind Bestandteil meines Romans \u201eChroniken der tom Brook\u201c Band III.<\/p>\n<p><b>1384<\/b> &#8211; In einem Vertrag der Hansa mit Heinrich IV. von England werden <span style=\"text-decoration: underline;\">G\u00f6deke Michael<\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\">St\u00f6rtebeker<\/span> erstmalig als Freibeuter genannt, da sie <span style=\"text-decoration: underline;\">englische<\/span> Schiffe gekapert haben. (Vergl. R. Haklvyt, The Principal Navigations of the Englisch Nation, London 1598)<\/p>\n<p>Schon Ende <b>1394<\/b> erscheinen Freibeuter in einer englischen Klageakte: &#8222;Item in the yure 1394 Goddekin Mighel (G\u00f6deke Michels), Clays Scheld, Storbikker (Storbikker = St\u00f6rtebeker ohne Vornamen!) and others took out of a ship of Elbing.&#8220; D.h. im Jahr 1394 kaperten G\u00f6deke Michels, Klaus Scheld, St\u00f6rtebeker und andere ein Schiff aus <span style=\"text-decoration: underline;\">Elbing<\/span>.<\/p>\n<p>Bis <b>1399<\/b> h\u00f6ren wir abermals in der engl. Klageakte von Michels und St\u00f6rtebeker.<\/p>\n<p>Geh\u00f6rten sie zu jenen Vitalienbr\u00fcdern, die nach dem Friedensschluss von Falster und Skan\u00f6r 1395 auf eigene Rechnung fuhren oder waren es Freibeuter anderer Couleur? Waren es friesische Likedeeler? Letzteres ist wahrscheinlich, da die Klagen aus England bis in das Jahr 1384 zur\u00fcckreichen und nicht erst 11 Jahre sp\u00e4ter beginnen, nachdem der Friede von Falster und Skan\u00f6r geschlossen worden ist, der die Vitalienbr\u00fcder \u00fcberfl\u00fcssig machte und deren Treiben in der Ostsee weitgehend einstellte.<\/p>\n<p>Nachweisbar ist zwischen den Jahren 1395 und 1398, dass geraubte Waren in Bremen angeboten wurden und zwar kamen 35 Piraten mit einer Barke (und einem Schiff auf Reede) in die Weserm\u00fcndung von Blexen in Butjadingen mit 22 Last Weizen und 12 Last Fisch. Ob es sich bei diesen Piraten tats\u00e4chlich um <span style=\"text-decoration: underline;\">Vitalienbr\u00fcder<\/span> gehandelt hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es gab ja auch noch andere Freibeuter wie zum Beispiel die <span style=\"text-decoration: underline;\">Likedeeler<\/span>.<\/p>\n<p><b>ca. 1395<\/b> nimmt der H\u00e4uptling Edo Wiemken von R\u00fcstringen St\u00f6rtebeker und G\u00f6deke Michel in seinem Hafen von Schaar (Wilhelmshaven) auf.<\/p>\n<p>Edo Wiemken hatte einen Schwager mit Namen Papinga, ein B\u00fcrgermeister von Groningen. Hat Edo Wiemken seiner Verwandtschaft aus Groningen Asyl geboten? M\u00f6glich, denn in Groningen herrschte ein blutiger Kampf zwischen den Vetkopern, welche die Macht in der Stadt inne hatten und den Schieringern, welche die Vetkoper bis aufs Messer verfolgten. Das muss noch n\u00e4her gepr\u00fcft werden.<\/p>\n[Wilhelmshaven &#8211; Stadtteil Schaar; der Platz, auf dem die Aldeburg (nach dem Neubau der Eden- oder Sibbetsburg \u201ealte Burg\u201c genannt) ehedem stand, ist heute der Friedhof Aldenburg]\n<p>F\u00fcr <b>1396<\/b> ist nachweisbar, dass Piraten Aufnahme bei Konrad Graf von Oldenburg suchten und abgewiesen wurden. Mehr Gl\u00fcck hatten sie im Brookmerland bei Widzelt Kenisna und den H\u00e4uptlingen im Emsland.<\/p>\n<p>Schon <b>1396<\/b> haben die Hansest\u00e4dte den ostfriesischen H\u00e4uptlingen gedroht, falls sie Piraten aufnehmen w\u00fcrden. Sie nannten es einen &#8218;Frevel gegen die Obrigkeit&#8216;! Die Hansen empfahlen den H\u00e4uptlingen, die Raubgesellen aus dem Land zu jagen, H\u00e4fen und Burgen zu verschlie\u00dfen, die Anf\u00fchrer zu ergreifen und vom Leben zum Tode zu verholen. Bei Zuwiderhandlung drohten die Hansest\u00e4dte, &#8218;mit Gottes Beistand&#8216; gegen die Misset\u00e4ter und ihre Heger zu ziehen und allem ein endg\u00fcltig Ende zu setzen. Diese Arroganz muss die H\u00e4uptlinge bis auf Blut gereizt haben. Logisch, dass sie sich nicht nach der \u201aEmpfehlung\u2019 richteten. Als F\u00fcrsten behandelte man sie, wenn es darum ging Privilegien herauszuholen, als F\u00fcrsten behandelte man sie, indem man ihnen den Zugang zur Hansa verwehrte und in diesem Sendschreiben behandelte man sie wie Lakaien der Hansa. Woher nahmen die Hansen das Recht, einem friesischen H\u00e4uptling Befehle zu erteilen?<\/p>\n<p>Erst rissen sie den frs. Handel an sich und nun nannten sie sich frech \u201eObrigkeit\u201c! Die H\u00e4uptlinge sollten Demut \u00fcben zu \u201eeigenem Nutz und Frommen!\u201c Demut sollten sie \u00fcben gegen\u00fcber den Hansen! Diese Anma\u00dfung war unertr\u00e4glich! Schon gar f\u00fcr friesische H\u00e4uptlinge. Ging es um Gesch\u00e4fte, waren die H\u00e4uptlinge F\u00fcrsten und sollten Privilegien erteilen. Andererseits wollten die Hansen ihnen in praxi vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen h\u00e4tten! Sie \u201eempfehlen\u201c ihnen, Blutgericht zu \u00fcben \u00fcber die Likedeeler! Die H\u00e4uptlinge sollten den Hansen Henkersdienste leisten, damit diese sich die H\u00e4nde nicht beschmutzen mussten! Sie erdreisteten sich sogar, \u00fcber die H\u00e4uptlinge richten zu wollen, wenn sie Likedeeler aufnahmen! Sollten die H\u00e4uptlinge sich derartigen Beleidigungen beugen?<\/p>\n<p>Zu Anfang jedenfalls nicht.<\/p>\n<p><b>1396<\/b> r\u00e4umt Widzelt Kenisna tom Brok den Likedeelern Hafen und Turm des Doms St. Marien in Marienhafe als St\u00fctzpunkt ein. Es scheint fast, als w\u00e4re diese Ma\u00dfnahme von Widzelt Kenisna Ausdruck von Widerstand gegen die Hansa gewesen.<\/p>\n<p>Hierbei ist Folgendes zu bedenken, was es <span style=\"text-decoration: underline;\">h\u00f6chst unwahrscheinlich<\/span> macht, dass diese Piraten aus Mecklenburg kamen, wie vorwiegend behauptet wird:<\/p>\n<p>Jeder Sportsegler wei\u00df, dass es schwierig ist, in unbekannten Gew\u00e4ssern zu segeln. Dies trifft um so mehr auf das Mittelalter zu, zumal die damaligen gr\u00f6\u00dferen Schiffe (Kogge und Hulk) nur schwer zu man\u00f6vrieren waren, nur bei g\u00fcnstigem Wind kreuzen konnten, man kaum Seezeichen hatte &#8211; mit Ausnahme von Pricken, welche die Wasserl\u00e4ufe notd\u00fcrftig markierten und auch schnell umgesetzt werden konnten (zur Irref\u00fchrung). Durch heftige Sturmfluten war die K\u00fcste mehr als heute st\u00e4ndig sehr starken Ver\u00e4nderungen, Abweichungen und Umgestaltungen unterworfen. Sandb\u00e4nke, Inseln, Priele, Watt und Gezeiten erschwerten die Navigation. Diese Probleme gibt es u. a. nur in der Nordsee. Die Ostsee ist ungleich berechenbarer zu befahren. Ein Kapit\u00e4n der Ostsee konnte nicht ohne Weiteres die Nordsee (damals \u201eWestersee\u201c genannt) befahren. Noch heute brauchen wir hin und wieder Lotsen f\u00fcr spezielle Aufgaben.<br \/>\nEs ist daher kaum anzunehmen, dass Piraten der Ostsee problemlos in die Nordsee abwanderten, wie das h\u00e4ufig in der Literatur dargestellt wird. Mit diesen schwierigen\u00a0 Schifffahrtsbedingungen konnten am allerbesten die Friesen klar kommen, die das seit Jahrhunderten taten. Nicht ohne Grund hie\u00df die Nordsee einst \u201eFriesensee\u201c.<\/p>\n<p>Drum: Vitalienbr\u00fcder und Likedeeler sind als \u201eBr\u00fcderschaft\u201c streng zu trennen, auch wenn gegebenenfalls Vitalier bei den Likedeelern Aufnahme gefunden haben. Das unterst\u00fctzt die Anschauung, dass der St\u00f6rtebeker von Wismar nicht jener Johann St\u00f6rtebeker gewesen ist, der am 15. August 1400 den Kaperbrief von Herzog Albrecht von Bayern Graf von Holland bekommen hat.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist anzumerken, dass der Name \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Claus<\/span> St\u00f6rtebeker\u201c erst aufgetaucht ist, nachdem im 17. Jh. ein Autor einen Roman \u00fcber St\u00f6rtebeker geschrieben hat.<\/p>\n<p>Friesen sind ehrlich und treu, stolz, eigensinnig und nachtragend schreibt die Dichterin Siever-Johanna Meyer-Abich in ihrem Roman \u201eFoelke Kampana\u201c! Trifft das zu? Ich denke schon, da S.-J. Meyer-Abich eine waschechte Friesin gewesen ist, wird sie es zweifellos gewusst haben.<\/p>\n<p>Geht man hiervon aus, dann h\u00e4tten die Friesen es nicht geduldet, dass wildfremde Leute aus Mecklenburg in ihrem Land eine f\u00fchrende Rolle spielen, schon gar nicht vogelfreie Piraten, die ihnen unangenehmerweise auch noch die Obrigkeit auf den Hals hetzten. Somit h\u00e4tten die friesischen H\u00e4uptlinge zu St\u00f6rtebekers Zeit niemals Fremde von irgendwoher in ihr Land gelassen und ihnen \u00fcberdies auch noch erlaubt, sich h\u00e4uslich einzunisten. Auch nicht aus Geldgier, wie h\u00e4ufig behauptet wird. Geld war n\u00fctzlich und st\u00fctzte die Macht, aber deswegen Fremde hoffieren? Mitnichten! Zurzeit von Keno tom Brok (nach 1399) und danach ergab es sich allerdings, dass die Piraten den H\u00e4uptlingen bei ihren Kriegshandlungen Waffenhilfe leisteten. F\u00fcr etliche H\u00e4uptlinge wurde dies zu einem ausschlaggebenden Grund, Piraten aufzunehmen. Allerdings muss verst\u00e4rkt darauf hingewiesen werden, dass es sich dabei sicherlich in nicht unerheblichem Ma\u00dfe um Verwandtschaft von jenseits der Ems gehandelt haben wird, zumindest, was die f\u00fchrenden K\u00f6pfe anbelangt.<\/p>\n<p>1398 bekriegt Herzog Albrecht von Bayern Graf von Holland erneut die Friesen, um sie zu unterwerfen. Diesmal erfolgreich. Oster- und Westergo m\u00fcssen dem Herzog huldigen und nur der Nordosten behauptet seine Unabh\u00e4ngigkeit. Hier hatte vor allen Dingen <b>Groningen<\/b> die Friesen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Danach sieht sich der H\u00e4uptling Folkmar Allena pl\u00f6tzlich eingekreist von Grafentreuen. Er muss sich unterwerfen und wird Aftervasall, d. h. <span style=\"text-decoration: underline;\">Vasall<\/span> von <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\">Widzelt Kenisna.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Vom September <b>1398<\/b> datiert der Lehnvertrag zwischen Herzog Albrecht von Bayern, Graf von Holland, sowie Widzelt und Folkmar Allena<\/span>.<\/p>\n<p>Nun ger\u00e4t Widzelt Kenisna wegen seiner Piraten ins Visier der Hansa. Er erkl\u00e4rt sich der Hansa und seinem Lehnherrn Herzog Albrecht von Bayern gegen\u00fcber bereit, k\u00fcnftig keine Seer\u00e4uber mehr in seinen Landen zu dulden.<\/p>\n<p>Holland geh\u00f6rte seit 1324 den Wittelsbachern durch die Heirat von Kaiser Ludwig d. Bayern (*1282 + 1347) und der Margarete von Holland (*um 1293 +1356). Herzog Albrecht von Bayern war der Sohn von beiden.<\/p>\n<p>Weil die m\u00e4chtigsten H\u00e4uptlinge \u2013 Widzelt Kenisna und Folkmar Allena \u2013 als Vasallen dem Herzog Albrecht von Bayern Heeresfolge leisten mussten, d.h. Leute unter Waffen halten mussten, beg\u00fcnstigte diese Herrschaftsstruktur in Ostfriesland die Aufnahme der Likedeeler.<\/p>\n<p>Widzelt Kenisna und Folkmar Allena und mit ihnen jene H\u00e4uptlinge, die diesen untertan waren, hatten explizit den Auftrag (1398) von Herzog Albrecht von Bayern, die Unterwerfung von Groningen zu bewirken. F\u00fcr diesen Fall r\u00e4umte der Herzog ihnen ein, ihm Rat zu erteilen bei der Besetzung der dortigen Administration.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Hisko Abdena<\/span> (Drost und Probst vom Emden, Statthalter des Bischofs von M\u00fcnster) nahm u. a. Piraten auf, weil er sich zu Recht durch den Lehnvertrag von Widzelt und Folkmar Allena mit dem Herzog von Bayern bedroht f\u00fchlte, da er mit den Groninger Schieringern (Partei der Zisterzienser) im Bunde stand, die gegen Herzog Albrecht k\u00e4mpften. Mit seiner eigenen Hausmacht konnte Hisko Abdena das ihm gegen\u00fcberstehende milit\u00e4rische Potential nicht ausgleichen.<\/p>\n<p>\u00dcberdies spielte der frs. Freiheitskampf gegen den Bischof von Utrecht und den Grafen von Holland damit hinein und selbstverst\u00e4ndlich auch die K\u00e4mpfe zwischen Vetkopern und Schieringern (Pr\u00e4monstratenser und Zisterzienser).<\/p>\n<p>Die kostenneutralste L\u00f6sung war es (auf beiden Seiten), sich der Piraten als Selbstversorger zu bedienen. Sie waren unabh\u00e4ngig, griffbereit, kampferprobt und billiger als S\u00f6ldner. Die friesischen H\u00e4uptlinge boten als Gegenleistung sicheren Unterschlupf und Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr die geraubten Waren.<\/p>\n<p align=\"left\">Ein besonderer Nutzen f\u00fcr Widzelt Kenisna aus seiner Verbindung mit dem Herzog bestand darin, dass der Herzog zwischen Hansa und Widzelt vermittelte. Man bestimmte eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Tagfahrt nach Oldenburg auf den 1. Mai 1399,<\/span> wo der Herzog von Bayern als Schiedsrichter die strittigen Punkte entscheiden sollte. Diese Tagfahrt wurde indessen wegen Verhinderung der St\u00e4dte auf den 25. Juli 1399 verschoben. Es kam nicht zum vereinbarten Schiedsgerichtstermin:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Im April 1399<\/span> erobert Widzelt Kenisna das befestigte Kloster Thedinga. Widzelt und seine Mannen werden in der Kirche zu Detern durch Heerscharen des Erzbischofs von Bremen und der Bisch\u00f6fe von M\u00fcnster und Minden belagert. Die Kirche zu Detern wird niedergebrannt, Widzelt Kenisna und einige seiner Leute kommen darin um. Mit Widzelts Tod ist der <span style=\"text-decoration: underline;\">Lehnvertrag mit Herzog Albrecht aufgehoben.<\/span><\/p>\n<p>Keno II. tom Brok wird Widzelts Nachfolger.<\/p>\n<p><b>1401:<\/b> Hamburger haben St\u00f6rtebeker bei Helgoland gefangen. Er und seine Gesellen werden auf dem Grasbrook in Hamburg enthauptet. Das scheint gesichert.<\/p>\n<p>Damit kann das Piratenwesen aber noch nicht ad acta gelegt werden, das kann erst 1435 nach der Zerst\u00f6rung der Sibetsburg (Wilhelmshaven, Stadtteil Sibetsburg \u2013 Wallanlagen erhalten und begehbar) geschehen.<\/p>\n<p>1435 stirbt nach Jahren der Gefangenschaft in Leermoor auch Ocko tom Brok II. &#8211; Sohn und Nachfolger von Keno tom Brok II.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Bild Hinrichtung: Franz Heinemann &#8222;Der Richter und die Rechtsgelehrten &#8211; Justiz in fr\u00fcheren Zeiten&#8220; Gondrom Verlag Bayreuth<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_3171\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-image-3171 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png\" alt=\"AutogrammkarteGunda\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-66x66.png 66w, http:\/\/www.von-dehn.de\/site\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AutogrammkarteGunda-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\">Gunda von Dehn<\/p><\/div>\n<h2>\u00a0<strong><span style=\"color: #993300;\"><em>Hinweis: Roman &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;<\/em><\/span><\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #800000;\"><b>Band I-IV &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220; als E-Books bei versch. Anbietern erh\u00e4ltlich<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html\">http:\/\/www.hugendubel.de\/de\/ebook\/gunda_von_dehn-chroniken_der_tom_brook-29133974-produkt-details.html<\/a><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"color: #800000;\">Band II &#8222;Chroniken der tom Brook&#8220;:<\/span> <a class=\"moz-txt-link-freetext\" style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1\">http:\/\/store.kobobooks.com\/de-DE\/ebook\/chroniken-der-tom-brook-1<\/a><\/span><\/h4>\n<hr \/>\n<h5>letzte \u00c4nderung 05.10.2023<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9 Musik Gunda von Dehn:\u00a0 &#8222;Der Flu\u00df&#8220; \u00a0Piraterie im Mittelalter \u2013 St\u00f6rtebeker und andere Seer\u00e4uber Wen erfasst es nicht, das St\u00f6rtebeker-Fieber, wenn die Festspiele auf R\u00fcgen und in Marienhafe stattfinden? 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